Mattes | Entführt von einer Nixe | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

Mattes Entführt von einer Nixe

Abenteuer mit der Nixe vom Bodensee
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7407-2128-2
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Abenteuer mit der Nixe vom Bodensee

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

ISBN: 978-3-7407-2128-2
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sabine langweilt sich in den Pfingstferien, da sie ihre Eltern zu einer Unterwasserexkursion an den Teufelstisch im Bodensee begleiten muss. Der Ausflug entpuppt sich jedoch für das Mädchen als Abenteuer ihres Lebens. Denn sie trifft eine waschechte Nixe, von der sie auch noch durch ein Raum-Zeit-Portal in eine geheimnisvolle Unterwasserwelt entführt wird. Zunächst ist Sabine fasziniert von den neuen Eindrücken, bis sie erfährt, dass sie ab jetzt für immer hier bleiben soll ... aber eine Flucht scheint unmöglich, da sie nicht weiß, wie man durch die Portale zurückreisen kann, durch die sie gekommen ist. Kann ihr der legendenhafte Doktor Snow dabei helfen? Doch dazu muss sie ihn erst einmal finden. BONUS: Dazu gibt es im Anhang zauberhafte Basteltipps (mit Anleitung und Farbfotos) von Katharina Lindner. So können kleine Nixen sich Schmuck und andere Gegenstände im Meeresdesign leicht nachbasteln

Daniela Mattes, geb. 1970, Diplom-Verwaltungswirtin (FH) hat ihre schriftstellerische Laufbahn 2005 begonnen. Seither ist sie praktisch in jedem Genre vertreten und hat neben Zeitungsartikeln auch in verschiedenen Verlagen Kinderbücher, Fantasybücher, historische Romane und esoterische Bücher veröffentlicht. Für den Ancient Mail Verlag hat sie bereits einige Bücher ins Deutsche übersetzt.
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„Sabine? Sabiiiiiiine?“ Linda klopfte an die Badezimmertür, hinter der sich ihre 12-jährige Tochter verbarrikadiert hatte. Vermutlich lag sie wieder in der Badewanne und übte Tauchen, anstatt ihre Hausaufgaben zu machen. Als Sabine auch nach mehreren Versuchen keine Antwort gab, öffnete Linda die Tür.

Tatsächlich. Sabine lag in ihrem Lieblingsoutfit, dem Meerjungfrauenkostüm, in der Wanne. Völlig untergetaucht mit geschlossenen Augen und aufgeblähten Backen hielt sie wohl krampfhaft die Luft an. Am Arm trug sie die wasserdichte Uhr, die sie sich im Februar zum Geburtstag gewünscht hatte. Linda musste nicht lange raten: Sabine wollte damit die Zeit stoppen. Sie übte praktisch täglich – auch außerhalb des Wassers, was aber nicht besonders effektiv war.

Linda seufzte. Sie war selbst Tauchlehrerin und ihr Mann Christoph Unterwasser-Archäologe. Da war es ganz normal, dass sich auch ihre Tochter für das Leben im Wasser und das Tauchen und Schwimmen interessierte. Trotzdem wollte Linda nicht, dass Sabine sich jetzt schon mit den verschiedenen Tauchdisziplinen beschäftigte.

Mit verschränkten Armen baute sich Linda vor der Wanne auf und wartete, bis Sabine wieder aus den Fluten der Badewanne auftauchen würde. Die ersten Bläschen ließ sie bereits ins Wasser ab, dann tauchte sie prustend und ziemlich unelegant aus dem Wasser auf und setzte sich keuchend auf. Ein schneller Blick auf die Uhr und ein mürrischer Gesichtsausdruck zeigten Linda, dass ihre Tochter mit dem Ergebnis nicht zufrieden war.

„Das sieht irgendwie nicht nach Hausaufgaben aus“, bemerkte Linda leicht sauer und Sabine starrte erschrocken zu ihrer Mutter auf. Sie hatte sich so sehr auf die Tauchübung konzentriert, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass Linda vor der Wanne stand.

„Ich mach die Hausaufgaben gleich, ich musste nur unbedingt an meinem neuen Rekord arbeiten, bevor ich Mathe mache.“ Umständlich versuchte Sabine, sich aus dem Nixenkostüm zu pellen – einem langen Nixenschwanz und einer Monoflosse, die über den regulären Bikini gezogen wurden. Das war in der engen Wanne nicht so einfach. Schließlich stieg sie aus der Wanne heraus und hinterließ nasse Fußspuren auf dem Badezimmervorleger, während sie sich an dem kleinen Schränkchen ein Badetuch herauskramte.

„Hättest du nicht das Tuch schon vorher bereitlegen können, um nicht das ganze Bad unter Wasser zu setzen?“, fragte Linda stirnrunzelnd.

„Sorry, Mama. Ich denke beim nächsten Mal dran!“

Linda seufzte.

„Das habe ich schon mehrmals gehört. Wenn wir ab jetzt jedes Mal 10 Cent in ein Sparschwein werfen, wenn du das behauptest und nicht einhältst, dann können wir bald ein neues Boot davon kaufen.“

Sabine kicherte während sie sich abtrocknete.

„Das hätte doch auch was für sich“, lachte sie gedämpft unter dem Badetuch hervor, das sie über den Kopf gezogen hatte, um sich die Haare trocken zu rubbeln.

„Übrigens habe ich schon 2 Minuten geschafft“, verkündete sie stolz.

„Nicht schlecht“, meinte Linda. „Aber du wirst noch eine ganze Weile üben müssen, bis du dein Vorbild eingeholt hast.“

Mit dieser Bemerkung spielte Linda auf den spanischen Taucher Aleix Segura an, der im Februar 2016 einen Weltrekord im sogenannten Zeittauchen oder auch „statischen Apnoe“ aufgestellt hatte.

Diese Profis inhalieren zuerst reinen Sauerstoff und tauchen dann in einem Schwimmbecken einfach unter, wo sie reglos im Wasser die Luft anhalten. Für Zuschauer ist das ziemlich unspektakulär. Dieser spanische Superheld hatte es geschafft, ganze 24,03 Minuten die Luft anzuhalten. Und Sabine war so fasziniert davon gewesen, dass sie sich vorgenommen hatte, so lange zu üben, bis sie diesen Weltrekord brechen konnte.

Dabei hatte Linda aber ganz und gar nicht vor, ihre Tochter mit purem Sauerstoff abzufüllen und fast eine halbe Stunde unter Wasser tauchen zu lassen. Beim normalen Zeittauchen, was sie ihr durchaus beibringen wollte, fiel der pure Sauerstoff weg und man hielt einfach so die Luft an. Aber auch dabei lag der Rekord der Männer bei fast 12 Minuten und bei den Frauen immerhin bei 9 Minuten.

Als Tauchlehrerin kannte sie die verschiedenen Disziplinen und als Mitglied der DLRG (Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft) und der Wasserwacht war sie selbst eine ziemlich gute Streckentaucherin. Diese Disziplin wird manchmal mit und manchmal ohne Flossen ausgeübt.

Die Teilnehmer springen dabei mit einem Hechtsprung ins Wasser und halten dann die Luft an. Anschließend versuchen sie, unter Wasser eine möglichst lange Strecke zurückzulegen. Wer anderen Menschen das Leben retten will, muss das Streckentauchen ziemlich gut beherrschen und auch eine Prüfung darüber ablegen. Die Rekorde in diesem Bereich liegen – je nachdem, ob mit oder ohne Flossen und ob bei Frauen oder Männern – zwischen 200 und 300 Metern.

Es ist jedoch nicht ganz ungefährlich, denn wenn man so lange die Luft anhält, kann man ohnmächtig werden, daher stehen bei den Wettbewerben auch immer viele Helfer bereit, um zur Not ihren Kollegen rechtzeitig aus dem Wasser zu holen. Linda würde ihre Tochter nicht davon abhalten, alle Tauch- und Schwimmdisziplinen auszuprobieren, die sie wollte. Aber nicht mit 12 Jahren und auch nicht alle auf einmal. Zum Glück musste sie sich vorerst nur mit einer davon befassen.

Und warum musst du heute unbedingt so dringend Tauchen üben?“, fragte Linda, während sich Sabine in ihre Jogginghose und ihr T-Shirt warf.

„Na, weil doch in Überlingen im Strandband das Meerjungfrauenschwimmen stattfindet. Und da will ich mit Barbara, Julia und Isabell hingehen. Kannst du uns fahren?“

„Wann soll das denn sein?“

„Na, jetzt an Pfingsten, beim Kinderferienprogramm. Am nächsten Dienstag, am 11. Juni von 15 bis 17 Uhr.“

„An Pfingsten? Ausgerechnet. Das ist ganz ungünstig, Sabine. Denn da begleite ich deinen Vater bei ein paar Untersuchungen am Teufelstisch. Er hat eine Sondergenehmigung bekommen für einen Tauchgang, weil er ein paar Daten für die Unterwasservermessungen des Bodensees beisteuern will.“

Sabine wusste, dass ihr Vater gerne rund um den gefährlichen Teufelstisch tauchte, wo das Tauchen den Privatpersonen wegen mehrerer Todesfälle verboten worden war. Er bekam aber wegen seiner wissenschaftlichen Arbeit ab und zu eine Sondergenehmigung.

Und auch, dass der Bodensee vermessen und untersucht wurde und man dabei verschiedene historische Hinweise gefunden hatte, hatte sie am Rande mitbekommen. Sie interessierte sich allerdings nicht so sehr für die Details und die Geschichte von dem „Projekt Tiefenschärfe“, über das die Eltern sich unentwegt unterhielten.

Sie konnte sich nicht wirklich für die 3D-Bilder des Sees begeistern. Auch wenn natürlich einige Daten „hängengeblieben“ waren. Das war unvermeidbar, wenn man zum x-ten Mal hörte, dass der See rund 90 bis 250 Meter tief war und 63 km lang. Aber was sie wollte, war eigentlich nur eines: Schwimmen!

Wie immer bedauerte sie es, dass sie nicht als Meerjungfrau geboren worden war, wie Arielle. Es musste herrlich sein, so unter Wasser leben zu können und mit den Fischen zu schwimmen …

„Ach, Mama, du kannst uns doch dort kurz absetzen, wenn ihr sowieso am See unterwegs seid!“

„Sabine, Überlingen und Wallhausen liegen ja nun nicht gerade direkt nebeneinander. Ich muss erst mit deinem Vater sprechen, was er geplant hat. Außerdem wollen wir morgens schon los und dein Schwimmen beginnt erst nachmittags. Kurz absetzen funktioniert also nicht. Vielleicht kann ja auch Barbaras Mutter euch fahren?“

Sabine schüttelte enttäuscht den Kopf. „Nein, Barbaras Eltern sind ein paar Tage verreist und Barbara ist bei ihrer Oma. Und die Eltern von Julia und Isabell müssen arbeiten. Die können uns nicht mitten am Tag in der Gegend herumfahren.“

Linda zuckte mit den Schultern. „Das kann ich leider auch nicht ändern. Aber was dachtest du denn, was ich an einem Dienstagnachmittag zu tun habe? Zufällig arbeite ich auch. Ich könnte allerdings mit deinem Vater sprechen, dass wir dich einfach mit an den Teufelstisch nehmen. Du kannst uns dann zuschauen und nebenbei in der Sonne bräunen. Nimm doch ein paar Bücher mit. Als Leseratte hast du ja genügend Auswahl.“

Sabine rümpfte die Nase. Auf dem blöden Boot warten, während die Eltern einen spannenden Tauchgang absolvierten, war nun nicht gerade das, was sie sich für die Pfingstferien vorgestellt hatte.

„Kann ich mit runtertauchen?“, fragte sie hoffnungsvoll.

„Spinnst du?“, rutschte es Linda heraus. „Du kannst natürlich NICHT mit uns da runtertauchen. Erstens kannst du noch nicht tauchen und zweitens ist das sogar für geübte Taucher schwierig. Das Landratsamt hat ja nicht umsonst schon 1994 ein Tauchverbot erlassen.“

Sabine schmollte. „Aber...



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