May | Wenn es Nacht wird auf Maui | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 290 Seiten

May Wenn es Nacht wird auf Maui


2. Auflage 2017
ISBN: 978-3-945932-33-9
Verlag: 26 books
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

E-Book, Deutsch, 290 Seiten

ISBN: 978-3-945932-33-9
Verlag: 26 books
Format: EPUB
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Eine ausgelassene Party in einem Strandhaus auf Maui ... bis ein Schuss die Nacht zerreißt. Fassungslos starrt Privatermittler Logan Bennett auf die Leiche der wunderschönen Patricia Borrow, die ihm wenige Stunden zuvor ein belastendes Geheimnis anvertrauen wollte. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch Logan beginnt selbst nachzuforschen. Wie gelang es dem Täter, ungesehen zu entkommen? Bei seinen Ermittlungen stößt Logan auf einen längst vergessenen Geheimgang, der eine düstere Wahrheit birgt. Dieser spannende Inselkrimi voll Südseeflair besticht mit faszinierenden Charakteren und überraschenden Wendungen. Komplett überarbeitete Neuauflage von 'Die Rückkehr des Teufels'.

Ina May wurde in Kempten im Allgäu geboren, verbrachte ihre Kindheit bei den Großeltern im Allgäu und war Schülerin in einem katholischen Internat im Chiemgau, bevor ihr persönlicher Kompass Richtung Amerika zeigte. Sie besuchte eine Privatschule in San Antonio/Texas, kehrte in die Bayerische Heimat zurück und absolvierte ein Europasprachenstudium in München, wo sie eine Ausbildung zur Fremdsprachen- und Handelskorrespondentin absolvierte. Wenig später bekam May ein unschlagbares Jobangebot - New York. Sie arbeitete viele Jahre für eine Stahlfirma, mit Blick auf den Central Park, bevor sie der Metropole und den USA schließlich "So long!" sagte. Nominiert für den Jacques-Berndorf-Krimipreis 2013 (»Die Tote im Maar«, erschienen 2013 bei Emons) Gewinnerin des Krimistipendiums Tatort Töwerland 2010 http://www.inamay.de

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Kapitel 2
Stewart Conelly hatte geschlafen, wie jeder gesetzestreue Bürger das um ein Uhr morgens tun sollte. Zumindest jeder, der nichts verbrochen und nichts zu verbergen hatte. Aber das betraf natürlich nicht die Reichen. Die feierten, tranken, aßen übermäßig und erzählten sich gegenseitig ihre Gewinnergeschichten. Anschließend töteten sie sich aus Frust selbst oder ließen sich umbringen. Der Captain des Maui Police Departement war allerbester negativer Stimmung. Der Anruf hatte ihn eiskalt erwischt, er hatte in Unterhosen vor dem Kühlschrank gestanden und darin nach etwas Essbarem gefahndet. Heimlich natürlich, aber vor lauter Schreck fiel ihm die Milchflasche aus der Hand und ihr Inhalt verteilte sich auf seiner Unterhose und auf dem Boden. So konnte er nirgendwohin fahren. Er musste zuerst duschen. Das laufende Wasser wiederum weckte seine Frau, die ihm eine Standpauke hielt, dass es ungesund wäre, mitten in der Nacht Milch zu trinken; er würde fett werden. Er war fett und die Milch wäre ohnehin nur das Vorspiel gewesen, weil sich im Kühlschrank noch ein paar von den gegrillten Spareribs befanden. „Tod einer Prominenten in Weilea Beach“, lautete die Durchsage. „Wir dachten, das möchten Sie selbst machen, Captain!“ Wenn sein Team morgens um eins noch denken konnte, schön. Conelly hatte keine Ahnung, was ihn erwartete, aber das schicke Strandhaus, das man eigentlich kaum als Haus bezeichnen konnte, machte auf ihn den Eindruck, hier hätte niemand einen Grund, sich das Leben zu nehmen. Dieses Leben bot einem doch alles. Oder war dieses Alles nicht genug? Es gab Mordfälle auf Maui, es gab Vermisstenfälle, aufgeklärte wie unaufgeklärte, und jedes einzelne Schicksal berührte. Doch hier hatte der Captain Schwierigkeiten, seine Vorurteile außen vor zu lassen. Mit denen hätte man das ganze Department tapezieren können, hätte sich jemand die Mühe gemacht, sie alle aufzuschreiben. Die Reichen dachten tatsächlich, sie wären anders. Doch Blut blieb Blut, und in den Adern einer Prominenten pulsierte es auch nur rot. Und tot war auch hier tot. Der Captain informierte sich kurz, wer angerufen hatte, und wollte den Namen der Toten wissen. Borrow, Patricia, hieß es. Kam ihm nicht prominent vor, aber was wusste er schon … Stewart Conelly war einer der Altgedienten, was bedeutete, dass er schon viele Jahre beim Department und aus diesem Grund berechtigt war, im Dienst sein Privatfahrzeug zu benutzen. Das verfügte über ein anschraubbares Blaulicht und über eine eigens eingebaute Sirenen- und Sprechfunkanlage. Er benutzte sie ungern, um Informationen durchzugeben. Solche Dinger waren nicht sicher, jeder mit ein bisschen Geschick konnte mithören. Es würde nichts zu hören geben - nicht heute. Stewart Conelly war allein gekommen. Auf der Insel war eine Doppelbesetzung im Fahrzeug, anders als im Rest der Vereinigten Staaten, nicht üblich. Er parkte inmitten des Angeberfuhrparks, zwischen einem Lamborghini und einem Mercedes. Wagen mit Flügeltüren. Himmel! Als er aus seinem Geländejeep stieg, sog er die angenehm leichte Nachtluft ein. Irgendwas an ihm roch immer noch nach Milch. Er ging auf den breiten Eingang des Pavillons zu und bediente den Türklopfer. Stewart Conelly kam sich wie ein Dienstleister vor, wie er hier stand und auf Einlass wartete. Das war lächerlich, er hätte das Blaulicht anschrauben sollen. Ihm wurde geöffnet, bevor er sich noch einige mehr von diesen lästigen Ätsch-ich-zeig's-Euch-schon-noch Gedanken machen konnte. Und beim Anblick des Mädchens, das sich bemühte, ihre Augen trocken zu halten, verflüchtigte sich sein Ärger. Bis er am Aufgang zur Treppe jemanden bemerkte. Conellys Mundwinkel zogen sich beim Anblick von Logan Bennett um einige Grad nach unten. „Ach, sieh an - der Privatermittler höchstpersönlich gibt sich die Ehre“, lautete sein herablassender Kommentar. „Schon gut, Conelly, sparen Sie sich Ihr Gift.“ Bennett war nicht in der Stimmung für einen Schlagabtausch. Der sah ja richtig schlecht aus. Er verschwand ohne ein weiteres Wort in einem der Räume, aber wie Stewart Conelly ihn einschätzte, hatte er bereits gesehen, was es zu sehen gab. Bestimmt kannte er die Tote. Das Dienstmädchen begleitete Conelly bis zur Tür im ersten Stock, blieb davor stehen und schien nicht recht zu wissen, was man von ihr erwartete. Dann schüttelte sie den Kopf, wandte sich abrupt um und eilte die Treppenstufen wieder hinunter. Stewart Conelly fragte sich, ob das Mädchen Patricia Borrow gefunden hatte oder ob ihr Widerstreben sich mit Unsicherheit erklären ließ. Die meisten Menschen hatten noch nie einen Toten gesehen. Er streckte eine Hand nach dem Messingknauf aus. Die Tür war lediglich angelehnt. Conelly betrat den Raum. Einen Tatort auf sich wirken zu lassen bedeutete, sich dem Opfer anzunähern, Eindrücke zu sammeln. Die Einrichtung war kostspielig, lautete sein erster Gedanke. Edel, der zweite. Er sollte sich besser auf die Leiche konzentrieren. Sie lag da auf dem Bett, die Lider geschlossen, und Stewart Conelly ertappte sich dabei, sich zu fragen, welche Farbe ihre Augen gehabt hatten. Später würde er seiner Frau erzählen, dass die Superreichen auch nicht glücklicher waren; immerhin hatte sich gerade eine von ihnen mitten ins Herz geschossen. Jetzt starrte der Captain auf die Frau in dem blauen Abendkleid und holte tief Luft. Die Dame sah ein bisschen aus wie ... natürlich … plötzlich wusste er es. Patricia Borrow hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit Elena, Bennetts Ehefrau. Kein Wunder, dass Bennett schlecht aussah. Der Kerl schien das Unglück regelrecht anzuziehen. Conelly erinnerte sich noch ziemlich genau an die mysteriösen Umstände von Elena Bennetts Tod. Mysteriös war normalerweise kein Wort, das er benutzte, aber wenn etwas in der Erinnerung haften blieb, das einem auch nach Jahren noch nicht passend erschien … Das hier war wenigstens eindeutig. Stewart Conelly streckte eine Hand aus und berührte das blonde seidige Haar. Er flüsterte: „Einfach wunderschön!“ Aber das würde er seiner Frau natürlich nicht erzählen. Die übrigen Gäste waren nachdrücklich zum Bleiben aufgefordert worden, und von störrisch bis hysterisch hatte Stewart Conelly es mit ungefähr jeder Reaktion zu tun bekommen. Christina Schofield hatte ihren Ex- Ehemann am Arm genommen und ihn in eines der angrenzenden Zimmer bugsiert. * * * Der Captain schlug sich ganz gut, so viel musste ihm Logan Bennett zugestehen. Glücklicherweise hatte er nicht mit angesehen, wie der Doc Justin die Platinmanschettenknöpfe abnahm und den Ärmel seines Hemdes über die Armbeuge schob. Die Manschettenknöpfte hätten Justin sicher keine Sympathien seitens Conelly eingebracht. Malcolm Gentry hantierte mit einer Spritze - ein leichtes Beruhigungsmittel, wie er sagte. Die Ruhe vor dem Sturm? So erschien es Bennett, denn irgendwann würde die Erinnerung den Schlaf wieder wegschieben und laut werden, ebenso laut wie zuvor. Das war nur eine momentane Pause. Wofür?, fragte er sich. Bennetts Anwesenheit hier war nicht länger gefragt, Christina würde sich darum kümmern. Das nahm Bennett jedenfalls an. Da war der geschockte Ausdruck im Gesicht des Captains, und Bennett hätte interessiert was Conelly durch den Kopf ging. Die Chancen, das zu erfahren, standen allerdings ziemlich schlecht. Bennett lehnte an der Wand seitlich eines Vertikos, auf dem eine Grünpflanze stand, bearbeitete seine eigenen Manschettenknöpfe und wägte gerade ab, ob es angemessen war, seine Smokingjacke abzulegen. Es war keinen Deut angemessen. Neben sich spürte er eine Bewegung. Kam da bereits das erste Veto? Wohl kaum. Emilia war es vollkommen gleich. Soweit er wusste, hing sie keinen Konventionen an. „Nicht“, bat sie Bennett, der sie erstaunt ansah. „Sonst sieht man Ihren Kummerbund überdeutlich. Entledigen Sie sich stattdessen besser des Vatermörders“, schlug die alte Dame vor. „Schauderhafte Bezeichnungen, die eigentlich längst aus der Mode gekommen sein sollten“, gab er zurück. Sie hatte recht. Man sah ihm die Trauer wahrscheinlich allzu deutlich an. Und Spekulationen dieser Art brauchte Bennett hier und heute nicht. „Aber nein, das Ding kommt so schnell nicht aus der Mode. Mord und Tod auch nicht.“ Sie nahm Bennett beiseite. „Lassen Sie uns gehen … in die Bibliothek.“ Bennett fragte sich, womit er Emilias Fürsorge verdient hatte. Er hätte gar nicht sagen können, wo im Haus er nach dieser Bibliothek suchen sollte, und fand sich schließlich in einem ovalen Raum wieder. Schweres Mobiliar, dunkel und glänzend, und durch und durch männlich. Der Geruch nach Pfeifentabak hing angenehm in der Luft. Die Bücherregale nahmen zu beiden Seiten beinahe die gesamte Wandlänge ein, nur eine Balkontür unterbrach das Bild. Die Bände waren offenbar nach Fach- und Interessengebieten geordnet und auf dem Glastisch lagen ein paar Zeitschriften über Kunst und der Katalog eines bekannten Auktionshauses. Bennett ließ sich auf der Couch nieder, die weniger gemütlich war, als es den Anschein machte, während Emilia hinüber zum Barwagen ging. Die alte Dame schenkte für Bennett und sich jeweils eine goldfarbene Flüssigkeit in ein Glas und drückte es ihm in die Hand. „Bourbon“, löste sie das Rätsel auf. „Sanfter und runder als Scotch.“ Bennett war zu ausgelaugt und zu müde, um zu protestieren. Und zu niedergeschlagen, um den Unterschied festzustellen. Emilia nahm in einem der weichen, ledernen Clubsessel Platz. „Nun trinken Sie schon, sonst hält man Sie am Ende auch...



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