Mather | Flitterwochen in der Karibik | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Mather Flitterwochen in der Karibik


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7453-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7453-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Diese Lilian ist hinreißend - und unmöglich! Der attraktive Manager Mark Kane soll die widerspenstige Schönheit aus der Karibik zurück nach London zu holen. Doch sie will nicht fort aus dem Paradies und wehrt sich - bis Mark sie zärtlich küsst ...



Ich habe schon immer gern geschrieben, was nicht heißt, dass ich unbedingt Schriftstellerin werden wollte. Jahrelang tat ich es nur zu meinem Vergnügen, bis mein Mann vorschlug, ich solle doch meine Storys mal zu einem Verlag schicken - und das war's. Mittlerweile habe ich über 140 Romances verfasst und wundere mich manchmal, wie schnell alles ging. Obwohl ich als Kind und auch als Teenager praktisch ständig geschrieben habe, habe ich keine Story wirklich beendet. Wenn mein Zimmer zu chaotisch aussah, kam meine Mutter herein, sammelte alle bekritzelten Blätter ein und warf sie in den Müll. So kam es, dass das Buch, das ich verfasste, als meine Tochter ein Baby war, das erste Werk war, das ich tatsächlich abschloss. Ich fand es schwierig, zwischen dem Haushalt und dem Kind genug Zeit zu finden und schrieb in jeder freien Minute auf ein Stück Papier - nicht gerade professionell, aber so war es halt damals. Mittlerweile sind meine beiden Kinder erwachsen, und ich habe zwei entzückende Enkel, die vier und sechs Jahre alt sind.

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1. KAPITEL

„In einer Viertelstunde landen wir, Mr Kane.“ Der Pilot sah von den Kontrolllampen auf und drehte sich zu seinem Passagier um.

Mark legte die Papiere beiseite, in die er seit dem Abflug von Saint Thomas vertieft war. „In Ordnung, Joe. Vielen Dank.“

„Gern geschehen, Mr Kane“, erwiderte der dunkelhäutige Pilot. „Wenn das Wetter so bleibt, müsste es eigentlich noch so hell sein, dass Sie die Insel sehen können. Der Sturm, der angekündigt wurde, taucht wohl doch nicht auf.“

Mark zögerte einen Augenblick. Nachdenklich sah er die Dokumente neben sich an, entschloss sich dann aber doch, sie in die Tasche zu packen, die sein einziges Gepäck darstellte. Sorgfältig ließ er das Schloss zuschnappen, bevor er sich höflich erkundigte: „Haben Sie hier öfter Stürme?“

„Aber nein!“ Joe lachte leise. „Ein bisschen Regen, jede Menge Sonne und ab und zu mal ein kräftiges Lüftchen, damit die Hitze erträglich bleibt. Sie werden von der Insel begeistert sein, Mr Kane.“

„Ich glaube nicht, dass ich lange genug hier bin, um mir eine Meinung bilden zu können“, entgegnete Mark, während er auf das blaugrüne Meer hinuntersah, das wie ein Aquamarin funkelte und blitzte. „Wo werden wir landen? Gibt es einen Flughafen?“

„Mit dieser guten alten Zuckererbse platsche ich einfach in Charlotte’s Bay hinunter.“ Joe lachte und klopfte liebevoll auf das Leitwerk. „So ein Wasserflugzeug ist praktisch. Damit kann man auf dem Wasser landen und dann an Land fahren. Der alte Gantry hat sein Haus direkt an der Bucht gebaut. Auf diese Weise weiß Miss Lilian sofort Bescheid, wenn jemand kommt.“

Nachdenklich schaute Mark aus dem Fenster. Er konnte nur hoffen, dass Lilian das Telegramm ihres Vaters erhalten hatte. Falls sie mit seiner Ankunft nicht rechnete, würde alles noch schwieriger werden. Außerdem wusste sie ja gar nicht, was ihr Vater von ihr wollte.

Während er ein wenig ungeduldig die langen Beine ausstreckte, wünschte er sich wieder einmal, dass Andrew ihn nicht in seine Privatangelegenheiten hineingezogen hätte. Als persönlicher Assistent von Andrew Forsyth wusste Mark über alles, was bei der Leitung der Forsyth-Werke Tag für Tag anfiel, genauso gut oder sogar noch besser Bescheid als sein Arbeitgeber. Er konnte ihm jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es darum ging, das weitverzweigte Unternehmen noch weiter auszubauen. Aber dass er nun dessen zwanzigjährige Tochter dazu bringen sollte, nach London zurückzukehren, weil ihr Vater sie zu Hause haben wollte – das war eine völlig andere Aufgabe. Lilian Forsyth musste doch sofort Verdacht schöpfen, dass hinter dieser Aufforderung mehr steckte als nur väterliche Sehnsucht.

Jetzt war es zu spät, um noch so zu tun, als hege ihr Vater tiefere Gefühle für sie. Seit dem Tag ihrer Geburt – Mark konnte sich an diesen Tag noch gut erinnern – war sie für Andrew Forsyth nichts als eine lästige Bürde gewesen. Hinzu kam, dass sie ihn ständig an ihre Mutter erinnerte, deren Leben geopfert werden musste, um das Kind zu retten. Das hatte Andrew Forsyth seiner Tochter nie verziehen.

Damals war Mark natürlich noch nicht Andrews Assistent gewesen. Er war gerade in die Firma eingetreten, ein blutjunger Angestellter, frisch von der Universität, mit einem ausgezeichneten Examen in Jura und Wirtschaftswissenschaften, aber ohne jegliche Erfahrung.

In den fast zwanzig Jahren, die seither vergangen waren, hatte sich jedoch allerhand getan. Nach und nach war er mit seiner Arbeitsleistung aufgefallen, sein guter Geschäftssinn fand Anerkennung. Und als er schließlich in die Chefetage geholt wurde und in den engsten Kreis von Andrews Mitarbeitern aufstieg, war auch Lilian Forsyth nicht mehr so weit entfernt gewesen. Dabei wusste er nicht viel von ihr. Zuerst kam ein Kinderfräulein nach dem anderen, dann folgte die Schulzeit an einer vornehmen Privatschule, und anschließend war Lilian in ein ebenso vornehmes Internat gekommen.

Erst vor fünf Jahren hatte Mark Lilian persönlich kennengelernt. Damals hatte Andrew ihn gebeten, sie bei einer Freundin abzuholen und dafür zu sorgen, dass sie ihre Maschine nach Zürich erreichte. Auf dem Weg zum Londoner Flughafen hatten sie kaum ein Wort gewechselt. Zuerst hatte Mark Lilian für schüchtern gehalten und hatte sich Mühe gegeben, sie aus der Reserve zu locken. Doch Lilian sah ihn nur mit ihren kühlen dunkelblauen Augen an, und Mark hatte sehr schnell gespürt, wie viel Verachtung in diesem Blick lag. Schlagartig war ihm klar geworden, dass Lilian Forsyth keineswegs scheu war, sondern sehr wohl wusste, was sie wollte und was nicht.

Nach dieser ersten Begegnung hatte Mark sie nur noch ein paar Mal flüchtig gesehen. Kurz nach ihrer Rückkehr aus dem Schweizer Internat war er ihr einmal vor dem Büro ihres Vaters begegnet. Sie kam gerade aus dem Zimmer und sah einfach durch ihn hindurch. Er hatte vermutet, dass sie sehr erregt war. Jedenfalls ließen die funkelnden Augen und ihre erhitzten Wangen auf heftige Gemütsbewegungen schließen, und Andrew war den restlichen Tag über launisch und unberechenbar. Aber war Andrew immer unberechenbar, wenn es um Lilian ging. Es war nicht anzunehmen, dass er jemals etwas billigen würde, was seine Tochter tat.

Vor zwei Jahren bekam Mark sie zuletzt zu Gesicht, kurz bevor sie aus England wegging. Andrew ließ wichtige Unterlagen im Büro liegen, und Mark brachte sie ihm abends vorbei. Als er vor dem Haus seines Chefs stand, kam Lilian mit einer ganzen Horde junger Leute nach Hause. Sie lärmten und lachten, und Mark konnte nicht beurteilen, ob das am Alkohol lag oder an Drogen oder ob womöglich beides mit im Spiel war.

Dann war Andrew aus seinem Arbeitszimmer gestürmt, und der Krach, der folgte, war alles andere als angenehm. Mark hätte sich aus den Streitereien lieber herausgehalten, aber Lilian hängte sich bei ihm ein und ließ nicht zu, dass er sich zurückzog. Offensichtlich wollte sie sich bei ihm Unterstützung holen, als der Zorn ihres Vaters sich über sie ergoss.

Lilian Forsyth war ein hochgewachsenes Mädchen gewesen, mit kurz geschnittenen blonden Haaren und einer schlanken Figur, die noch nicht voll entwickelt war. Tapfer hatte sie sich ihrem Vater entgegengestellt, ohne zu merken, dass Andrew Forsyth ihr gar nicht zuhörte. Mark konnte sich noch gut daran erinnern, wie leid sie ihm tat. Sie hätte doch wissen müssen, dass man sich Andrew Forsyth besser nicht widersetzte.

Wenn sie ihrer Mutter nicht so ähnlich gesehen hätte, wäre es ihrem Vater vielleicht eher möglich gewesen, das Vergangene zu vergessen. Aber Mark hatte Fotos von der ersten Mrs Forsyth gesehen, und deshalb wusste er nur zu gut, weshalb Andrew es nicht ertrug, seine Tochter um sich zu haben. Lilians Mutter war die einzige Frau gewesen, die er je geliebt hatte. Er heiratete noch dreimal, doch es wurde ihm kein Kind mehr geboren. Dabei wünschte er sich so sehr einen Sohn, der seine Nachfolge antreten sollte.

In jener Nacht hatte Mark nichts tun können, um Lilian beizustehen. Als sie das merkte, war sie auch ihm gegenüber ausfallend geworden. Ihre Freunde hatten sich längst davongeschlichen. Und schließlich stellte Andrew seiner Tochter ein Ultimatum. Wenn er weiterhin für ihren Lebensunterhalt aufkommen sollte, dann musste sie den Kontakt zu dieser Gruppe von Nichtstuern aufgeben – oder sie konnte ihre Koffer packen und verschwinden.

Sechs Wochen später erfuhr Mark, dass Lilian England verlassen hatte, um im Elternhaus ihrer Mutter auf Pulpit Island zu leben. Die Insel gehörte zu den Jungferninseln und war etwa hundertfünfzig Meilen von Saint Thomas entfernt. Sara Gantry, Lilians Mutter, war auf den Westindischen Inseln geboren. Früher hatte ihre Familie dort eine große Zuckerrohrplantage besessen. Aber der einst stolze Besitz hatte sich bereits vor dem Tod von Lilians Großeltern mehr und mehr aufgelöst. Das Haus stand jedoch noch, und Lilian war dort stets glücklich gewesen. Das wusste Mark von Andrew, der selten von Gewissensbissen geplagt wurde, aber seiner Tochter gegenüber wohl doch gelegentlich so etwas wie Reue empfand.

„Als sie noch kleiner war, hat sie dort oft die Ferien verbracht“, vertraute er Mark einmal an. „Sie schwimmt gern und geht angeln, und es macht ihr Spaß, mit Zeichenstiften und Wasserfarben herumzuspielen.“ Als sein Assistent darauf nichts erwiderte, fügte er hinzu: „Urteilen Sie nicht zu hart über mich, Mark. Lilian war für mich immer so etwas wie eine offene Wunde.“

Es wäre Mark ohnehin nicht in den Sinn gekommen, sich ein Urteil anzumaßen. Seine eigenen sechzehnjährigen Zwillinge lasteten ihm schwer genug auf der Seele. Wie konnte er Andrew einen Vorwurf machen, dass er sich nicht um seine Tochter kümmerte, wenn er selbst so wenig Zeit mit seinen Söhnen verbrachte?

Alison, seine geschiedene Frau, gab ihm die Schuld daran, dass die Jungen solche Schwierigkeiten machten. Es traf ja auch tatsächlich zu, dass er häufig unterwegs gewesen war, als die beiden heranwuchsen. Andrew verlangte sehr viel von seinen Mitarbeitern, und da das Unternehmen sich über den ganzen Erdball erstreckte, war Mark oft in Hongkong oder in San Francisco gewesen, anstatt zu Hause zu sein und sich seiner Familie zu widmen.

Aber war das alles wirklich ausschließlich seine Schuld? Alison war ganz begeistert gewesen, als Mark kurz nach der Hochzeit in die Chefetage geholt wurde. Sie hatte ihn stets ermuntert, sich bei seinem Arbeitgeber unentbehrlich zu machen, und es bereitete ihr auch keinerlei Schwierigkeiten, das höhere Gehalt auszugeben, das Marks Beförderung mit sich brachte.

Alison hatte sich die Zwillinge...



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