E-Book, Deutsch, 123 Seiten
Mather Wo bist du - Traumfrau?
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7457-5390-5
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 123 Seiten
ISBN: 978-3-7457-5390-5
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Elizabeth wünscht sich ein Kind, und der prickelnde One-Night-Stand mit Alex Thiarchos ist nur Mittel zum Zweck. Dass sie ihn in der Millionenmetropole London zufällig wiedertrifft, ist ausgeschlossen! Damit besteht auch kein Risiko, dass sie sich in ihn verliebt. Oder?
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1. KAPITEL
Alex bemerkte die junge Frau sofort, als sie das Zimmer betrat. Er stand beim Erkerfenster, ein Glas abscheulichen Cocktails in der Hand, und hatte sich gerade gefragt, wann er sich endlich verabschieden könne, ohne die Gastgeber zu kränken.
Partys mochte er nicht besonders. Er war nur gekommen, weil es sich um die Geburtstagsfeier seines Neffen Nick handelte und jemand die ältere Generation der Familie repräsentieren musste.
Die junge Frau fiel Alex deshalb auf, weil sie dezent gekleidet war. In der vergangenen Stunde – die ihm viel länger vorgekommen war – hatte er die Annäherungsversuche etlicher junger Damen abgewehrt, die es anscheinend für schick hielten, zu einer Party in London möglichst wenig anzuziehen. Die Unbekannte hingegen trug ein hochgeschlossenes schwarzes Kleid, in dem sie auf den ersten Blick wie eine Klosterschülerin zwischen Haremsdamen wirkte.
Das Kleid ist gar nicht übel, überlegte Alex kritisch. Es lag eng an und endete weit über den Knien, aber da die Frau dazu schwarze Strümpfe trug, war der erste Eindruck fast züchtig. Die Beine waren allerdings auffallend lang und wohlgeformt, wie es zu einer so großen, schlanken Frau passte, stellte Alex anerkennend fest.
Die „Dame in Schwarz“, dachte er beiläufig, lehnte sich gegen die Wand und schaute misstrauisch in sein Cocktailglas. Das Getränk war eigenartig grün. Nicks Freundin Christina behauptete, es sei Punsch, aber es schmeckte eigentlich nicht danach, fand Alex. Vielleicht wurde er einfach zu alt für solche Partys? Jedenfalls wäre ihm ein Whisky mit Soda lieber gewesen.
Zur Hölle mit der Party, fluchte Alex insgeheim. Sobald er Nick in dem Gewühl gefunden hatte, würde er sich verabschieden, denn dann er hatte seine Pflicht getan.
„Hallo!“
Der beiläufige Gruß unterbrach Alex’ düstere Gedanken. Er musste sich zusammennehmen, um höflich zu reagieren. Widerstrebend blickte er auf, da er einen weiteren plumpen Annäherungsversuch erwartete, doch plötzlich war seine Aufmerksamkeit gefesselt. Die Frau, die ihn angesprochen hatte, war nämlich die „Dame in Schwarz“.
„Oh! Hallo“, erwiderte Alex und merkte erst jetzt, dass er vorhin das Gesicht der Frau nicht beachtet hatte. Sie war auffallend attraktiv, zwar keine klassische Schönheit, aber eine Frau, der man mehr als nur einen flüchtigen Blick gönnte.
„Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mich Ihnen anschließe?“, fragte sie. Alex schüttelte den Kopf. „Ich fand, Sie sehen irgendwie einsam aus“, fügte sie hinzu.
Diese und ähnliche Worte hatte er an dem Abend schon x-mal gehört, doch von ihren Lippen – schön geschwungenen, halb geöffneten Lippen, wie Alex feststellte – klangen sie sogar ehrlich.
„Nicht einsam, gelangweilt“, berichtigte er trocken und besann sich dann auf seine Manieren. „Nicht von Ihnen natürlich.“
Sie lächelte, und Alex war von ihrer perfekten, zarten Schönheit begeistert. Die junge Frau war silberblond, ihre Haut sehr hell, und die großen Augen waren tiefblau. Er überlegte, was für einen Kontrast sie nebeneinander bieten mussten, da er selbst ein südländisch dunkler Typ war, mit schwarzem Haar, bräunlicher Haut und dunkelbraunen Augen.
Was will die schöne Unbekannte ausgerechnet von mir? fragte sich Alex, während er ihre hohen Wangenknochen, die gerade Nase, den sinnlichen Mund und das feste Kinn bewunderte. Ganz zu schweigen von der schlanken und doch wohlgerundeten Figur. Die junge Frau hätte jeden Mann im Raum ansprechen können, ohne zurückgewiesen zu werden. Tatsächlich fand Alex ihr schlichtes Kleid äußerst sexy zwischen all dem zur Schau gestellten nackten Fleisch. Und den anerkennenden Blicken nach zu urteilen, die die anderen Männer ihr zuwarfen, ging es nicht ihm allein so.
Warum also hatte sie sich direkt auf ihn konzentriert, obwohl er sie nicht ermutigt, ja, sie nicht einmal richtig angesehen hatte, bevor sie ihn ansprach? An seinem Aussehen konnte es nicht liegen, denn in den Jeans und mit der Lederjacke über dem Hemd sah er so aus wie die meisten Gäste – abgesehen davon, dass er entschieden älter war.
Oder wusste die junge Frau, wer er war?
„Ich mache mir auch nicht viel aus Partys“, gestand sie und unterbrach damit seine Grübeleien. Sie wies auf das Glas mit der grünlichen Flüssigkeit in ihrer Rechten. „Was ist das eigentlich? Etwa Fusel?“
Alex musste lächeln. „Der wäre mir sogar lieber“, sagte er und rümpfte die Nase. „Es schmeckt jedenfalls wie Katzen… na, Sie wissen schon. Seien Sie lieber vorsichtig damit.“
Ihr helles Lachen war ansteckend, und einige Leute sahen zu ihnen herüber, darunter Nick. Hoffentlich glaubt er nicht, ich hätte mir die junge Frau geangelt, dachte Alex besorgt.
„Wie heißen Sie?“, erkundigte sich die Unbekannte.
Die Frage hatte Alex erwartet. Wusste die junge Frau es wirklich nicht? Oder tat sie nur so? In dem Fall wäre klar, warum sie ihn angesprochen hatte, und das hätte ihn enttäuscht.
„Ich heiße Alex“, sagte er nach kurzem Zögern. „Alex Th…Thorpe.“
„Das klingt nett“, erwiderte sie freundlich. Anscheinend glaubte sie ihm. „Ich bin Elizabeth Ryan“, stellte sie sich vor und schüttelte ihm die Hand. „Schön, Sie kennenzulernen, Alex.“
Ihre Hand fühlte sich so angenehm weich und zart an, dass er sie länger als üblich festhielt.
Anscheinend hatte die junge Frau nichts dagegen, denn sie machte keine Anstalten, sie zurückzuziehen. Im Gegenteil, Elizabeth sah zufrieden aus, als sie seine Reaktion bemerkte.
Schließlich gab er ihre Hand frei und steckte seine in die Hosentasche, wie um sie aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Gefahr? dachte er dann verwundert, trank einen großen Schluck des sogenannten Punschs und hätte am liebsten geflucht. Das Zeug musste stärker sein, als es aussah, denn Alex hatte sich seit Jahren nicht so … so berauscht gefühlt.
„Wen kennen Sie denn?“, erkundigte sich Elizabeth, trank ebenfalls und verzog das Gesicht.
„Wie bitte?“, fragte Alex verwirrt.
„Sind Sie ein Bekannter von Nick oder von Christina?“, erläuterte Elizabeth und trat einen Schritt beiseite, um nicht von einem tanzenden Paar angerempelt zu werden. „Ich bin eine Kollegin von Christina, aber sie hat Sie noch nie erwähnt.“
„Nein, ich kenne Nick“, antwortete Alex. „Schon seit Langem.“
„Aha.“ Sie nickte und sah sich in dem überfüllten, verrauchten Wohnzimmer um. „Ich hätte nicht gedacht, dass Christina so viele Leute um sich schart. Ob alle Gäste tatsächlich eingeladen sind?“ Sie strich sich mit der Zungenspitze über die Lippen. „Wahrscheinlich nicht, aber wer fragt schon danach?“
„Ich jedenfalls nicht“, bemerkte Alex trocken, und sie lachte.
„Ich auch nicht“, stimmte sie zu und trat wieder einen Schritt näher, wobei sie zufällig seinen Oberschenkel streifte.
Nun nahm Alex den Duft wahr, der sie umgab, eine Mischung aus dezentem Parfüm und einem Hauch Zitrone, der von ihrem Haar ausging. Elizabeth hatte ziemlich kurzes, perfekt geschnittenes Haar, das ihr Gesicht locker umrahmte und durch das sie ab und zu mit den Fingern strich. Alex hätte das auch gern getan …
Du bist verrückt, sagte er sich streng. Höchste Zeit, nach Hause zu gehen, wie du schon längst vorhattest. Doch seit Elizabeth hereingekommen war, hatte er es nicht mehr eilig.
Was sein Vater wohl sagen würde, wenn er wüsste, warum Alex den Aufbruch hinauszögerte? Der alte Herr, ein richtiger Familientyrann, hatte ihm immerhin befohlen, ein Auge auf Nick zu halten, der häufig unüberlegt handelte und viel zu leicht zu beeindrucken war. Obwohl die Familie fürs Erste Nicks Beziehung zu Christina stillschweigend duldete, bestand kein Zweifel, dass Nick einmal eine reiche Frau heiratete, die sein Großvater für ihn aussuchen würde.
Auch wenn Alex fand, sein Vater mische sich viel zu sehr in das Leben seiner Angehörigen ein, konnte er es nicht ändern. Nicht einmal, wenn es um seinen eigenen Sohn Tony ging. Er, Alex, hoffte nur, nie so selbstherrlich und herrisch zu werden … Doch wie auch immer, er war heute Abend hier, um einen dämpfenden Einfluss auf Nick auszuüben, und nicht, um sich selbst von einer unbekannten jungen Frau umgarnen zu lassen.
„Haben Sie schon gegessen?“, erkundigte er sich plötzlich.
Elizabeth betrachtete ihn fragend. „Nein, aber ich vermute, es gibt hier ein kaltes Büfett.“
Damit hätte Alex sich noch aus der Affäre ziehen können, doch er tat es nicht. „Ich meinte eigentlich, würden Sie mit mir irgendwo anders zu Abend essen? Ich jedenfalls könnte jetzt etwas frische Luft brauchen.“
„Oh.“ Elizabeth schien zu überlegen. „Ich bin mir nicht sicher, ob …“
„Ich bin höchst respektabel“, unterbrach er sie. „Und ich meine wirklich nur ein gemeinsames Essen. Die Einladung ist kein Vorwand, Sie in mein Bett zu locken.“
„Ach nein?“ Sie lächelte vieldeutig, und ihm wurde heiß. „Na ja, dann muss ich mich wohl mit einem Essen mit Ihnen begnügen. Ich sage nur schnell Christina Bescheid.“
Nachdem sie gegangen war, kam Nick zu Alex, der erklärte, warum er jetzt gehen wollte.
„Du führst eine fremde Frau zum Essen aus?“, fragte Nick ungläubig und sah seinen Onkel so...




