Martin | Gurdjieff Praxisbuch 2 | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Martin Gurdjieff Praxisbuch 2

Nahrung für das Wachstum der Seele - Neue Übungsanregungen für innere Arbeit
3. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-2603-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Nahrung für das Wachstum der Seele - Neue Übungsanregungen für innere Arbeit

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

ISBN: 978-3-7597-2603-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Aus dem reichen Erfahrungsschatz seiner Arbeit mit Menschen inspiriert Bruno Martin mit seinem neuen Praxisbuch zur Vertiefung und Stärkung der bewussten inneren "Arbeit an sich selbst". Die Grundlage dieser Erkenntnisse basiert auf den Methoden von G. I. Gurdjieff und John G. Bennett, die der Autor den heutigen Bedürfnissen entsprechend angepasst und weiterentwickelt hat. Die neuen Übungen in diesen Gurdjieff Praxisbuch 2 können "Sucherinnen und Sucher nach der Wahrheit" in bislang unerkannte Erfahrungen der Verbindung mit sich selbst führen. Aus dieser bewussten "Selbsterinnerung" kann eine harmonische Entfaltung des eigenen Seins geschehen, zum eigenen Wohl und zum Wohle der Gemeinschaft. Die Übungen in diesem Praxisbuch erweitern nicht nur das bisherige Spektrum der Wege der inneren Arbeit, sie können auch als "Nahrung für die Seele" dienen.

Bruno Martin, geb. 1946, war Schüler des britischen Mathe­matikers und Philosophen John G. Bennett, der ihm die Räume der Bewusstseinswelten von G. I. Gurdjieff und P. D. Ouspensky öffnete. Äußere und innere spirituelle Wege brachten Bruno Martin in erfahrungsreiche Begegnungen mit Advaita Vedanta und andere indische Lehren, mit verschiedenen Formen des Buddhismus und Sufismus und erweiterten sein Spektrum für die eigene Lehre. Bruno Martin regt seit über 40 Jahren in seinen Seminaren mit verschiedenen Methoden zum Aufwachen in die Wirklichkeit an. Seine Erfahrungen und Erforschungen östlichen Weisheitslehren und westlicher Bewusstseins-Erweiterungswege lässt ihn vertraute Denkweisen immer neu hinterfragen. So vermittelt er auch in seinen zahlreichen Büchern neue Ansätze für die Praxis eines bewussten und kreativen Lebens.

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6. Was ist innere Arbeit?
»Es ist schwierig mentale Aktivitäten zu beobachten, wenn wir nicht mit ihnen kämpfen. Dieser Kampf bringt bewusste Energie hervor, die unser inneres Sein ermöglicht.« John G. Bennett8 Wer den Weg der Transformation geht liest oft von »innerer Arbeit«. Aber wie kann ich »innerlich« an mir arbeiten? Pjotr D. Ouspensky, einer der Protagonisten von Gurdjieffs Lehre betont: »Erkennen des Schlafs ist das einzig Wahre. Man muss Wege entdecken, wie man erwachen kann, aber zuvor muss man erkennen, dass man schläft.« Das ist zuerst einmal die größte Herausforderung: Aber wie kann man erkennen, dass man schläft? Man schläft ja und bemerkt das nicht. Wenn wir aus einem Schlaf aufwachen, bemerken wir, dass wir geschlafen haben. Doch im täglichen Leben befinden wir uns meistens im »Wachschlaf«. Wir tun alles Mögliche und gehen vielen Aktivitäten nach. Doch die meisten dieser Dinge können »automatisch« ablaufen, weil sie geübt und routiniert sind. Dabei sind wir nicht wirklich wach und sind meist so identifiziert, dass wir nicht erkennen, dass wir keinen Kontakt mit unserem inneren, dem »zweiten Leben« haben. Erst wenn wir das bemerken – und das erfordert Übung der Aufmerksamkeit, überhaupt zu bemerken, dass wir im Alltäglichen verstrickt sind – können wir aufwachen. Und dann können wir daran arbeiten, diese Situation immer öfter zu bemerken. Die innere Arbeit kann erst beginnen, wenn wir mit Hilfe der Selbstbeobachtung einen inneren Wecker installiert haben, der laut klingelt, sodass wir aus dem »Alltagsschlaf« aufwachen. Der nächste Schritt ist zu bemerken, mit wie vielen Sachen wir identifiziert sind, zum Beispiel mit dem Auto, den Kindern, der beruflichen Position u. v. a. mehr. Es lohnt sich, wenn du einmal eine Liste über alles führst, womit du dich identifiziert hast – falls es dir überhaupt aufgefallen ist. Die Voraussetzung dafür ist immer das Bemerken, die Vorstufe wacher Aufmerksamkeit. Wenn ich nicht selbstkritisch und unvoreingenommen beobachte, was ich so tue, wie ich mich verhalte, wie ich mich fühle oder empfinde und auf andere Menschen reagiere, dann bin ich nicht in der Lage, innerlich zu arbeiten. Es ist wichtig, eine Bestandsaufnahme von mir selbst zu machen und immer wieder etwas Ungewöhnliches tun, um aufzuwachen – wenn nicht die Ereignisse der äußeren Welt mich aufwecken. Doch innere Arbeit ist mehr als das: Jede äußere Handlung, die ich mit Bewusstheit und Aufmerksamkeit ausführe, stärkt mein inneres Wesen. Wenn ich draußen die Blumentöpfe gießen muss, gehe ich nicht einfach hinaus, fülle die Gießkanne usw. In dem Moment, in dem mir bewusst wird, dass ich diese Aufgabe vor mir habe, sollte ich absichtsvoll daran gehen. Ich fülle die Gießkanne nicht automatisch, sondern mit Aufmerksamkeit. Ich gehe mit wacher Aufmerksamkeit zu den Töpfen, gieße die Blumen mit dem Bewusstsein, dass sie das Wasser brauchen. Wenn man 79 Blumentöpfe im Garten verteilt hat – wie in unserem Garten – kommt noch eine zusätzliche Aufmerksamkeitsübung dazu… Es bewirkt einen Unterschied in mir, wenn ich jeder Handlung, jeder Aktivität eine besondere Hingabe widme. Jede Handlung, die mit entsprechender Absicht und aufmerksamer Hingabe durchgeführt wird, hat Auswirkungen auf die Entwicklung des inneren Seins. Tatsächlich ist es so wie das, was in unserem Körper geschieht: Die Zellen erneuern sich unentwegt, das Blut fließt unbemerkt, die Verdauung funktioniert ohne unser Zutun usw. Dasselbe Prinzip gilt für das, was in unserem »inneren Wesen«, unserem Sein, geschieht. Jede Aktion, jeder Gedanke, jede äußere Handlung hat eine Wirkung auf mein inneres Wesen - ohne dass ich es direkt wahrnehmen kann. Das ist vergleichbar mit dem, was in im physischen Körper vor sich geht. Beides liegt außerhalb der gewöhnlichen Wahrnehmungsfähigkeit. Die körperliche Ebene liegt »unterhalb« der Bewusstseinschwelle und die spirituelle Ebene »oberhalb« dieser Schwelle. Der einzige Bereich, den wir tatsächlich wahrnehmen können, liegt dazwischen. »Sehen Sie, diese Selbst-Entwicklung geschieht nicht zwangsläufig, nicht mechanisch, es gibt keine Garantie. Sie hängt von der Anstrengung ab. Die Menschen fragen oft: ›Aus welchem Grund arbeite ich seit so vielen Jahren und habe noch keine Erfahrung höherer Zentren gehabt?‹ Und ich frage sie: ›Haben Sie wirklich so viele Jahre lang gearbeitet?‹ Man geht von der Zeit aus, seit der man diese Ideen hört, aber man versucht nicht zu berechnen, wie viel man tatsächlich gearbeitet hat – wie viele Tage, wie viele Stunden oder Minuten täglich. Wenn man diese Berechnung durchführt, wird man sehen, dass es noch keinen Grund gibt, irgendwelche Ergebnisse zu erwarten, obwohl man vor langer Zeit davon gehört haben mag,« schreibt Ouspensky zur inneren Arbeit.9 Ein anderer Aspekt der inneren Arbeit sind die »inneren Übungen«. Wenn es gelingt, immer mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit in die »äußeren« Aktivitäten zu bringen, kann diese geübte Aufmerksamkeit auch besser nach innen gerichtet werden. Anthony Blake schreibt im Vorwort zu Bennetts Die Inneren Welten des Menschen: »Es wird nicht verstanden, wie eine innere Arbeit exakt sein kann und genauso präzise wie jede andere Art von Arbeit. In dem, was zum Beispiel als innere Übungen bezeichnet wird, die Art von Übungen, die Bennett lehrte, gibt es eine Art der Arbeit, die vollständig jeder anderen technischen Qualitätsarbeit entspricht. Leider sehen das nur wenige. Die Mehrheit benutzt diese Übungen, um innere Zustände hervorzubringen, an denen sie sich dann erfreuen können. Die inneren Übungen sind aber dafür gedacht, uns zu befähigen, mit den wirklichen Eigenschaften der höheren Welten zu experimentieren und eine eigene Erfahrung damit zu machen. Ihre Macht und Bedeutung liegt in der Tatsache, dass sie das Maximum unserer Kräfte für Absicht und Aufmerksamkeit aktivieren.«10 Es ist mit Worten kaum zu vermitteln, welcher Impuls einen Einfluss auf unser »Inneres«, unser Wesen hat. Wenn der Fokus meiner Handlungen, Gefühle und Gedanken auf die innere Welt gerichtet ist, haben meine Haltung und Aktivitäten eine Auswirkung. Ich kann in den meisten Fällen nicht bewusst wahrnehmen, was tatsächlich im Inneren geschieht, wie etwas verarbeitet oder assimiliert wird. Doch am Ende zeigt es sich in meinem Verhalten. Wenn ich mich zum Beispiel in schwierigen Situationen schnell wieder zentrieren kann, dann fühle ich mich möglicherweise nicht mehr gestresst, wenn bestimmte Umstände »stressig« sind. Vieles hängt auch davon ab, ob ich wahrnehmen kann, welche Energien gerade zur Verfügung stehen. Lasse deinen Stress los Wenn du in einer Stress-Situation bist, versuche deine Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten, atme tief durch die Nase ein und den Mund aus. Gleichzeitig richte einen Teil der Aufmerksamkeit auf den Bereich beim Solar Plexus. Atme bewusst in diesen Bereich hinein und denke beim Ausatmen: Ich lasse meine Anspannung los, der Atem trägt ihn hinweg. Mache diese Übung einige Minuten, je nach Möglichkeit. Spüre danach deine Körperempfindung im ganzen Körper und lasse alles los, was dir Stress macht. Es gibt noch einen weiteren Aspekt der »inneren Arbeit«. Beobachte dich: Woher kommt der Antrieb zu dieser inneren Arbeit? Von der Persönlichkeit – weil du die Bücher gelesen hast und meinst, dass dich diese Richtung besser und erfolgreicher im Leben macht – oder weil du ein innerer Drang dazu aus deinem Wesen dich anregt , an dir selbst zu arbeiten? Das ist nicht leicht zu unterscheiden. Es kann sein, dass du mit der Trägheit deines Körpers kämpfst. Normalerweise liegt die aktive Kraft, die den Entschluss fasst, in der Alltagspersönlichkeit. Das ist leicht einzusehen, da einer Handlung meistens ein gedanklicher Vorgang vorangeht und das »gewöhnliche« Denken vorwiegend Teil der »Persönlichkeit« ist.11 Es kann auch ein emotionaler Impuls sein, dieser entsteht ebenfalls in der Persönlichkeit. Der physische Körper unterliegt natürlicherweise dem Trägheitsgesetz und verhält sich im Verhältnis zur Persönlichkeit zuerst einmal als eine »verneinende« Kraft. Wenn der Körper »vom Kopf« dazu gebracht werden soll, sich zu bewegen oder etwas Neues zu lernen, blockt er erst einmal ab. Wenn du es »willst«, gelingt es meistens, den Körper dennoch zu einer Aktivität zu bewegen, doch das kostet zusätzliche Energie. Dann erreichst du mit dieser Strategie natürlich ein Ergebnis, das die dritte Kraft ins Spiel bringt. Der »Wille der Persönlichkeit« hat sich durchgesetzt. Doch was hast du im Endeffekt erreicht? Du hast die Persönlichkeit gestärkt. Sie...



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