Markland | Stripped | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Markland Stripped

Autobiografische Sexgeschichten
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-88769-841-6
Verlag: konkursbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Autobiografische Sexgeschichten

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

ISBN: 978-3-88769-841-6
Verlag: konkursbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Autobiografische Sexgeschichen, über öffentlichen und privaten Sex, alleine, zu zweit, zu mehreren, im Kino, im Hotelflur, im Auto, im Bett.
"Selten habe ich über sexuelle Erlebnisse in einer so persönlichen, authentischen, sich selbst und dem Leser gegenüber ehrlichen Weise gelesen, wie in diesem Buch. Begeisternd! Bridge Markland ist eine in Berlin lebende Tanz-Theater-Performance-Künstlerin, deren künstlerische Themen um weibliche und männliche Erotik kreisen. Ihre Erzählungen sind offensichtlich autobiographisch, mit Humor und herrlichen Wort-findungen und -erfindungen dargeboten, Techniken und Gefühle beschreibend, die pure Lust an Erotik und Sexualität schildernd, gleichermassen mit Männern und Frauen, Schwulen und Lesben. Und - wie im richtigen Leben - nicht jede Geschichte führt zum XXL-Orgasmus und zu durchnässten Matratzen. Aber alle Geschichten sind vergnüglich und anregend zu lesen. Die von der Autorin geschilderte Lust an der Lust überträgt sich in schönster und angenehmster Weise auf den Leser." Jürgen Rapprich, Boccaccio Newlsetter, München)
Mit erotische Fotografien, die die Berliner Fotografin Anja Weber mit Bridge Markland und anderen Darstellern an Berliner Locations wie Kinos und Parks zu den Geschichten inszenierte. Die Bilder gibt es nur in der Druckausgabe.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Planet-Kreatur                   
Ich machte in den USA eine Ausbildung, die viel mit Körperarbeit zu tun hatte. Die Ausbildung ging über vier Jahre und fand jeweils in Sommer-Intensivkursen über sieben Wochen lang statt. Wir waren etwa hundertzehn Leute aus aller Welt und davon, wie bei solchen Ausbildungen so üblich, waren die meisten Frauen. Es gab etwa fünfzehn Männer. Wenn frau den ganzen Sommer lang jeden Tag stundenlang Körperarbeit macht, völlig offen, gelöst und frei wird, wird sie natürlich ... geil, ganz klar! Also hatten die fünfzehn Männer viel zu tun, denn von den fünfundneunzig Frauen waren nicht alle verheiratet, lesbisch oder monogam. So mancher langjährige Freund weilte weit weg in Europa, und was da in den USA geschah ... Aber mitnichten waren jetzt diese fünfzehn Männer nur in sexuellen höchsten Rauschzuständen und suchten sich jede Nacht eine andere tolle Frau aus einem anderen tollen Land aus, nein, nein. Leider waren einige von ihnen verheiratet, schwul oder monogam, und was die Freundin weit weg im fernen Australien über polyamouröses Verhalten so denken könnte, war ihnen überhaupt nicht egal. Somit waren einige von ihnen den ganzen Sommer lang nur damit beschäftigt, die penetranten erotischen Attacken der schönen, geistreichen und fingerfertigen Frauen aus fernen Ländern abzuwehren, sehr zum Leidwesen der Frauen. Andere von ihnen suchten sich eine Frau aus, der sie den ganzen Sommer über treu blieben, sehr zum Leidwesen der anderen Frauen. Ein sehr hässlicher aber lieber Mann gar, schwängerte eine sehr schöne und liebe Frau in der ersten Woche ihrer Bekanntschaft. Im nächsten Sommer kehrten beide überglücklich mit dem Ergebnis zurück, und im dritten Sommer war dann schon das zweite Baby dabei. Ja und dann gab es auch noch einen Mann, der zu alt war, als dass sich das erotische Interesse der etwas jüngeren Damenwelt in seine Richtung hätte ausbreiten wollen und die älteren Damen wiederum waren meist doch verheiratet und monogam. Was bei diesen ganzen Aufzählungen noch übrig blieb, war nicht existent. Dann fand die Ausbildung noch in Northampton, Massachusetts statt, die Frauen-Interessierten und Amerika-Begeisterten unter den LeserInnen werden jetzt eventuell aufmerken. In Northampton gibt es eine Uni namens Smith-College, an der in früheren Zeiten nur Frauen studierten und auch heutzutage ist ein Grossteil der Studenten weiblich. Davon ist wiederum ein nicht unerheblicher Teil lesbisch. Northampton ist eine Kleinstadt, in der es völlig normal ist, dass Frauen-Pärchen Hand in Hand die Straße entlang laufen. Warum ich das alles erzähle? Um auf die folgenden Ereignisse vorzubereiten ... Innerhalb der Ausbildung hatten wir mit sechs Frauen eine Support-Group gegründet. Wir trafen uns einmal die Woche in der Mittagspause, um uns über unsere sehr unterschiedlichen Missbrauchserfahrungen auszutauschen. Im Laufe dessen beschlossen wir, uns einen Abend mit Ritualen, Improvisationen, Offenheit für kreative Kreatürlichkeiten und Vokalisationen zu gönnen. Also mieteten wir uns ein Tanzstudio. Das Tanzstudio lag angeschlossen an ein Wohnhaus mitten im Wald. Wir hatten uns speziell diesen Ort ausgesucht, damit wir laut werden könnten, schreien, kreischen etc., falls uns danach wäre. Ich bin ja eine spezielle Kandidatin fürs schreien, wenn meine Monster erst mal aufwachen, geht’s total ab und ich will gar nicht mehr aufhören. Den fünf anderen ging es teilweise ähnlich. Wir brachten uns Essen und Trinken mit. Die anderen waren gut ausgestattet mit perkussiven Instrumenten, reinigenden Mitteln wie Smudgesticks aus Salbei, welche abgebrannt werden, um damit die Aura eines Raumes zu reinigen und diversen Gegenständen und Objekten die zu kultischen, mystischen, esoterischen Handlungen, Begegnungen, Werdungen und Seins-Zuständen aufrufen können, sollen und wollen. Ich habe von diesen Dingen wenig Ahnung, finde sie aber sehr faszinierend, wenn sie nicht übertrieben werden. Während die anderen fünf damit beschäftigt waren, den Raum rituell zu reinigen und vorzubereiten, ging ich in den Garten, der aus einer großen Rasenfläche und einem Gemüsegarten bestand. Es war früher Abend an diesem 28. Juli, Uhrzeit der Mücken. Ich befand mich aus lauter Vorfreude auf diesen Abend schon längst in einem gelöst, fließenden, völlig authentischen Zustand – meine Körper-Glückshormon-Produktion war auf vollen Touren. Ich hatte gesteigerte Fähigkeiten, war ohne Grund angegackert und torkelte höchst glücklich mit Gräsern, Mücken, Zweigen, Blättern, Bäumen und dem Wind tanzend durch den Garten. Ich war wie ein Medium, welches die „Radiowellen“ vieler Dinge auffangen kann, sie kurz abspielt, gleichzeitig mitfühlt und dann zum nächsten Sender springt. Ich war so glücklich, dass ich mich all meiner Kleidung entledigte und anfing, nackt durch den Garten zu springen – durch die Nacktheit angestachelt, wurde ich prompt noch glücklicher ... Dazu muss man wissen, dass die Amerikaner sehr prüde sind, Nacktheit weit entfernt von normal ist und das Ganze somit noch einen größeren Touch von Verboten bekam. Mit einem Mal kam Caramel aus dem Tanzstudio heraus. Caramel, die mir am engsten vertraut war, im letzten Sommer waren wir uns allmählich näher und näher gekommen. Es war eine Entwicklung, die im Laufe von 7-8 Wochen passierte und in einer achtstündigen Autofahrt kulminierte. Eine Autofahrt mit einem riesigen amerikanischen Gefährt aus den 60er Jahren, so ein echter Ami-Schlitten, total lang und breit, der weich und soft über die Straße glitt, als ob seine Räder den Boden gar nicht berührten und in dem wir zwei Frauen total witzig winzig aussahen. Eine Autofahrt, während der wir uns basically unsere gesamten Lebensgeschichten erzählten und uns am Ende so nahe waren, dass es sich total komisch anfühlte, sich danach abrupt nicht mehr zu sehen. Erst zehn Monate später sahen wir uns wieder und waren uns sofort sehr verbunden. Fast jeden Tag saßen wir beim Lunch zusammen und erzählten uns Dinge, die uns tief bewegten. Caramel hatte seit fünf Jahren eine Beziehung mit einer Frau und seit ein paar Monaten war es offensichtlich, dass etliches im Argen lag und die Beziehung dabei war, auseinander zu gehen. Das heißt sie hatte sehr stark das Bedürfnis, mir ihr Herz auszuschütten. Ihre Freundin war zu Hause in Minnesota und hatte gerade eine Affäre mit einer anderen Frau, bisher hatten beide monogam gelebt. Nun führten sie etliche Telefonate und es war ein ewiges hin und her, nach jedem Telefonat war Caramel völlig zerstört, unsere Gespräche bauten sie dann jedes Mal wieder auf. Ja – und hier stand sie nun – lange dunkelblonde Haare, große blaue Augen, sehr expressive Nase mit Ring im rechten Nasenflügel, etwa acht Ohrringe in jedem Ohr, viele Ketten um den Hals hängen, diverse Ringe an den Fingern, aufrecht, stolz – etwas hexenartiges – und zugleich sehr mädchenhaftes war in ihrer Erscheinung. Angeturnt von mir, der freien Deutschen, die über zwölf Jahre lang als Akt-Modell gearbeitet hatte und auch sehr gerne nackt auf der Bühne rumturnte, zog sie dann auch ihr T-Shirt aus und stand oben ohne da. Ich erblickte einen der schönsten Busen, den ich je in meinem Leben gesehen hatte. Wohl geformt und aufrecht nach vorne stehend mit wunderschönen Brustwarzen. Dieser Busen würde niemals einen BH benötigen, obwohl er gar nicht so klein wie meiner war, nichts gegen meinen Busen, ich liebe meinen Busen und will auch überhaupt keinen größeren haben, aber dieser hier hatte jedenfalls eine sehr angenehme Größe und würde trotzdem niemals hängen, das konnte ich einfach sehen. Ja und wie ich sie da so stehen sah, in all ihrer Schönheit und ihre Brüste mir frech entgegenlachten, in diesem Moment machte es bumm/ klick/ boing und ich begehrte sie sexuell sofort und total und war gleichzeitig total verknallt in sie. Irgendwas in ihr schien zu spüren, was da mit mir passierte, – das Irgendwas war aber sehr tief in ihr drin und ihr Bewusstsein wollte das noch nicht so recht wahrhaben. Ich agierte meine Begierde auch nicht gleich aus und wurde zunächst einmal noch glücklicher und aufgedrehter und sagte etwas zu ihr wie, dass das ja wohl die schönsten Brüste der Welt wären, die sie da hätte. Gleichzeitig war ich irgendwie sehr aufgeregt, mein Herz schlug ziemlich doll und ich zitterte etwas. Sie freute sich natürlich sehr über das Kompliment und sagte, dass sie selbst sehr auf ihre Brüste abfahren würde. Ich drehte mich in meinem Delirium durch den Garten, in dem Moment fing es ganz leicht an zu regnen – ein sehr warmer nur tröpfelnder, recht zaghafter Sommerregen. Ich schmiss mich vor lauter Glück auf den Rasen, Mücken oder nicht Mücken (in der Boulevardpresse stand mal, dass sie einen besonders stark beißen wenn man sexuell erregt ist) und kugelte mich eifrig hin und her. Sie stand unterm Hausgiebel und schaute mir zu, war inspiriert mitzumachen, fühlte sich aber noch nicht ganz so frei und machte dann ein paar Schritte nach vorne, um die warmen Tropfen auf ihrer Haut zu spüren. Ich sprang und quiekte derweil über den Rasen und war überfroh, diese Ekstase-, Glücks- und Rausch-Zustände zu erleben und zu spüren, dass sie Realität waren. Ich lief auf sie zu und machte ein paar eindeutige Bemerkungen wie – dass ich super gerne an ihren Brüsten saugen würde. Sie nahm das zwar zur Kenntnis, aber wie gesagt nur oberflächlich, ihr Oberbewusstsein sagte ihr, dass diese Frau, die da so sexuell zu ihr redete, heterosexuell sei und das alles gar nicht so ernst meinte. Sie machte dann zwar ein verbal-sexuelles Geplänkel mit mir, aber unten drunter lag ein Zweifel. Ich in meinem deliriösen-kapriziösen Zustand...



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