May / Dömken / Schmid | Mein Hengst Rih | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 544 Seiten

May / Dömken / Schmid Mein Hengst Rih

Aus Karl Mays Reiseerzählungen
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7802-1601-4
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Aus Karl Mays Reiseerzählungen

E-Book, Deutsch, 544 Seiten

ISBN: 978-3-7802-1601-4
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieser Sonderband im Gewand der Gesammelten Werke ist ganz dem einzigartigen Araberhengst Rih gewidmet. Der trug Kara Ben Nemsi in sechs Karl-May-Romanen durch die Wüste und den ganzen Orient bis ins Reich des Schut. Nun hat er sich daraus gelöst und präsentiert sich in einem ungeheuer spannenden Buch, das sich weder junge, pferdebegeisterte Leser noch passionierte Karl-May-Sammler entgehen lassen sollten. Carl-Heinz Dömken, gleichermaßen Karl-May- wie Pferdekenner, hat alle Rih-Episoden zusammengestellt und zu einem Pferdebuch ganz besonderer Art verknüpft.

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Weitere Infos & Material


Vorwort

Die Löwenjagd
Verratene Gastfreundschaft
Der Blutpreis
Der Wortbruch
Mohammed Emins Tod
Rih wird geraubt
Das 'Geheimnis'
Über den Abgrund
Der letzte Ritt
Im Felsengrab


1. Vorwort
  Die liebe Leserin und der liebe Leser wissen sicherlich, wie sehr mein Leben mit Abenteuern in aller Welt ausgefüllt ist, und kennen wohl viele Schilderungen, die ich niederschrieb, um alle daran teilhaben zu lassen. Meine Erlebnisse füllen viele Bände. Unvergängliche und unvergessene Begegnungen mit Menschen aller Rassen und Kontinente haben mein Leben geprägt. Mein Blutsbruder Winnetou, der edle Häuptling der Apatschen, die Westmänner Old Firehand, Old Surehand, Sam Hawkens, Will Parker, Dick Stone, der lange Davy, der dicke Jemmy, Dick Hammerdull, Pitt Holbers, die ‚Tante‘ Droll, der Hobble-Frank und all die anderen sind auch gute Freunde der Leser meiner Abenteuer aus den ‚dark and bloody grounds‘ – aus dem Wilden Westen – geworden, in dem ich als Old Shatterhand einen guten Namen habe. Im Orient bin ich als Kara Ben Nemsi, als Karl, der Sohn der Deutschen, bekannt geworden und dort war zumeist mein guter Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud al Gossarah mein Begleiter, den ich als Diener engagiert hatte, der aber bald mein Freund und ‚Beschützer‘ wurde, ein liebenswertes Kerlchen mit dem Mut des Löwen, mit der Kunst der farbenprächtigen Rede des Orientalen begabt und mit der Aufopferung für mich, seinen Sihdi – den ‚Herrn‘ und Effendi. Unvergesslich aber wie der Hadschi Halef Omar ist mir mein Rih, das herrlichste Pferd, das ich je zwischen meinen Schenkeln hatte und das mir – obwohl ‚nur‘ ein Tier – zu einem Freund wurde, wie ich ihn nur selten in meinem Leben fand, das ganz bestimmt nicht gerade arm an Freundschaften war. Rih war der edelste Hengst arabischer Züchterkunst. Wie er in meine Hände kam, davon werde ich meinen Lesern in der nachfolgenden Geschichte erzählen. Vorweggenommen sei nur, dass die Beduinen nur wenige Rappen züchteten – es waren die Edelsteine ihrer Zucht, weil die Rappfarbe bei orientalischen Pferden so selten ist. Als Fohlen sind Rappen mausgrau oder bräunlich. Der Rappglanz zeigt sich beim ersten Fellwechsel innerhalb des ersten Lebensjahres des jungen Pferdes. Die Schimmelfarbe ist die eigentliche Farbe des arabischen Pferdes. Braune und Füchse sind seltener, Rappen Kostbarkeiten. Der Araber hält viel auf sein Pferd. Am berühmtesten sind die Nachkommen jener Tiere, die sich bei einem Feldzug des Propheten auszeichneten. Eine Stute, die von einer dieser Urahninnen abstammt, hat höheren Wert als eine andere von gleich altem Stamm, die vielleicht alle Vorzüge besitzt. Jeder Beduine hält den Stammbaum seines Pferdes heilig. Die Namen berühmter Tiere sind weithin bekannt, sodass zum Beispiel von einer Stute, die ihre Datteln im westlichen Marokko, also im fernen Maghreb, frisst, im fernen Ostarabien, ja in Kurdistan und Persien gesprochen wird. Man erzählt sich, dass der Prophet, als er noch sehr wenige Anhänger hatte, in ein arabisches Zeltdorf kam, um sich ein Pferd zu kaufen. Er wurde nach dem Weideplatz geführt, und als er dort anlangte, scheuten alle Tiere, als ob sie von seiner Herrlichkeit geblendet wären. Nur das einzige Graue unter ihnen kam herbei und beugte seine Knie vor dem Gesandten Allahs, um ihm zu huldigen. Der aber stieg sofort auf und sagte: „Gesegnet sei dieses Ross! Es soll den ersten Diener Allahs tragen, und verflucht sei, wer an seinen Nachkommen einen Fehler findet!“ Seit jenen längst vergangenen Tagen tragen alle Abkömmlinge dieses Pferdes die graue Farbe. Sie werden heiliggehalten, nur selten, und dann zu unglaublich hohen Preisen, verkauft, und auf ihre Zucht verwendet man solche Sorgfalt und Mühe, dass ihr Stammbaum niemals einen Makel zeigt. Mohammed, der Prophet, hatte einen langen, beschwerlichen Marsch in glühender Sonnenhitze zurückgelegt. Weder Reiter noch Pferd hatten sich an einem Tropfen Wasser laben können; Menschen und Tieren klebte die Zunge am Gaumen, der Durst war fürchterlich und viele fühlten sich dem Verschmachten nahe. Da endlich kam man an einen kleinen Bach. Alles stürzte sich an das Wasser. Nur dreißig Pferde, alles edle Stuten, blieben stehen, um zu warten, bis ihre Herren ihnen das Trinken erlauben würden. Mohammed segnete sie und schrieb ihre Namen eigenhändig auf Pergamenttafeln, die er den Besitzern dieser Pferde aushändigte. So entstanden die Stammbäume für die Nachkommenschaft dieser Stuten. Wer noch nie auf einem solchen Pferd saß, und das wird wohl bei den meisten Menschen der Fall sein, der hat keine Ahnung von der Schnelligkeit eines echten und in der freien Wüste aufgewachsenen arabischen Rosses. Man sage, was man wolle, ich behaupte doch immer und immer wieder, es kommt ihm keines unserer berühmtesten Rennpferde gleich. Winnetou, mein Blutsbruder, war ein erlesener Kenner edler Pferde und die Apatschen züchteten hochklassige Renner. Wir ritten im Wilden Westen die weitaus besten Pferde. Hatatitla hieß mein Rapphengst, was Blitz heißt. Hatatitlas Bruder war Winnetous Lieblingspferd und trug den Namen Iltschi, das bedeutet Wind. Meine Leser werden sich erinnern, dass Winnetou nur einmal die Jagdgründe seiner amerikanischen Heimat verließ, um mir zu helfen, die verbrecherischen Brüder Melton zu jagen und zur Strecke zu bringen. Wir hatten die Meltons – Satan und Ischariot – in Amerika verfolgt, doch ihre Spur führte mich dann in den Orient. Dort kam mir Winnetou, für mich völlig überraschend, zu Hilfe und wir waren beide auf arabischen Pferden beritten, die indes mit Rih nicht zu messen waren. Winnetou war, was selten bei ihm vorkam, begeistert: „Scharlih“, rief er mir zu, „denkst du an deinen Hatatitla?“ „Und du an deinen Iltschi?“, nickte ich. Das waren die beiden Indianerhengste, die wir drüben in der Savanne geritten hatten, die zwei vortrefflichsten Pferde, die mir drüben vor die Augen und unter die Hände gekommen waren, und dennoch jauchzte er: „Hundert solche Hatatitla und hundert solche Iltschi für ein einziges von den Pferden, die wir jetzt reiten. Selbst der große Manitou reitet in den ewigen Jagdgründen kein besseres!“ Arabische Pferde sind ungemein gelehrig und vertrauen sich im Leben nur einem Menschen an: ihrem Herrn. Natürlich sind nicht alle Araberpferde von vorzüglicher Rasse und Abstammung. Als Kenner des edelsten Blutes musste ich meinem Freund Halef einmal eine große Enttäuschung bereiten, als er mir voller Stolz einen Rapparaberhengst vorstellte: „Du hast ihn noch nicht gesehen, ich wollte dich überraschen. Es ist ein echter Nedschdhengst, dessen Stammbaum ich leider nicht besitze.“ „Unmöglich! Ein so kostbares Pferd – ohne den Stammbaum?“ „Es ist so! Als die Abu Hammed sich zum letzten Mal gegen uns erhoben, mussten sie den Frieden mit Pferden und Kamelen bezahlen, unter denen ich selbst die Auswahl traf. Das beste ihrer Pferde war der Rapphengst, den ich meine. Ich nahm ihn für mich, das war die schwerste Strafe, die sie treffen konnte, und ich weiß, dass sie diesen Verlust selbst heute noch nicht verwunden haben. Der Hengst wurde von einem Raubzug mitgebracht und es war von niemand zu erfahren, wer der frühere Besitzer des Tieres gewesen ist. So kommt es, dass ich einen echten Nedschdhengst, aber nicht auch seinen Stammbaum besitze.“ „Aber einen Namen hat er doch?“ „Wie er früher geheißen hat, weiß ich nicht. Bei den Abu Hammed wurde er El Atim[1] genannt, seiner Farbe wegen. Das war mir nicht genug, denn er verdient einen edleren Namen. Da fiel mir der Rapphengst ein, den dir, wie du mir erzähltest, dein Freund Winnetou, der rote Scheik, geschenkt hat. Sag, wie war der Name dieses Pferdes?“ „Hatatitla.“ „Bedeutet das nicht so viel wie Barkh[2] in meiner Sprache?“ „Ja.“ „Das wusste ich noch, du hast es mir gesagt, und darum habe ich das Pferd El Barkh genannt, weil dir der Hengst deines roten Freundes stets so teuer gewesen ist. Komm und sieh dir seinen Namensbruder an!“ Halef führte mich ein großes Stück in die Steppe hinein, bis dahin, wo die Kamelhirten ihre Tiere beaufsichtigten. Es befand sich nur ein einziges Pferd dort, der Nedschdi, den ich sehen sollte. Als er uns bemerkte, kam er auf uns zu und ließ sich von Halef liebkosen. „Nun, Sihdi, wie gefällt er dir?“, fragte dieser. Der Rappe hatte eine kleine, schmale Blesse unter der breiten Stirn. Der schön gebogene, feine Hals trug einen kleinen Kopf mit spitzen, geradestehenden Ohren. Die Nase war sanft zugespitzt, das Auge hervorstehend und feurig, die Brust breit, der Widerrist scharf, der Rumpf kurz, das Bein sehnig und der Huf klein, rund und hart. Lobenswert war der schöne Schweifansatz, weniger aber das lange und dichte Mähnenhaar. Ohne die Frage des Hadschi gleich zu beantworten, unterwarf ich das Pferd einer genauen Prüfung, mit der Besichtigung der Augen beginnend und mit der Untersuchung des Hufs aufhörend. Dann musste Halef es mir in allen Gangarten vorreiten. Als er abstieg, wiederholte er seine Frage: ...


Karl May (1842-1912) ist mit einer Auflage von 100 Mio. Exemplaren - davon allein 80 Mio. aus dem Karl-May-Verlag (inkl. Lizenzen) - der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache! Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Die fremdsprachige Auflage weltweit wird auf weitere 100 Mio. Bände geschätzt.



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