McCarty | Der Kuss des Highlanders | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 480 Seiten

Reihe: Highland Guard-Reihe

McCarty Der Kuss des Highlanders

Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-12498-4
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 5, 480 Seiten

Reihe: Highland Guard-Reihe

ISBN: 978-3-641-12498-4
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Magnus MacKay ist ein starker und überaus stolzer Krieger, jedoch allen Frauen gegenüber misstrauisch. Seine große Liebe, Helen Sutherland, hat sich aus Pflichtgefühl gegen ihn und für eine Heirat mit seinem besten Freund und Kameraden entschieden. Doch als kurz nach der Hochzeit ihr Ehegatte tödlich verwundet wird, versucht Helen hingebungsvoll, Magnus’ Vertrauen zurückzugewinnen – selbst als sie in ein gefährliches Spiel aus Lüge und Verrat verwickelt werden. Werden ihre Leidenschaft und ihre Hartnäckigkeit Magnus dazu bringen, seine Chance auf Erlösung, Vergebung und Liebe zu ergreifen?

Monica McCarty studierte Jura an der Stanford Law School. Während dieser Zeit entstand ihre Leidenschaft für die Highlands und deren Clans. Sie arbeitete dennoch mehrere Jahre als Anwältin, bevor sie dieser Leidenschaft nachgab und zu schreiben anfing. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Minnesota.
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Prolog

Inverbreakie Castle, Ross, Schottisches Hochland
August 1305

Zu spät erhaschte Magnus MacKay aus dem Winkel seines zugeschwollenen Auges die Bewegung. Zu spät, um sich mit seinem Rundschild aus Leder vor dem Kampfhammer zu schützen, der mit voller Wucht auf seine linke Köperseite prallte und ihn kopfüber in den Schmutz warf. Schon wieder. Er hatte sicher ein paar gebrochene Rippen. Sein Stöhnen wurde vom Aufschrei des Publikums übertönt. Es folgte beklommene Stille, während alle auf seine Reaktion warteten.

In diesem Moment fiel ein großer Schatten auf Magnus, und er blickte in das Antlitz seines Gegners.

»Na, schon genug?«, höhnte der Gefolgsmann der Sutherlands.

Mehr als genug. Magnus hatte Schmerzen an Stellen, von denen er nicht geahnt hatte, dass sie schmerzen konnten. Er war übersät mit Prellungen und Platzwunden, seine Muskeln fühlten sich an wie eine einzige blutige Masse. Und doch dachte er nicht daran, sich geschlagen zu geben. Dieses Mal nicht. Seit fünf Jahren bescherte ihm Donald Munro, der zu den Sutherlands gehörte, eine Niederlage nach der anderen. Aber nicht heute. Es lag ihm zu viel am Siegespreis.

Magnus spuckte Erde aus und wischte sich Blut und Schweiß aus den Augen. Mühsam und mit zusammengebissenen Zähnen kam er wieder auf die Beine. Es kostete viel Willenskraft, sich gerade zu halten, dem Schwindelgefühl nicht nachzugeben. Mit heftigem Kopfschütteln versuchte er, die vor seinen Augen tanzenden Sterne zu vertreiben.

»Niemals!«, spie er aus.

Die Menge jubelte. Besser gesagt, die Hälfte des Publikums. Wie ganz Schottland es war, waren auch die Clans, die sich zu den Highland-Wettkämpfen zusammengefunden hatten, uneins. An diesem Tag waren es jedoch nicht Robert the Bruce und John Comyn, für die man Partei ergriff – wenngleich beide Anwärter um den schottischen Thron anwesend waren –, sondern die MacKays und die Sutherlands, Gegner in einer viel älteren Fehde.

»Sturkopf«, spottete der andere.

Notgedrungen musste Magnus auf Widerspruch verzichten. Auf den nächsten Schlagabtausch gefasst, hob er mit einer Hand seinen Rundschild, mit der anderen seinen Hammer. Und er schlug zu, immer wieder, wie ein Rammbock. Munro ließ nicht von ihm ab, doch Magnus wehrte sich mit aller Kraft. Schickte der Krieger ihn zu Boden, raffte er sich wieder auf. Er dachte nicht daran, sich geschlagen zu geben. Verdammt wollte er sein, wenn er sich von diesem Großmaul abermals besiegen ließ.

Der Gefolgsmann der Sutherlands war schon seit Langem sein Angstgegner, genauer gesagt seit Magnus zum ersten Mal bei den Wettkämpfen angetreten war. Damals, mit erst achtzehn Jahren, war ihm ein Sieg über den hochgerühmten, um fünf Jahre älteren unmöglich erschienen.

Damals.

Aber Magnus war nun kein grüner Junge mehr. Im letzten Jahr hatte er, obwohl nach wie vor schlank, beträchtlich an Kraft zugelegt. Er überragte Munro zudem um fast einen Kopf. Die Chancen waren längst nicht mehr so ungleich verteilt.

Magnus hatte sich bei diesen Spielen schon wacker geschlagen, hatte Wettlauf und Schwertkämpfe gewonnen – wenn auch vielleicht nur, weil der beste Schwertkämpfer der Highlands, Tor MacLeod, nicht unter den Teilnehmern war. Bei allen anderen Disziplinen stand er im Spitzenfeld, außer im Schwimmen, was auch nicht zu erwarten war, da Magnus aus dem gebirgigen Norden Schottlands stammte und die Wasserwettbewerbe von den Inselbewohnern dominiert wurden.

Diesen Wettkampf aber musste Magnus gewinnen. Der Hammerbewerb war Munros ganzer Stolz, seine ureigene Domäne, die er seit fast zehn Jahren dominierte. Seinem Angstgegner diese Krone zu rauben, also den Sieg für die MacKays zu erringen, stellte für Magnus den Gipfel der Befriedigung dar, da der zwischen den beiden Clans lodernde abgrundtiefe Hass sich aufgrund von Munros Überheblichkeit zu einer persönlichen Fehde gewandelt hatte.

Magnus’ Siegeswille wurde aber nicht allein von Hass und Clanstolz genährt. Es steckte noch mehr dahinter, viel mehr. Er spürte, dass er beobachtet wurde. Zwei große, leuchtend blaue Augen fixierten ihn. Sie gehörten zu Helen, dem Mädchen, nein, der Frau, die er heiraten wollte. In ihrer Gegenwart gegen Munro zu verlieren … nicht auszudenken.

Er musste siegen. Verdammt. Eine Niederlage war undenkbar. Wie konnte er sie bitten, einen Mann zu heiraten, der nur Zweiter geworden war?

Mit seinem Schild blockte Magnus den nächsten gewaltigen Schlag seines Gegners ab. Trotz des höllischen Schmerzes in seiner Seite holte er während des Aufpralls mit dem eigenen Hammer aus. Munro versuchte, sich ihm mit einer geschmeidigen Drehung zu entziehen, wurde aber an der Schulter getroffen.

Es war der erste Riss in der Fassade. Munros vor Wut verzerrte Miene vermochte nicht mehr darüber hinwegzutäuschen, dass seine Kraft nachließ. Seine wilde Angriffslust und das ununterbrochene Schwingen des schweren Hammers forderten ihren Tribut.

Es war so weit. Die heiß ersehnte Chance.

Magnus nahm eine Witterung auf, die seinem geschundenen Körper ungeahnte Energie zuführte. Er roch den Sieg und ging nach einem überraschenden, seiner Entschlossenheit entspringenden Kraftausbruch in die Offensive. Mit rasch aufeinanderfolgenden Hammerschlägen und mithilfe seines Schildes drängte er seinen überrumpelten Gegner zurück.

Einen Augenblick später strauchelte Munro, eine Chance, die Magnus nutzte. Er schlang seinen Fuß um den Knöchel des Gegners und brachte ihn so vollends zu Fall. Mit hoch erhobenem Hammer auf der Brust des gefallenen Gegners kniend, drückte er seinen Schild gegen Munros Kehle.

»Ergebt Euch«, stieß er hervor.

Seine Worte hallten über die Kampfstätte hinweg in die Stille. Die jähe Wendung des Kampfes hatte die Menge verstummen lassen. Munro setzte sich vergeblich zur Wehr, denn Magnus drohte ihm mit dem Rand seines Schildes die Atemluft abzuschnüren.

»Ergebt Euch«, kam es wieder drohend über seine Lippen.

Rasende Wut toste durch Magnus’ Adern. Der brutale Kampf forderte seinen Preis. Das Verlangen, endgültig Schluss zu machen, wuchs gefährlich in ihm. Aber hier fanden die Highland-Wettspiele statt und nicht Gladiatorenkämpfe um Leben und Tod.

Einen Herzschlag lang hätte es passieren können. Munro wollte sich nicht ergeben, und Magnus wollte ihn nicht freigeben. Die während der Kampfspiele herrschende vorübergehende Waffenruhe geriet durch den lodernden Hass der zwei stolzen Männer in Gefahr.

Die Entscheidung wurde ihnen jäh abgenommen.

»Der Sieg geht an MacKay«, verkündete ein Mann. Baron Innes, Herr über Inverbreakie Castle und Gastgeber der Spiele, hatte ein Machtwort gesprochen.

Lauter Jubel brandete auf. Magnus ließ den Hammer sinken, zog seinen Schild zurück und gab Munro frei. Aufrecht dastehend, nahm er mit geöffneten Armen den Beifall entgegen, im Siegestaumel schwelgend.

Geschafft. Er hatte gewonnen.

Für Helen.

Menschen umdrängten ihn. Sein Vater, die jüngeren Geschwister, Freunde und viele hübsche junge Frauen. Nur eine fehlte. Helen, die Frau, nach der er sich verzehrte, die Frau, die er heiraten wollte. Sie konnte nicht kommen. Trotz seiner Sehnsucht wagte Magnus nicht, ihren Blick zu suchen, denn seine Angebetete war keine andere als Helen Sutherland of Moray, die Tochter seines Todfeindes, des Earl of Sutherland.

Gottlob, es war vorbei! Helen hätte es keine Minute länger ausgehalten. Unerträglich dazusitzen, mit anzusehen, wie Magnus fast erschlagen wurde. Nicht reagieren zu dürfen, alle Gefühle und jeden Entsetzensschrei unterdrücken und sich auf Stoßgebete beschränken zu müssen, während der Mann, der für sie wie ein Bruder war, ihn immer wieder zu Boden schickte.

Magnus war zäher, als gut für ihn war. Dieser Dickschädel wusste nicht, wann es Zeit war aufzugeben. Sie würde ihn selbst umbringen, weil er ihr das alles zumutete. Er wusste doch, dass sie die grausamen Highland-Spiele nicht mochte. Nie würde sie verstehen, warum Männer sich unter dem Vorwand sportlicher Kämpfe prügelten, aber aus irgendeinem Grund hatte er ihr das Versprechen abgerungen, anwesend zu sein.

»Geht es dir gut?«

Helen, der noch immer das Herz bis zum Hals schlug, rang um Fassung und drehte sich stumm zu ihrem Bruder um. Kenneth’ besorgter Blick glitt über ihr Gesicht und ihre Hände, die in den Falten ihres Rockes lagen.

»Du siehst so bekümmert aus. Eben dachte ich, du würdest in Ohnmacht fallen.«

Ihr Puls schlug schneller. Kenneth war viel zu aufmerksam. Sie war tatsächlich bekümmert, doch durfte er den Grund nicht einmal ahnen. Ihr Bruder verachtete die MacKays, und vor allem Magnus. Die beiden waren fast gleich alt, Magnus aber hatte ihn von Kindesbeinen an bei allen Kampfspielen besiegt. Wenn Kenneth die Wahrheit entdeckte …

Nein, er würde sie nicht entdecken. Es käme einer Katastrophe gleich, wenn er herausfände, dass sie sich mit dem Gegner abgab. Die Sutherlands hassten die MacKays und umgekehrt. So war es eben. Aber nicht für sie.

»Ich hatte nicht erwartet, dass es so … so intensiv sein würde.« Das stimmte. Etwas verspätet fiel ihr die familiäre Loyalität ein. »Außerdem bin ich natürlich enttäuscht.«

Kenneth beäugte sie argwöhnisch, als genügte ihm ihre Erklärung nicht. Er kannte sie zu gut. Sie hielt den Atem an, doch ein erneuter Aufschrei der Menge lenkte ihn ab. Mit finsterer Miene registrierte er den Jubel der...


McCarty, Monica
Monica McCarty studierte Jura an der Stanford Law School. Während dieser Zeit entstand ihre Leidenschaft für die Highlands und deren Clans. Sie arbeitete dennoch mehrere Jahre als Anwältin, bevor sie dieser Leidenschaft nachgab und zu schreiben anfing. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Minnesota.



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