McIntyre | Star Trek: Der Entropie-Effekt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 0 Seiten

McIntyre Star Trek: Der Entropie-Effekt

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11609-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 0 Seiten

ISBN: 978-3-641-11609-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Spock kämpft gegen die Zeit

Die U.S.S. Enterprise erhält den Befehl, einen gefährlichen Verbrecher zu einem Rehabilitations-Lager zu bringen: Der Physiker Dr. Georges Mordreaux verprach seinen Anhängern, sie in die Vergangenheit zu versetzen, und tötete sie stattdessen. Als Mordreaux aus seiner bewachten Kabine auf der Enterprise ausbricht, die Brücke stürmt und Captain Kirk ermordet, bleibt Spock keine andere Wahl: Er reist in die Vergangenheit zurück, um die Tat zu verhindern, bevor sie geschieht. Es steht nämlich wesentlich mehr auf dem Spiel als Kirks Leben: Mordreaux' Experimente haben das gesamte Universum in eine tödliche Zeit-Verwerfung gestürzt. Spock kämpft verzweifelt gegen die Zeit, und das Universum drängt sich in sich selbst zusammen, unter dem Druck des Entropie-Effekts.

McIntyre Star Trek: Der Entropie-Effekt jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Die Sonne von Aleph Prima war jetzt so groß geworden, dass sie auf dem Bildschirm als Scheibe erschien und nicht mehr nur als Punkt. Die Crew befand sich auf Gefechtsstation, in Erwartung einer Gefahr, die genauso undefiniert war wie die Erscheinung, die jetzt weit hinter ihnen lag. Die Enterprise näherte sich der Bergbau-Kolonie mit aktivierten Schutzschirmen, schussbereiten Phasern, alle Sensoren bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ausgefahren. Kirk hatte noch immer keine anderen Informationen als den knappen, unmissverständlichen Befehl, und er war nach wie vor durch Funkstille isoliert.

Er blickte zu seinem Wissenschafts-Offizier auf.

»Der Stern sieht nicht so aus, als ob er in unmittelbarer Gefahr stünde, in eine Nova überzugehen«, sagte er. Das Einsetzen einer Nova war einer der wenigen Gründe, um einen mit ultimativer Vordringlichkeit codierten Funkspruch zu rechtfertigen. »Wenigstens etwas!«

»Wenn man seine Position in der Haupt-Sequenz berücksichtigt, Captain, besteht kaum Gefahr, dass dieser Stern jetzt oder in der voraussehbaren Zukunft zur Nova wird.«

»Und die beiden anderen Möglichkeiten wären eine Invasion oder ein kritischer Experimental-Fehler«, sagte Kirk. »Keine sehr einladende Auswahl.«

»Es gibt noch eine letzte Kategorie«, sagte Spock.

»Ja«, antwortete Kirk nachdenklich. Der nicht erklärte Grund, nicht erklärt, weil er nicht erklärbar war: eine Gefahr, der man noch nie zuvor begegnet war. »Könnte interessant werden«, sagte er.

»In der Tat, Captain.«

»Mr. Sulu, was empfangen Sie auf den Sensoren?«

»Nichts Ungewöhnliches, Sir. Ein paar Erz-Frachter im Transit zwischen Asteroiden und Aleph Prima, ein paar Segelboote …«

»Segelboote!« Menschen, die im Solarwind segelten, über magnetische Felder kreuzten, ein kleines Picknick veranstalteten – bei einem Krisenfall? Kirk konnte es nicht glauben.

»Jawohl, Sir. Es sieht aus, als ob sie ein Rennen veranstalten. Aber der Kurs liegt weit außerhalb der normalen Verkehrsrouten.«

»Gottseidank wenigstens das!«, sagte Kirk mit einigem Sarkasmus. Mehrere Jahrhunderte hatten nicht die Tradition ändern können, dass motorlose Segler, und wenn sie noch so winzig waren, das Wegerecht gegenüber einem mit Maschinenkraft angetriebenen Schiff hatten, obwohl die Vergnügungsboote, die jetzt über den großen Bildschirm drifteten, im Vergleich zur Enterprise wie Staubkörner waren.

»Captain Kirk«, meldete Sulu, »wir sind jetzt in Sensor-Reichweite von Aleph Prima.«

»Danke, Mr. Sulu, können wir es auf dem Bildschirm haben?«

Sulu drückte ein paar Knöpfe, und das juwelengleiche Chaos der Station erschien vergrößert vor ihnen. Seine transparenten und undurchsichtigen Bereiche glitzerten durch einen Regenbogen von Sternenlicht und Refraktionen. Kirk war noch nicht auf Aleph Prima gewesen; er hatte solche Schönheit nicht erwartet. Zu viele Städte waren alles andere als schön. Doch diese Stadt war wie ein Konglomerat zart gebogener Glasfibern und Radiolaria-Schalen, die sich millionenfach verbreiteten, und polierter Halbedelsteine: Türkis, Opal, Achat und Bernstein.

»Captain, wir werden angerufen.«

»Danke, Lieutenant Uhura. Wir wollen hören, was man von uns will.« Vielleicht würde er jetzt erfahren, wozu man sie brauchte. Falls die Station angegriffen wurde, handelte es sich um Infiltration, nicht um eine Invasion, denn Kirk konnte nirgends irgendwelche Schäden oder Zerstörungen erkennen, auch nicht den Zusammenbruch der Ordnung, den man nach einem Kampf erwarten konnte. Er wusste nicht, ob er davon beruhigt sein sollte oder nicht, doch auf jeden Fall war seine Neugier geweckt.

»Der Anruf kommt nicht von Aleph Prima«, sagte Uhura, »sondern von einem anderen Raumschiff.«

Das andere Schiff kurvte jetzt unter der Station hervor, und mit einem plötzlichen perspektivischen Schock erkannte Kirk im Vergleich zu dem winzigen, brandroten Fleck des anderen Schiffes die ungeheure Größe von Aleph Prima. Natürlich war die Station gigantisch, sie musste es sein, schließlich hatte sie eine halbe Million Einwohner, sowohl Menschen als auch andere intelligente Lebensformen. Sulu brachte das auf sie zuhaltende Schiff näher heran, und Kirk sah sekundenlang eine bedrückend vertraute Rumpfform, die sehr unmilitärisch in den Farben des Phönix-Adlers gestrichen war, bevor das Bild erlosch und der Video-Teil der Kommunikation auf dem Schirm erschien.

»Hunter!«, sagte Kirk unwillkürlich.

»Aerfen an Enterprise«, sagte der Captain des anderen Raumschiffs und starrte aus dem Bildschirm heraus. »Melde dich, Jim. Bist du's?«

»Captain?«, fragte Uhura.

»Wahren Sie Funkstille, Lieutenant«, sagte Kirk bedauernd. »Wir müssen die Begrüßung auf später vertagen.«

Der Captain des anderen Raumschiffs schwieg eine Weile und starrte vom Bildschirm herab. Sie hatte sich verändert, seit Kirk sie das letzte Mal gesehen hatte. Die Linien in den Winkeln ihrer klaren grauen Augen verliehen ihrem Gesicht jedoch lediglich mehr Charakter und lenkten nicht von seiner Schönheit ab. Ihr schwarzes Haar war noch immer lang, und die Strähne, die auf ihre rechte Schulter fiel, trug sie noch immer zu einem Zopf geflochten, zusammen mit einem Lederstreifen und einer scharlachroten Feder. Durch das tiefschwarze Haar zogen sich jetzt graue Fäden, doch das erhöhte nur ihre Würde, ihre Gewichtigkeit.

Dann lächelte sie, und es war wie das Lächeln eines Kindes und ließ viele Jahre zurückspulen, zu den Tagen auf der Akademie, zu der Zeit von Rivalität, Freundschaft und Leidenschaft. Doch er kannte sie gut genug, um die Spur von Zurückhaltung in ihrem Lächeln zu entdecken, der Zurückhaltung, die er ausgelöst hatte.

»Aerfen wird noch ein paar Tage länger bei Aleph bleiben«, sagte Hunter. »Melde dich, wenn du etwas Zeit haben solltest.«

Die Verbindung wurde abgebrochen. Inzwischen war Hunters Schiff nahe herangeschwungen und präsentierte der Enterprise seine Breitseite. Sulu vergrößerte das Bild wieder und starrte das rote Schiff mit einem verzückten Gesichtsausdruck an.

»Captain Hunter und die Aerfen«, sagte er ehrfürchtig. Er blickte zu Kirk zurück. »Sie kennen sie, Captain?«

»Wir … sind zusammen zur Schule gegangen.« Kirk hatte Sulu noch nie in einem solchen Zustand von Heldenverehrung erlebt. Er könnte nicht mehr überrascht gewesen sein, überlegte Kirk, wenn d'Artagnan selbst – in einer Hand sein épée, mit der anderen den Schnurrbart zwirbelnd – auf dem Bildschirm aufgetaucht wäre und mit ihm gesprochen hätte.

Und statt amüsiert zu sein, verstand Kirk die Gefühle Mr. Sulus sehr gut. Er fühlte genauso, und mit viel mehr Grund.

Sulu steuerte die Enterprise in einen stabilen Orbit um Aleph Prima. Relativ zur Fläche des Sonnensystems umkreiste Aerfen Aleph in einem Polar-Orbit. Statt eine freie Ebene zu wählen und das größere Schiff in einen Äquatorial-Orbit zu bringen, verwandte Sulu ein wenig mehr Zeit und ein wenig mehr Energie, um sein Schiff so in Position zu bringen, dass die Aerfen von der Brücke aus immer im Blickfeld blieb, solange sie ihren derzeitigen Orbit beibehielt. Sulu starrte auf die schlanken Linien des anderen Schiffes. Es war erheblich kleiner als die Enterprise, denn es war ein reines Kampfschiff. Seine Form bot dem Gegner beim Anflug von vorn die kleinstmögliche Trefffläche, so dass sein Rumpf stromlinienförmig wirkte. Es hatte einen Anstrich von flammendem Rot, mit Rändern und Kanten in Schwarz und Silber. Es sah aus wie ein schnelles, mächtiges fliegendes Raubtier.

Nachdem er die letzten Korrekturen für den Orbit der Enterprise durchgeführt hatte, veränderte sich die relative Position der Aerfen zu dem Raumschiff ein wenig, und er konnte eine lange helle Schramme auf ihrer Flanke entdecken, wo Farbe und Metall von einem feindlichen Treffer weggefetzt worden waren.

»Sie ist in einem Kampf gewesen«, sagte er leise. Und erst vor kurzem, setzte er in Gedanken hinzu. Er wusste instinktiv, dass Hunter ihr Schiff nicht länger als absolut nötig in diesem zernarbten Zustand ließ.

»Mr. Sulu!«

Sulu fuhr zusammen. »Ja, Captain?« Er fragte sich, wie oft Kirk ihn angesprochen haben mochte, bevor er ihn gehört hatte – und er fragte sich, ob er ihn herunterputzen würde, weil er mehr Energie verbraucht hatte.

Kirk lächelte. »Ich wollte Ihnen nur zu dem perfekten Orbit gratulieren.«

Sulu spürte, dass er rot wurde, doch dann erkannte er, dass die leichte Ironie in Kirks Stimme von Verständnis und Lob weit übertroffen wurde.

»Danke, Captain.«

Kirk lächelte wieder, als Sulu seine ganze Aufmerksamkeit dem schnellen kleinen Kampfschiff zuwandte. Aerfen war in einem Gefecht gewesen, und das vor nicht allzulanger Zeit. Ob das der Grund war, warum man die Enterprise so eilig herbeordert hatte? Ein Angriff auf Aleph Prima, bei dem sein Schiff als Verstärkung eingesetzt werden sollte? Aber das ergab keinen Sinn; Hunter hatte sich nicht wie ein Kommandant in einem Krisenzustand verhalten, und die anderen Schiffe ihres Geschwaders befanden sich nicht in der Nähe. Außerdem hatte die Enterprise die Station bereits einmal umrundet, und Kirk hatte noch immer keinerlei Schäden oder andere Kampfspuren entdeckt. Die Sensoren zeigten keine anderen Schiffe an, die eventuell feindlich sein mochten.

Kirk blickte seinen Wissenschafts-Offizier an.

»Haben Sie schon eine Vorstellung davon, was hier los sein...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.