McKiernan | Magierkrieg | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Englisch, Band 3, 320 Seiten

Reihe: Die Magier-Saga (Dennis L. McKiernan)

McKiernan Magierkrieg

Roman
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-08099-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Englisch, Band 3, 320 Seiten

Reihe: Die Magier-Saga (Dennis L. McKiernan)

ISBN: 978-3-641-08099-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Steinriesen, Zwerge und Wölfe bevölkern die Wälder Mithgars, die zwei unerschrockene Helden auf ihrer Reise ans Ende der Welt durchqueren. Um ein magisches Artefakt seinem rechtmäßigen Besitzer zu überbringen, müssen die beiden eine geheimnisvolle Prophezeiung entschlüsseln. Doch die Gilde der Magier, deren Hilfe sie benötigen, kämpft ihren eigenen erbitterten Krieg.

Dennis L. McKiernan wurde am 4. April 1932 in Missouri geboren. Im Alter von 18 Jahren trat er in die Air Force ein und kämpfte vier Jahre als Soldat im Korea-Krieg. Nach seiner Militärzeit studierte McKiernan Elektrotechnik. 31 Jahre lang arbeitete er als Ingenieur im Rüstungsbereich, bevor er sich entschloss, das Schreiben zum Beruf zu machen. Sein erstes Buch schrieb er 1977, während er sich von einem Autounfall erholte. Seitdem hat Dennis L. McKiernan über zwanzig Fantasy-Romane verfasst. Er lebt mit seiner Frau in Tuscon, Arizona und ist ein leidenschaftlicher Taucher und Motorradfahrer.
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1. kapitel


Die fünf Gefährten, Tipperton, Beau, Phais, Loric und Bekki, ritten aus den nunmehr freien Toren von Minenburg Nord hinaus, drei auf Ponys, zwei zu Pferde und mit zwei Packtieren, die sie hinter sich her führten. Sie ritten aus dem Portal und über die Straße auf der östlichen Seite des Bergtals nach Süden, zwei Wurrlinge, zwei Elfen und ein Zwerg.

Schon bald bogen sie nach Osten ab und folgten dem Handelsweg in die Stadt Dael. Von der gewaltigen Schlacht, die kaum zehn Wochen zuvor vor den Toren getobt hatte, und bei der die Belagerung der Rûpt aufgebrochen und Modrus Gezücht in Panik geflohen war, von diesem Kampf gab es nur noch wenig Spuren zu sehen. Denn das Schlachtfeld war mit dem unauffälligen Dezemberschnee bedeckt, und nicht einmal die riesigen Aschehaufen von den anschließenden Feuerbestattungen der Gefallenen schimmerten durch. Nur die runden Erdhügel unter dem Weiß verrieten, wo die Daelsmannen ihre Toten beerdigt hatten.

Die fünf ritten an diesem blutgetränkten Schlachtfeld vorbei, über einen Berghang hinweg. Geschlitzte Brillen schützten ihre Augen vor dem blendenden, unberührten Gleißen des Schnees in der Wintersonne, die ihnen jedoch nur wenig Wärme spendete.

»Sag«, Beau warf Tipperton einen Seitenblick zu, »wie weit ist es bis Dael?«

»Dreißig, vielleicht fünfunddreißig Werst über Land«, antwortete Tipperton. »Kürzer wäre es, wenn wir fliegen könnten.«

Bei diesen Worten schaute Beau unwillkürlich in den Himmel empor. Nirgendwo waren Vögel zu sehen, nur Federwolken hoch über ihnen, die nach Süden zogen. »Pah. Selbst wenn ich ein Vogel wäre, fände ich es zu kalt zum Fliegen. Nein, Tip, ich halte mich lieber an mein Pony, auch wenn uns die Reise fünf oder sechs Tage kosten wird.«

»Fünf oder sechs Tage, Beau, so lange dauert es bis nach Dael. Wir werden vierzig bis fünfundvierzig Tage lang nach Dendor benötigen, und das auch nur, wenn wir unterwegs nicht auf Schwierigkeiten stoßen.«

»Fünfundvierzig Tage …?«

»Es sind zweihundertsechzig bis zweihundertsiebzig Werst, Wurro.«

»Meiner Seel, also fast achthundert Meilen?«

»Das sagt Bekki jedenfalls, Beau.«

Bekki knurrte. »Es sind zweihundertsechzig Werst und zwei Meilen und noch ein paar Schritte auf der Route, die wir nehmen, und das auch nur, wenn alle Schritte so verlaufen, wie wir sie geplant haben.«

Beau nickte und zählte dann an den Fingern seiner behandschuhten Hand ab. Nach einer Weile gab er zu: »Du hast recht, Tip. Wenn wir sechs oder sieben Werst am Tag schaffen, brauchen wir tatsächlich mehr als fünfundvierzig Tage.« Beau schüttelte den Kopf. »Eine lange Zeit, die wir uns von Feldrationen ernähren müssen.«

»Ach, Beau, nur Mut«, erwiderte Tipperton. »Wir kommen unterwegs an zwei Städten vorbei.«

Beau schüttelte den Kopf. »Darauf können wir uns nicht verlassen, Tip, solange die Rûpt hier überall rumlaufen. Ich meine, sieh dir an, wie lange wir gereist sind, als wir Ardental verließen, bevor wir wieder eine gute, warme Mahlzeit bekommen haben. Bis zum Grimmwall, darunter hinweg und durch die Gûnarring-Schlucht und hinauf bis nach Darda Galion.«

Tipperton schüttelte den Kopf. »Du vergisst das Murmeltier und das Kaninchen, die wir auf den Ebenen von Valon gebraten haben.«

»Na gut, und? Was heißt das schon? Eine warme Mahlzeit auf tausend Meilen? Das nenne ich nicht gerade eine ausgewogene Ernährung.«

Tipperton hob ergeben die Hände. »Wir haben in Darda Galion und in Caer …«, Tips Miene wurde traurig, aber er schaffte es weiterzusprechen, »Lindor gut gespeist.«

Beau warf seinem traurigen Freund einen kurzen Seitenblick zu und deutete dann mit dem Daumen über seine Schulter. »In Minenburg Nord auch.«

Tipperton lächelte unter Tränen, als er Beaus Blick erwiderte. »Ja, das stimmt.« Dann seufzte er und wischte sich die Tränen mit den Handschuhen von den Wangen. »Tut mir leid, Beau, aber immer, wenn ich an Caer Lindor denke, fällt mir alles wieder ein.«

»Ich weiß, Wurro«, erwiderte Beau. »Ich weiß. Ist schon gut.«

Sie ritten in trübsinnigem Schweigen eine Meile weiter. Ein kalter Wind fegte von hinten heran, sie hüllten sich fester in ihre Mäntel.

Schließlich kamen sie zum Ausgang des Tales, wo die Straße nach Osten abbog. Sie folgten ihr in dieser Richtung und hinterließen auf dem unberührten Schnee Spuren. Plötzlich zogen dicke Wolken über sie hinweg.

Phais sah hinauf und setzte ihre Schneebrille ab. »Ich glaube, da zieht ein Sturm auf.«

»Meiner Treu«, erwiderte Beau. »Sollten wir lieber umkehren? Immerhin sind wir noch nicht weit von der schützenden Minenburg entfernt.«

Phais sah Loric an, der den Kopf schüttelte. »Wir haben Winterzeit, Beau, und ganz gleich, wann wir aufbrechen, es wird schneien … Es sei denn, Ihr möchtet bis zum Frühling warten.«

»O nein«, erklärte Beau rasch und unterstrich seine Weigerung mit einer Handbewegung. »Wir sind in dieser Mission schon viel zu lange unterwegs, um noch mehr Zeit zu vergeuden, während wir auf besseres Wetter warten. Außerdem, welche Botschaft oder Bedeutung oder welchen Zauber diese Münze auch immer in sich birgt, wir müssen sie schleunigst dem überbringen, für den sie gedacht ist.«

Bei der Erwähnung von Magie runzelte Tipperton seine Brauen und fuhr nervös mit der Hand zur Brust seiner Eiderdaunenjacke. »Beau, ich wünschte, du würdest endlich aufhören, ständig von Hexerei zu reden. Es genügt schon, dass ich die Münze tragen muss … auch ohne dass jemand von Zauberei oder Magie oder dergleichen redet.«

»Schon gut, Wurro«, antwortete Beau. »Ich bin ja schon still. Ich weiß doch, dass es dir Unbehagen bereitet zu glauben, dass etwas, das deine Haut berührt, vielleicht verzaubert ist. Ich meine, wenn ein Magier die Münze verzaubert hat, oder eine Hexe sie verhext oder ein Zauberer einen Bann darauf …«

»Beau, das reicht!«

Beau riss erstaunt die Augen auf und runzelte verwirrt die Stirn. Schließlich lächelte er verlegen. »Ach so, schon gut.«

Loric und Phais sahen sich an und lachten schallend, obwohl sie versuchten, ernst zu bleiben. Ihr Gelächter hallte von den hohen Bergwänden zu ihrer Linken zurück, bis schließlich zuerst Beau und dann Bekki mit einstimmten.

Tipperton sah sie alle nur böse an, am Ende musste jedoch auch er grinsen.

Währenddessen wurden die grauen, schneebeladenen Wolken über ihnen immer dicker.

»Meiner Treu!« Beau deutete auf eine Stelle links vor ihnen und sog zischend die Luft zwischen den Zähnen ein. »Modrus Banner.«

Eine Fahnenstange mit einer zerrissenen Flagge ragte aus dem Schnee auf. Auf schwarzem Grund zeigte sie das Symbol eines Ringes aus Feuer.

»Vermutlich wurde sie von der fliehenden Horde zurückgelassen«, meinte Phais.

»Unter dem Schnee liegt etwas.« Loric spornte sein Pferd an, ritt zu der Fahne und stieg ab.

»Seid vorsichtig!«, rief Beau.

Loric kniete sich hin und strich mit seiner behandschuhten Rechten den Schnee weg.

»Was ist es?«, wollte Tipperton wissen.

»Ein toter Ruch«, antwortete Loric. Er blickte auf das dunkle Gesicht herab. Als er noch mehr Schnee von der Leiche fegte, enthüllte er die große Wunde im gepolsterten Harnisch des Ruch. Loric sah zu seinen Gefährten hoch. »Die Wunde stammt von einem Schwerthieb. Vermutlich hat er sie in der Schlacht erhalten. Er kam bis hierher, bevor er verblutete.«

Tipperton stieß den Atem aus, der in der kalten Luft eine Wolke bildete. »Ich würde lieber schnell im Kampf sterben, als einen so langsamen und qualvollen Tod zu erleiden.«

»Meiner Seel, sicher«, erklärte Beau. »Aber noch besser wäre es, im hohen Alter sanft zu entschlummern, oder nicht?«

Tipperton lachte, während Loric wieder aufstieg. »Ja, und das nach einem langen und fruchtbaren Leben, was?«

Als Beau zustimmend nickte, mischte sich Bekki ein. »Ich hätte lieber ein langes und fruchtbares Leben, sagen wir drei oder vier Jahrhunderte, und würde dann in einer ruhmvollen Schlacht den Heldentod sterben. Wenn das allerdings nicht geht, dann würde ich auch Altersschwäche akzeptieren.«

Erneut ritten sie nach Osten. Plötzlich runzelte Beau die Stirn und sah Phais an.

»Wir sterben nicht an Altersschwäche, Beau«, antwortete sie, »falls Ihr darüber nachdenkt. Sondern bis unser Leben durch Gewalt oder durch ein Unglück oder, wie bei mir schon einmal fast, durch Gift endet.«

»Meiner Seel!« Beau sah sie bestürzt an. »Ihr sterbt niemals friedlich?«

Phais schüttelte den Kopf.

Beau sah auf seinen Medizinbeutel. »An Krankheiten?«

Phais breitete die Hände aus. »Es gibt einige Krankheiten, die auch die Elfenrasse treffen, und zwar die gefährlichsten. «

»Meiner See!«, wiederholte Beau. »Meiner Treu.«

Sie ritten weiter, während der eisige Wind um sie pfiff, und sich die düsteren Wolken am Himmel weiter zusammenzogen.

»Hier entlang!«, schrie Bekki gegen das Heulen des Windes an, doch Tipperton, der hinter ihm ritt, konnte ihn kaum verstehen. Er drehte sich herum und schrie nach hinten: »Hier entlang! Hier entlang!« Tipperton wusste nicht, ob Beau ihn hörte und die Nachricht weitergab.

Sie folgten Bekki blindlings durch den Schneesturm, konnten dabei jedoch kaum das Pferd oder Pony vor sich sehen, als sie sich in einer Reihe weiterkämpften.

Schließlich erreichten sie die fast senkrechte Flanke eines Felsen, und Bekki wandte sich nach rechts, nach Osten, während der eiskalte Wind von oben heulte und ihnen Eis und Schnee ins Gesicht...


Thon, Wolfgang
Wolfgang Thon wurde 1954 in Mönchengladbach geboren. Nach dem Abitur studierte er Sprachwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Berlin und Hamburg. Heute ist er als Übersetzer und Autor für verschiedene Verlage tätig. Er ist Vater von drei mittlerweile erwachsenen Kindern und lebt, schreibt, übersetzt, reitet und tanzt (argentinischen Tango) in Hamburg.

McKiernan, Dennis L.
Dennis L. McKiernan wurde am 4. April 1932 in Missouri geboren. Im Alter von 18 Jahren trat er in die Air Force ein und kämpfte vier Jahre als Soldat im Korea-Krieg. Nach seiner Militärzeit studierte McKiernan Elektrotechnik. 31 Jahre lang arbeitete er als Ingenieur im Rüstungsbereich, bevor er sich entschloss, das Schreiben zum Beruf zu machen. Sein erstes Buch schrieb er 1977, während er sich von einem Autounfall erholte. Seitdem hat Dennis L. McKiernan über zwanzig Fantasy-Romane verfasst. Er lebt mit seiner Frau in Tuscon, Arizona und ist ein leidenschaftlicher Taucher und Motorradfahrer.



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