Marton | Schicksalstage in Las Vegas | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Marton Schicksalstage in Las Vegas


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1505-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-1505-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Glitzernde Lichter und luxuriöse Casinos! Doch Dawn ist nicht zum Vergnügen in Las Vegas, sondern auf der Flucht und misstraut jedem - auch dem geheimnisvollen Gray Baron. Dennoch kann sie das heiße Knistern zwischen ihr und dem faszinierenden Anwalt nicht leugnen und lässt sich auf eine leidenschaftliche Nacht mit ihm ein ... Ist Dawns Herz in Gefahr?



Sandra Marton träumte schon immer davon, Autorin zu werden. Als junges Mädchen schrieb sie Gedichte, während ihres Literaturstudiums verfasste sie erste Kurzgeschichten. 'Doch dann kam mir das Leben dazwischen', erzählt sie. 'Ich lernte diesen wundervollen Mann kennen. Wir heirateten, gründeten eine Familie und zogen aufs Land. Irgendwann begann ich, mich mehr und mehr für die Gemeinde zu engagieren. Bis mir eines Tages klar wurde, dass mein großer Traum gerade verloren ging. Also beschloss ich, etwas dagegen zu unternehmen.' Sandra Marton setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb eine Geschichte, die von Liebe, Leidenschaft und dem Traum vom großen Glück handelte. 'Als ich hörte, dass ein Verlag den Roman veröffentlichen wollte, konnte ich es selbst kaum fassen', erinnert sie sich. Seitdem ist Sandra Marton ihrem Traum treu geblieben. Inzwischen hat sie über 80 Romane geschrieben, deren leidenschaftliche Helden die Leserinnen in aller Welt begeistern. Mit ihrem eigenen Helden lebt die Autorin weiterhin glücklich auf einer Farm in Connecticut.

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1. KAPITEL

Vier Jahre später

Graham Baron trat aus dem Terminal des Austin Airports und fragte sich, wie er die ersten siebzehn Jahre seines Lebens in Texas hatte leben können. Er war nun dreiunddreißig Jahre alt und wohnte in New York. Doch jedes Mal, wenn er zurückkehrte, erstaunte ihn die Tatsache, dass er hier geboren war. Wie eine fremde Welt erschien ihm alles. Die Menschen. Die schleppende Art, wie sie sprachen. Die Weite des Landes und des Himmels. Das Wetter.

Oh ja, das Wetter, dachte er, als ihm die heiße Luft entgegenschlug. Dabei war es schon Herbst. Natürlich gab es auch jene, die behaupteten, dass Austin nicht das wirkliche Texas war. Als Hügelland wurde es in den Reiseführern beschrieben, und Hügelland war es auch in der Vorstellung der Menschen im Osten Amerikas.

„Sie kommen tatsächlich aus Texas?“, hörte er immer wieder, wenn die Sprache auf seinen Geburtsort kam.

„Ja“, gab er dann zurück, hakte die Daumen in seine Gürtelschlaufen und imitierte John Wayne mit dessen schleppenden texanischen Akzent.

Es war jedes Mal ein Lacher. Vor allem, wenn man bedachte, dass er weder diesen Akzent hatte noch Cowboystiefel trug und den Mief von Öl, Vieh und Pferden schon vor sechzehn langen Jahren abgeschüttelt hatte.

„Von woher in Texas?“, wurde dann oft nachgefragt. Und wenn Gray antwortete, dass er in Austin geboren war, nickten sie. Ach ja, Austin? Ist das nicht, äh, irgendwie anders? Gibt es da nicht grüne Bäume und hügeliges Land? Ist schon ein Unterschied zum übrigen Land, oder?

Falsch, zum Teufel, dachte Gray, als er seinen Aktenkoffer abstellte, seine Anzugjacke abstreifte, die Krawatte lockerte und die Hemdärmel aufrollte. Ein Mann, der an die himmelhoch aufragende Skyline von Manhattan gewöhnt war, konnte sich mit so einer mickrigen Nachbildung nicht anfreunden, zumal der Central Park mindestens ebenso hügelig war wie die Landschaft um Austin.

Verdammt, seine Stimmung war am Nullpunkt angelangt. Heute Morgen hatte er die Maschine am Flughafen La Guardia bestiegen. Und seither hatte er mehr als ein Mal geflucht, dass er sich überhaupt hatte überreden lassen, den Flug anzutreten. Doch nun war es nicht mehr zu ändern.

Ein Fahrzeug hupte am Standstreifen. Gray schaute hinüber. Am Straßenrand wartete ein grüner Jeep. Das Langhorn der Espada Ranch prangte aufgemalt an der Tür des Wagens. Abel Jones winkte herüber. Gray winkte zurück und marschierte zu ihm.

„Nett von Ihnen, mich abzuholen“, sagte er, als er auf den Beifahrersitz glitt und den Aktenkoffer nach hinten legte.

Abels Blick ruhte eine ganze Weile auf ihm. Dann spuckte der Vormann aus dem Fenster und ordnete sich in den Verkehr ein. „Gehört zum Job“, erwiderte er einsilbig.

So viel zur Unterhaltung. Nicht, dass es Gray etwa überrascht hätte, so viel Ähnlichkeit mit dem Alten in seinem Vormann zu entdecken. Groß, knauserig, scheinbar alterslos, kurz angebunden. Aber das war okay. Auch Gray hatte kein ausgeprägtes Interesse an Konversation. Er lehnte sich zurück und genoss es, wie die Kühle der Klimaanlage seinen Körper umströmte. Während sie den Highway nahmen, der aus der Stadt nach Brazos Springs hinausführte, überlegte er, was sein Onkel, Jonas Baron, im Schilde führen könnte.

Jonas hatte in der vergangenen Nacht angerufen. Der Anruf hatte Gray aus jener Art von Tiefschlaf gerissen, in den man verfällt, wenn man eine Frau warm und zufrieden im Arm hält. Schon seit mehreren Wochen kannte er die Frau. Sie murmelte eine sanfte Beschwerde, als er sich von ihr wegrollte und nach dem Hörer griff. Es war eine automatische Reaktion, die von acht Jahren Tätigkeit als Strafverteidiger herrührte.

Man erhält eine Menge solcher Anrufe mitten in der Nacht, wenn die Klienten nicht gerade das Salz der Erde sind.

„Gray Baron“, meldete er sich heiser.

Die Stimme am Ende der Leitung hatte er lange Zeit nicht mehr gehört. Ein schleppender, texanischer Akzent, überlagert von einem schneidenden Befehlston.

„Graham?“

„Jonas?“ Gray schielte auf die Leuchtziffern seines Weckers, dann saß er aufrecht in den Kissen. „Was ist passiert?“

„Alles okay mit dem Alten, wenn du das meinst. Und mit allen anderen auch, die dir was bedeuten. Also entspann dich wieder.“

„Gray?“, murmelte die Frau neben ihm. „Was gibt’s?“

Genau das versuchte er herauszubekommen. Er griff nach hinten und strich sanft über ihre warme Haut, bevor er mit dem Hörer am Ohr aufstand. Nackt verließ er das Schlafzimmer.

„Was soll das heißen? Alles okay mit denen, die mir wichtig sind?“

„Einfach so ein Spruch, Junge. Keine weitere Analyse nötig.“ Kurze Pause. „Du willst vermutlich wissen, warum ich so spät anrufe.“

„Richtig geraten“, gab Gray trocken zurück.

„Wie spät ist es bei euch eigentlich? Mitternacht?“

„Es ist gleich zwei. Was gibt’s, Jonas?“

Eine zweite Pause. „Ich habe … na ja, ich finde, wir haben dich lang nicht bei uns gehabt.“

Mein Gott, dachte Gray. Sein Onkel war endgültig senil geworden. „Ja“, sagte er bedächtig, „das stimmt.“

„Nicht mehr, seit Samantha diesen Di-mi-troos geheiratet hat“, fügte Jonas hinzu und gab den griechischen Namen seines Schwiegersohns im reinsten Texanisch wieder.

Senil kann man vergessen. Der Alte hat immer noch einen messerscharfen Verstand. „Also?“

„Also …“ Nochmals Stille. Dann ein lautes Räuspern. „Also habe ich mich gefragt, ob du in der Stimmung wärst, für eine Stippvisite herzukommen.“

„Habe ich das richtig verstanden?“, erkundigte sich Gray vorsichtig. „Du rufst hier mitten in der Nacht an, um mich nach Espada einzuladen?“

Der alte Mann gluckste. „Kaufst du mir nicht ab, oder?“

„Nein.“ Mit dem Hörer zwischen Schulter und Ohr tastete sich Gray durch das dunkle Apartment und öffnete den Kühlschrank. Er nahm eine Flasche Mineralwasser heraus, öffnete sie und setzte sie an die Lippen. „Zum Teufel nein“, sagte er.

„Das mag ich so an dir, Junge. Du bist anders als die anderen. Du behandelst mich nicht, als wäre ich Gott persönlich.“

Gray musste lachen. Sein Onkel wusste genau, dass er von ihm nicht gerade geliebt wurde, und Gray hatte auch nie etwas anderes vorgetäuscht. Nie hatte er sich bei Jonas eingeschmeichelt, um an das Geld der Barons zu kommen, im Gegensatz zu seinem eigenen Vater. Wenn Jonas pfiff, kam Leighton angerannt. So war es schon immer gewesen, während Grays gesamter Kindheit. Manchmal wusste er kaum noch, welchen der beiden Männer er mehr verachtete. Seinen Vater, der Jonas die Füße küsste, oder Jonas, weil dieser es genoss. Schließlich hatte er sich nicht mehr darum gekümmert und keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Er hatte beiden die kalte Schulter gezeigt und war seinen eigenen Weg gegangen.

„Nein“, sagte er unverblümt. „Das tue ich sicher nicht.“ Er stellte die Flasche auf den Küchentresen und kehrte ins Schlafzimmer zurück. „Vorschlag, Jonas. Lass uns aufhören mit dem Unsinn, okay? Es ist mitten in der Nacht. Du rufst mich zum ersten Mal überhaupt an. Wenn ich darüber nachdenke, mag es sogar das erste Mal sein, dass du mehr als drei zusammenhängende Worte mit mir gesprochen hast.“

„Oder du mit mir, Junge.“

„Völlig richtig. Also, wie kommst du auf die Idee, ich würde dir abnehmen, dass du nur deshalb anrufst, weil du mich fürs Wochenende einladen willst? Komm zum Punkt! Um was geht’s?“

Wieder war es still am anderen Ende, bis auf Jonas’ rasselnden Atem.

„Du bist so was wie ein Staranwalt drüben in New York, oder?“

War er das? Sicher, er war Partner in einer renommierten Kanzlei. Aber verbrachten Staranwälte ihre Tage damit, den Abschaum der Erde wieder freizubekommen?

„Ich bin Anwalt mit der Zulassung im Staat New York“, antwortete Gray brüsk.

„Nun, es geht um eine rechtliche Angelegenheit, die geregelt werden muss.“

„Eine rechtliche Angelegenheit?“

„Mhm.“

„Warum kommst du damit zu mir? Zunächst einmal bin ich nicht in Texas als Anwalt zugelassen.“

„Du wirst keine Zulassung benötigen. Vielleicht habe ich nicht erwähnt, dass ich nur eine Rechtsberatung brauche.“

„Dafür gibt es genügend Leute um dich herum. Deinen Sohn zum Beispiel.“

„Ja sicher, Travis ist auch Anwalt. Aber er lebt in Kalifornien.“

„So ist es. Und wir waren beide eben der Meinung, dass ich in New York lebe.“

„Ich möchte Travis nicht in die Sache einbeziehen.“

Ob der Alte wusste, was er mit dieser Bemerkung auslöste? Gray unterdrückte seine aufkommende Neugierde.

„Na schön“, meinte er, „aber bei dir werden doch wohl die besten Kanzleien von Austin Schlange stehen.“

„Da magst du verdammt recht haben.“ Ein Hauch von Stolz klang in der Stimme seines Onkels mit. „Die allerbesten.“

„Na siehst du. Dann wäre es doch besser, wenn du dich an sie wendest, statt an mich …“

„Es geht um eine sehr private Sache. Ich möchte, dass du sie übernimmst. Nicht mein Sohn oder eine Schar von Anwälten, die mehr Interesse an meinen Schecks als an dem Namen Baron haben.“

Die Neugierde verstärkte sich, doch Gray ignorierte sie. „Das ist sehr schmeichelhaft“, bedankte er sich höflich, „aber …“

„Blödsinn“, gab Jonas barsch zurück. „Ich will dir nicht schmeicheln, und du...



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