Martens | Das Zusammenspiel der Elemente | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 282 Seiten

Martens Das Zusammenspiel der Elemente


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7557-2517-6
Verlag: Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 282 Seiten

ISBN: 978-3-7557-2517-6
Verlag: Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Taldor ist in Erenas Schloss aufgeflogen - Erena hat ihn entdeckt. Sie nutzt Taldor, um heimlich Zutritt zum Reich der Zwerge zu bekommen, um nun auf den Fersen der Freunde ebenfalls den Weg durch die Berge zu nehmen. Bei den Elhiloyin geraten Thynlar, Akaya und Wirod in eine Falle. Layoi und Elhiloyin streiten sich über die Gefangenen und am Ende gelingt es Inavin, dem Sohn des Königs der Elhiloyin, Akaya in die Festung in den Bergen zu bringen. Thynlar wird schwer verletzt und in letzter Minute gelingt auch seine Rettung. Doch Taldor und Akaya sind in Gefahr. Erena taucht wieder auf und die Bedrohung wird noch größer. Schaffen Lillina und Rythall es, die Zwerge zu mobilisieren? Und was ist mit Sörelan? Es wird eng -- wer wird am Ende überleben? Wird die Magie in AnWel erhalten bleiben?

Wenn Alke Martens sich grade in unserer Welt aufhält, lebt sie mit ihren zwei Kindern, ihrem Hund, ein paar Fröschen und unglaublich vielen Pflanzen an der Ostsee. Im Erstberuf ist sie Professorin für Informatik an der Universität Rostock. Sie arbeite zudem als Coach und Gesundheitsberaterin. Schon immer war Alke Martens fasziniert von Mythen und Sagen. Bereits als Kind war sie verzaubert von M. Ende, A. Lindgren und J.R.R. Tolkien. Lange Wanderungen im Harz, in den Alpen und an den deutschen Küsten, eine tiefe Naturverbundenheit und schamanisches Arbeiten wurden Grundlage für die AnWel Trilogien.
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WAHR ODER FALSCH


INAVIN was ist geschehen?“, besorgt sah O’Theadir seinen Sohn an, der im offiziellen Thronsaal erschienen war. Die bewusstlose und offenbar verletzte Zauberin wurde von den Wachen auf einer Trage hereingebracht. Die Trage wurde behutsam abgestellt. Die Wachen verbeugten sich tief und verließen den Raum wieder. In Begleitung von Inavin, der seinen Arm mit einem blutverschmierten Stück Stoff umwickelt an die Brust drückte und mit der anderen Hand stützte, war nur noch Ojiri, die humpelte. Inavin sank auf ein Knie, und auch Ojiri versuchte, es ihm gleichzutun, doch man konnte ihr ansehen, dass sie dabei starke Schmerzen hatte.

„Erhebt euch und berichtet!“, fordert O’Theadir sie hastig auf, und Ojiri sah ihn dankbar an. Der Form war Genüge getan, noch waren sie allein. Der Rat war noch nicht zusammengerufen worden. Zunächst wollte O’Theadir den Bericht seines Sohnes hören und Zeit und Ruhe haben, die Möglichkeiten des Handelns alleine abzuwägen.

„Die Layoi waren gleichzeitig mit uns bei dem Lager“, berichtete Inavin und fasste kurz zusammen, was sich beim Ergreifen der Zauberin zugetragen hatte. Als er erwähnte, dass es bereits in diesem ersten Kampf einen Toten in den eigenen Reihen gegeben hatte, schickte er seinem Vater in Gedanken das Bild des verstorbenen Kriegers. O’Theadir schaute zu Ojiri hinüber, die seinem Blick standhielt.

’Dein Bruder?’, fragte er sie.

Sie nickte stumm und er sah die Tiefe ihrer Trauer. ’Ich habe ihn dem Berg übergeben’, gab sie im Schutz der Gedankenwelt zurück.

’Recht hast du getan. Sein Geist wird sich auf des Adlers Schwingen erheben und bei dir sein, so lange du lebst’, schickte er ihr als Trost.

’Habt Dank mein König’, erwiderte sie, und senkte die Augen, um den Schmerz, den er darin lesen konnte, vor ihm zu verbergen.

Dann wandte sich O’Theadir wieder seinem Sohn zu und forderte ihn zum Weitersprechen auf.

Inavin setzte seinen Bericht fort. „Gemeinsam mit den verletzten Layoi begaben wir uns zu den Pferden. Die meisten von uns konnten laufen. Wir teilten den schwerer Verletzten die Pferde zu, gleich ob Layoi oder nicht. So machten wir uns dann auf den langsamen Rückweg und liefen direkt in einen Hinterhalt der Layoi. Sie lauerten uns unweit des Pferdeplatzes auf und überfielen uns. Es kam erneut zu einem Kampf. Wir verloren den Indellyin, der die Ella begleitet hat. Er wurde durch einen Pfeil verletzt, vielleicht getötet. Ich weiß es nicht. Er ging hinter meinem Pferd. Ich hielt die Zauberin vor mir auf dem Pferd und bin geritten. Ich sah einen Pfeil, wich aus. Hörte den Indellyin dumpf schreien und fallen. Dann ...“, er strich sich mit der unverletzten Hand über die Augen und holte tief Luft. „Ich gestehe, dass ich geflohen bin. Ich habe meine Truppe im Stich gelassen, um euch die Ella zu bringen“, beschämt senkte Inavin den Blick, und jetzt war es an Ojiri, ihm eine tröstende Hand auf den Arm zu legen. Er schickte ihr einen dankbaren Blick.

O’Theadir dachte einen Moment über das Gesagte nach. Dann schüttelte er den Kopf.

„Nein, Inavin, du hast recht gehandelt. Dein Auftrag war, die Ella um jeden Preis hier abzuliefern, und genau das hast du getan. Der Preis war, dass du deine Truppe im Stich lassen musstest.“

Inavin nickte mit dem Kopf, aber sein Vater konnte genau spüren, dass er dies anders sah. Inavin war noch nie ein großer Krieger gewesen und er hielt sich strikt an die Anweisung, gegen andere Elhiloyin, seien es Layoi oder nicht, keine Magie im Kampf zu verwenden. O’Theadir war sehr froh, dass sein Sohn mit der Zauberin geflohen war. Sonst hätte er ihn vielleicht nicht wiedergesehen.

Inavin seufzte und sammelte seine Kraft. Doch bevor er weiterreden konnte, setzte Ojiri an seiner Stelle den Bericht fort.

„Ich blieb bei der Truppe und leitete den Kampf. Wie ihr seht, habe ich mit leichten Verletzungen überlebt. Janoi und Anoi, die Zwillinge, leben ebenfalls, müssen aber eine Weile versorgt werden, bis sie wieder gesund sind. Janoi hat eine schwere Verletzung durch eine unsaubere Klinge, die ihm fast den Arm abrasiert hätte. Anoi hat mehrere tiefe Schnittverletzungen, davon eine heftige im Bauchbereich. Die anderen drei sind tot. Wir konnten die Leichen nicht versorgen und mussten sie den Layoi überlassen. Die Layoi hatten weniger Verluste. Sie konnten zwar der Zauberin nicht habhaft werden, aber sie haben den Indellyin mitgenommen. Ich weiß nicht, ob er noch lebt.“ Sie verneigte sich um zu zeigen, dass sie fertig war.

O’Theadir neigte den Kopf. „Habt Dank für euren Bericht, Ojiri. Ihr habt gut und recht gehandelt. Wir betrauern eure Verluste.“ Er warf seinem Sohn einen fragenden Blick zu, nickte leicht und schaute dann zu der bewusstlosen Zauberin. „Lasst mich einen Moment mit meinem Sohn alleine!“, bat er, und Ojiri folgte dieser Bitte.

Sie verbeugte sich und ging rückwärts aus dem Thronsaal. Als sich die Türen hinter ihr schlossen, stand O’Theadir auf und ging zu der Ella hinüber. Er schaute ihr lange in das Gesicht und betrachtete sie genau. Er spürte, dass sein Sohn ihn beobachtete.

„Was ist mit ihren Haaren und ihrer Kleidung geschehen?“, fragte O’Theadir verwundert, als der die Spuren des Feuers sah.

„Sie stürzte unglücklich als der Kampf begann und fiel in das Lagerfeuer. Seltsamerweise haben die Flammen ihr nichts getan, nur ihre Kleidung zerstört. Auch wenn es anfangs aussah, als würde sie verbrennen. Doch dann ... irgendwie wandelte sich das Feuer“, Inavin stellte frustriert fest, dass es ihm nicht gelang, dies in Worte zu fassen. Er ließ seinen Vater in seinen Gedanken die Szene lesen, der er beigewohnt hatte.

„Als würde das Feuer sie liebkosen!“, murmelte sein Vater überrascht.

„Genau so“, stimmte Inavin zu. „Es war aber kein magisches Feuer, sondern ein ganz normales. Wer weiß, welche böse Magie dahinter steckt!“

O’Theadir rieb sich über die Stirn. „Das stellt uns vor eine schwierige Aufgabe!“, stellte er fest. Als er den fragenden Blick seines Sohnes sah, erläuterte er: „Üblicherweise sieht das Ritual zum Bannen eines Ella das Verbrennen des Körpers vor, weil nur auf diese Weise, durch die Energie des Feuers, ein Übergang der Lebensenergie auf ein anderes anwesendes Wesen verhindert werden kann. Stirbt ein Ella, ohne dass die krankhafte Lebensenergie abgeleitet wird, so sucht diese sich einen Wirt, in dem sie fortbestehen kann. Sie übernimmt dann den Wirt in Geist und Körper vollständig, verliert aber den Bezug zum Leben und giert nur nach noch mehr Energie.“

Inavin und sein Vater sahen sich einen Moment lang an und der alte König erkannte, wie sich seinem Sohn die Bedeutung des Gesagten erschloss. Inavin schauderte.

„Sie werden zu einer Art lebenden Toten?“, raunte er so leise, dass man es fast nicht hören konnte.

O’Theadir nickte stumm. „Und Schlimmeres“, ergänzte er, „Doch nichts, was jetzt und hier ausgesprochen werden darf!“, energisch wandte er sich ab und betrachtete die fremde Zauberin noch einmal eingehend. „Sie ist sehr schön. Ist das ein Illusionszauber?“

Inavin schüttelte den Kopf und trat neben seinen Vater. „Nein, das ist echt. Sie ist jung!“

O’Theadir sah verwundert in das ebenmäßige Gesicht, welches auch Blut und Ruß nicht entstellen konnten. Er widerstand nur mühsam dem Impuls, die junge Frau zu berühren.

„Wie kann das sein? Eldaran ist vor vielen hundert Jahren untergegangen! Meines Wissens ohne Überlebende.“ Intensiv sah er in ihr Gesicht, als könnte er auf diese Weise das Geheimnis enträtseln. „Also, dass eine Einzelperson ohne unser Wissen überlebt haben könnte, halte ich schon für Unwahrscheinlich. Aber darüber gibt es wenigstens Geschichten, so dass ich zugeben muss, dass es möglich sein kann. Zwei überlebende Personen, die zudem noch Nachfahren gezeugt haben, ohne dass die Wächter oder die Elhiloyin etwas davon mitbekommen haben, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, stellte er fest und sah fragend seinen Sohn an.

Inavin zuckte mit den Schultern. „Ich habe keine Ahnung, was das zu bedeuten hat. Soll ich das Raalseil entfernen? Dann können wir sie untersuchen.“

O’Theadir dachte einen Moment nach und nahm der Zauberin dann die Fesselung selbst ab. Er verstaute das Seil in einem Beutel an seinem Gürtel. Auch wenn das Feuer der Ella nichts hatte anhaben können – die Handgelenke der jungen Frau sahen dort, wo das Raalseil sie gefesselt hatte, aus wie verbrannt. Die Haut war rot entzündet und zeigte Blasen, die mit Flüssigkeit gefüllt waren. Wäre sie bei Bewusstsein gewesen, hätte sie sicherlich Schmerzen gehabt. Sie musste ein hohes magisches Potenzial haben, um derart auf die Magie des Raalseils zu reagieren.

O’Theadir nahm dies mit gerunzelter Stirn zur Kenntnis: „Wir müssen auch diese Wunden versorgen. Ich denke, wir sollten einen anderen Weg finden, als sie mit dem Raalseil zu...



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