McCarty | Der leidenschaftliche Highlander | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 480 Seiten

Reihe: Highland Guard-Reihe

McCarty Der leidenschaftliche Highlander

Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-16562-8
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 6, 480 Seiten

Reihe: Highland Guard-Reihe

ISBN: 978-3-641-16562-8
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Herz dieser Frau ist nicht mit Waffen zu erobern!

Kenneth Sutherland ist feurig, aggressiv und mutig. Doch kurz vor den Highland-Spielen, die ihm einen Platz in der geheimen Armee des Königs sichern sollen, bringt ihn ausgerechnet die Haarsträhne einer Frau aus dem Gleichgewicht – Marys unschuldige Erregung und ihr schamloser Hunger nach Leidenschaft lassen sein Blut brodeln. Jedoch hat sich Mary geschworen, durch nichts und niemanden ihre hart erkämpfte Unabhängigkeit wieder aufzugeben. Aber mit jeder sanften Berührung und jedem unvergesslichen Kuss will sie mehr von Kenneth. Und er will Marys Herz. Aber ist der entschlossene Krieger bereit, alles für die Liebe aufs Spiel zu setzen?

Monica McCarty studierte Jura an der Stanford Law School. Während dieser Zeit entstand ihre Leidenschaft für die Highlands und deren Clans. Sie arbeitete dennoch mehrere Jahre als Anwältin, bevor sie dieser Leidenschaft nachgab und zu schreiben anfing. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Minnesota.
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PROLOG

Ponteland Castle, Northumberland
September 1306

O Gott, wer mochte das sein? Um diese späte Stunde?

Mary schlug das Herz bis zum Hals, als sie über die vom Fackelschein erhellte Treppe hinuntereilte, den Gürtel des samtenen Morgenmantels, den sie über ihr Nachthemd geworfen hatte, eilig zusammenraffend. Da ihr Mann von den Häschern des mächtigen englischen Königs gejagt wurde, war es verständlich, dass sie in Panik geriet, wenn mitten in der Nacht gemeldet wurde, jemand sei an der Pforte. Als Mary die Halle betrat, drehte sich die Person, die auf sie wartete, um und schob die vom Regen durchtränkte Kapuze ihres wollenen Umhangs ein Stück zurück.

Mary blieb das Herz stehen. Trotz der Kopfbedeckung, die das lange goldblonde Haar verbarg, und der Schmutzspuren auf den feinen Zügen erkannte Mary sofort, wer da vor ihr stand. Entsetzt starrte sie in das Antlitz, das ihrem eigenen so sehr glich.

»Janet, was machst du hier? Du hättest nicht kommen sollen!«

England war kein Boden für einen Schotten – ob Mann oder Frau – mit Verbindungen zu Robert the Bruce. Und Janet war wie Mary mit ihm verschwägert. So war ihre älteste Schwester Roberts erste Gemahlin gewesen, während ihr ältester Bruder Roberts Schwester geehelicht hatte. Marys kleiner Neffe, der gegenwärtige Earl of Mar, war zusammen mit Roberts Königin auf der Flucht, und ihre Nichte war Roberts einzige Erbin. Nichts wäre König Edward von England gelegener gekommen, als eine weitere Mar-Tochter in seine Gewalt zu bringen.

Auf Marys tadelnden Ton hin stützte ihre um zwei Minuten jüngere Zwillingsschwester die Hände energisch in die Hüften und lächelte alles andere als schuldbewusst.

»Ein schöner Empfang ist das, nachdem ich ganz Schottland umsegelt habe und fast zehn Meilen auf einem störrischen alten Gaul durch strömenden Regen …«

»Janet!«, unterbrach ihre Schwester sie ungeduldig.

War Janet sich der Gefahr offenbar nicht bewusst, so war Mary es umso mehr. Während sich Mary der Realität lieber offenen Auges stellte, glitt Janet locker darüber hinweg und hoffte, die Wirklichkeit würde sie nie einholen.

Janet verzog den Mund wie immer, wenn Mary sie zu zügeln versuchte. »Ich bin natürlich gekommen, um dich nach Hause zu bringen!«

Nach Hause. Nach Schottland. Marys Herz zog sich zusammen. O Gott, wenn das so einfach wäre. »Weiß Walter, dass du hier bist?« Sie konnte nicht glauben, dass ihr Bruder eine so gefahrvolle Reise gebilligt hätte. »Und was trägst du da, um Himmels willen?«

Mary hätte wissen müssen, dass sie nicht zwei Fragen zugleich stellen durfte, da sie ihrer Schwester damit die Chance gab, die unangenehmere zu übergehen. Wieder lächelte Janet, öffnete ihren dunklen wollenen Umhang und gab den Blick auf ein braunes Kleid aus grobem Wollstoff preis – so stolz, als wäre es aus feinster Seide. In Anbetracht ihrer Vorliebe für feine Garderobe war ihre Kleiderwahl ausgesprochen bemerkenswert.

»Gefalle ich dir?«

»Natürlich nicht. Dieses Kleid ist schrecklich.« Mary, die die Passion ihrer Schwester für schöne Garderobe teilte, rümpfte die Nase. Waren das etwa Mottenlöcher? »Mit diesem altmodischen Brusttuch siehst du aus wie eine Nonne – eine armselige.«

Offenbar war dies die richtige Antwort. Janets Augen leuchteten auf. »Meinst du? Ich habe mein Bestes getan, aber viel hatte ich nicht zur Verfügung …«

»Janet!« Mary fiel ihr erneut ins Wort. O Gott, wie schön es war, sie zu sehen! Ihre Blicke trafen sich, die Kehle wurde ihr eng. »Du solltet nicht … nicht hier sein.«

Die Stimme gehorchte ihr nicht mehr, und nun war auch Janets gespielte gute Laune verflogen. Im nächsten Moment lag Mary in den Armen ihrer Schwester. Jetzt konnte sie den Tränen, die sich aufgestaut hatten, seit sie von ihrem Mann in diesem Albtraum hilflos zurückgelassen worden war, freien Lauf lassen. Hier bist du in Sicherheit, hatte er wie nebenbei gesagt, in Gedanken schon bei dem bevorstehenden Kampf. Ein halbes Jahr war das nun her.

John Strathbogie, der Earl of Atholl, hatte sich für diesen Weg entschieden, und würde sich durch nichts davon abbringen lassen. Und schon gar nicht von ihr. Von der Kinderbraut, die er nie gewollt, der Ehefrau, der er kaum Beachtung geschenkt hatte. Sie hatte den Rest an Stolz hinuntergeschluckt, den sie noch besaß, und hatte gefragt, warum sie und ihr Sohn nicht mitkommen könnten. Er hatte die Stirn gerunzelt und ihr sein hübsches Gesicht, das ihr Jungmädchenherz gewonnen hatte, ungeduldig zugewandt. Ich tue alles, um dich und David zu schützen, hatte er geantwortet, obwohl ihm sein Sohn fast so fremd war wie seine Frau. Ihre Miene hatte ihm ein Seufzen entlockt, und er hatte versprochen, sie zu holen, wenn es sich einrichten ließe. In England bist du bis auf Weiteres sicherer, hatte John sie zu beruhigen versucht. Edward wird keinen Grund haben, dich zur Rechenschaft zu ziehen, falls die Dinge eine ungünstige Wendung nehmen sollten.

Wie schlimm alles kommen würde, hatte man sich nicht vorstellen können. Voller Zuversicht war er aufgebrochen, überzeugt von der Rechtmäßigkeit seiner Sache. Mit Ungeduld hatte er dem vor ihm liegenden Kampf entgegengesehen. Der Earl of Atholl war ein Held und stets bereit, sein Schwert im Namen der Freiheit zu erheben. In den schon zehn Jahre währenden Kämpfen um Schottlands Unabhängigkeit hatte er in jeder großen Schlacht mitgekämpft. Um der Sache willen war er eingekerkert worden, hatte gezwungenermaßen in Edwards Armee gekämpft, hatte seinen Sohn über acht Jahre lang den Engländern als Geisel überlassen müssen und seine Ländereien beidseits der Grenze verloren (die er schließlich wieder zurückerhielt). Das alles aber hatte ihn nicht daran hindern können, sich wieder in einen Kampf zu stürzen, dieses Mal an der Seite von Robert the Bruce, der nach der schottischen Krone strebte.

Nach zwei verheerenden Niederlagen auf dem Schlachtfeld befand Roberts Armee sich nun auf der Flucht. Als einer von nur drei Earls, die Bruce’ Krönung beigewohnt und sich dem Aufstand des Möchtegernkönigs gegen Edward von England angeschlossen hatten, war Marys Gemahl ein gnadenlos Gejagter. Aber bis jetzt hatte John in einem Punkt recht behalten: Edward hatte seine Rachsucht nicht gegen die Gemahlin und den Sohn des »treulosen« Earl gewendet, die dieser zurückgelassen hatte. Den Sohn, den man ihr mit knapp sechs Monaten genommen hatte, um ihn am englischen Hof zu erziehen, den Sohn, der Anfang dieses Jahres unter der Bedingung zu ihr zurückkehren durfte, dass er englischen Boden nicht verließ.

Aber wie lange würden sie Edwards Zorn noch entgehen können? Wie sollten sie mit dem Makel von Johns Verrat auf Dauer leben? Tag für Tag befürchtete Mary, bei einem Blick aus dem Turmfenster sehen zu müssen, dass die Soldaten des Königs die Burg umzingelten. Wie satt sie es hatte, ständig in Angst zu leben und tapfer sein zu müssen. Nun weinte sie sich an der Schulter ihrer Schwester aus und ließ den Gefühlen, die sie so tapfer zurückgehalten hatte, mit heißen, erstickenden Schluchzern freien Lauf.

»Natürlich musste ich kommen«, sagte Janet, die beruhigend auf sie einredete, bis die Tränen versiegten. Erst dann umfasste sie Marys Schulter und schob sie ein wenig von sich, um sie anzusehen. »Was hast du nur mit dir gemacht? Du bist ja spindeldürr. Wann hast du das letzte Mal gegessen?«

Janet hörte sich an wie ihre fast fünfzehn Jahre zuvor verstorbene Mutter. Beinahe hätte Mary gelächelt. Janet war immer die Beschützerin gewesen. Nach der Enttäuschung und Desillusionierung durch ihre Ehe, nach dem Schmerz, als ihr Sohn ihr genommen wurde, und dem Verlust von Eltern und Geschwistern war es stets Janet gewesen, die Marys Tränen getrocknet hatte. Ihr war gar nicht bewusst gewesen, wie schrecklich allein sie sich gefühlt hatte, bis sie Janet nun vor dem Feuer stehen sah, total durchnässt und in grotesker Kleidung, doch bei ihr.

Ohne Marys Antwort abzuwarten, ergriff Janet die Initiative. Sie rief nach einer Magd und verlangte Wein, Brot und Käse. Das Mädchen, dessen Blick irritiert zwischen den zwei nahezu identischen Gesichtern hin und her wanderte, zögerte nicht, Janets Aufforderung nachzukommen. Mary konnte nur lächeln, als sie wenig später neben ihrer Schwester saß, vor sich eine große Servierplatte mit den unterschiedlichsten Köstlichkeiten. Janet hatte ihren nassen Umhang abgelegt und zum Trocknen ans Feuer gehängt, musste aber Brusttuch und Schleier, die zusammen mit dem großen Kreuz, das sie an einer Kette um den Hals trug, eine Nonnentracht vortäuschten, noch ablegen.

Wieder sah Mary ihre Schwester an, wieder voller Angst. »Janet, du hättest nicht kommen sollen. Duncan wird außer sich sein, weil du dieses Wagnis eingegangen bist.« Zögernd fragte sie: »Wie hast du es geschafft, ohne seine Hilfe die ganze Strecke von Castle Tioram bis hierher zurückzulegen?«

Janet schmunzelte. »Ich stieß auf geneigtere Ohren.«

Ihre Blicke trafen sich. Es war nicht schwer zu erraten, wen sie meinte. »Lady Christina?«

Ihr Bruder Duncan war mit Christina MacRuairi verheiratet, auch als Lady oft the Isles bekannt, einzige legitime Erbin der Lordship of Garmoran. Als starke Macht aus eigenem Recht würde Christina nicht zögern, ihrem gebieterischen Bruder die Stirn zu bieten, wenn sie an eine Sache glaubte.

Janet nickte. »Meine Verkleidung war ihre Idee. Sie stellte die Männer und das birlinn zur Verfügung.« Natürlich, dachte Mary. Nur die Inselleute Lady Christinas...


McCarty, Monica
Monica McCarty studierte Jura an der Stanford Law School. Während dieser Zeit entstand ihre Leidenschaft für die Highlands und deren Clans. Sie arbeitete dennoch mehrere Jahre als Anwältin, bevor sie dieser Leidenschaft nachgab und zu schreiben anfing. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Minnesota.



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