E-Book, Deutsch, Band 0371, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Marsh / Hollis / Graham Julia Extra Band 371
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-0372-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0371, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0372-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EINE ROSE FÜR DEN MILLIARDÄR von LYNNE GRAHAM
Wie kann man so nachlässig sein? Aufgebracht übergibt die junge Putzfrau Rose den Geldschein, den sie unter Alex' Schreibtisch gefunden hat. Sie ahnt nicht, dass sie in diesem Moment die Prüfung bestanden hat. Die des Verstandes - und des Herzens des Undercover-Milliardärs ...
IM CASTELLO DER LEIDENSCHAFT von CHRISTINA HOLLIS
Einen Monat wird sie auf Castello Sirena arbeiten, dem schönsten italienischen Schloss. Allerdings bedeutet das für die junge Archäologin Josie Street auch einen Monat der gefährlichen Versuchung! Denn da ist der Schlossherr Dario di Sirena: arrogant - und viel zu sexy ...
GEFANGEN IM HAREM DES SCHEICHS von CAROL MARINELLI
In den dunklen Augen von Scheich Rakhal Alzirz glaubt Natasha die schimmernden Sterne der Wüste zu entdecken, und als er mit ihr flirtet, lässt sie sich zu einer Nacht mit ihm hinreißen. Mit Folgen, die sie direkt in den Harem des feurigen Scheichs führen ...
FINGER WEG VON HERZENSBRECHERN! von NICOLA MARSH
Es gibt Männer, die sind lieb und gut - und dann gibt es Männer wie Archer Flett: perfekt im Bett, aber bindungsscheu und dafür geboren, einem das Herz zu brechen! Callie weiß, wovon sie spricht. Einmal und nie wieder! Aber manche Fehler muss man zweimal machen ...
USA-Today-Bestsellerautorin Nicola Marsh hat weltweit mehr als sieben Millionen Romane verkauft und diverse Preise wie den Romantic Times Reviewer's Choice Award gewonnen. Für Erwachsene schreibt sie aufregende Liebesromane, für Jugendliche spannende Geistergeschichten. In ihrer Freizeit liebt die frühere Physiotherapeutin gutes Essen, sich um ihre kleinen Helden zu kümmern und es sich mit einem guten Buch gemütlich zu machen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Du musst mir helfen“, hatte Sokrates Seferis gesagt, und sein Patensohn Alexius Stavroulakis hatte alles stehen und liegen lassen und war Tausende von Meilen geflogen, um ihm zu Hilfe zu eilen. Sokrates hatte sich geheimnisvoll gegeben und nur erklärt, dass sein Anliegen streng vertraulich sei und er darüber nicht am Telefon sprechen könne.
Alexius, ein Mann von einem Meter fünfundachtzig und mit dem athletischen Körper eines Sportlers gesegnet, war trotz seiner einunddreißig Jahre bereits Milliardär. Sein kluges und doch aggressives Geschäftsgebaren machte ihn zu einem gleichermaßen gefürchteten wie geachteten Unternehmer, und man konnte wahrlich nicht behaupten, dass er jemals nach der Pfeife eines anderen tanzte. Doch für den fast fünfundsiebizgjährigen Sokrates Seferis galten andere Regeln: Viele Jahre lang war der Patenonkel der einzige Mensch gewesen, der den kleinen Alexius in dem englischen Internat besucht hatte, in das die Eltern den Jungen abgeschoben hatten.
Seinem Patenonkel, der sich aus einfachen Verhältnissen zum millionenschweren Besitzer einer internationalen Hotelkette hochgearbeitet hatte, war ebenfalls kein erfülltes Familienleben vergönnt gewesen. Seine geliebte Ehefrau war bei der Geburt des dritten Kindes gestorben, und die Tochter und der Sohn hatten sich zu verschwendungssüchtigen Erwachsenen entwickelt, die mehr als einmal Schande über ihren gutherzigen Vater gebracht hatten. Für Alexius war Sokrates daher auch das Paradebeispiel, warum ein vernünftiger Mann niemals Kinder haben sollte.
Kinder waren anstrengend, fordernd und undankbar. Und Alexius verstand nicht, warum einige seiner Freunde so erpicht darauf waren, sich von diesen kleinen Quälgeistern das Leben schwer machen zu lassen, das sich ledig und kinderlos doch wunderbar genießen ließ. Nein, diesen Fehler würde Alexius gewiss niemals begehen.
Sokrates begrüßte Alexius, auf einen Liegestuhl gebettet, auf der Terrasse seines luxuriösen Anwesens in einem Vorort von Athen. Noch bevor der jüngere Mann Platz genommen hatte, brachte ein Hausdiener Getränke.
„Nun?“, begann Alexius. Sein attraktives braungebranntes Gesicht wirkte ernst, die silbergrauen Augen, die Frauenherzen höher schlagen ließen, blickten wie immer gelassen. „Worum geht’s?“
„Geduld war noch nie deine Stärke, nicht wahr?“, sagte der ältere Mann. Die dunklen Augen in seinem sonnengegerbten Gesicht funkelten vergnügt. „Nimm dir einen Drink und schau dir erst einmal diesen Ordner an.“
Ungeduldig hob Alexius den Ordner vom Tisch auf und öffnete ihn. Auf der ersten Seite befand sich das Foto eines unscheinbaren Mädchens, das soeben dem Teenageralter entwachsen zu sein schien. „Wer ist das?“
„Lies selbst“, forderte Sokrates ihn auf.
Alexius stieß den Atem leicht gereizt aus und blätterte durch die wenigen Seiten des Ordners.
„Sie wird Rosie genannt“, sinnierte Sokrates. „Meine verstorbene Frau kam auch aus England, und ihr Taufname lautete ebenfalls Rose.“
Die Informationen, die Alexius dem Ordner entnehmen konnte, sagten ihm nichts. Rosie Gray war eine junge Engländerin, die in einer Pflegefamilie aufgewachsen war und jetzt als Reinigungskraft arbeitete. Er hatte keine Ahnung, welches Interesse sein Patenonkel an dieser Frau haben konnte.
„Sie ist meine Enkeltochter“, erklärte Sokrates, als hätte er seine Gedanken erraten.
Alexius sah ihn ungläubig an. „Seit wann hast du eine Enkelin? Ist diese Frau etwa eine Hochstaplerin?“
„Du bist wirklich der Richtige für diese Aufgabe“, sagte Sokrates zufrieden. „Nein, sie ist keine Hochstaplerin. Soweit ich informiert bin, weiß sie noch nicht einmal von meiner Existenz. Ich bin nur neugierig. Deshalb habe ich dich hergebeten.“
Alexius betrachtete noch einmal das Foto der Frau: eine graue Maus mit farblosen Haaren und großen leeren Augen. „Wie kommst du auf die Idee, dass sie deine Enkeltochter ist?“
„Das ist keine Idee, sondern Gewissheit. Ich weiß schon seit fünfzehn Jahren von ihr, damals wurde sogar ein DNA-Test gemacht“, gab Sokrates widerwillig zu. „Sie ist Troys Tochter, gezeugt, als er für mich in London gearbeitet hat – sofern man denn von ‚Arbeit‘ sprechen konnte“, fügte er mit grimmigem Lächeln hinzu. „Natürlich hat er die Mutter nicht geheiratet, sondern sich kurz vor der Geburt des Kindes von ihr getrennt. Nach seinem Tod nahm die Frau Kontakt zu mir auf und bat mich um finanzielle Unterstützung. Ich habe ihr eine ansehnliche Summe geschickt, aber augenscheinlich hat das Mädchen nie einen Penny davon gesehen, denn die Mutter ließ sie ihm Stich und sie landete bei Pflegefamilien.“
„Traurig“, meinte Alexius.
„Mehr als traurig. Das Mädchen hat wirklich keinen guten Start ins Leben bekommen, und das bereitet mir ein schlechtes Gewissen.“ Der ältere Mann seufzte tief. „Sie gehört zur Familie, ich könnte sie sogar als Erbin einsetzen.“
Diese Enthüllung machte Alexius hellhörig. „Als Erbin? Eine Frau, die du nie im Leben gesehen hast? Was ist mit deinen Kindern?“
„Meine Tochter wirft das Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Selbst ihre drei reichen Exmänner konnten sich das nicht leisten“, antwortete Sokrates sarkastisch. „Mein Sohn ist drogenabhängig und hat, wie du ja weißt, schon mehrere Aufenthalte in der Entzugsklinik hinter sich.“
„Und deine Enkelsöhne?“
„Die sind so verschwenderisch wie ihre Eltern. Tatsächlich besteht der Verdacht, dass sie in einem meiner Hotels gehörig abkassiert haben. Natürlich werde ich keinen von ihnen enterben“, erklärte Sokrates mit Nachdruck. „Sollte sich meine Enkelin allerdings als geeignet erweisen, werde ich ihr einen Batzen Geld vermachen.“
„Was meinst du mit ‚geeignet‘?“, fragte Alexius stirnrunzelnd.
„Wenn sie ein gutes Mädchen ist, das das Herz am rechten Fleck trägt, ist sie in meinem Haus willkommen. Auf dein Urteil konnte ich mich schon immer verlassen, deshalb möchte ich, dass du für mich herausfindest, ob sie charakterlich einwandfrei ist.“
„Ich? Warum fliegst du nicht selbst hin und triffst dich mit ihr?“, fragte Alexius verdutzt.
„Ich habe mich dagegen entschieden. Für ein paar Tage eine freundliche Maske aufsetzen kann jeder. Rosie dürfte bald herausfinden, dass es in ihrem eigenen Interesse liegt, wenn sie sich mir gegenüber von ihrer besten Seite zeigt.“ Lebenslange Enttäuschung zeichnete sich im sorgenvollen Gesicht des alten Mannes ab. „Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass ich mich auf mein Urteil verlassen möchte. Ich wünsche mir einfach zu sehr, dass sie anders ist als der Rest der Familie. Für Geld haben meine eigenen Kinder mich schon allzu oft belogen und betrogen. Ich möchte meine Hoffnungen nicht zu sehr an das Mädchen hängen, denn sonst laufe ich Gefahr, wieder zum Narren gehalten zu werden. Und ich brauche keinen weiteren Schmarotzer, der sich an meine Rockschöße hängt.“
„Ich verstehe immer noch nicht, was du eigentlich von mir erwartest“, gestand Alexius.
„Ich möchte, dass du Rosie unter die Lupe nimmst, bevor ich mich mit ihr in Verbindung setze.“
„Sie unter die Lupe nehmen?“, wiederholte Alexius ungläubig.
„Ja, ich möchte, dass du sie kennenlernst und ihr auf den Zahn fühlst.“ Sokrates sah ihn hoffnungsvoll an. „Es bedeutet mir viel, Alex.“
„Das ist nicht dein Ernst, oder? Du verlangst, dass ich mich mit einer … Reinigungskraft treffe?“ Die Verblüffung stand dem jüngeren Mann ins Gesicht geschrieben.
Sokrates blickte ernst. „Ich habe dich nie für einen Snob gehalten.“
Bei diesem Vorwurf erstarrte Alexius. In seinen Adern floss das Blut von Generationen schwerreicher blaublütiger Griechen. Wie hätte er bei diesem Stammbaum etwas anderes als ein Snob werden können? „Aber wie soll ich ein Treffen einfädeln, ohne dass sie Verdacht schöpft, ich könnte etwas mit ihr im Schilde führen?“
„Beauftrage die Reinigungsfirma, für die sie arbeitet, oder … dir fällt schon etwas ein“, beteuerte Sokrates zuversichtlich. „Ich weiß, ich bitte dich um einen großen Gefallen und du bist eigentlich viel zu beschäftigt. Aber es gibt sonst niemanden, dem ich die Angelegenheit anvertrauen möchte. Ich kann ja schlecht meinen Sohn – ihren Onkel – oder einen ihrer nichtsnutzigen Cousins hinschicken, oder?“
„Nein, das wäre unfair. Sie würden in jedem neuen Familienmitglied nur Konkurrenz sehen.“
„Eben.“ Sokrates wirkte erleichtert, dass sein Patensohn endlich begriff. „Wenn du dich dieser Sache annimmst, stehe ich tief in deiner Schuld. Sollte sich Rosie Gray als geldgierige Person entpuppen, erspar mir bitte die unschönen Details. Ich will nur wissen, ob sie eine Chance verdient.“
„Ich lass es mir durch den Kopf gehen“, sagte Alexius widerwillig.
„Lass dir bitte nicht zu viel Zeit mit deiner Entscheidung. Ich werde schließlich nicht jünger“, warnte Sokrates.
„Gibt es etwas, das ich wissen müsste?“, fragte Alexius, plötzlich besorgt, dass ihm der alte Mann womöglich gesundheitliche Probleme verschwieg. Obwohl ihn das Vertrauen, das Sokrates in ihn setzte, rührte, wollte er den heiklen Auftrag nur ungern annehmen. „Du hast schließlich noch andere Freunde …“
„Aber keinen, der in puncto Frauen so erfahren ist wie du“, entgegnete Sokrates ernst. „Du wirst ihren wahren Charakter durchschauen. Ich bin überzeugt, dass du dir von ihr kein X für ein U...




