Martin | Ein Engel für den Duke | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 254, 320 Seiten

Reihe: Historical Gold

Martin Ein Engel für den Duke


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-194-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 254, 320 Seiten

Reihe: Historical Gold

ISBN: 978-3-95446-194-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie liegt wie ein bezaubernd schöner Engel im Schnee - dem Erfrierungstod nah! Auf starken Armen trägt Royal Dewar, Duke of Bransford, die zitternde Jocelyn Caulfield zum Schloss. Seinem sterbenden Vater hat er das Versprechen gegeben, die vermögende Erbin zu heiraten, um die Familie zu retten. Wer hätte gedacht, dass es für ihn Liebe auf den ersten Blick ist! Es scheint ihm ein Glücksfall des Schicksals, dass sie nun seine Braut werden soll - bis Royal die Nachricht erschüttert: Nicht Jocelyn, sondern deren mittellose Cousine Lily liegt in seinen Armen. Nichts ist verbotener, als diesen betörenden Engel zu lieben ...



Ihre Arbeit im Immobiliengeschäft führte die New York Times Bestseller- Autorin Kat Martin auf den Weg ins Glück. Durch ihre Tätigkeit als Maklerin lernte sie den perfekten Partner kennen - ihren Ehemann, den Western-Autor Jay Martin. 'Wir standen uns als potenzielle Verkäufer und Käufer gegenüber', erinnert sie sich. Kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten, fragte Larry sie, ob sie ein unveröffentlichtes Manuskript eines historischen Westerns, das er verfasst hatte, lesen wolle. Sie verliebte sich sofort in den Roman - und den Autor! 'Es war eine ziemlich romantische Geschichte', gesteht sie. Nachdem sie den Text ihres zukünftigen Ehemanns ein wenig bearbeitet hatte, beschoss sie, es selbst einmal mit dem Schreiben zu versuchen. Kat machte sich auf, Bestseller-Autorin von mehr als 30 historischen und zeitgenössischen Romanen zu werden. Bis heute wurden 10 Millionen Exemplare ihrer Romane gedruckt und auf der ganzen Welt - inklusive Deutschland, Norwegen Schweden, China, Korea, England und vielen anderen Ländern - veröffentlicht. Wenn sie nicht schreibt, fährt sie gern Ski und geht auf Reisen, bevorzugt in Europa. Derzeit ist sie intensiv damit beschäftgt, ihr nächstes Buch zu verfassen.

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1. KAPITEL

England, 1854

Royal Dewar durchquerte die Eingangshalle von Bransford Castle. Er trug hohe Reitstiefel, und seine Schritte hallten auf dem hölzernen Dielenboden wider. Als er am großen Salon vorüberkam, der mit seiner im Tudorstil gehaltenen Decke und den massiven Balken so beeindruckend wirkte, versuchte er, nicht auf die fadenscheinigen persischen Teppiche zu achten, deren leuchtende Rot- und frischen Blautöne, an die er sich aus seiner Jugendzeit erinnerte, nun verblichen waren.

Dann stieg er die breite Mahagonitreppe hinauf und bemühte sich zu ignorieren, wie sich das Geländer anfühlte, dessen Holz früher glatt und von feinem Schimmer gewesen war und das jetzt, nach Jahren der Vernachlässigung, stumpf und glanzlos wirkte.

Seit nicht einmal zwei Wochen war er nun zu Hause, war von Barbados nach England zurückgekehrt, nachdem er sieben Jahre auf Sugar Reef, der Plantage seiner Familie, gelebt hatte. Sein Vater war erkrankt, und der Anwalt der Familie, Mr Edward Pinkard, hatte nach ihm geschickt.

Der Duke of Bransford liegt im Sterben, hatte in dem Brief gestanden, bitte beeilen Sie sich, Mylord, und kommen Sie nach Hause.

Endlich war er hier und dankbar dafür, diese kurze Zeit mit seinem Vater verbringen zu können, aber das Gebäude war baufällig und bedurfte dringender Reparaturen, und er war es nicht gewohnt, sich im Haus aufzuhalten. Bei Sonnenaufgang hatte er nach seinem Vater gesehen und war dann zu den Stallungen geeilt. In den vergangenen acht Jahren war er nur ein einziges Mal über das Anwesen geritten, und nun freute er sich darauf, sein Zuhause wieder neu zu entdecken.

Obwohl der Winterwind kalt war, der Himmel grau und wolkig, genoss Royal den Ausritt, was ihn selbst ein wenig überraschte. Er hatte sich an das heiße Klima auf Barbados gewöhnt, und seine Haut war sonnengebräunt von der Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern. Doch an diesem Morgen, als der Wind ihm ins Gesicht wehte und sich vor ihm die offenen Felder erstreckten, so weit das Auge reichte, spürte er, wie sehr er England vermisst hatte.

Als er zum Haus zurückkehrte, war es später Vormittag. Er schwang sich aus dem Sattel seines großen grauen Hengsts. Er hatte das Tier als Geschenk zu seinem einundzwanzigsten Geburtstag bekommen und es Jupiter genannt. Die Zügel reichte er einem wartenden Stallburschen.

„Gib ihm eine Extraportion Hafer, ja, Jimmy?“

„Jawohl, Mylord.“

Royal fühlte sich ein kleines bisschen schuldig, weil er seinen Vater allein gelassen hatte, daher eilte er gleich ins Haus und die Treppe zum oberen Stockwerk hinauf. Dort ging er den Gang hinunter und blieb dann einen Moment lang stehen, um sich vor der Tür, die zum Schlafgemach des Dukes führte, zu sammeln.

Unter dem schweren Holz drang ein Lichtschein hervor, also brannte drinnen eine Lampe. Royal drehte den silberfarbenen Knauf, schob die Tür auf und betrat das geräumige, matt erhellte Zimmer. Auf der gegenüberliegenden Seite lag sein Vater in dem großen Himmelbett mit schweren, goldfarbenen Samtvorhängen, nur noch ein schwaches Abbild des Mannes, der er einst gewesen war.

Der Kammerdiener und langjährige Vertraute des Dukes, George Middleton, eilte auf seinen langen dürren Beinen herbei. Nach vielen Dienstjahren und nun auch von Kummer und Resignation waren seine Schultern gebeugt.

„Es ist gut, dass Sie wieder zurück sind, Mylord.“

„Wie geht es ihm, Middleton?“ Royal löste die Bänder seines langen scharlachroten Reitumhangs und ließ es zu, dass der Diener ihm den Umhang abnahm.

„Ich fürchte, Mylord, er wird mit jedem Tag schwächer. Nur das Warten auf die Ankunft von Lord Reese hält ihn noch am Leben.“

Royal nickte. Er hoffte, dass sein Bruder, der mit seinen siebenundzwanzig Jahren zwei Jahre jünger war als er selbst und als Major bei der britischen Kavallerie diente, Bransford erreichte, ehe es zu spät war. Sein anderer Bruder, Rule, der jüngste, war bereits von seinen Studien in Oxford nach Hause gekommen.

Royal blickte zu den Samtvorhängen und sah Rule am Bett des Vaters sitzen. Hoch gewachsen und breitschultrig, mit dem muskulösen Körperbau eines Athleten, sah Rule seinen Brüdern sehr ähnlich: diegleiche gerade Nase, die markanten Züge mit dem energischen Kinn. Doch anders als Royal, der das dunkelblonde Haar und die goldbraunen Augen seiner Mutter geerbt hatte, waren Reese und Rule schwarzhaarig mit dengleichen leuchtend blauen Augen, wie sie auch der alte Duke hatte.

„Er hat nach dir gefragt.“ Rule trat in den flackernden Schein der Lampe, die auf dem Frisiertisch aus Rosenholz stand. „Er redet etwas wirr. Er sagte, du müsstest ihm noch etwas versprechen. Und er könne erst ruhig sterben, wenn du ihm versprochen hast, dich darum zu kümmern.“

Royal nickte, eher neugierig als besorgt. Alle drei Brüder liebten ihren Vater. Und alle drei hatten ihn vor Jahren verlassen, um ihren eigenen selbstsüchtigen Träumen zu folgen. Sie waren dem Duke of Bransford etwas schuldig und würden tun, was immer er von ihnen verlangte.

Sein jüngster Bruder ging an Royal vorbei, folgte Middleton nach draußen und schloss leise die Tür hinter sich, sodass Royal allein in dem dämmerigen, stickigen Raum blieb. Sein Vater hatte drei Schlaganfälle erlitten, den ersten vor drei Jahren, und jeder war heftiger gewesen als der vorherige. Royal hätte schon nach dem ersten nach England zurückkehren sollen, aber in seinen Briefen hatte der Vater ihm versichert, dass er sich erholen würde, und Royal hatte daran glauben wollen. Er hatte auf Sugar Reef bleiben wollen.

Jetzt sah er hinab auf den alten Mann, der geschwächt im Bett lag und der einst so stark und mächtig gewesen war. Ihm schien, als habe die reine Willenskraft seinen Vater so lange am Leben erhalten.

„Royal?“

Er trat ans Bett und setzte sich auf den Stuhl, den sein jüngerer Bruder soeben verlassen hatte. „Ich bin hier, Vater.“ Er streckte den Arm aus und ergriff die kalte, magere Hand seines Vaters. Es war warm in dem Schlafraum, doch er nahm sich vor, noch ein paar Scheite nachzulegen.

„Es tut mir leid, mein Sohn“, sagte der Duke mit heiserer Stimme. „Es ist ein armseliges Erbe … das ich dir hinterlasse. Ich habe dich enttäuscht … und deine … Brüder.“

„Schon gut, Vater. Wenn du wieder auf den Beinen bist …“

„Rede … rede keinen Unsinn, Junge.“ Der Vater holte ein paarmal Atem und verzog ein wenig die Lippen. Royal verstummte. „Ich habe alles verloren. Ich bin nicht einmal ganz sicher … wie das geschehen konnte. Es ist einfach irgendwie – davongeflogen.“

Royal musste nicht fragen, was sein Vater damit meinte. Die Möbel, die in den Salons fehlten, die kahlen Stellen an den Wänden, wo einst erlesene Gemälde in vergoldeten Rahmen gehangen hatten, der allgemein schlechte Zustand des Hauses, das einst eines der prächtigsten in ganz England gewesen war – das alles erzählte davon.

„Mit der Zeit kann unser Vermögen wiederhergestellt werden“, sagte Royal. „Der Duke of Bransford wird so mächtig sein wie zuvor.“

„Ja, zweifellos.“ Der Duke hustete und holte zitternd Atem. „Ich weiß, ich kann … auf dich zählen, Royal. Auf dich und deine Brüder. Aber es wird nicht leicht werden.“

„Ich werde dafür sorgen, Vater. Ich verspreche es dir.“

„Und das wirst du auch. Ich will … dir helfen. Selbst wenn ich tot und begraben bin.“

Royals Herz zog sich zusammen. Er wusste, sein Vater würde sterben. Es war nur noch eine Frage der Zeit. Dennoch war es schwer zu akzeptieren, dass ein Mann, der einst so stark und voller Lebenskraft gewesen war wie der Duke, tatsächlich fort sein würde.

„Hast du gehört, was ich sagte, Royal?“

Das hatte er, aber nur wie aus weiter Ferne. „Ja, Vater, aber ich fürchte, ich weiß nicht, was du meinst.“

„Es gibt eine Möglichkeit, mein Sohn. Die einfachste aller Möglichkeiten. Eine Ehe mit der richtigen Frau wird dir das Geld verschaffen … das du brauchst.“ Er drückte Royals Hand fester. „Ich habe sie gefunden, Royal. Die perfekte Frau.“

Royal richtete sich auf. Er war fest davon überzeugt, dass sein Vater nur so dahinredete.

„Sie ist sehr schön“, fuhr der Duke fort. „Ein wunderschönes Geschöpf … wie geschaffen dafür, eine Duchess zu werden.“ Mit jedem Wort schien die Kraft des alten Mannes zurückzukehren, und einen Moment lang hob sich der Schleier von seinen Augen, und das leuchtende Blau seiner Jugendjahre kehrte zurück. „Sie ist eine Erbin, mein Junge … sie hat von ihrem Großvater ein Vermögen geerbt. Und ihre Mitgift ist unvorstellbar hoch. Du wirst wieder ein reicher Mann sein.“

„Du solltest dich ausruhen. Ich komme wieder …“

„Hör mir zu, Sohn! Ich habe schon mit … mit ihrem Vater gesprochen, einem Mann namens Henry Caulfield. Caulfield liebt sie sehr. Er ist entschlossen, ihr einen Titel zu verschaffen. Die … Vereinbarungen sind schon … getroffen worden.“ Er rang nach Atem, hustete, aber sein Griff um Royals Hand lockerte sich nicht. „Nach einer angemessenen … Trauerzeit wirst … wirst du Jocelyn Caulfield heiraten. Mit ihrem Vermögen und … deinen Fähigkeiten … kannst du das Haus wiederaufbauen … und unseren Ländereien wieder … den früheren Glanz verleihen.“

Der Griff des Duke wurde noch fester. Es erstaunte Royal, dass sein Vater noch so viel Kraft besaß. Und er verstand, dass der nicht...



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