E-Book, Deutsch, Band 0159, 448 Seiten
Reihe: Julia Bestseller
Marton Julia Bestseller Band 159
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0308-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0159, 448 Seiten
Reihe: Julia Bestseller
ISBN: 978-3-7337-0308-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
VERRÜCKT NACH SAMANTHA von MARTON, SANDRA
Für den mächtigen Tycoon Demetrios hat das Geschäft stets oberste Priorität. Bis er die Dolmetscherin Samantha einstellt - die rothaarige Sirene lässt den Griechen von ganz anderen Dingen träumen ... Um sie aus dem Kopf zu bekommen, gibt es nur einen Ausweg: Verführung!
SCHON BEIM ERSTEN KUSS von MARTON, SANDRA
Zornig funkelt Stephanie den arroganten David Chambers an! Am liebsten würde sie den Flieger stoppen, nur um nicht neben dem Anwalt sitzen zu müssen. Gerade will sie es ihm sagen, da küsst er sie ... leidenschaftlich! Warum tut er das, obwohl er sie nicht ausstehen kann?
TRÄUME IM MONDSCHEIN von MARTON, SANDRA
Kostümball in London: Wie verzaubert fühlt sich Paige von dem aufregenden Fremden mit der schwarzen Maske, der sie vom Tanzparkett in den Garten führt. Der im Mondschein tiefe Sehnsüchte und zärtliche Träume in ihr weckt. Dabei wird Paige schon in drei Tagen heiraten ...
Sandra Marton träumte schon immer davon, Autorin zu werden. Als junges Mädchen schrieb sie Gedichte, während ihres Literaturstudiums verfasste sie erste Kurzgeschichten. 'Doch dann kam mir das Leben dazwischen', erzählt sie. 'Ich lernte diesen wundervollen Mann kennen. Wir heirateten, gründeten eine Familie und zogen aufs Land. Irgendwann begann ich, mich mehr und mehr für die Gemeinde zu engagieren. Bis mir eines Tages klar wurde, dass mein großer Traum gerade verloren ging. Also beschloss ich, etwas dagegen zu unternehmen.' Sandra Marton setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb eine Geschichte, die von Liebe, Leidenschaft und dem Traum vom großen Glück handelte. 'Als ich hörte, dass ein Verlag den Roman veröffentlichen wollte, konnte ich es selbst kaum fassen', erinnert sie sich. Seitdem ist Sandra Marton ihrem Traum treu geblieben. Inzwischen hat sie über 80 Romane geschrieben, deren leidenschaftliche Helden die Leserinnen in aller Welt begeistern. Mit ihrem eigenen Helden lebt die Autorin weiterhin glücklich auf einer Farm in Connecticut.
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1. KAPITEL
Samantha Brewster war hundemüde, obwohl sie in der vergangenen Nacht wie eine Tote geschlafen hatte. Sie war immer völlig erledigt, wenn sie zu viele Zeitzonen durchflogen hatte.
Warum auf einen besseren Moment warten, um sich wegzuschleichen? Die Party war in vollem Gang. Carins und Raphaels Gäste drängten sich im Wohnzimmer, die Band spielte eine feurige Samba, und alle feierten ausgelassen. Bestimmt würde es niemand merken, wenn sie verschwand, nicht einmal ihre ständig aufmerksame Mutter und ihre Schwestern.
Sam trank einen Schluck ihres Caipirinhas und stellte das Glas auf einen der kleinen Tische, die überall auf der mondbeschienenen Terrasse herumstanden. Sie hatte sich bei den Festlichkeiten gezeigt und damit ihre Pflicht erfüllt. Jetzt konnte sie nach oben gehen, die Schuhe mit den Stilettoabsätzen wegschleudern, die grüne Hose und das dazugehörige kurze Seidentop gegen ein T-Shirt tauschen und ins Bett fallen. Sie wollte nichts anderes mehr tun, nachdem sie über vierzig Stunden in Terminals und Flugzeugen verbracht hatte. Von Jakarta nach Honolulu, von Honolulu nach San Francisco, von San Francisco nach New York, um Zwischenstation in ihrer Wohnung zu machen, und dann von New York nach São Paulo.
Allein beim Gedanken daran wollte sie sich einfach auf den Fliesenboden legen und schlafen. Sam stellte sich vor, wie ihre Schwestern und ihre Mutter reagieren würden, wenn sie das tun würde. Ihre Mutter wäre noch entsetzter als vor einigen Stunden, als sie behauptet hatte, sie wolle in Jeans und T-Shirt zu Carins und Raphaels Party gehen.
„Zur Party anlässlich des fünften Hochzeitstags deiner Schwester? Also wirklich, Samantha …“
„Also wirklich, Mom, Sam zieht dich nur auf.“ Carin hatte sie flehend angesehen. „Stimmt’s, Sam? Du machst nur Spaß.“
„Natürlich“, hatte Amanda schnell eingeworfen. Oh bitte, keine Szene! hatte ihr Blick besagt.
Zu schade, dachte Sam trübselig. Die Ehe veränderte Menschen. Früher hätten ihre Schwestern einen Gag erkannt. Selbstverständlich hatte sie Spaß gemacht. Sogar sie hütete sich davor, auf so einer Party in Jeans zu erscheinen. Sie hatte ihre Mutter und Schwestern ein bisschen ärgern wollen. Ihr war klar geworden, dass ihre Familie noch immer versuchte, sie unter die Haube zu bringen, und sie war plötzlich nicht nur müde, sondern auch reizbar gewesen.
Sam fuhr sich durch das kastanienbraune Haar, obwohl sie wusste, dass es nicht viel nützen würde. Die feuchte Luft hatte es in eine wilde Lockenmähne verwandelt. Aber sie sah wohl zivilisiert genug aus, um wieder hineinzugehen. Sie würde auf dem Weg durchs Wohnzimmer freundlich nicken und lächeln, und wenn sie zufällig Carin traf, würde sie ihr versichern, sie amüsiere sich großartig. Dann musste sie es nur noch durch die Eingangshalle schaffen, zur Treppe und …
Sam hielt den Atem an. Ein Mann war gerade ins Wohnzimmer gekommen. Er war groß und breitschultrig, hatte schwarzes Haar, blaue oder graue Augen – das war von weitem schwer zu erkennen – und markante Gesichtszüge. Um es ganz offen zu sagen, er war ein Traummann. Eine Frau müsste schon tot sein, um ihn nicht zu beachten. Sam war plötzlich nicht mehr ganz so müde.
Warum versorgten ihre Schwestern sie nicht mit so einem Typ, wenn sie unbedingt Heiratsvermittlerinnen spielen wollten? Nicht, dass sie den gewünschten Erfolg haben würden. Ganz gleich, wie gut aussehend, und auf einer Skala von eins bis zehn erreichte dieser Kerl zwölf Punkte, sie war nicht daran interessiert, häuslich zu werden. Und genau deshalb lotst mich meine Familie niemals zu sexy Männern, dachte Sam seufzend. Männer, die so aussahen wie dieser, waren ungeeignet, weil sie Heirat ebenso wenig wie sie im Sinn hatten. Sie hatte den Vortrag oft genug gehört, als sie noch so dumm gewesen war, den neuesten Mann in ihrem Leben zu irgendeiner Familienfeier mitzubringen.
„Er ist charmant“, hatte Marta Baron dann immer bei der unvermeidlichen nachträglichen Analyse gesagt. „Und er sieht natürlich gut aus. Aber er ist kein Mann zum Heiraten, Liebling. Er ist, nun ja, ungeeignet.“
Ungeeignet für die Ehe, vielleicht. Doch eine Frau konnte einen Mann auch aus anderen Gründen wollen. „Du hast recht, Mom“, hatte Sam jedes Mal erwidert. Jason – oder Brad oder Charlie – sei zweifellos ein Mann, der niemals heiraten und eine Familie gründen würde, und das sei prima, weil sie auch kein Interesse an diesen Dingen habe.
Ihre Mutter wollte es nur leider nicht glauben. Ihre Schwestern glaubten es ebenfalls nicht, jetzt, da sie verheiratet waren. Sam war ihr Projekt geworden. Carin und Amanda hatten die gute Sache ihrer Mutter zu ihrer eigenen gemacht. Deshalb wusste Sam, dass irgendwo in dem Gewühl hier wieder ein Mann lauerte, der hervorragend geeignet war. Und natürlich waren ihre Schwestern überzeugt, dass sie ihn einfach anbeten würde.
Sam nahm das Glas vom Tisch und trank einen Schluck. Sie würde keinen Mann anbeten, der ans Heiraten dachte. So einer wollte ihr die Flügel stutzen, sie in einen goldenen Käfig setzen und sie von einer Weltklassedolmetscherin, die sechs Sprachen fließend sprach, in eine Klassehausfrau verwandeln, die einhundert Kochrezepte aus dem Effeff beherrschte.
Marta, Carin und Amanda glaubten tatsächlich, es würde sie glücklich machen. Deshalb wurde sie ständig hervorragend geeigneten Männern vorgestellt, denen die drei zutrauten, eine Frau wie Sam umzumodeln. Beim letzten Mal hatte Marta einen schwerfälligen Akademiker präsentiert, der zwanzig Jahre älter war als Sam. Davor war es ein verwitweter Rancher gewesen, der ihr einen ganzen Abend lang alles über Bullensperma erzählt hatte.
Beide Männer waren nett gewesen, aber Sam suchte nicht nach nett. Sie suchte nach Freiheit, Abenteuer und einer gelegentlichen Affäre mit einem Mann, der sie erregen konnte, ohne sie auch nur zu berühren.
Mit einem Mann, der vor einigen Minuten ins Wohnzimmer gekommen war. Wo war er? Ah, dort drüben. Er unterhielt sich mit einer Blondine, die aussah, als würde sie sich liebend gern auf der Stelle von ihm ausziehen lassen. Nein. Mit so einem Mann würden ihre Schwestern sie nicht bekannt machen. Seit sie verheiratet waren, glaubten sie anscheinend, sie seien die einzigen Brewster-Frauen, die sich gefahrlos mit gefährlich sexy Typen einlassen konnten.
„Die Männer, mit denen du gehst, werden niemals häuslich werden“, hatte Amanda beim Frühstück gouvernantenhaft gesagt.
Mandy, was ist nur aus dir geworden? hatte Sam traurig gedacht. Verwandelte sich ihre Schwester in einen Marta-Klon? „Richtig. Das macht sie so viel interessanter“, hatte sie erwidert.
Carin seufzte. Amanda seufzte. Sam seufzte auch, mit all der Dramatik, die sie aufbieten konnte. Ihre Schwestern versuchten, streng zu blicken, schafften es jedoch zum Glück nicht. Alle drei kicherten los, und schließlich lachten sie so laut, dass Raphael und Tom darum baten, in den Scherz eingeweiht zu werden, was sie nur noch heftiger lachen ließ.
Später sah Sam, wie die vier die Köpfe zusammensteckten und sich leise unterhielten. Als sie sich ihnen näherte, verstummten sie plötzlich. Ihre Schwager wurden rot, und sie wusste, dass sie bei der Verschwörung mitmachten, Samantha Brewster unter die Haube zu bringen.
Den Beweis, wenn sie denn noch einen gebraucht hätte, erhielt sie einige Stunden später.
„Du bist doch schon in Griechenland gewesen, stimmt’s, Sam?“, fragte Tom beim Mittagessen betont gleichgültig.
„Ja.“ Sam spießte mit der Gabel eine Kirschtomate auf. „Schönes Land.“
Alle wurden still. „Ist es“, sagte Tom zu den anderen am Tisch. „Ein schönes Land.“ Sie nickten, dann setzten die Gespräche wieder ein.
Nach dem Essen streckte sich Sam auf einer Liege aus. Kurz darauf kam Raphael vorbeigeschlendert. „Kannst du eigentlich auch Griechisch?“
„Touristengriechisch. ‚Wo ist die Toilette? Wie viel kostet das?‘ Solche Sachen.“ Sam schob sich die Sonnenbrille hinunter und blickte ihn über den Rand an. „Warum? Sollte ich aus irgendeinem Grund Griechisch sprechen?“
„Nein, nein“, erwiderte Raphael schnell.
Zu schnell. Deshalb war sie alarmiert, als Carin und Amanda in ihr Zimmer kamen, während sie sich für die Party anzog, und beide davon redeten, wie schade es sei, dass sie kein Griechisch spreche, weil ein Gast, ein alter Freund von Raphael und Tom, aus Griechenland sei.
„Er wäre sicher dankbar gewesen, wenn jemand hier seine Sprache gesprochen hätte.“ Carin betrachtete ihre sorgfältig manikürten Fingernägel.
„Das ist ja interessant“, sagte Sam höflich. „Ein Freund von Raphael und Tom spricht nur Griechisch. Ich hätte ja gedacht, Englisch wäre die Sprache, die alle drei beherrschen.“
Ihre Schwestern erklärten hastig, Demetrios Karas spreche natürlich Englisch.
„Er ist Reeder“, hatte Amanda gesagt. „Und auch wenn du kein Griechisch kannst, wäre es nett von dir …“
„Und eine große Hilfe für Raphael und mich“, hatte Carin eingeworfen.
„Nett von dir, Sam, wenn du dafür sorgen würdest, dass sich Demetrios wohl fühlt, indem du heute Abend ein bisschen Zeit mit ihm verbringst.“
Sam seufzte. Sie würde dafür sorgen, dass sie sich wohl fühlte, indem sie in ihr Zimmer ging. Am nächsten Tag würde sie zu ihren Schwestern sagen, sie hätte lange gewartet, aber die Erschöpfung hätte sie überwältigt, bevor der schätzenswerte Mr Karas gekommen wäre. So viel stimmte ja. Sie war todmüde und musste so einen kleinen, übergewichtigen, zu alten, hervorragend geeigneten Reeder erst einmal finden. Und das...




