E-Book, Deutsch, Band 90, 448 Seiten
Reihe: Julia Gold
Marton / Craven / Morgan Julia Gold Band 90
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1508-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 90, 448 Seiten
Reihe: Julia Gold
ISBN: 978-3-7337-1508-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
HOLLY UND DER PLAYBOY-PRINZ von SARAH MORGAN
'Keine Flirts! Prinz Casper ist ein Playboy!' Die Worte ihrer Chefin im Ohr, betritt Holly die VIP-Lounge. Und plötzlich sind alle Ermahnungen vergessen: Wie gefesselt ist Holly von der sinnlichen Ausstrahlung des Aristokraten! Hemmungslos gibt sie sich ihm hin - und flüchtet schuldbewusst. Doch überraschenderweise steht Casper auf einmal vor ihrer Tür ...
SINNLICHE NÄCHTE IN PARIS von SANDRA MARTON
Die schöne Layla ist verzweifelt: Ihr Vater will sie zur Ehe mit einem seiner Geschäftspartner zwingen. Da entpuppt sich ausgerechnet Scheich Khalil als Retter in der Not. Kaum hat der Wüstenprinz von Laylas Schicksal erfahren, entführt er sie nach Paris ...
DIE BRAUT DES MILLIONÄRS von SARA CRAVEN
'Ich begehre Sie ... ich will, dass Sie meine Frau werden.' Schockiert starrt Helen den arroganten Marc Delaroche an. Sein kühl amüsierter Blick lässt keinen Zweifel. Der Millionär will keine Zweckehe. Helen kann ihr Erbe nur retten, wenn sie mit ihm ins Bett geht!
Sandra Marton träumte schon immer davon, Autorin zu werden. Als junges Mädchen schrieb sie Gedichte, während ihres Literaturstudiums verfasste sie erste Kurzgeschichten. 'Doch dann kam mir das Leben dazwischen', erzählt sie. 'Ich lernte diesen wundervollen Mann kennen. Wir heirateten, gründeten eine Familie und zogen aufs Land. Irgendwann begann ich, mich mehr und mehr für die Gemeinde zu engagieren. Bis mir eines Tages klar wurde, dass mein großer Traum gerade verloren ging. Also beschloss ich, etwas dagegen zu unternehmen.' Sandra Marton setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb eine Geschichte, die von Liebe, Leidenschaft und dem Traum vom großen Glück handelte. 'Als ich hörte, dass ein Verlag den Roman veröffentlichen wollte, konnte ich es selbst kaum fassen', erinnert sie sich. Seitdem ist Sandra Marton ihrem Traum treu geblieben. Inzwischen hat sie über 80 Romane geschrieben, deren leidenschaftliche Helden die Leserinnen in aller Welt begeistern. Mit ihrem eigenen Helden lebt die Autorin weiterhin glücklich auf einer Farm in Connecticut.
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1. KAPITEL
„Halt den Kopf gesenkt, servier das Essen, und dann geh. Du bleibst nicht länger als unbedingt nötig in der Suite. Keine heimlichen Blicke, keine Gespräche mit dem Prinzen, keine Flirts. Vor allem keine Flirts! Prinz Casper gilt als Playboy. Holly, hörst du mir überhaupt zu?“
Holly tauchte lange genug aus ihren tieftraurigen Gedanken auf, um zu nicken. „Ja“, brachte sie mühsam hervor. „Ich höre dir zu, Sylvia.“
„Und was habe ich gerade gesagt?“
Schlafmangel und permanente Selbstanalyse hatten Hollys Gehirn in einen dumpfen Nebel verwandelt. „Du hast gesagt … Du …“ Ihre Stimme versagte. „Ich weiß es nicht. Tut mir leid.“
Sylvia verzog missbilligend das Gesicht. „Was ist denn nur los mit dir? Normalerweise bist du doch so tüchtig und verlässlich. Deshalb habe ich dich für diesen Job ausgewählt.“
Tüchtig und verlässlich.
Die Beschreibung ließ Holly zusammenzucken.
Noch zwei Schwächen auf der wachsenden Liste, warum Eddie mich verlassen hat!
Sylvia bekam jedoch von der verheerenden Wirkung ihrer Worte nichts mit. „Ich brauche dich ja wohl nicht daran zu erinnern, dass heute der wichtigste Tag meiner Karriere ist: das Catering für ein Mitglied des Königshauses im Twickenham Stadium! Wir befinden uns mitten im Six-Nations-Turnier! Die Augen der Welt sind auf uns gerichtet! Wenn wir den Auftrag richtig ausführen, haben wir es geschafft. Und mehr Arbeit für mich bedeutet mehr Arbeit für dich! Aber dafür musst du deinen Beitrag leisten!“
Eine groß gewachsene, schlanke Kellnerin mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck schlenderte zu ihnen. In den Händen trug sie ein Tablett mit Champagnergläsern. „Jetzt reicht es aber! Ihr Verlobter hat gestern Abend mit ihr Schluss gemacht. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt hier ist. Ich an ihrer Stelle wäre heute Morgen nicht einmal aufgestanden!“
„Eddie hat die Verlobung gelöst?“ Sylvias Blick wanderte zwischen den beiden Frauen hin und her. „Holly, sagt Nicky die Wahrheit? Warum hat er das getan?“
Weil sie zu tüchtig und zuverlässig war. Weil ihre Haare eher die Farbe eines Sonnenuntergangs besaßen, nicht die einer Sonnenblume. Weil sie prüde und verklemmt war. Weil ihr Hintern zu groß war …
Die Länge der Liste ließ pure Verzweiflung in ihr aufsteigen. „Eddie ist zum Marketingdirektor befördert worden. Ich passe nicht zu seinem neuen Image.“ Bislang hatte sie noch keine Träne vergossen, worauf sie ziemlich stolz war. Stolz und ein bisschen verwirrt. Warum hatte sie nicht geweint? Sie liebte Eddie! Immerhin hatten sie Pläne für eine gemeinsame Zukunft geschmiedet. „Der neue Job bringt es mit sich, dass er Kunden und Journalisten treffen muss. Und er fährt jetzt einen Porsche und braucht die passende Frau dazu.“ Sie versuchte, die Sache mit einem schiefen Grinsen und einem Schulterzucken abzutun. „Ich gehöre wohl eher in den familientauglichen Kleinwagen.“
„Du bist viel zu gut für ihn, das bist du“, mischte Nicky sich ein. Die Champagnergläser auf dem Tablett klirrten gefährlich. „Und er ist ein I…“
„Nicky!“ Erschrocken nach Luft ringend, unterbrach Sylvia die Beleidigung. „Vergiss nicht, du bist das Aushängeschild meiner Firma!“
„Wenn das so ist, kannst du demnächst meine Botoxbehandlungen bezahlen. Bei den ganzen Versagern, denen ich jeden Mittag den Lunch serviere, bekomme ich noch richtig tiefe Falten.“ Nickys Augen blitzten auf. „Hollys Ex und sein blondes Flittchen kippen den Champagner hinunter, als sei Eddie Chef in einem multinationalen Konzern, nicht in der örtlichen Filiale vom Pet Palace.“
„Sie ist bei ihm?“ Holly spürte, wie alle Farbe aus ihrem Gesicht wich. „Dann kann ich nicht nach oben gehen. Ihre Lounge ist gleich neben der Präsidentensuite. Das wäre zu peinlich für alle. Was soll ich nur tun?“
„Such dir einen Ersatz für ihn. Dass wirklich Tolle an unpassenden Männern ist, dass es so viele davon gibt.“ Nicky drückte das Tablett ihrer wütenden Chefin in die Hände und legte einen Arm um Hollys Schultern. „Tief einatmen. Ein … und aus. Sehr gut. Also, du tust jetzt Folgendes: Du gehst erhobenen Hauptes in die Präsidentensuite und küsst diesen ungemein sexy Prinzen. Wenn du dich schon mit einem unpassenden Mann einlässt, dann wenigstens mit einem reichen! Außerdem soll er fantastisch küssen! Los jetzt! Heiße Zungenküsse in Twickenham. Damit würdest du Eddie wirklich schockieren!“
„Den Prinzen würde es auch schockieren.“ Trotz ihrer Traurigkeit musste Holly kichern. Sie entzog sich der Umarmung der Freundin. „Aber ich denke, eine Zurückweisung reicht mir für diese Woche, vielen Dank. Für den Direktor des Pet Palace bin ich nicht blond und dünn genug, also bin ich auch nicht blond und dünn genug, um die Aufmerksamkeit eines Playboy-Prinzen zu erregen.“
Nicky zwinkerte anzüglich. „Mach die oberen Knöpfe deiner Bluse auf, geh in die Suite, und flirte auf Teufel komm raus! Ich an deiner Stelle würde das tun!“
„Glücklicherweise ist sie nicht du!“ Auf Sylvias Wangen zeichnete sich Zornesröte ab. „Und sie wird alle ihre Knöpfe geschlossen lassen! Abgesehen von der Tatsache, dass ich euch nicht fürs Flirten bezahle, nehmen Prinz Caspers romantische Heldentaten allmählich Überhand. Die Anweisungen aus dem Palast waren sehr konkret: keine hübschen Kellnerinnen. Niemand, der ihn ablenken könnte. Vor allem keine Blondinen. Genau aus dem Grund habe ich dich ausgewählt, Holly. Rote Haare und Sommersprossen. Du bist perfekt!“
Holly zuckte zusammen. Perfekt? Perfekt, um mit dem Hintergrund zu verschmelzen!
Sie hob die Hand und berührte ihr widerspenstiges rotes Haar, das sie mit unzähligen Nadeln einigermaßen gezähmt hatte. Sie dachte an die vor ihr liegende Aufgabe, und ihr Selbstvertrauen schrumpfte noch einen Zentimeter. „Sylvia … Ich will das wirklich nicht tun. Die Menschen dort werden alle dünn, blond, reich und selbstsicher sein.“ Alles Eigenschaften, die sie nicht besaß. Mit zitternden Fingern nahm Holly das Tablett aus den Händen ihrer Chefin. „Ich bringe das in die Küche. Nicky kann auf der blaublütigen Party servieren. Ich kann es im Moment nicht ertragen, wenn alle mich ansehen, als ob ich …“
Als ob ich ein Nichts wäre.
„Wenn du deinen Job gut machst, werden sie überhaupt bemerken, dass du da bist.“ Sylvia nahm ihr das Tablett so ruckartig wieder ab, dass die Gläser abermals gefährlich klirrten, und hielt es Nicky hin. „Du bringst die Gläser in die Küche. Holly, wenn du deinen Job behalten willst, machst du dich sofort auf den Weg in die Präsidentensuite. Und keine Dummheiten, hörst du? Außerdem willst du seine Aufmerksamkeit sowieso nicht erregen. Ein Mann in seiner Position interessiert sich bei einer Frau wie dir ohnehin nur für eine Sache.“ Unvermittelt entdeckte sie eine weitere Kellnerin, die sich gerade den Hals verrenkte, um einen besseren Blick auf die sich aufwärmenden Rugbyspieler zu bekommen. Sylvia stöhnte auf. „Nein, nein. Du bist hier, um zu arbeiten, nicht, um Männerbeine zu bewundern.“ Sie ließ Nicky und Holly stehen und eilte zu der anderen Frau hinüber.
„Selbstverständlich sind wir hier, um Männerbeine zu bewundern“, murmelte Nicky. „Was glaubt Sylvia denn, weswegen wir den Job überhaupt angenommen haben? Von den Spielregeln habe ich keine Ahnung, aber ich weiß, dass die Männer atemberaubend gut aussehen. Ich meine, es gibt Männer und es gibt Männer. Und hier haben wir eindeutig Männer, wenn du verstehst!“
Holly hörte gar nicht zu. Sie starrte in die Leere vor sich. Ihr Selbstvertrauen hatte seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. „Das Verwunderliche ist nicht, dass Eddie mit mir Schluss gemacht hat“, sagte sie tonlos, „sondern dass er überhaupt etwas mit mir angefangen hat.“
„So darfst du nicht reden! Lass nicht zu, dass du dich seinetwegen schlecht fühlst“, schalt Nicky sie. „Bitte erzähl mir nicht, dass du die ganze Nacht um ihn geweint hast.“
„Seltsamerweise nicht, nein. Ich habe mich auch schon gefragt, warum.“ Holly runzelte die Stirn. „Vielleicht bin ich zu verzweifelt, um zu weinen?“
„Hast du Schokolade gegessen?“
„Natürlich! Nun … Schokoladenkekse. Zählen die auch?“
„Kommt auf die Menge an. Man braucht viele Kekse, um denselben Effekt wie mit Schokolade zu erzielen.“
„Ich habe zwei gegessen.“
„Zwei Kekse?“
Holly errötete. „Zwei Schachteln“, murmelte sie leise und gab dann ein Stöhnen von sich. „Und jetzt hasse ich mich dafür. Aber gestern Abend ging es mir wirklich mies. Außerdem stand ich kurz vorm Verhungern! Eddie hatte mich zum Dinner ausgeführt. Ich nehme an, damit ich ihm nicht vor allen Leuten eine Szene mache, wenn er die Verlobung löst. Ich wusste, dass etwas nicht stimmt, als er eine Vorspeise bestellt hat. Sonst bestellt er nie eine Vorspeise.“
„Ist das nicht mal wieder typisch?“ Verächtlich verzog Nicky den Mund. „In der Nacht, in der er mit dir Schluss macht, erlaubt er dir endlich zu essen, was du willst.“
„Die Vorspeise war für ihn, nicht für mich. Außerdem kann ich vor Eddie sowieso nichts essen. Dass es zwischen uns aus ist, hat er mir zwischen dem gegrillten Fisch und dem Dessert gesagt. Danach hat er mich nach Hause gefahren. Ich habe gewartet und gewartet, aber die Tränen wollten nicht kommen.“
„Das überrascht mich nicht. Wahrscheinlich warst du zu hungrig, als dass dir noch Energie zum Weinen geblieben...




