McBride | Der Mann, der sie verführte | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

McBride Der Mann, der sie verführte


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7337-7602-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7602-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Normalerweise ist Pansy eine vernünftige Geschäftsfrau. Seit sie aber diesen atemberaubenden schwarzhaarigen Fremden am Strand gesehen hat, ist nichts mehr normal und jede Vernunft vergessen. Voller Leidenschaft gibt sie sich ihm Nacht für Nacht hin. Dabei erinnert sie der Mann, der sich als Ned Nelson ausgibt, an jemanden, den sie aus New York kennt. Zu gut kennt ...



Als Schülerin bewahrte die aus West Virginia stammende Jule McBride ihre Bücher im geschnitzten Eichenschrank ihrer Großmutter auf, zu dem nur sie den Schlüssel besaß. Jeden Tag zur Lesezeit schloss sie den Schrank auf, und ihr eröffnete sich die magische Welt der Bücher. Erst später wurde ihr klar, dass die Figuren, die sie so lieb gewonnen hatte, nicht real waren. Von da an wollte auch sie eines Tages Schriftstellerin werden, um selbst faszinierende Heldinnen und Helden zu erschaffen.
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1. KAPITEL

Eine Woche vorher

Als Sheila Steele die mit Schnitzereien verzierte Eichentür ihres New Yorker Stadthauses öffnete, das sie mit ihrem Mann bewohnte und in dem sie noch immer täglich die drei Zimmer ihrer längst erwachsenen Söhne sauber machte, strömte die schwüle Sommerhitze ins Haus. Ein paar Strähnen ihrer grauen, hochgesteckten Haare lösten sich, und Sheila strich sie hastig zurück, für den Fall, dass es sich bei dem Besucher um einen weiteren Polizisten aus dem Polizeipräsidium handelte, der mit ihr über das Verschwinden ihres Mannes, Augustus Steele, sprechen wollte. Sie spähte mit angehaltenem Atem hinaus.

Als sie den Mann vor der Tür sah, sank ihr Mut. Es handelte sich um einen verloren wirkenden Touristen in Kakishorts und Hawaiihemd. Er hatte struppige blonde Haare und musterte sie mit seinen dunkelblauen Augen durch eine schwarze Hornbrille. Um den Hals hatte er eine Kamera hängen. Als New Yorkerin mit vier Polizisten in der Familie war Sheila äußerst sicherheitsbewusst. Deshalb würde sie, so leid es ihr auch tat und obwohl er einen ehrlichen Eindruck machte, wie jemand, der in den Straßen der Stadt ausgeraubt werden würde, wenn er nicht aufpasste, den armen Fremden nicht zum Telefonieren ins Haus lassen, falls es das war, was er wollte.

„Kann ich Ihnen helfen?“

Er verdrehte die Augen. „Ich bin’s, Ma. Rex.“

Sie starrte ihn verblüfft an. „Ich habe nicht mal meinen eigenen Sohn erkannt!“ Unter seiner gelungenen Verkleidung war Rex eher der Typ Pirat als Tourist.

„Ich habe mich gleich auf den Weg gemacht, nachdem Sully mich wegen Pop angerufen hat.“

Sheila presste eine Hand auf ihr Herz, während der Mittlere ihrer Söhne in den Flur trat, sie umarmte und ihr einen Kuss gab.

„Mach dir keine Vorwürfe, weil du mich nicht erkannt hast“, fügte Rex hinzu, der seit Jahren undercover arbeitete. „Niemand erkennt mich. Das ist ja gerade Sinn der Sache.“

Sheila musterte denjenigen ihrer Söhne, der am meisten von ihrer Leidenschaft und ihrem Temperament geerbt hatte. „Schwer zu glauben, dass sich irgendwo unter dieser Verkleidung der große gut aussehende Mann verbirgt, den ich zur Welt gebracht habe.“

„So ist es aber“, versicherte Rex. Ohne die Perücke, die Kontaktlinsen und die Wangenpolster hatte er dunkles, ungebändigtes Haar und braune Augen. Seine Wangen waren schmal, seine Lippen voll, sein Körperbau athletisch von Stunden im Fitnessraum des Polizeidepartments.

„Bei meinem großen Fall gab es gestern den entscheidenden Durchbruch“, berichtete er. „Deshalb habe ich den Vormittag mit U-Bahn-Fahren verbracht.“ Seine arglose Erscheinung sollte ihn zum Ziel von Taschendieben machen, die in der U-Bahn Touristen bestahlen.

Sheila lächelte schwach. „Mein Sohn“, sagte sie leise, „das professionelle Opfer. Wie oft bist du heute Morgen ausgeraubt worden, Schätzchen?“

„Drei Mal“, gestand Rex. „Aber ich habe sie alle verhaftet, Ma.“

„Das ist gut.“ Sie holte tief Luft. „Na, komm rein. Die anderen sind alle im Garten.“

Er folgte ihr den langen Flur hinunter. „Die anderen?“

„Deine beiden Brüder. Sullivan war zuerst hier. Und Truman hat seine Freundin, Trudy Busey, mitgebracht.“

„Die, die ich neulich beim Essen hier kennengelernt habe? Von der ‚New York News?“

Sheila nickte. „Truman war gerade bei ihr in der Redaktion, als ich ihn anrief.“ Sie nahm Rex’ Hand. „Ich bin ja so froh, dass du hier bist.“

„Pop geht es sicher gut“, tröstete er sie und schaute zum Licht am Ende des Flurs. Durch die Fliegentür sah er den üppigen Garten, der eine von Sheilas Leidenschaften war.

„Ich kann mir nicht vorstellen, was mit deinem Vater passiert ist.“ Sie seufzte. „Wolltest du morgen nicht in Urlaub fahren?“

„Ja, nach Seduction Island, direkt vor Long Island.“

„Dort ankerte das Boot, ehe es …“

Explodierte. Rex konnte seiner Mutter nicht verdenken, dass sie es nicht auszusprechen wagte. „Pop wusste, dass ich dorthin wollte, sobald ich meinen Fall gelöst habe.“

„Vielleicht wollte er sich dort mit dir treffen“, überlegte sie. „Hat er dir wirklich nicht erzählt, weswegen er dorthin wollte? Oder mit wem? Hat er irgendetwas darüber gesagt, in was er verwickelt ist?“

„Nichts.“

Augustus Steele hatte seine Karriere als Streifenpolizist in Hell’s Kitchen begonnen und war für die Verhaftung von Gangs in Chinatown befördert worden, bis er schließlich im Polizeipräsidium, in der Verwaltung, gelandet war. Da er nicht mehr an der Aufklärung von Kriminalfällen arbeitete, wusste niemand, was er an Bord eines Bootes zu suchen gehabt hatte, das vor Seduction Island, New York, explodiert war. Oder wohin er danach verschwunden war. Falls er noch lebte.

„Wenn er Hilfe gebraucht hätte, hätte er sich an Sully oder Truman gewandt“, meinte Rex, auch wenn dieses Eingeständnis schmerzte. „Das weißt du, Ma.“ Ihr liebevoller Blick verriet ihr tiefes Verständnis. Das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater war nie besonders eng gewesen. „Ich werde tun, was ich kann. Immerhin geht es hier um Pop. Ab morgen habe ich einen Monat frei und kann mich darum kümmern.“

Sheila war bestürzt. „Aber dein Urlaub …“ Sie wusste, dass Rex für die Zeiten lebte, in denen er an unbekannte Strände flüchtete und sich in Hotels unter falschem Namen eintrug, damit niemand ihn finden konnte. Einen Monat im Jahr verfolgte er Interessen, die ganz andere waren als die seines Vaters, seiner Brüder und vieler Polizisten in Manhattan – Lesen, Schreiben, Malen und Kochen. Das waren Hobbys, die er liebte, für die er jedoch von seinem Vater oft als Waschlappen bezeichnet worden war. Nicht, dass sein Vater ihn nicht liebte, aber Augustus hatte strikte Vorstellungen von Männlichkeit, und dazu gehörte ein Interesse für die Künste nun einmal nicht.

„Mein Urlaub spielt keine Rolle“, erwiderte Rex und wünschte, er könnte seine Mutter beruhigen. „Die Familie hat Vorrang. Komm, lass uns hören, was Sully herausgefunden hat.“

Es war nichts Gutes, wie Rex erkennen musste, nachdem er sich mit seiner Mutter an den runden Tisch im Schatten einer Eiche gesetzt hatte. Er sah zu Truman, der in Uniform gekommen war, und dann zu seinem älteren, im Anzug erschienenen Bruder Sullivan, der Captain des nächsten Polizeireviers war. Beide Brüder waren mit ihren hellbraunen Haaren und whiskeyfarbenen Augen Augustus wie aus dem Gesicht geschnitten. Rex ähnelte eher Sheila. Ihr Haar war genauso dunkel gewesen, bevor es grau wurde, wie seins.

„Mein Boss Dimi weigert sich, den Artikel zu drucken, den ich über eure Familie und die New Yorker Polizei geschrieben habe“, berichtete Trudy empört. Eine Brise wehte ihr die blonden Haare ins Gesicht. „Er sollte morgen in der News erscheinen, aber Dimi will nichts drucken, ehe er sicher ist, dass Mr Steele nichts Falsches getan hat.“ Sie stöhnte frustriert. „Ich kann es nicht fassen! Euer Name sollte gerade jetzt in der Zeitung stehen. Wir müssen herausfinden, was passiert ist!“

Rex betrachtete die Freundin seines Bruders, die Reporterin war. Zusammen mit den Neuigkeiten über seinen Vater hatte Rex erfahren, dass Truman und Trudy den Fall gelöst hatten, der in den Schlagzeilen nur der „Glasschuh-Fall“ genannt wurde. Dem Leuchten in Trudys Augen nach zu urteilen, sobald sie Truman ansah, hatte sie sich bei ihrer gemeinsamen Arbeit in ihn verliebt. Trotz der Umstände freute Rex sich für seinen Bruder.

„Worum ging es in dem Artikel?“, fragte er.

„In den letzten zwei Wochen hat Trudy mich auf Streife begleitet“, erklärte Truman. Er stand auf und begann auf und ab zu gehen, die Hände auf dem Polizeiknüppel und dem Pistolenholster. „Dabei haben wir den Glasschuh-Fall gelöst. Der Artikel sollte Werbung für die New Yorker Polizei sein. Du weißt schon, ein Tag im Leben eines Polizisten. Heute Abend sollte er gedruckt werden.“

„Ich erinnere mich, dass du es erwähnt hast“, meinte Rex.

„Ich arbeitete mit Truman gerade an dem Artikel, als Sheila anrief“, sagte Trudy und sah zu ihr. „Es tut mir leid, dass ich heute bei meinem ersten Besuch hier so wütend geworden bin.“

Rex interessierte weniger, was zwischen den beiden Frauen los gewesen war als vielmehr das Verschwinden seines Vaters. „Du meinst, sie halten die Story bewusst zurück?“

Truman nickte und trat hinter Trudy. Er legte ihr die Hände auf die Schultern und begann, sie zu massieren. „Es geht das Gerücht um, Pop sei bestechlich.“

„Lächerlich!“, rief Sheila. „Als Trudy vorhin vorbeikam, erhielt ich gerade einen Anruf vom Polizeipräsidium. Sie haben nicht mal die Höflichkeit besessen, persönlich vorbeizukommen, um mir mitzuteilen, dass er verschwunden ist! Dabei ist er seit dreiunddreißig Jahren bei der Polizei! Er hat nie auch nur einen Cent über seinen Gehaltsscheck hinaus genommen, aber sie haben mich ganz bis in die Innenstadt fahren lassen, um mir zu erzählen, er sei … er sei …“

Rex legte seine Hand auf ihre. „Ist schon gut, Ma. Sie haben es bestimmt nicht so gemeint.“

Sullivan wirkte nicht überzeugt. Er schob die Hände in die Hosentaschen und lehnte sich an die Eiche. Rote Linien in der Rinde markierten die zunehmende Größe der Brüder als Kinder. Heute, mit sechsunddreißig, überragte Sullivan weit alle Markierungen. „Diese Frau aus der Dienststelle interne Ermittlungen, die mir auch schon im Nacken saß, leitet die...



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