Marton | Auf der Insel der Sehnsucht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Marton Auf der Insel der Sehnsucht


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2726-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-2726-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Prinz Damian hat alles: Macht, Geld, gutes Aussehen. Nur eine Frau, mit der er sein Leben teilen kann, hat er noch nicht gefunden. Bis er Ivy Madison in New York begegnet. Sofort ist er fasziniert von der zarten Blondine. Doch anstatt sie galant zu umwerben, befiehlt er ihr, ihn auf seine Insel in Griechenland zu begleiten!



Sandra Marton träumte schon immer davon, Autorin zu werden. Als junges Mädchen schrieb sie Gedichte, während ihres Literaturstudiums verfasste sie erste Kurzgeschichten. 'Doch dann kam mir das Leben dazwischen', erzählt sie. 'Ich lernte diesen wundervollen Mann kennen. Wir heirateten, gründeten eine Familie und zogen aufs Land. Irgendwann begann ich, mich mehr und mehr für die Gemeinde zu engagieren. Bis mir eines Tages klar wurde, dass mein großer Traum gerade verloren ging. Also beschloss ich, etwas dagegen zu unternehmen.' Sandra Marton setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb eine Geschichte, die von Liebe, Leidenschaft und dem Traum vom großen Glück handelte. 'Als ich hörte, dass ein Verlag den Roman veröffentlichen wollte, konnte ich es selbst kaum fassen', erinnert sie sich. Seitdem ist Sandra Marton ihrem Traum treu geblieben. Inzwischen hat sie über 80 Romane geschrieben, deren leidenschaftliche Helden die Leserinnen in aller Welt begeistern. Mit ihrem eigenen Helden lebt die Autorin weiterhin glücklich auf einer Farm in Connecticut.

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1. KAPITEL

Damian stieg gerade aus dem Taxi, als er sie zum ersten Mal erblickte.

Er war übelster Laune, ein Zustand, der bereits die letzten drei Monate über anhielt. Zudem ein Zustand, der ihn während dieser Zeit komplett unempfänglich für alles Schöne gemacht hatte.

Ein Mann müsste allerdings tot sein, um diese Frau nicht zu bemerken.

Umwerfend, so lautete sein erstes Urteil. Zumindest, was er von ihr sehen konnte. Eine große schwarze Sonnenbrille mit breiten Bügeln verdeckte die Augen und den oberen Teil ihres Gesichts, aber der Mund … ihr Mund war voll und versprach unsagbare sinnliche Freuden. Selbst ein Mönch würde bei ihrem Anblick in Versuchung geführt werden.

Sie hatte langes Haar. Eine seidige Mähne, die ihr in hellbraunen und goldenen Strähnen über die Schultern fiel.

Und sie war groß, ungefähr eins achtzig, die perfekte Modelgröße. Sie bewegte sich entsprechend graziös und trug ihre Kleidung so selbstbewusst, dass sie mit der teuren hellbraunen Wildlederjacke, der eng geschnittenen schwarzen Hose und den hochhackigen schwarzen Stiefeln aussah, als wäre sie direkt dem Titelbild der Vogue entstiegen.

Vor drei Monaten hätte Damian nicht nur hingesehen. Vor drei Monaten wäre er auf sie zugegangen, hätte sie angelächelt und sie charmant gefragt, ob sie wohl auch gerade auf dem Weg zum Lunch ins „Portofino’s“ sei.

Heute tat er das nicht.

Wohl auch nicht in absehbarer Zukunft, dachte er mit zusammengepressten Lippen.

Ganz gleich, was sich hinter dieser riesigen Brille verbergen mochte, er war nicht interessiert.

Entschlossen wandte er sich ab und reichte dem Taxifahrer ein paar Dollarnoten durchs Fenster. Hinter dem Taxi hupte jemand ungeduldig. Damian warf einen Blick zu dem Wagen, schob sich zwischen den Autos durch, setzte den Fuß auf den Bürgersteig …

Und dann bemerkte er, dass die Frau die Sonnenbrille abgenommen hatte. Sie schaute jetzt direkt in seine Richtung, mit klarem, offenem Blick.

Sie sah nicht umwerfend aus.

Sie sah sensationell aus.

Ihr Gesicht hatte die perfekte ovale Form, mit ausgeprägten hohen Wangenknochen, dazu eine aristokratische gerade Nase. Unglaubliche Augen. Riesengroß und dunkelgrün, von langen dichten Wimpern umrahmt.

Und dann dieser Mund. Die Dinge, die dieser Mund anstellen könnte …

Verflucht!

Damians Körper reagiert prompt und intensiv. Er konnte es nicht fassen. Andererseits … seit drei Monaten war er nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen.

Es war die längste Zeitspanne ohne Sex für ihn, seit er mit sechzehn zum Weihnachtsfest in die Mysterien der körperlichen Liebe eingeweiht worden war. Von der Geliebten seines Vaters.

Der Unterschied: Damals war er ein Junge gewesen.

Heute war er ein erwachsener Mann. Ein Mann mit kaltem Hass in seinem Herzen und nicht dem geringsten Wunsch nach einer Frau in seinem Leben. Nicht jetzt. Noch nicht. Nicht einmal eine, die so schön war, so begehrenswert …

„He, Mann, das hier ist New York! Bildest du dir ein, der Bürgersteig gehört dir allein?“

Damian wirbelte herum, auf einen Streit oder sogar auf Handgreiflichkeiten eingestellt, und erblickte den Mann, der ihn gerade angesprochen hatte … und fühlte, wie die Angriffslust in ihm verebbte.

„Reyes“, sagte er freudig.

Lucas Reyes grinste breit. „Genau der, wie er leibt und lebt.“

Auch aus Damians Lächeln wurde ein Grinsen. Er streckte die Hand aus, murmelte: „Ach, was soll’s“, und zog seinen Freund in eine kräftige Umarmung. „Tut gut, dich zu sehen.“

„Gleichfalls.“ Lucas ließ die Arme sinken und trat zurück. „Lust auf Lunch?“

„Habe ich jemals keine Lust auf ein Essen im ‚Portofino’s‘ gehabt?“

„Sicher, immer. Ich meinte nur …“ Lucas räusperte sich. „Alles in Ordnung mit dir?“

„Mir geht’s gut.“

„Du hättest dich melden sollen. Bis ich in der Zeitung von … äh … von dem Unfall gelesen hatte …“

Damian versteifte sich. „Vergiss es einfach.“

„Mann, das muss ein Schock gewesen sein. Die Verlobte zu verlieren …“

„Ich sagte, vergiss es.“

„Ich kannte sie ja nicht, aber …“

„Lucas, ich will nicht darüber reden.“

„Wenn du meinst …“

„Genau das meine ich“, erwiderte Damian so klirrend, dass Lucas endlich verstand.

„Na schön.“ Er setzte ein gezwungenes Lächeln auf. „In diesem Falle … Ich habe die hintere Nische bei Antonio für uns reserviert.“

Auch Damian zwang sich zu einem Lächeln. „Bestens. Vielleicht steht heute ja sogar trippa alle savoiarda auf der Karte.“

Lucas schüttelte sich angewidert. „Was ist los, Aristedes? Ist Pasta nicht mehr gut genug für dich?“

„Kutteln sind eine Delikatesse, du Ignorant.“

Und damit verfielen sie mühelos in den gutmütigen Schlagabtausch, der durch jahrelange Freundschaft ermöglicht wird.

„Ganz wie in alten Zeiten“, meinte Lucas.

Nichts wird mehr wie in den alten Zeiten sein, dachte Damian still, doch er ließ es auf sich beruhen und schenkte seinem Freund einen freundlichen Blick.

Die hintere Nische war gemütlich wie immer, und auch Kutteln standen auf der Karte. Doch Damian bestellte sie nicht. Bei Innereien schüttelte es ihn ebenso wie Lucas.

Die Fopperei gehörte einfach zu ihrer Freundschaft. Dennoch, nachdem sie das Essen bestellt hatten und die Drinks vor ihnen standen – ein doppelter Wodka auf Eis für Damian und ein Whiskey ohne Eis für Lucas –, fehlte ihnen der Gesprächsstoff.

„Also“, setzte Lucas dann schließlich an, „was gibt’s Neues bei dir?“

Damian zuckte die Achseln. „Nicht viel. Wie sieht’s bei dir aus?“

„Ach, das Übliche. Letzte Woche war ich auf Tahiti. Um mir ein Strandgrundstück anzusehen.“

„Das Leben ist hart, was?“, meinte Damian gespielt mitfühlend.

„Tja, aber irgendjemand muss die schwere Arbeit ja übernehmen, nicht wahr?“

Wieder Schweigen.

Lucas räusperte sich. „Ich hab Nicolo und Aimee am Wochenende gesehen. Große Dinnerparty. Jeder hat nach dir gefragt.“

„Wie geht’s den beiden?“ Damian hatte nicht vor, auf die Bemerkung einzugehen.

„Wunderbar. Auch dem Baby geht es prächtig.“ Er nippte an seinem Whiskey.

Es blieb still am Tisch.

„Nicolo sagte, dass er versucht hat, dich anzurufen.“

„Ich weiß, ich habe seine Nachrichten bekommen.“

„Ich hab’s auch versucht. Wochenlang. Ich war wirklich froh, als du gestern endlich den Hörer abgenommen hast.“

„Ja, ich auch.“ Damian sagte es, als würde er es wirklich so meinen. Doch das tat er nicht. Keine zehn Minuten, und schon bereute er, dass er Lucas’ Anruf entgegengenommen und sich auf die Lunchverabredung eingelassen hatte.

Ein Fehler wie dieser konnte zumindest wiedergutgemacht werden.

Er sah auf seine Armbanduhr. „Leider ist mir was dazwischengekommen. Ich glaube nicht, dass ich lange bleiben kann. Ich meine, ich werd’s versuchen, aber …“

„Unsinn.“

Damian sah auf. „Wie?“

„Du hast schon richtig verstanden, Aristedes. Ich sagte, Unsinn. Nichts ist dazwischengekommen. Du willst dich nur aus dem Staub machen, bevor es unangenehm wird.“

„Wieso sollte es unangenehm werden?“

„Weil ich dir eine Frage stellen möchte.“

„Na, dann schieß los.“

„Warum hast du Nicolo und mir nicht Bescheid gegeben, als es passierte? Warum mussten wir es aus der Klatschpresse erfahren?“

„Das sind zwei Fragen“, bemerkte Damian ungerührt.

„Da kommt noch eine dritte. Warum hast du uns nicht um Hilfe gebeten? Es gab keinen einzigen vernünftigen Grund, das alles allein durchzumachen.“

„Was alles?“

„Komm schon, Damian, stell dich nicht blöd. Du weißt genau, was alles. Mann, wenn man die Frau verliert, die man liebt …“

„Bei dir hört sich das an, als hätte ich sie verlegt.“ Damians Stimme klirrte vor Kälte.

„Du weißt genau, wie ich es meine. Nicolo und ich haben uns darüber unterhalten, und …“

„Haben du und Barbieri nichts anderes zu tun, als wie zwei alte Klatschbasen zusammenzuhocken und über mich zu reden?“

Er sah, wie Lucas die Augen zusammenkniff, und konnte es ihm nicht einmal verübeln. Mit einer wegwerfenden Handbewegung tat er die Sorge des Freundes ab und warf sie ihm zurück vor die Füße. Doch das scherte Damian im Moment keinen Deut. Das Letzte, was er brauchte, war Mitleid.

„Wir machen uns Gedanken um dich“, sagte Lucas jetzt leise. „Wir wollen dir helfen.“

Damian lachte bitter auf. Er sah Lucas blinzeln und lehnte sich über den Tisch. „Helfen wollt ihr mir? Damit ich meine Trauer verarbeiten kann?“

„Ja, Mann. Warum nicht?“

„Die einzige Art, wie ihr mir helfen könntet, ist Kay zurückzubringen“, sagte Damian leise.

„Das verstehe ich, aber …“

„Nein“, unterbrach Damian, „du verstehst gar nichts. Ich will sie nicht zurückhaben, weil mich die Trauer umbringt.“

„Warum sonst?“

„Ich will sie zurückhaben, damit ich ihr sagen kann, was ich von ihr halte. Sie war eine …“

Der Ober kam mit dem zweiten doppelten Wodka für Damian. Ein knappes Nicken, und...



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