E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
McCauley Heißer Trip ins Glück
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4600-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-4600-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hier kommt die Braut nicht! Denn auf dem Weg zum Altar macht High Society-Girl Clair Beauchamp kehrt und verlässt die Kirche auf dem schnellsten Weg. Der Grund: Der attraktive Privatdetektiv Jacob Carver hat ihr kurz zuvor erzählt, dass sie adoptiert wurde und ihre leibliche Familie in Texas auf sie wartet! Auf geht es, noch ganz in Weiß, zusammen quer durchs Land. Und dabei erfährt Clair so vieles, was sie vorher nicht wusste. Zum Beispiel, wie sexy Jacob ist und wie gut er küssen kann ...
Barbara McCauley hat bis jetzt 17 Romances geschrieben, von denen viele auf den amerikanischen Bestsellerlisten erschienen. Für ihre besonders lebendigen, mitreißenden Liebesromane hat sie den Livetime Achievement Award und einige andere begehrte Auszeichnungen erhalten. Barbara lebt im sonnigen Kalifornien. Sie ist eine leidenschaftliche Gärtnerin und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Freunden und Familie. Ihre Freude am Lesen führt sie darauf zurück, dass sie das jüngste von fünf Geschwistern war. Lesen erschien ihr immer so wundervoll friedlich im Gegensatz zu den geschwisterlichen Auseinandersetzungen! Obwohl ihr Terminplaner stets randvoll ist, ist sie aktives Mitglied bei den 'Romance Writers of America".
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1. KAPITEL
„Um Himmels willen, Clair, kannst du nicht endlich stillstehen? Wie soll Evelyn denn weiterkommen, wenn du immer so zappelst?“ Josephine Dupre-Beauchamp sah ungeduldig auf ihre goldene Rolex und dann tadelnd zu ihrer Tochter. „Nun halt dich schon gerade, Liebes und nimm den Kopf hoch. So werden wir nie fertig. Die Hochzeit ist in drei Tagen, und ich dulde da nicht die geringste Nachlässigkeit.“
Josephine mit ihrer gertenschlanken Figur und ihrer bis ins letzte Detail gepflegten Erscheinung verkörperte jene Perfektion, die sie unnachsichtig auch von anderen forderte, besonders von ihrer Tochter, von der alle sagten, dass sie ihrer Mutter unglaublich ähnlich sähe, obwohl Clair Josephine um einen halben Kopf überragte und auch nicht ihre braunen Augen hatte, sondern blaue. „Ein Erbe unserer französischen Vorfahren“, pflegte Josephine den Unterschied zu kommentieren.
Während ihre Mutter weiterhin hektisch um sie herumschwirrte, zog Clair gehorsam den ohnehin schon flachen Bauch ein, nahm die Schultern zurück und versuchte, so gut es ging, die Nadeln zu ignorieren, mit denen das Kleid, in dem sie sich kaum rühren konnte, festgesteckt war.
Nur noch drei Tage! Das brauchte man Clair nicht extra zu sagen. Sie blickte zur Wanduhr. Um genau zu sein, waren es noch achtundsiebzig Stunden und zweiundvierzig Minuten. Clair fühlte sich, als ob ihr jemand den Hals zuschnürte. Aus dem hohen, dreiteiligen Spiegel der Schneiderin blickten sie drei identische junge Frauen in einem Brautkleid aus weißem Satin und feinster italienischer Spitze an. Merkwürdigerweise hatte Clair das Gefühl, mit keinem dieser Spiegelbilder auch nur das Geringste zu tun zu haben.
„Sie ist ja schon wieder dünner geworden!“ Evelyn Goodmyer seufzte verzweifelt, während sie einen Abnäher unter Clairs rechtem Arm neu absteckte. Evelyn war Inhaberin des teuersten und gefragtesten Geschäfts für Brautmode in ganz South Carolina. „Bei der Anprobe vor vier Wochen hat das alles noch perfekt gepasst. Jetzt müssen wir schon wieder etwas abnehmen. Ich weiß wirklich nicht, wie ich da noch hinterherkommen soll.“
„Jo! Jo! Hast du das gesehen?“ Eine Zeitung in der Hand, kam Victoria Hollingsworth hereingestürmt. Einen Augenblick hielt sie vor den Spiegeln inne und prüfte den Sitz ihres figurbetonten Hosenanzugs aus edler Seide.
„Vickie!“ Josephine war über die Art und Weise, in der Victoria hereingeplatzt war, sichtlich schockiert.
Victoria ließ sich jedoch nicht beirren. Nachdem sie sich von ihrem Spiegelbild losgerissen hatte, hielt sie Josephine strahlend die aufgeschlagene Zeitung unter die Nase. „Hier, lies! Es ist die heutige Ausgabe der ‚Charleston Times‘.“
Victoria Hollingsworth war Clairs Patentante. Sie und Josephine kannten sich schon seit ewigen Zeiten. Sie waren auf der Vassar University Zimmergenossinnen gewesen. Sehr bald würde ihre Bindung noch enger werden. In – Clair schaute erneut beklommen auf die Wanduhr –, in achtundsiebzig Stunden und neununddreißig Minuten würde Victoria ihre Schwiegermutter sein.
Clair reckte den Hals, um einen Blick auf die Zeitung zu erhaschen. Doch das Einzige, was sie erkennen konnte, war ein Fotobericht über einen Zuchtbullen, der bei einer Landwirtschaftsausstellung sämtliche Barrieren durchbrochen hatte, in ein nahes Porzellangeschäft gerast war und dort erhebliche Verwüstungen angerichtet hatte.
Mit atemloser Stimme las Victoria aus den Gesellschaftsnachrichten vor: „,Unser Foto zeigt Oliver Hollingsworth mit seiner Verlobten Clair Beauchamp auf dem Wohltätigkeitsball, der zugunsten der neuen Kinderstation des St. Evastine’s Memorial Hospital gegeben wurde. Am kommenden Samstag will das Paar sich in der Chilton Cathedral das Jawort geben.‘“
Josephine pflückte sich einen nicht vorhandenen Fussel von ihrer beigefarbenen Leinenjacke. „Ist das alles?“
„Wo denkst du hin.“ Victoria räusperte sich ein paar Mal und fuhr fort: „,Miss Beauchamp, 25, Tochter des Großreeders Charles Beauchamp III. und seiner Frau Josephine Dupre-Beauchamp aus Hillgrove, bringt einen Abschluss Summa cum laude der Radcliffe University in die Ehe. Oliver Hollingsworth, 26, Sohn von Nevin und Victoria Hollingsworth und ebenfalls aus Hillgrove, Absolvent des Elitecolleges in Princeton, hat jüngst in Harvard promoviert und ist zurzeit geschäftsführender Direktor in der Firma seines Vaters Hollingsworth and Associates im benachbarten Blossomville.‘“
Tränen standen in Victorias Augen. „Oliver, mein Baby! Wo sind bloß all die Jahre geblieben? Und sieh dir unsere wunderschöne Clair an.“
Herzzerreißend seufzend blickten die beiden Mütter auf die Braut. Clair hätte am liebsten laut aufgeschrien. Sie hatte diese ganze Rührseligkeit satt. In den letzten Wochen waren bei Josephine und Victoria so viele Tränen geflossen wie sonst beim gesamten weiblichen Publikum in einem Konzert der Back Street Boys.
Im nächsten Moment schossen ihr allerdings selbst die Tränen in die Augen. Das hatte aber einen völlig anderen Grund. Evelyn hatte sie mit einer Nadel gestochen.
„Da hast du es, Vickie! Jetzt fängt Clair auch noch an zu weinen.“ Josephine nahm entschlossen Victoria die Zeitung aus der Hand und legte sie beiseite. „Du kannst das später lesen“, sagte sie zu Clair. „Jetzt müssen wir uns beeilen. Der Tisch bei Season’s ist für halb zwölf bestellt.“
Clair wollte etwas antworten, aber Evelyn kam ihr zuvor: „Also so kann ich nicht arbeiten. Ich muss das hier in Ruhe fertig machen. Die Schuhe müssen auch noch anprobiert werden. Könnten Sie nicht schon vorgehen, und Clair kommt dann nach, wenn wir fertig sind?“
„Das wird wohl das Beste sein.“ Josephine trat zu ihrer Tochter und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Ich schicke dir Thomas wieder hierher, Liebes, damit er dich abholt. Und ruf kurz an, wenn ihr losfahrt, dann kann ich für dich schon etwas bestellen.“
Während Evelyn Josephine und Victoria hinausbegleitete, blickte Clair ein weiteres Mal auf die Wanduhr. Nur noch achtundsiebzig Stunden und neunundzwanzig Minuten. Jetzt war ihr wirklich zum Heulen zumute, und das lag nicht an den stechenden Nadeln.
Jacob Carvers Laune war auf dem Tiefpunkt. Dafür gab es mehrere Gründe. Erstens: Es war unerträglich heiß und stickig in seinem Auto. Zweitens: Seit vierundzwanzig Stunden hatte er kein Bett mehr gesehen, weil er von New Jersey bis hierher ohne Pause durchgefahren war. Und drittens: Er saß jetzt bereits seit zwei Stunden schwitzend im Wagen, den er vor einem Geschäft für Brautmode geparkt hatte, und starrte auf die Eingangstür, ohne dass sich dort auch nur der Schatten der Frau zeigte, auf die er wartete.
Was, zum Teufel, kann man zwei Stunden lang in so einem Laden treiben?, fragte er sich. Nicht dass es ihn wirklich interessierte.
Jacob griff in die Kühltasche, die neben ihm vor dem Beifahrersitz stand, holte eine Wasserflasche heraus und setzte zu einem langen Schluck an. Es gab ein paar Dinge, mit denen er nie etwas zu tun haben wollte. Alles, was mit Heirat und Ehe zusammenhing, gehörte unbedingt dazu. Und Frauen, deren Leidenschaft es war, Einkaufsorgien zu veranstalten, mit Sicherheit auch.
Aber es half nichts. Er hatte von Lucas Blackhawk den ausdrücklichen Auftrag erhalten, Clair Beauchamp nur dann anzusprechen, wenn sie allein war. Vor einer halben Stunde hatte ihre Mutter das Geschäft verlassen, und da ihm inzwischen klar geworden war, wie kurz die Leine war, an der die Beauchamps ihre Tochter hielten, war dieses vielleicht die einzige Gelegenheit, die sich ergab.
Es fiel ihm nicht schwer, sich vorstellen, was passieren würde, wenn Mommy und Daddy Beauchamp mitbekämen, dass ein zwielichtiger, langhaariger Kerl sich ihrem Juwel Clair näherte. Er hätte die Cops auf dem Hals, und ehe er auch nur einen Ton sagen könnte, würde er sich hinter Gittern wieder finden. Ob es einen legalen Grund gäbe, ihn einzusperren oder nicht, spielte dabei keine Rolle. Wer genug Geld und Ansehen hatte, hatte auch das Gesetz auf seiner Seite.
Er hatte aber nicht die geringste Lust darauf, in Polizeigewahrsam genommen zu werden. Er liebte seine Freiheit über alles. Er mochte auch seinen Job als Privatdetektiv, und er machte ihn gut. Er kassierte sein Honorar, wenn er einen Auftrag abgewickelt hatte, stieg in den Wagen, und weg war er wieder.
Das Gebiet, auf das er sich spezialisiert hatte, führte ihn kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten. Es war das wahrscheinlich schwierigste und sensibelste Gebiet: die Suche nach vermissten Personen. Seine Wohnung in New Jersey sah er nur selten. Aber das machte ihm nichts aus. Er war gern unterwegs – und er war gern schnell unterwegs.
Das richtige Auto dafür hatte er, einen Charger Baujahr 68, den er eigenhändig und mit großer Liebe frisiert hatte, und der weniger als sechs Sekunden brauchte, um von null auf hundert zu beschleunigen. Es war höchste Zeit, dass er sich einmal wieder um den Wagen kümmerte. Und um sich selbst – vorzugsweise am Strand von Miami, mit ein paar kühlen Longdrinks und verwöhnt von dieser kühlen Blondine, die er dort mal getroffen hatte. Wie hieß sie noch? Richtig, Sandy.
Abrupt wurde Jacob aus seinen Träumen gerissen. In der Tür des Brautmodengeschäfts erschien Clair Beauchamp, eine Einkaufstüte in der einen Hand, eine kleine Handtasche in der anderen. Das Sonnenlicht verlieh dem teuren hellblauen Seidenstoff ihres eleganten Hosenanzugs einen leichten Schimmer und ließ ein paar Strähnen ihres schulterlangen dunklen Haars rötlich glänzen. Sie blieb nun stehen, setzte ihre...




