E-Book, Deutsch, Band 0561, 256 Seiten
Reihe: Historical MyLady
McPhee / Lethbridge Historical MyLady Band 561
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6239-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0561, 256 Seiten
Reihe: Historical MyLady
ISBN: 978-3-7337-6239-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
LIEBESERWACHEN IN DEN HIGHLANDS von LETHBRIDGE, ANN
Schottland, 1822: Geheimnisvoll, stark und stolz wie ein Highlander! Als der attraktive Drew Gilvry mit wehendem Umhang vor ihr steht, fühlt sich die einsame Lady Rowena in einen ihrer sündigen Träume versetzt ... bis er ihr die Nachricht vom Tod ihres treulosen Mannes überbringt. Um den letzten Willen ihres Gatten zu erfüllen, engagiert sie Drew als Beschützer - was ihre Tugendhaftigkeit auf eine harte Probe stellt ...
WIE VERFÜHRT MAN EINEN VISCOUNT? von MCPHEE, MARGARET
Eine kurze Hochzeitsnacht ohne Leidenschaft! Für Ellen beginnt die Ehe mit dem begehrenswerten Viscount Stanley denkbar schlecht. Kein Wunder, dass sie süße Rachepläne schmiedet: Ihr Mann soll sich so nach ihr verzehren, dass es ihn beinahe um den Verstand bringt. Schnell erlernt Ellen die Lektionen der Liebeskunst, um ihn damit zu überraschen. Doch wie wird der Viscount auf ihre gewagte Verwandlung reagieren?
Margaret McPhee lebt mit ihrem Ehemann an der Westküste Schottlands. Ganz besonders stolz ist sie auf ihre Kaninchendame Gwinnie, die mit ihren acht Jahren eine alte Lady unter ihren Artgenossen ist. Als Wissenschaftlerin ausgebildet, hatte sie trotzdem immer eine romantische Ader. Ihrem Mann begegnete sie zum ersten Mal auf der Treppe im Laborgebäude - sie ein paar Stufen über ihm, was sehr vorteilhaft war, denn Margaret ist klein und ihr Mann sehr groß. Es war Liebe auf den ersten Blick, und seitdem sind sie seit 15 Jahren unzertrennlich. Als Kind lebte Margaret die meiste Zeit in einer Traumwelt. Ihre Familie sagte zwar immer, da würde sie herauswachsen, doch darauf wartet sie immer noch. Seit sie bei ihrer Großmutter historische Liebsromane entdeckte - und diese förmlich verschlang - kommt sie nicht mehr davon los. Noch immer liest sie gerne Historicals, kauft sich jetzt aber ihre eigenen. Besonders die Romane von Georgette Heyer faszinierten sie und weckten in ihr den Wunsch, selbst Geschichten über aufregende Regency-Helden zu schreiben. Ihre ersten beiden Manuskripte wurden abgelehnt. Doch dank der Unterstützung anderer Autorinnen schaffte sie es, dass ihr Regency-Roman "The Captain's Lady" veröffentlicht wurde. Margaret genießt es Fahrrad zu fahren, verschönert sich den Nachmittag mit Tee und Keksen und erkundet gern mit ihrem Mann die herrliche Landschaft und die Natur der schottischen Inseln. Sie hofft stets darauf, eines Tages einen Riesenhai im Meer zu Gesicht zu bekommen und einen Seeadler am Himmel zu entdecken.
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2. Kapitel
Leise vor sich hin fluchend marschierte Drew in der Stallgasse auf und ab. Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit tobten in ihm. Und Lust. Er schlug seine Faust gegen einen Balken und nahm den Schmerz in seinen Fingerknöcheln als gerechte Strafe hin.
Was zum Teufel dachte er sich nur? Die Frau hatte gerade vom Tod ihres Mannes erfahren, und anstatt ihr tröstende Worte und Hilfe anzubieten, hätte er sie beinahe in seine Arme gerissen und geküsst.
Es zog ihn nicht zu ehrbaren Frauen. Niemals. Er war verdorben. Lasterhaft. Und er wusste, wo er fand, nach was ihm verlangte. Was, zum Teufel, hatte er sich da oben in dem Zimmer nur gedacht?
Wie konnte es ihm auch nur flüchtig in den Sinn kommen, sie zu begehren, ganz zu schweigen davon, sie sich nackt und bloß und …? Wieder schlug er gegen den Pfosten. Während er das metallisch schmeckende Blut von seinen Knöcheln leckte, dachte er an ihren weichen, üppigen Mund.
Zur Hölle! War ihm die Sache mit Alice Fulton nicht eine Lehre gewesen? Nie hätte er die junge Frau verführt, um die Heirat mit ihm zu erzwingen, wenn seine Familie nicht in einer so verzweifelten Lage gewesen wäre. Im gleichen Augenblick, da er sie nahm, hatte er gewusst, dass es nie gutgehen würde. Nicht für ihn. Der Rest seines Lebens wäre eine einzige Qual gewesen. Und nie war er so erleichtert gewesen wie an dem Tag, als sie die Verlobung löste. Wieso also hätte er Rowena MacDonald beinahe geküsst?
Weil sie ihm leidtat? Oder aus Dankbarkeit, weil sie sich nach dem ersten entsetzten Blick auf sein Gesicht verhalten hatte, als sähe er aus wie jeder andere? Als würde seine Entstellung ihr keine Übelkeit bereiten.
Dieser Jones sollte morgen besser auftauchen und sich um die Frau kümmern, denn selbst wenn nicht, würde er, Drew, einfach davongehen. Wie im Schmerz schloss er die Augen. Nein, das war ihm unmöglich. Er hatte sich geschworen, ihr zu einem Leben in finanzieller Sicherheit zu verhelfen. Ihm blieb gar keine Wahl. Nicht, nachdem ihr Ehemann durch sein Verschulden hatte sterben müssen.
Ein Mann stolperte die Leiter vom Heuboden herab. Der alte Stallknecht. Er sah Drew mürrisch an, zuckte dann zurück, als er im Licht der Laterne, die von einem Balken hing, dessen Gesicht sah.
„Reicht’s nicht, dass Ihr Hämmern und Fluchen mich aus’m Bett reißt?“ Der Alte schüttelte eine Faust. „Müssen Sie mir mit Ihrer Teufelsfratze auch noch schlechte Träume machen?“
Drew lachte. Er konnte nicht anders. Der Alte reagierte zwar wie jedermann, der ihn ansah, doch wenigstens hatte er den Mut, seinen Ekel auszusprechen.
Er verbeugte sich spöttisch. „Ich bitte um Verzeihung.“
„Aye, das will ich auch hoffen. Ich muss mal kurz dem Ruf der Natur folgen. Wenn Sie sich hinlegen wollen, klettern Sie jetzt besser die Leiter rauf, weil ich nämlich die Falltür anschließend von innen zuklapp’. Den Leibhaftigen aussperren, versteh’n Sie?“ Immer noch vor sich hin murrend, humpelte er zur Tür.
Drew wünschte, er hätte etwas, um den Teufel auszusperren, der in ihm hauste. Hatte er aber nicht. Und während der Teufel eine Frau wollte, wollte Drew stärker als das Rache an Ian. Also würde er den Teufel schön eingesperrt lassen. Das war ihm während er letzten Jahre gelungen, er würde es weiterhin schaffen.
Er musste sich – und damit auch sein Gewissen – von dieser Mrs MacDonald befreien. Danach würde er Ian zur Hölle schicken, wo er hingehörte.
„Ein Herr wünscht Sie zu sprechen, Mrs McDonald“, verkündete das Zimmermädchen am nächsten Morgen, das an der Schwelle zu Rowenas Privatsalon stand.
Rowena sah von dem Brief an ihre Dienstherrin auf, in dem sie um weitere Urlaubstage bitten wollte und mit dessen Formulierung sie zu kämpfen hatte. Ganz kurz dachte sie, es könne Mr Gilvry sein, und ihr Herz wurde ein wenig leichter. Doch im nächsten Moment war ihr klar, dass er es nicht sein konnte. Er hätte nicht das Mädchen gebeten, ihn anzumelden. „Hat der Herr seinen Namen genannt?“
Emmie reichte ihr ein weißes Stück Papier. „Seine Karte, Ma’am.“
Mr Brian Jones, Anwalt, konstatierte die Karte in kühnen, schwarzen Lettern. Auf der Rückseite stand in kritzeliger Handschrift der recht kryptische Vermerk: Sachwalter des Duke of Mere.
„Bitte führen Sie ihn herein. Und wenn Sie Mr Gilvry bitten wollen heraufzukommen.“ Das Mädchen hob verwundert die Brauen, eilte aber wortlos davon.
Rowena wechselte vom Schreibtisch zum Sofa und setzte sich.
Der Mann, der kurz darauf ins Zimmer trat, war für eine so verantwortungsvolle Position erstaunlich jung. Mitte dreißig, dachte sie, und nicht ganz unansehnlich, wenn man die dünne, spitze Nase und sein zur Weichheit neigendes Kinn außer Acht ließ. Doch die blassblauen Augen blickten scharf, und sein Lächeln war eindeutig charmant. Seine Kleidung war so nüchtern, wie man es von einem Anwalt erwarten konnte, wobei jedoch seine Krawatte ein bisschen zu opulent gebunden war.
„Mrs McDonald“, sagte er und verneigte sich tiefer, als jemand ihres Standes verlangen konnte. Ein merkwürdiger Ausrutscher für einen solchen Mann.
„Mr Jones. Bitte nehmen Sie Platz.“
Gelassen ließ er sich in einem Sessel ihr gegenüber nieder. In der Tat wirkte er sogar sehr selbstsicher, und um seine Lippen spielte ein leises Lächeln, während er offenbar abwartete, dass sie das Wort ergriff. Die Kunst des Taktierens beherrschte Rowena. Ihr Vater hatte sie beinahe eher gelehrt, raffiniert zu verhandeln, als sie gelernt hatte, feinste Säume zu nähen. Doch da ihre Zukunft in der Schwebe hing, war sie nicht in der Stimmung zu solchen Spielchen.
„Sie erhielten die Nachricht vom Tod meines Gemahls von Mr Gilvry, oder?“
Er setzte eine mitfühlende Miene auf. „Ja. Gestatten Sie mir, Ihnen mein Beileid auszusprechen“, sagte er, leicht den Kopf neigend. „Indianer, hörte ich.“
Sie nickte. „So verstand ich es.“
„Höchst unglücklich.“ Seine Wangen nahmen einen Hauch Farbe an. „Haben Sie …“ Er hüstelte taktvoll. „Äh, sind Sie sicher, dass er den Angriff nicht überlebte?“
Unverwandt musterte er sie. Ein jähes Unbehagen rann ihr wie ein kalter Guss über den Nacken, und sie fröstelte. Sie dachte unwillkürlich an das Sprichwort „ein Geist schreitet über mein Grab“, nur war das Gefühl noch unerquicklicher. Eine Vorahnung von Gefahr. Offensichtlich war sie nicht die Einzige, die sich gefragt hatte, ob Samuel wirklich tot war. „Wenn Sie Gewissheit haben wollen, Mr Jones, müssen Sie sich seine sterblichen Reste ansehen. Sie wurden auf seinen eigenen Wunsch nach Schottland überführt.“
Abgestoßen verzog er den Mund. „Ich bin nicht der Richtige. Ich habe Mr MacDonald nie persönlich getroffen.“ Er hüstelte hinter vorgehaltener Hand. „Ich fand jemandem im Haushalt des Dukes, der die Identifizierung übernimmt.“
Im Haushalt des Dukes? „Mein Gemahl hat den Duke of Mere während unserer Ehe nicht einmal erwähnt.“
„Ah, meine werte Dame, er war ein sehr weit entfernter Cousin aus einem Zweig, der sich vor langer Zeit vom Hauptstamm abgeteilt hat. Allerdings stattete Ihr Gemahl Mere kurz vor seinem Aufbruch nach Amerika einen Besuch ab. Der Duke wünschte, die gestörten verwandtschaftlichen Beziehungen zu bereinigen. Sie verstehen, die Identifizierung ist eine reine Formsache, doch notwendig.“
Sein Lächeln kam ihr ein wenig gezwungen vor. Doch möglicherweise fiel es ihm ja auch nur schwer, sein Gesicht vor einer, wie er annehmen musste, trauernden Witwe in die passenden Falten zu legen. Er zog einen silbernen Stift und ein Notizbuch aus seiner Tasche. Blätterte suchend darin. „Es war ein Mr Gilvry, der die Leiche fand. Sein Brief ging bei uns ein.“
„Ja. Er hat die sterblichen Überreste aus Amerika hierher überführt.“ Mr Jones’ Tonfall ließ sie vermuten, dass er Zweifel an Mr Gilvrys Seriosität hegte. Sie schürzte die Lippen. Wo blieb der Mann überhaupt? Er hatte versprochen, an dieser Zusammenkunft teilzunehmen. „Er wird gleich hier sein.“
Missbilligend blickte Jones sich um, als erwartete er, Mr Gilvry aus ihrem Schlafzimmer auftauchen zu sehen.
„Es kann nichts vorangehen, solange die Umstände bezüglich des Todes Ihres Gemahls nicht vollständig dargelegt und geklärt wurden“, fuhr er fort. „Es ist dieser …“ Er senkte den Blick auf sein Notizbuch. „… dieser Gilvry, mit dem ich sprechen muss. Außerdem muss der Tod Ihres Gatten offiziell bestätigt werden und …“ Er runzelte die Stirn. „… die Gültigkeit Ihrer Eheschließung.“
„Verzeihung, wie bitte?“
„Von den MacDonalds wusste niemand, dass Mr Samuel MacDonald geheiratet hatte.“
„Das werden Sie in den Büchern meiner Pfarrkirche belegt finden.“
Wieder das taktvolle Hüsteln. „Oder falls es Nachkommen gibt? Mein Kontakt mit Mr MacDonald war sehr oberflächlich.“
„Nein.“ Sie hob das Kinn. „Nein, keine Nachkommen.“ Und darüber war sie froh angesichts der Tatsache, dass er sie so schmählich hatte sitzen lassen.
„Und Mr Gilvry?“
Sie schaute zur Tür. Wo in aller Welt steckte er?
Die Uhr zeigte elf, als Drew gebeten wurde, sich Rowena und Mr Jones anzuschließen. Verdammt, Mrs MacDonald, nicht Rowena! Die ganze Nacht hatte er an nur an sie gedacht – an ihre entzückend helle Haut, die beim abendlichen Dinner im Kerzenschein so lieblich geschimmert hatte, und daran, wie heftig ihre zarten Rundungen und Formen sein Begehren provozierten – und hatte...




