Marschner / Wohlbrück | Der Vampyr | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 150 Seiten

Marschner / Wohlbrück Der Vampyr

Die Opern der Welt
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-0101-0
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Opern der Welt

E-Book, Deutsch, 150 Seiten

ISBN: 978-3-8496-0101-0
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dies ist das Libretto zur Oper Der Vampyr. Genießen Sie zum Klang Ihrer Lieblingsoper die Original-Texte auf Ihrem Bildschirm. Einzelne Akte und, falls mehrsprachig, Sprachen lassen sich über das Inhaltsverzeichnis auswählen.

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Nr. 1. Introduktion.

Der Vorhang hebt sich im vierten Takte.

Starre Wildnis, Felsengruppen. In der Mitte vorn ein Felsblock auf einer Versenkung. Rechts vorn ein Felsenlager. Im Hintergrunde der Eingang in eine Höhle. Über der Höhle ein Steinruhelager, welches mit einer Maschinerie zum Erheben eines Menschen versehen ist; auf der linken Seite führt ein Aufgang zu diesem Steinruhelager.

Es ist Nacht, der Mond leuchtet im Hintergrunde halbhell. Kleine Irrlichter flackern hin und her. Die Hexen und Geister erscheinen in einem blauen und grünen Schimmer.

Rechts und links vom Darsteller.

Erster Auftritt

Geister. Hexen. Gnomen. Kobolde. Teufelsfratzen. Frösche. Fledermäuse. Dann der Vampyrmeister und Lord Ruthwen.

GEISTERCHOR im wirren Durcheinander.

Ihr Hexen und Geister,

Schlingt fröhlich den Reihn,

Ihr Hexen und Geister,

Bald wird unser Meister

Hier unter uns sein!

Sie bilden in tanzender Bewegung einen Halbkreis.

Wegen grauser Frevelthaten

Ward der Boden hier verflucht,

Drum wird er von uns gesucht,

Daß wir uns auf ihm beraten.

Lichtscheu in der Mitternacht,

Wenn nur Angst und Bosheit wacht,

Schleichen wir beim Mondenschein

In die finstre Kluft hinein.

Schlange, Natter hör' ich zischen,

Irrlicht flackert froh dazwischen,

Molche, Kröten, schwarze Katzen,

Kobold, Hexen, Teufelsfratzen

Kommt und schlingt den muntern Reihn!

Eul' und Uhu, ihr sollt schrein,

Kommt und schließt den muntern Reihn!

Eul' und Uhu, ihr sollt schrein,

Jo, hoho! hoho! joho! hoho! hoho!

Die Höhle im Hintergrunde öffnet sich.

Der Vampyrmeister und Lord Ruthwen erscheinen aus der Tiefe des Höhlenganges auf einem Wagen in Form einer großen Fledermaus, beim Näherkommen immer stärker grün und gelb beleuchtet.

GEISTERCHOR.

Lichtscheu in der Mitternacht,

Wenn nur Angst und Bosheit wacht,

Schleichen wir beim Mondenschein

In die finstre Kluft hinein.

Ihr Hexen und Geister,

Schlingt fröhlich den Reihn,

Bald wird unser Meister

Hier bei uns sein, hier bei uns sein!

Kommt und schließt den muntern Reihn,

Eul' und Uhu, ihr sollt schrein,

Joho, joho, joho! – Joho, joho, joho! –

Heißa, heißa, heißa, joho!

Sie stehen plötzlich still.

Zweiter Auftritt

Die Vorigen. Lord Ruthwen. Der Vampyrmeister.

GEISTERCHOR.

Dort nahet der Meister

Im falben Feuerschein!

Es beginnt starker Donner und Blitz.

Der Wagen hat den Höhleneingang erreicht und kommt nach vorn bis zu dem Felsblock in der Mitte, bei welchem er mit einem starken Tamtamschlage hält.

Der Mond verfinstert sich und wird blutrot, ein gelber Schein überflutet die Felsgegend, die blaugrüne Beleuchtung verschwindet.

Der Vampyrmeister wird vom Souffleur aus fahlgrün beleuchtet.

Ruthwen und der Vampyrmeister steigen, wenn der Wagen am Felsblock in der Mitte vorn angelangt ist, auf den Felsblock.

Gnomen schieben den leeren Wagen langsam in die Höhle zurück. Ruthwen steigt nach rechts Hinunter in den Vordergrund.

Melodram.

VAMPYRMEISTER spricht und zeigt auf Ruthwen.

Dieser hier, der schon verfallen

Unserm Dienste ist,

Wünscht noch eine kurze Frist

Unter den freien Menschen zu wallen.

Sein Begehren sei bewillet,

Wenn er seinen Schwur erfüllet,

Wenn bis künft'ge Mitternacht

Er drei Opfer uns gebracht:

Für drei Bräute, zart und rein,

Soll dem Vampyr ein Jahr bewilligt sein!

RUTHWEN beschwört den Vampyrmeister, singt.

Bei der Urkraft alles Bösen

Schwör' ich Euch, mein Wort zu lösen;

Doch fliehet diesen Aufenthalt,

Denn eins der Opfer naht sich bald!

Vampyrmeister versinkt mit dem Felsblock unter Donner, Blitz und aufsteigendem Dampf.

Das fahle Licht verlischt.

Der Mond leuchtet wieder halbhell, ebenso erscheint der blau-grüne Schimmer wieder.

Ruthwen tritt einen Schritt vor und steht bei dem Geisterchor regungslos in der Mitte.

Dritter Auftritt

Die Vorigen ohne den Vampyrmeister.

GEISTERCHOR im wirren Durcheinander um Ruthwen.

Leise, leis', beim Mondenschein

Husch, in die Erde, husch, hinein!

Husch, tausend Spalten, tausend Ritzen,

Tausend Spalten, tausend Ritzen

Dienen uns zum Aufenthalt.

Laßt uns brütend unten sitzen,

Bis die Mitternacht erschallt.

Leise, leis', beim Mondenschein

Husch, husch, in die Erde, husch, hinein!

Sie verschwinden eilig in den Versenkungen, in den Höhlen, hinter den Felsen.

Mit dem letzen Accord schlägt es auf einer fernen Turmuhr Eins und geht es ohne Pause weiter.

Lautlose Stille.

Der Mond und die Beleuchtung der Soffitten werden allmählich ganz hell.

Vierter Auftritt

Ruthwen allein.

Nr. 2. Recitativ und Arie.

Recitativ.

RUTHWEN.

Ha! noch einen ganzen Tag!

Überlang ist diese Zeit! –

Zwei Opfer sind mir schon geweiht

Und das dritte – das dritte ist leicht gefunden.

Arie.

Ha! ha! welche Lust! Ha, welche Lust!

Ha! welche Lust, aus schönen Augen

An blühender Brust

Neues Leben

In wonnigem Beben,

Ha, neues Leben

In wonnigem Beben,

Mit einem Kusse in sich zu saugen! –

Ha! welche Lust,

In liebendem Kosen,

Mit lüsternem Mut

Das süßeste Blut

Wie Saft der Rosen,

Von purpurnen Lippen

Schmeichelnd zu nippen! –

Und wenn der...



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