Maruyama | Overlord – Light Novel, Band 06 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 400 Seiten

Reihe: Overlord - Light Novel

Maruyama Overlord – Light Novel, Band 06

Die Männer des Königreichs Teil 2
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7593-1374-4
Verlag: TOKYOPOP GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Die Männer des Königreichs Teil 2

E-Book, Deutsch, Band 6, 400 Seiten

Reihe: Overlord - Light Novel

ISBN: 978-3-7593-1374-4
Verlag: TOKYOPOP GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Im Königreich Re-Estize beherrscht die finstere Organisation »Acht Finger« die kriminelle Unterwelt. Doch in letzter Zeit hat sie einige Rückschläge erlitten und so ihre mächtigste Kampftruppe, die »Sechs Arme«, in Bewegung gesetzt. Um die Prinzessin und das Land zu schützen, treten ihnen die »Blauen Rosen«, Abenteurer des Adamantit-Ranges, entgegen. Inmitten dieser entscheidenden Schlacht regt sich der geheimnisvolle Dämon Jaldabaoth. In den heftigen Konflikt verwickelt, wird die königliche Hauptstadt von seltsamen Flammen eingehüllt.

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1

3 später Flammenmond (September), 17:44 Uhr

Die Tür des Salons öffnete sich langsam.

Sie war gut geölt und hätte sich mühelos aufschieben lassen sollen, dennoch bewegte sie sich nur träge und schwergängig, als würde sie gegen etwas ankämpfen. Bei der Geschwindigkeit hätte man meinen können, dass sie Sebas Tians Gedanken las.

Sollte die Tür wirklich wissen, was in diesem Augenblick in ihm vorging, so wäre es ihm lieber gewesen, sie hätte sich überhaupt nicht geöffnet, stattdessen gab sie allerdings den Weg in den Salon frei.

Der Raum war genau wie immer, von den vier Heteromorphen, die dort auf ihn warteten, konnte man das nicht behaupten.

Einer ähnelte einem eisblauen Samurai. Seine eisige Aura war deaktiviert, während er mit einer silbernen Hellebarde in der Hand strammstand.

Ein anderer war ein Dämon. Welche Gedanken verbarg er wohl hinter seiner sarkastischen Miene?

Und in den Armen des Dämons lag ein Engel, der wie ein Fötus wirkte, dessen Flügel an vertrocknete Äste erinnerten.

Zu guter Letzt …

»Ich bitte ehrfürchtig, meine Verspätung zu entschuldigen.«

Während er seine Stimme mit reiner Willenskraft zur Ruhe zwang, verneigte sich Sebas mit fast schon religiöser Ehrerbietung in Richtung des einzigen sitzenden Wesens im Raum – als Haushofmeister und Butler bekleidete er unter seinen Kollegen eine der höchsten Positionen, doch das Wesen, das in ihm gleichzeitig Schrecken und Ehrfurcht weckte, gehörte zu den Absoluten, den einundvierzig Erhabenen Wesen.

Ainz Ooal Gown.

Er war der Herrscher der Großen Gruft von Nazarick, der über uneingeschränkte Macht gebot. Der Stab von Ainz Ooal Gown in seiner Hand verströmte eine schwarze Aura.

In seinen leeren Augenhöhlen glomm ein rötlicher Schimmer. Sein Blick musterte Sebas Tian von Kopf bis Fuß – obwohl er den Kopf gesenkt hielt, spürte er es.

Die Bewegung der Luft verriet ihm, dass Ainz ungeduldig wurde und theatralisch abwinkte.

»Schon in Ordnung. Mach dir deswegen keine Gedanken, Sebas. Ist ja auch meine eigene Schuld, dass ich unangekündigt aufkreuze. Wichtiger ist, solange du da drüben verneigt herumstehst, kommen wir nicht weiter. Rein mit dir.«

»Mein Gebieter!« Als Antwort auf die würdevolle Stimme hob Sebas Tian den Kopf und trat bedächtigen Schrittes ein – und augenblicklich lief es ihm kalt den Rücken hinunter. Seine scharfen Sinne spürten meisterhaft verborgene Feindseligkeit und Mordlust.

Langsam ließ er den Blick wandern. Die beiden Ebenenwächter in seinem Sichtfeld schienen ihn nicht weiter zu beachten – zumindest wäre das der Eindruck, den ein Unbeteiligter bekäme.

Sebas hingegen durchschaute die Situation.

Die herrschende Anspannung war alles andere als freundschaftlich. Tatsächlich stellte sie das genaue Gegenteil dar. Diese Art von Wachsamkeit fand man für gewöhnlich nicht unter Verbündeten.

Er verstand ihre Vorsicht und der Druck, den diese bei ihm auslöste, weckte in ihm die Frage, ob jeder der Anwesenden seinen wilden Herzschlag hören konnte.

»Ich denke, du solltest genau dort stehen bleiben.« Demiurges kalte Stimme ließ Sebas Tian abrupt anhalten.

Demiurge deutete auf eine Stelle, die ein wenig abseits ihres Gebieters lag. Natürlich nicht so weit entfernt, dass eine Unterhaltung dadurch erschwert würde, zudem war sie für eine Audienz mit einem Ranghöheren angemessen. Aber für gewöhnlich merkte Ainz an, Sebas sei zu weit entfernt, und forderte ihn auf, ein Stück näher zu kommen. Sein Schweigen in dieser Situation schuf eine Kluft, die breiter wirkte als der tatsächliche Abstand zwischen ihnen, und das bereitete ihm große Sorgen.

Darüber hinaus handelte es sich um die optimale Entfernung für einen Angriff durch Cocytus, was ihn nur noch nervöser machte.

Zusammen mit Sebas Tian hatte auch Solution den Raum betreten, allerdings stand sie jetzt direkt neben der Tür.

»Nun denn …« Ainz knackte mit den Knöcheln, obwohl nicht ganz klar war, wie er das anstellte, da seine Finger aus fleischlosen Knochen bestanden. »Als Erstes frage ich dich, ob ich erklären muss, warum ich hier bin.«

Dafür konnte es nur einen Grund geben. Allein die Umstände machten das deutlich.

»Nein, das ist unnötig.«

»Dann würde ich es gerne von dir persönlich hören, Sebas. Ich habe diesbezüglich keinen Bericht erhalten, aber wie es aussieht, hast du dir vor Kurzem ein Schoßhündchen zugelegt. Stimmt das?«

Ich wusste es.

Sebas fühlte sich, als hätte ihm jemand einen Eiszapfen in den Rücken gerammt. Gleich darauf bemerkte er, dass er seinem Herren nicht geantwortet hatte, und beeilte sich, das nachzuholen. »Ja, mein Gebieter!«

»Du hast nicht sofort geantwortet, Sebas. Ich frage dich erneut: Stimmt es, dass du ein niedliches kleines Schoßhündchen aufgelesen hast und dich nun darum kümmerst?«

»Ja, das stimmt!«

»Gut. Dann will ich Folgendes wissen. Warum hast du das nicht gemeldet?«

»Nun …« Während er zu Boden starrte, zitterten Sebas Tians Schultern ein wenig. Was kann ich sagen, um das Schlimmste zu vermeiden?

Sebas stand schweigend da, während Ainz ihn beobachtete und sich langsam in seinem Sessel zurücklehnte. Außer dem damit verbundenen unnatürlich lauten Quietschen war nichts zu hören. »Was ist los, Sebas? Sieht so aus, als würdest du wie ein Schwein schwitzen. Wenn du ein Taschentuch brauchst, kann ich dir gerne eines leihen …« Mit einer übertrieben ausholenden Geste zauberte Ainz von irgendwoher ein schneeweißes Taschentuch hervor, das er zwischen Daumen und Zeigefinger hielt. Gleichgültig warf er es in Sebas Tians Richtung. Das Tuch öffnete sich, flatterte über den Schreibtisch hinweg und fiel sanft zu Boden.

»Ich gestatte dir, es zu benutzen.«

»Vielen Dank mein Gebieter.« Sebas trat einen einzelnen Schritt vor, nahm das Stofftuch an sich. Dann zögerte er.

»Keine Bange, da klebt nicht das Blut deines Schoßhundes dran oder so. Ich ertrage es nur nicht, dich so verschwitzt zu sehen.«

»Oh … Verzeiht mein ungebührliches Aussehen.« Sebas Tian entfaltete das Taschentuch, um sich die ölige Feuchtigkeit von der Stirn zu wischen. Der Stoff saugte mehr als erwartet auf und verfärbte sich dunkel.

»Nun denn, Sebas. Ich habe dich mit dem Befehl in die königliche Hauptstadt geschickt, dir ein umfassendes Bild von allem zu machen, und diese Beobachtungen an Nazarick weiterzuleiten. Das habe ich getan, weil es ohne entsprechendes Wissen schwierig ist, die wertvollen Informationen vom Müll zu trennen. Und in all den von dir eingereichten Dokumenten hast du bisher sogar so Kleinigkeiten wie Gerüchte erwähnt, die dir auf der Straße zu Ohren gekommen sind, richtig?«

»Ja, das ist korrekt.«

»Also, Demiurge, nur zur Bestätigung, was hast du zu sagen? Ich habe dir Sebas’ Dokumente gegeben, um einen Blick darauf zu werfen, oder? Hat er irgendwo sein Schoßhündchen erwähnt?«

»Nein, Lord Ainz. Ich habe sie mehrmals gelesen, konnte darin allerdings nicht den geringsten Hinweis darauf entdecken.«

»Verstehe. Also, Sebas. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen frage ich dich noch mal: Warum hast du nichts davon erwähnt? Ich will wissen, warum du meine Befehle ignoriert hast. Waren die Worte von Ainz Ooal Gown es nicht wert, von dir befolgt zu werden?«

Die Frage erschütterte den Raum wie eine geräuschlose Explosion.

Sebas Tian beeilte sich verzweifelt zu antworten. »Natürlich waren sie das, mein Gebieter. Ich dachte nur nicht, dass die Angelegenheit eine Erwähnung wert wäre.«

Schweigen breitete sich aus.

Sebas fühlte sich, als würden sich die blutrünstigen Blicke von vier Wesen in ihn bohren. Sie stammten von Cocytus, Demiurge, dem Engel in Demiurges Armen und Solution, die ihn auf Befehl ihres Herren, ohne zu zögern, angreifen würde.

Sebas Tian fürchtete den Tod nicht unbedingt. Er würde sich mit dem größten Vergnügen für Nazarick opfern. Doch der Gedanke, als Verräter zu sterben, ließ sogar den hart gesottenen Butler schaudern. Als Schöpfung eines der Einundvierzig Erhabenen Wesen wusste er, es gab keine größere Schmach, als wegen Hochverrats hingerichtet zu werden.

Sebas stand erneut der Schweiß auf der Stirn, als Ainz endlich wieder das Wort ergriff. »Du sagst also … es war nichts weiter als eine leichtfertig getroffene Entscheidung deinerseits?«

»Ja, genau wie Ihr sagt, Lord Ainz. Bitte vergebt mir meinen dummen Fehler!«

»Hmm … ich verstehe.«

Sebas Tian hörte Ainz’ emotionslose Stimme mit weiterhin entschuldigend gesenktem Kopf. Da er noch lebte, hatte sich die Stimmung gebessert, wenn auch nur geringfügig. Doch er kam nicht dazu, sich zu entspannen – da Ainz kurz darauf etwas sagte, das Sebas das Herz bis um Hals schlagen ließ.

»Solution, hole Sebas’ Schoßhündchen her.«

»Zu Befehl.«

Solution verließ den Raum, schloss die Tür leise hinter sich. Sebas Tians scharfe Sinne spürten, wie sie sich entfernte.

Er schluckte schwer.

Es waren vier Heteromorphe anwesend: Ainz, Cocytus, Demiurge und der eigenartige Engel. Demiurge sah nicht unbedingt wie ein Heteromorph aus, bei den anderen hingegen war dies auf den ersten Blick...



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