E-Book, Deutsch, Band 1717, 144 Seiten
Reihe: Baccara
McKay Gewagtes Spiel der Leidenschaft
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-159-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1717, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86494-159-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das wird nicht gutgehen! denkt Wendy noch, dann stimmt sie dem Vorschlag ihres Chefs Jonathon zu. Pro forma werden sie heiraten, damit sie das Sorgerecht für ihre kleine Nichte nicht verliert. Jonathon weiß ja nicht, dass diese Ehe für Wendy viel mehr ist als ein geschäftliches Arrangement. Schon seit Jahren schwärmt sie für ihren Boss, doch er schätzt sie nur als Sekretärin. Hoffentlich kann sie sich beherrschen, wenn sie mit ihm unter einem Dach lebt! Sie darf die liebende Ehefrau nur spielen - und wünscht sich nichts mehr, als dass aus dem Spiel prickelnder Ernst wird ...
Durch Zufall stieß Emily McKay schon in jungen Jahren auf einen Liebesroman und war von Anfang an fasziniert. Sie studierte Englisch an einer Universität in Texas und unterrichtete vier Jahre lang an einer Grundschule. Während ihrer Tätigkeit als Englischlehrerin setzte sie sich mit dem Schreiben auseinander und näherte sich dem Thema Liebesromane. Sie entschied sich, das Unterrichten zu beenden, und schreibt seither erfolgreich Liebesromanen. Ihr Schwerpunkt sind romantische Komödien. 2001 wurde ihr Traum wahr, denn einer ihrer Romane wurde mit dem begehrten Golden Heart Preis der Romance Writers of America ausgezeichnet. In ihrer Freizeit widmet Emily sich der Gartenarbeit und backt leidenschaftlich gern Cookies. Sie ist glücklich verheiratet und wenn die Autorin ihre Haustiere für einige Zeit abgeben kann, reisen sie und ihr Mann gern an exotische und spannende Orte wie Griechenland oder Costa Rica.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Jonathon Bagdon wollte nichts anderes, als dass seine Assistentin zurückkam.
Vor einer Woche war Wendy Leland wegen eines Trauerfalls in der Familie nach Hause gereist, und kurz danach hatte sein Unternehmen begonnen, allmählich in seine Einzelteile zu zerfallen. Ein wichtiger Vertrag, den sie vorbereitet hatte, war nicht zustande gekommen. Er hatte einen unaufschiebbaren Termin versäumt, weil die erste Vertretung seinen Online-Terminplaner gelöscht hatte. Die zweite Vertretung hatte den neuesten Prototyp der Forschungs- und Entwicklungsabteilung nach Peking statt nach Bangalore geschickt. Die Personalchefin hatte ihm zweimal gedroht, auf der Stelle zu kündigen, und nicht weniger als drei Frauen waren in Tränen aufgelöst aus seinem Büro gestürmt.
Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, hatte die nächste Aushilfe die Kaffeemaschine kleingekriegt, weshalb er seit drei Tagen keinen anständigen Kaffee mehr zu trinken bekommen hatte. Kurzum: Die Lage war mehr als unerfreulich.
War es unter diesen Umständen und in diesem Augenblick wirklich zu viel verlangt, sich zu wünschen, seine Assistentin würde endlich zurückkehren? Immerhin waren beide Geschäftspartner auf Dienstreise, und er musste letzte Hand an den Entwurf für einen lukrativen Vertrag legen.
Jonathon saß da und starrte in seinen Becher mit Instantkaffee, während er überlegte, ob er wohl seine Personalchefin Jeanell bitten könnte, eine neue Kaffeemaschine zu beschaffen, oder ob sie dann ihre Drohung wahr machen würde. Nicht, das Jeanell bereits im Haus gewesen wäre. Die meisten seiner Mitarbeiter trudelten gegen neun Uhr ein, und jetzt war es noch nicht mal sieben. Natürlich hätte er losziehen können, um sich irgendwo einen Kaffee zu kaufen – oder besser noch: eine neue Kaffeemaschine –, aber da ein Termin den anderen jagte, fehlte ihm für diesen Mist die Zeit. Wäre Wendy bei ihm, dann würde die defekte Kaffeemaschine wie von Zauberhand durch eine neue ersetzt werden. Und der Vertragsabschluss mit Olson Inc. wäre reibungslos über die Bühne gegangen. Wenn Wendy hier war, dann lief einfach alles so, wie es sollte. Wie konnte es sein, dass sie innerhalb von nur fünf Jahren als seine Assistenten für die Abläufe im Unternehmen so unentbehrlich geworden war wie er selbst?
Wenn diese vergangene Woche nicht bloß ein extremer Ausreißer nach unten gewesen war, dann war sie genau genommen noch unentbehrlicher als er – eine ernüchternde Erkenntnis für einen Mann, der mitgeholfen hatte, aus dem Nichts ein Imperium zu erschaffen.
Eines stand jetzt schon fest: Sobald Wendy zurück war, würde er alles daransetzen, sie niemals wieder weggehen zu lassen.
Es war kurz nach sieben, als sich Wendy Leland in die Chefetage des Hauptquartiers von FMJ schlich. Die Bewegungssensoren schalteten sich ein, als sie eintrat, und sofort zog sie den Sonnenschutz des Kindersitzes, den sie bei sich trug, ein Stück nach vorn. Die kleine Peyton, das Baby, das in dem Sitz schlief, verzog zwar ein wenig das Gesicht, wachte aber nicht auf. Stattdessen gab sie ein leises Glucksen von sich, während Wendy den Sitz in eine dunklere Ecke hinter ihrem Schreibtisch stellte.
Sie schaukelte den Sitz sanft vor und zurück, bis Peyton wieder ruhig schlief. Dann ließ sie sich auf ihren Bürostuhl sinken und musste erst einmal schlucken, da ihre Kehle ihr wie ausgedörrt vorkam. Dabei ließ sie ihren Blick durch das Büro schweifen, das fünf Jahre lang ihr Reich gewesen war. Fünf Jahre, in denen sie als Chefassistentin für die drei Männer gearbeitet hatte, die FMJ leiteten: Ford Langley, Matt Ballard und Jonathon Bagdon.
Mit ihrer fünfjährigen Ausbildung an einer Eliteuniversität war sie für den Job eigentlich überqualifiziert, aber möglicherweise war das auch nicht der Fall, hatte sie es doch in keinem ihrer sieben Hauptfächer zu einem Abschluss gebracht. Ihre Familie war nach wie vor der Ansicht, dass sie bei FMJ ihr Talent vergeudete, aber sie empfand die Arbeit als fordernd und abwechslungsreich, und es gab bisher keinen Moment, in dem ihr der Job keinen Spaß gemacht hatte.
Um nichts in der Welt hätte sie FMJ verlassen wollen.
Als sie von Palo Alto nach Texas gereist war, um bei der Beerdigung ihrer Cousine Bitsy anwesend zu sein, da hatte sie nicht ahnen können, was sie dort erwarten würde. Von dem Moment an, als ihre Mutter angerufen hatte, um ihr von Bitsys tödlichem Motorradunfall zu berichten, war in dieser einen Woche ein Schock auf den anderen gefolgt. Ihr war nicht mal bekannt gewesen, dass Bitsy ein Kind hatte, aber davon hatte auch der Rest der Familie nichts gewusst. Und doch war Wendy nun verantwortlich für ein vier Monate altes Waisenkind, das Gegenstand eines Sorgerechtsstreits von epischen Dimensionen sein würde. Wenn sie daran dachte, wie verbissen sich die Familie darum stritt, sich um die kleine Peyton Morgan zu kümmern, hätte man meinen können, das Kind bestünde aus massivem Gold. Um eine Chance zu haben, aus diesem Konflikt als Siegerin hervorzugehen, musste Wendy tun, was sie nie hatte tun wollen, und nach Texas zurückkehren. Und das bedeutete, sie musste ihre Stelle bei FMJ kündigen.
Niemand außer Bitsy konnte einem noch aus dem Grab heraus solche Schwierigkeiten bereiten.
Der Gedanke ließ Wendy schnaubend auflachen, aber gleich darauf regte sich wieder die Trauer. Sie kniff die Augen zu und drückte die Handballen gegen ihre Augen. Die Erschöpfung hatte sie mürbegemacht, und wenn sie jetzt der Trauer nachgab, würde sie für die nächsten Wochen ihre Tränen nicht in den Griff bekommen. Für Tränen hatte sie später noch Zeit genug. Im Moment gab es Wichtigeres zu tun.
Wendy fuhr den Computer hoch. Am Abend zuvor hatte sie ihre Kündigung getippt und den Text als E-Mail an ihre Firmenadresse geschickt. Natürlich hätte sie den Brief auch direkt an Ford, Matt und Jonathon senden können. Gestern hatte sie sich sogar noch mit Ford unterhalten, als der anrief, um ihr sein Beileid auszusprechen. Den Brief in gedruckter, unterschriebener Form zu übersenden war nur eine Formalität. Aber sie wollte ihn Jonathon persönlich aushändigen, weil sie fand, dass sie nur so diesen Abschnitt ihres Lebens angemessen abschließen konnte.
Das war sie ihm oder FMJ insgesamt schuldig. Bevor das Chaos in ihrem Leben Einzug hielt, wollte sie sich einen Augenblick Zeit nehmen, um sich von der Wendy, die sie bis zu diesem Moment gewesen war, und von ihrem Leben in Palo Alto zu verabschieden.
Der Computer erwachte mit dem vertrauten Summen und Surren, das eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Ein paar Tastendrucke später war der Brief geöffnet und der Druckauftrag erteilt. Das Geräusch des Druckers schien im noch menschenleeren und völlig stillen Büro nachzuhallen. Um diese Zeit war außer ihr nur Jonathon im Haus, der unmögliche Arbeitszeiten hatte.
Nachdem sie unterschrieben hatte, ließ sie den Brief auf ihrem Schreibtisch liegen und ging zu der Tür, die ihr Büro mit den Räumlichkeiten ihres Chefs verband. Ein Gefühl tiefen Bedauerns überkam sie. Sie legte eine Hand auf die Tür, dann ließ sie mit einem leisen Seufzer den Kopf gegen das kühle Holz sinken, das sich fest und beständig anfühlte. Eine Weile blieb sie so dort stehen, als könnte die Tür ihr etwas von diesen Eigenschaften borgen.
„Du kannst unmöglich Wendy die Schuld geben“, machte Matt Ballard ihm mit einem mahnenden Tonfall deutlich. Im Augenblick befand sich Matt in der Karibik, wo er seine Flitterwochen verbrachte. Deshalb hatten sie die Telefonkonferenz auch zu dieser frühen Stunde angesetzt, denn Matts Frau Claire gestattete ihm nur ein geschäftliches Telefonat am Tag. „Es ist das erste Mal in fünf Jahren, dass sie aus persönlichen Gründen ein paar Tage freigenommen hat.“
„Ich gebe ihr ja nicht die Schuld …“, sagte Jonathon in den Hörer und bereute bereits, Matt überhaupt angerufen zu haben. Es hatte einen guten Grund dafür gegeben, trotzdem hörte er sich jetzt so an, als wollte er sich nur ausweinen.
„Wann sollte sie denn zurück sein?“, erkundigte sich Matt.
„Das war vor vier Tagen. Sie hat mir gesagt, dass sie für zwei oder maximal drei Tage nach Texas muss. Nach der Beerdigung rief sie mich an, weil sie noch ‚etwas länger‘ bleiben müsse.“ Diese äußerst vage Zeitangabe machte ihn nervös.
„Hör schon auf, dir Sorgen zu machen“, sagte Matt. „Wenn Ford und ich zurück sind, haben wir noch genug Zeit.“ Als ob es nicht schon schlimm genug war, dass Matt mitten in dieser Krise in den Flitterwochen war, hatten sich Ford und seine Familie in ihr zweites Zuhause in New York City zurückgezogen. „Der Entwurf muss erst in knapp einem Monat fertig sein.“
Ja, und genau das machte ihm so zu schaffen. „Knapp ein Monat“ und „genug Zeit“ waren genauso vage Angaben wie „etwas länger“! Jonathon war ein Mann, der klare, präzise Angaben bevorzugte. Wenn er ein Angebot für ein Unternehmen ausarbeitete, dann war es wichtig, ob dieses Unternehmen zehn oder hundert Millionen Dollar wert war. Und auch wenn ihm für diesen Entwurf noch fast ein Monat blieb, wollte er dennoch wissen, wie viel „etwas länger“ war.
Anstatt aber seinen Frust an seinem Geschäftspartner auszulassen, beendete Jonathon lieber das Telefonat. Dieser Vertragsentwurf für die Regierung trieb ihn noch in den Wahnsinn! Schlimmer aber war die Tatsache, dass niemand sonst deswegen beunruhigt zu sein schien. Seit einigen Jahren war man bei FMJ in der Abteilung Forschung und Entwicklung mit der Vervollkommnung von intelligenten Stromzählern beschäftigt, die den...




