E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
McMahon In Spanien kam die Liebe
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2169-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7515-2169-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Stacey liebt Reisen und Kinder. Da kommt das Angebot des verwitweten Spaniers Luis Aldivista, sich als Nanny um seine Zwillinge zu kümmern, wie gerufen. Aber am sonnigen Mittelmeer hat Stacey plötzlich ein Problem: Sie liebt Reisen, Kinder - und den Daddy ihrer Schützlinge ...
Barbara McMahon wuchs in einer Kleinstadt in Virginia auf. Ihr großer Traum war es, zu reisen und die Welt kennenzulernen. Nach ihrem College-Abschluss wurde sie zunächst Stewardess und verbrachte einige Jahre damit, die exotischsten Länder zu erforschen. Um sich später möglichst genau an diese Reisen erinnern zu können, schreib Barbara McMahon Tagebuch. Stück für Stück verwandelten sich ihre Reisenotizen in Geschichten. Doch erst als Barbara ihren Mann kennen lernte und mit ihm und den Kindern aufs Land zog, fand sie Zeit, aus den Geschichten komplette Romane zu machen. Schnell stellten sich erste Erfolge ein. Die Leserinnen waren fasziniert von den romantischen Schauplätzen, an die Barbara McMahon sie entführte. Und auch die heißblütige Helden sorgten für große Begeisterung. Inzwischen hat Barbara McMahon mehr als 60 Liebesromane geschrieben, die in über 35 Sprachen übersetzt wurden. Noch immer reist die Autorin gerne - heutzutage aber hauptsächlich zu Lesungen, auf denen sie ihre zahlreichen Fans persönlich treffen kann. Babara McMahon ist Preisträgerin des National Readers Choice Award, The Golden Quill Nominee, 2001.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Im internationalen Terminal des Kennedy Airports in New York herrschte wie immer reger Betrieb. Stacey Williams, die in der Nähe des Check-in-Schalters stand und wartete, blickte auf die Uhr. Bis zur verabredeten Zeit waren es noch ein paar Minuten.
Sie richtete ihre Aufmerksamkeit besonders auf Männer mit Kindern. Das gestrige Vorstellungsgespräch bei Luis Aldivista war nur kurz gewesen, trotzdem würde sie ihn und seine Zwillinge sofort wiedererkennen.
Ein dunkelhaariger Mann mit zwei kleinen Jungen geriet in ihr Blickfeld. An seiner Seite war eine Frau, die ein Baby auf dem Arm hielt. Eine leise Wehmut erfasste Stacey. Im Stillen träumte sie davon, eines Tages den Mann ihres Herzens zu finden und eine große Familie zu haben. Sie liebte Kinder, deshalb hatte sie ja den Beruf der Nanny gewählt. Auf fremde Kinder aufzupassen war jedoch nicht das Gleiche, wie eigene zu haben.
Einen Moment später sah sie einen Mann mit zwei Jungen in das Terminal kommen, gefolgt von einem Gepäckträger, der einen Gepäckwagen schob. Es war Luis Aldivista. Wieder fiel ihr auf, dass er wenig Ähnlichkeit mit dem Klischee eines feurigen Spaniers hatte. Sein Haar war hellbraun statt schwarz, und sein kantiges Kinn und die fest zusammengepressten Lippen passten auch nicht zu dem Spanier ihrer Träume, der einer Frau zärtliche Worte ins Ohr flüsterte und ein galanter Liebhaber war.
Jetzt hatte Luis Aldivista sie entdeckt. Es sagte etwas zu seinen Söhnen, und beide schauten gleichzeitig zu ihm auf. Stacey musste über den Ausdruck auf ihren niedlichen Gesichtern lächeln. Würde sie die Zwillinge jemals auseinanderhalten können? Äußerlich glichen sie sich wie ein Ei dem anderen, nur im Wesen unterschieden sie sich. Juan schien viel aufgeschlossener zu als sein Bruder Pablo.
Mit ihrem Koffer im Schlepptau und ihrer Reisetasche über der Schulter ging Stacey auf sie zu. „Hallo, Mr Aldivista“, begrüßte sie ihn.
Er erwiderte ihren Gruß. „Schön, dass Sie pünktlich sind.“
Die Zwillinge klammerten sich an ihn und musterten Stacey misstrauisch.
„Kinder, begrüßt Miss Williams“, forderte ihr Vater sie auf.
„Ich will nicht fliegen“, maulte der eine Zwilling.
„Ich will keinen Babysitter“, protestierte der andere, während er mit abweisender Miene auf Stacey starrte. Ihr wurde klar, dass sie es mit den beiden nicht leicht haben würde. Doch sie wollte die Herausforderung gern annehmen.
Bei ihrem Vorstellungsgespräch stellte Luis Aldivista als Erstes fest, dass sie zu jung für diese Aufgabe sei, auch wenn es sich nur um eine Anstellung als Reisekindermädchen für einen dreiwöchigen Aufenthalt in Spanien handelte. Stacey hatte angesichts seiner kritischen Bemerkungen schon befürchtet, dass er sie gar nicht engagieren würde. Den Ausschlag hatte dann gegeben, dass sie ein Diplom in frühkindlicher Erziehung und Bildung besaß und Seminare in der renommierten Miss Pritchard’s School for Nannies absolviert hatte. Außerdem war sie um einiges älter, als sie aussah. Die Reise war ohnehin eine so kurzfristige Entscheidung gewesen, dass Luis Aldivista kaum eine andere Wahl gehabt hatte.
„Schluss mit diesem Benehmen!“, schimpfte er mit den Zwillingen. Er warf einen Blick auf Stacey. „Ich hoffe, dass diese Reise kein Fehler war. Wir sitzen noch nicht einmal im Flugzeug, und schon machen die Kinder Probleme.“
Stacey spürte die Anspannung, die in der Luft lag. „Dann lassen Sie mich die Dinge in die Hand nehmen“, sagte sie betont forsch. „Dafür haben Sie mich schließlich engagiert.“ Sie wandte sich an die Zwillinge. „Sagt mir bitte noch mal eure Namen“, bat sie.
„Juan“, erwiderte der Junge zu ihrer Linken. Dann deutete er auf seinen Bruder. „Das ist Pablo.“
„Bestimmt freut ihr euch schon auf den Flug, oder?“
„Ich will gar nicht fliegen.“
„Und ich will nicht, dass du mitkommst“, sagte Pablo und zog einen Flunsch. „Hannah soll kommen.“ Vorwurfsvoll schaute er auf seinen Vater.
„Hannah kann nicht mitkommen, das habe ich euch doch schon hundert Mal erklärt.“ Luis’ Stimme klang ungeduldig. „Und nun lasst uns gehen.“ Er gab dem Gepäckträger ein Zeichen und ging voran zum Check-in-Schalter der First Class. Wenige Augenblicke später waren alle Gepäckstücke bis auf Luis’ Laptop und Staceys Reisetasche von dem Förderband wegtransportiert worden.
Bisher hatte Stacey kaum Gelegenheit gehabt, mit den Jungen zu plaudern. Sie wollte sich in der Zeit, in der sie auf den Abflug warteten, mit ihnen beschäftigen, damit sie sich gegenseitig besser kennenlernten. Bei ihrem Vorstellungsgespräch war das reguläre Kindermädchen der beiden, Hannah, dabei gewesen. In ihrer Gegenwart hatten die Zwillinge sich einigermaßen anständig benommen. Aber nun waren sie zwei aufsässige Jungen, die den Veränderungen, die auf sie zukamen, unsicher entgegensahen.
Vacation Nannies war Staceys Idee gewesen. Sie und ihre Schwester hatten die kleine Agentur vor fünf Jahren gegründet. Das Konzept sah vor, qualifizierte Kindermädchen an Familien zu vermitteln, die eine zeitlich begrenzte Betreuung für ihre Kinder benötigten, in der Regel auf Urlaubsreisen. Savannah war damals noch aufs College gegangen und hatte zusätzlich einige Kurse absolviert, die für eine Firmengründung nützlich waren.
Schon ein Jahr später hatte sich die Agentur als wahre Goldgrube erwiesen. Stacey und ihre Schwester hatten weitere Kindermädchen in ihre Kartei aufgenommen und waren in ein größeres Büro umgezogen. Heute beschäftigten sie ein Dutzend Kindermädchen und außerdem eine Bürokraft, die sich um organisatorische Dinge kümmerte. Die Agentur besaß einen ausgezeichneten Ruf. Täglich kamen mehr Anfragen, als sie bewältigen konnten.
Stacey musterte die Zwillinge. Die beiden waren keine niedlichen Kleinen wie die Kinder, die sie zuletzt betreut hatte. Sie maulten und zankten und zerrten an der Hand ihres Vaters, als wollten sie sich losreißen und davonrennen.
„Ich muss dringend mit meiner Firma telefonieren“, wandte Luis sich an Stacey. „Kümmern Sie sich bitte um die Kinder. Wir treffen uns dann am Gate.“
Stacey fühlte sich ein wenig überrumpelt, nickte jedoch und nahm die Zwillinge an der Hand. Dabei hatte sie die albtraumhafte Vorstellung, dass die beiden in verschiedenen Richtungen davonliefen und sie verzweifelt versuchte, sie zu finden.
„Ich will nicht mit dir gehen!“, sagte Juan eigensinnig. Oder war es Pablo? Nein, es war Juan. Stacey musste sich etwas einfallen lassen, um sie auseinanderzuhalten.
„Euer Papa kommt gleich nach. Und wir suchen inzwischen den richtigen Flugsteig.“
„Ich will nicht nach Spanien fliegen“, murrte Pablo.
„Bist du schon mal dort gewesen?“, fragte Stacey.
Der Kleine schüttelte den Kopf. „Hannah soll kommen.“
„Hannah fährt selbst in die Ferien“, erklärte Stacey. Das Kindermädchen der Zwillinge hatte es abgelehnt, sie nach Spanien zu begleiten. Angeblich hatte sie Angst vor dem Fliegen. Im Stillen fragte Stacey sich jedoch, ob sie nicht einfach ein paar Wochen Erholung von den beiden gebraucht hatte.
„Ich will mit Hannah in die Ferien fahren“, sagte Juan trotzig.
„Ihr fliegt nach Spanien, um eure Urgroßmutter zu besuchen und ihren Geburtstag zu feiern, Hannah besucht ihre eigene Familie“, erklärte Stacey. „Und ich komme mit und passe auf euch auf, bis wir wieder zurück sind.“
Beide Jungen zogen einen Flunsch. Stacey musste sich ein Lächeln verkneifen. Irgendwie fand sie die Zwillinge trotz ihres aufsässigen Benehmens süß. Bestimmt würde sie mit ihnen klarkommen, sobald sie sich ein wenig an sie gewöhnt hatten.
Am Flugsteig setzte sie sich mit den Kindern in die Wartezone und hielt nach Luis Aldivista Ausschau. Gestern hatte er noch gezögert, sie zu engagieren, und heute überließ er ihr seine Kinder auf einem so überfüllten Flughafen wie dem Kennedy Airport. Hatte er keine Bedenken, dass sie nicht miteinander klarkommen könnten? Oder war er ein solches Arbeitstier, dass er in erster Linie ans Geschäft und nicht an seine Söhne dachte?
Aufmerksam hörte Luis Aldivista den Ausführungen seines Verkaufsmanagers zu. Es ging um wichtige Geschäftsverhandlungen. Vor einigen Jahren hatte er eine Software im Bereich Medizintechnik entwickelt, die es Ärzten ermöglichte, von ihrer Praxis aus Einblick in die Patientenakten ihrer Belegkrankenhäuser zu nehmen. Die Verkaufszahlen hatten sich rasant entwickelt. Momentan ging es um die Erschließung neuer Märkte, da wollte Luis natürlich auf dem neuesten Stand bleiben.
Luis wünschte, er hätte seine Großmutter davon überzeugen können, dass diese geschäftliche Entwicklung für ihn enorm wichtig war und er nicht nach Spanien kommen konnte. Doch da er ihr einiges schuldig war, hatte er die Einladung nicht ausschlagen können. Seit die Zwillinge auf der Welt waren, hatte sie ihn einige Male in den Staaten besucht. Für die Jungen allerdings war es der erste Aufenthalt an dem Ort, der für ihn immer Heimat bedeuten würde. Dennoch was das Timing denkbar ungünstig.
Nach dem Gespräch mit Jerry ließ er sich von seiner Sekretärin mit dem Forschungs- und Entwicklungsteam verbinden, um zu erfahren, wie es um die neueste Version seiner Software stand. Sie sollte in sechs Wochen auf den Markt kommen, und er wollte täglich auf dem Laufenden gehalten werden.
Nachdem Luis alle Gespräche beendet hatte, holte er...




