E-Book, Deutsch, Band 261, 384 Seiten
Reihe: Historical Gold
Martin / Mortimer Historical Gold Band 261
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-598-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 261, 384 Seiten
Reihe: Historical Gold
ISBN: 978-3-95446-598-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EIN EHRENMANN UND HERZENSBRECHER von MARTIN, KAT
Ein Dolchstoß mitten ins Herz ist es, als Reese Dewar die schöne Elizabeth wiedersieht! Wie hat er sie früher geliebt - und wie unfassbar groß war ihr Verrat: Während er im Krieg kämpfte, heiratete sie den reichen Earl of Aldridge. Doch nun ist Elizabeth verwitwet und verzweifelt. Ausgerechnet an Reese wendet sie sich, um Schutz und Hilfe zu erflehen. Als Ehrenmann kann er einer Frau keinen Wunsch verwehren. Auch nicht dieser verhassten Betrügerin ... nach der sein verwundetes Herz sich immer noch sehnt.
RENDEZVOUS IM BOUDOIR von MORTIMER, CAROLE
Man raunt, Bastian Wilson verstehe die Kunst des Verführens - Trudie sollte ihm aus dem Weg gehen! Stattdessen lässt sie sich auf eine skandalöse Wette ein: In einer Woche will er aus der bezaubernden Unschuld eine erfahrene Frau machen ...
Ihre Arbeit im Immobiliengeschäft führte die New York Times Bestseller- Autorin Kat Martin auf den Weg ins Glück. Durch ihre Tätigkeit als Maklerin lernte sie den perfekten Partner kennen - ihren Ehemann, den Western-Autor Jay Martin. 'Wir standen uns als potenzielle Verkäufer und Käufer gegenüber', erinnert sie sich. Kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten, fragte Larry sie, ob sie ein unveröffentlichtes Manuskript eines historischen Westerns, das er verfasst hatte, lesen wolle. Sie verliebte sich sofort in den Roman - und den Autor! 'Es war eine ziemlich romantische Geschichte', gesteht sie. Nachdem sie den Text ihres zukünftigen Ehemanns ein wenig bearbeitet hatte, beschoss sie, es selbst einmal mit dem Schreiben zu versuchen. Kat machte sich auf, Bestseller-Autorin von mehr als 30 historischen und zeitgenössischen Romanen zu werden. Bis heute wurden 10 Millionen Exemplare ihrer Romane gedruckt und auf der ganzen Welt - inklusive Deutschland, Norwegen Schweden, China, Korea, England und vielen anderen Ländern - veröffentlicht. Wenn sie nicht schreibt, fährt sie gern Ski und geht auf Reisen, bevorzugt in Europa. Derzeit ist sie intensiv damit beschäftgt, ihr nächstes Buch zu verfassen.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
England, September 1855
Der gestärkte schwarze Taft ihres Trauerkleides raschelte, als sie nur ein paar Häuser von ihm entfernt aus dem Laden der Modistin trat.
Reese Dewar blieb wie erstarrt stehen. Er vergaß den Gehstock mit dem silbernen Knauf und auch den Schmerz in seinem Bein. Er spürte nichts mehr außer dem Zorn, heiß und glühend, der durch seine Adern schoss.
Dass er sie früher oder später treffen würde, hatte er gewusst und sich einzureden versucht, dass es keine Bedeutung habe, dass es ihm nichts ausmachen würde, sie wiederzusehen. Sie bedeutete ihm nichts, jetzt nicht mehr, nicht nach immerhin acht Jahren.
Aber als sie nun aus dem Haus trat, als das Sonnenlicht in ihren rabenschwarzen Locken spielte, da loderte erneut der Zorn in ihm auf. Ein Zorn, wie er ihn seit Jahren nicht mehr empfunden hatte.
Er beobachtete, wie sie auf ihre vierspännige schwarze Kutsche zuging, auf der das Wappen der Aldridges mit den gekreuzten Säbeln in Gold an der Tür prangte. Für einen Moment blieb sie stehen und wartete, bis einer der Lakaien den Schlag für sie geöffnet hatte, und da bemerkte er, dass sie nicht allein war. Ein kleiner dunkelhaariger Junge, der beinahe ganz hinter den üppigen Falten ihres weiten Rockes verschwand, lief neben ihr her. Sie schob ihn die kleine eiserne Treppe hinauf, und das Kind verschwand in der eleganten Kutsche.
Statt nun selbst einzusteigen, wandte die Frau den Kopf und sah ihn über die Schulter hinweg an. Sie blickte ihm mit ihren grauen Augen so direkt ins Gesicht, als habe sie seinen kalten Blick in ihrem Rücken gespürt. Als sie ihn erkannte, erschrak sie sichtlich, obwohl sie gewusst haben musste, dass sich ihre Wege in einer so kleinen Stadt wie Swandsdowne eines Tages kreuzen mussten.
Bestimmt hatte sie den Klatsch gehört, hatte von seiner Rückkehr nach Briarwood erfahren, dem Anwesen, das er von seinem Großvater mütterlicherseits geerbt hatte.
Das Anwesen, auf dem er mit ihr hatte leben wollen.
Sie sahen einander in die Augen. Sie wirkte besorgt. Er sah etwas in ihrem Blick, das er nicht deuten konnte. Er selbst wusste um die Bitterkeit in seinen Augen und die Wut, die er nicht verbergen wollte. Er verachtete sie für das, was sie getan hatte, hasste sie mit jeder Faser seines Herzens.
Und es erschreckte ihn.
Er hatte gedacht, diese Gefühle längst überwunden zu haben. Die meiste Zeit während der letzten acht Jahre hatte er sich nicht in England aufgehalten, sondern als Major in der britischen Kavallerie gedient. Er hatte in mehreren Kriegen gekämpft, hatte Männer kommandiert, hatte einige von ihnen in den Tod geschickt. Er war verwundet worden und beinahe selbst gestorben.
Jetzt war er zu Hause. Wegen des verletzten Beins konnte er keinen Dienst mehr leisten. Deswegen – und wegen des Versprechens, das er seinem sterbenden Vater gegeben hatte. Eines Tages würde er nach Briarwood zurückkehren. Er würde dort leben, so wie er es einst geplant hatte.
Viel lieber wäre Reese bei der Armee geblieben. Er gehörte nicht aufs Land, obwohl er sich auch nicht mehr sicher war, wohin er gehörte. Und er hasste dieses Gefühl der Unsicherheit beinahe so sehr, wie er Elizabeth hasste.
Sie schien zu schlucken, ein wenig zu schwanken, ehe sie sich abwandte, die kleine Treppe hinaufstieg und sich in den Wagen setzte. Sie hatte sich nicht verändert. Mit ihrem rabenschwarzen Haar, den feinen Zügen, der hellen Haut und der zierlichen und doch üppigen Figur war Elizabeth Clemens Holloway, Countess of Aldrige, mit sechsundzwanzig Jahren noch immer genauso schön wie mit achtzehn.
So schön, wie sie gewesen war, als sie ihm gesagt hatte, dass sie ihn liebte, und seinen Heiratsantrag angenommen hatte.
Er sah der Kutsche nach, als sie in Richtung Aldridge Park rollte, dem palastartigen Anwesen, das einst ihrem verstorbenen Ehemann gehört hatte, Edmund Holloway, Earl of Aldridge. Aldridge war im Jahr zuvor im Alter von dreiunddreißig Jahren gestorben und hatte eine Ehefrau und einen Sohn zurückgelassen.
Reese unterdrückte einen Fluch. Allein die Vorstellung, wie Aldridge gemeinsam mit Elizabeth im Bett lag, genügte, damit ihm übel wurde.
Edmund war fünf Jahre älter als er und trug bereits den Titel eines Earls, als er mit Reese um Elizabeths Gunst wetteiferte. Die Aufmerksamkeiten des gut aussehenden eleganten Aristokraten hatte sie amüsiert, aber geliebt hatte sie nur Reese.
Oder zumindest hatte sie das behauptet.
Die Kutsche verschwand um eine Wegbiegung, und Reeses Herzschlag beruhigte sich langsam. Es überraschte ihn selbst, wie feindselig seine Gefühle für Elizabeth noch immer waren. Er war ein Mann, der sich Selbstbeherrschung gelehrt hatte, und diese Beherrschung verlor er nur selten. Er würde nicht zulassen, dass dies noch einmal geschah.
Schwer stützte er sich auf seinen Stock, als der Schmerz in seinem Bein wieder stärker wurde als der Zorn, der ihn für einen Moment abgelenkt hatte. Dann ging er zu seiner eigenen Kutsche und kletterte hinein. Für Aldridges Witwe und ihren Sohn gab es keinen Platz in seinem Leben. Für ihn war Elizabeth tot und das schon seit acht Jahren.
So tot wir ihr Ehemann. Für die Ehe mit ihm hatte sie Reese betrogen.
Und das würde er ihr niemals verzeihen.
Elizabeth lehnte sich in die Samtpolster ihrer Kutsche. Ihr Herz schlug heftig und viel zu schnell. Liebe Güte. Reese.
Sie hatte gewusst, dass sie ihn eines Tages sehen würde. Sie hatte gebetet, dass es zu einem Zeitpunkt geschehen würde, der irgendwann in ferner Zukunft lag. Wenn sie gelernt hatte, damit umzugehen, dass er nun in dem Haus wohnte, in dem sie einst ein gemeinsames Leben hatten führen wollen.
Liebe Güte. Reese. Es hatte eine Zeit gegeben, da war sie überzeugt gewesen, ihn niemals wiederzusehen. Es hatte Gerüchte gegeben. Reese, damals Major bei der Kavallerie, wurde nach einer Schlacht irgendwo an der Krim vermisst. Es war von seinem Tod gesprochen worden. Dann war er zurückgekehrt, und die Nachricht hatte sich in Windeseile verbreitet.
Er war zurück in Briarwood, verwundet, und er hatte den Dienst quittiert. Nun lebte er nur ein paar Meilen von Aldridge Park entfernt. Sie hätte darauf vorbereitet sein sollen, und doch – ihn jetzt zu sehen, den Hass in seinen strahlend blauen Augen zu erkennen, verursachte ihr Schuldgefühle, und sie empfand tiefes Bedauern.
Sie wusste, wie sehr er sie hasste. Wäre sie nicht schon vorher davon überzeugt gewesen, hätte sie es jetzt an seinem eiskalten Blick erkannt. Verachtung hatte in seiner ganzen Haltung gelegen, und sie glaubte, den Zorn in seinem sonnengebräunten Gesicht erkannt zu haben. Sie hatte ihn seit jenem Morgen vor acht Jahren nicht mehr gesehen, als er während seines Urlaubs nach Hause gekommen war und festgestellt hatte, dass sie inzwischen mit einem anderen Mann verheiratet war.
Nicht mehr seit dem Tag, an dem er sie eine Hure genannt und gelobt hatte, dass sie eines Tages für ihre Lügen und ihren Verrat bezahlen würde.
Und sie hatte bezahlt. An jedem einzelnen Tag seit ihrer Heirat mit Edmund Holloway. Sie hatte getan, was ihr Vater von ihr verlangt hatte, und einen Mann geheiratet, der nicht ihre eigene Wahl gewesen wäre.
Aber sie hatte nie aufgehört, Reese zu lieben.
Sie spürte einen Stich im Herzen. Sie dachte an seine schönen, harten Züge, so männlich, so unglaublich attraktiv. In gewisser Weise sah er noch genauso aus wie der junge Mann von zwanzig Jahren, groß und schwarzhaarig, der Körper muskulös und schlank, das Gesicht so markant.
Und doch war er ein ganz anderer Mann. Als er ihr den Hof machte, war er ein wenig schüchtern gewesen, unsicher. Jetzt umgab ihn die Aura eines selbstbewussten Mannes. Sie erkannte es an seinem klaren Blick, an der Art und Weise, wie er sie ein wenig zu dreist gemustert hatte. In seinen Zügen lag eine Härte, die sie in seiner Jugendzeit dort nicht gesehen hatte, und eine Selbstsicherheit und eine Autorität, die ihn nur noch attraktiver erscheinen ließen.
„Mama …?“
Jareds leise Stimme drang durch ihre Gedanken. „Ja, Liebling?“ Sie spürte, wie sie Kopfschmerzen bekam, und rieb sich die Schläfen.
„Wer war der Mann?“ Ihr Sohn saß ruhig auf dem Platz gegenüber, seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Sie wusste, er hätte nichts gesagt, wenn er ihre Verzweiflung nicht gespürt hätte.
Sie zwang sich zu einem Lächeln und klopfte auf den Sitz neben sich. Jared huschte herüber, und sie legte einen Arm um seine schmalen Schultern.
„Major Dewar ist ein alter Freund, Liebling.“ Das war eine glatte Lüge. Der Mann verachtete sie, und sie konnte ihm deswegen nicht einmal einen Vorwurf machen. „Er hat gerade den Dienst bei der Armee quittiert und ist nach Hause zurückgekehrt.“
Jared sah sie nur an. Seine ernsten braunen Augen wirkten viel zu erfahren für ein so kleines Kind.
Elizabeth brachte wieder ein Lächeln zustande und begann, aus dem Fenster zu zeigen, während die Kutsche über die Straße fuhr, die sich zwischen den Feldern entlangwand. Es war Mitte September, die Blätter färbten sich bereits. Zwei kleine Jungen spielten mit einem Ball an der Straße. Elizabeth deutete auf sie.
„Du spielst doch auch gern Ball. Vielleicht hat einer von Mrs Clausens Söhnen heute Nachmittag Lust, mit dir zu spielen.“ Mrs Clausen war die Haushälterin. Eine freundliche Frau, die ihre verwaisten...




