Marinelli | Unser kleines, süßes Wunder | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Marinelli Unser kleines, süßes Wunder


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4608-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-4608-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die hübsche Sex-Therapeutin Ava hat schon vielen Patienten des Sydney Harbour Hospitals zu Nachwuchs verholfen. Nur ans eigene Babywunder mit ihrem Mann James glaubt sie im verflixten siebten Ehejahr nicht mehr. Da verführt er sie zu einer heißen Abschiedsnacht ...



Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...

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PROLOG

Ich rufe ihn an.

Ava Carmichael saß in ihrem Sprechzimmer im Sydney Harbour Hospital und starrte auf ihr Telefon, als könnte es ihr helfen, die Hand auszustrecken, den Hörer aufzunehmen und ihren Mann anzurufen.

Gerade erst hatte sie ein Paar aus der letzten Beratungsstunde entlassen und ihm das mit auf den Weg gegeben, was sie zum Ende einer Therapie am liebsten sagte: Gute Kommunikation ist der Schlüssel. Wenn ihr miteinander redet, wenn ihr euch öffnet, dann wird alles besser.

Als Spezialistin für sexuelle Funktionsstörungen – oder Sextherapeutin, wie jeder sie nannte – gab Ava solche Ratschläge oft.

Es wird Zeit, dass Frau Doktor ihre eigene Medizin schluckt, dachte sie, griff zum Hörer und wählte James’ Handynummer. Kurz vor der letzten Ziffer überlegte sie es sich anders und legte auf. Gedankenverloren drehte sie sich eine ihrer langen dunklen Haarsträhnen um den Finger. Was soll ich ihm überhaupt sagen?

Dass sie ihn vermisste?

Dass es ihr leidtäte?

Ava wusste nicht, wo sie anfangen sollte.

Ihr Mann wohnte seit drei Monaten in Brisbane, wo er einen befristeten Lehrauftrag an einer Medizinischen Hochschule angenommen hatte. Lächerlich eigentlich, weil James mit Leib und Seele Onkologe war, ein Arzt, bei dem die Patienten an erster Stelle kamen. Und er las Forschungsergebnisse lieber, als dass er sie selbst produzierte. James, ihr James, liebte die Arbeit mit seinen Patienten. Er war kein Lehrer.

Bei dem Gedanken musste sie lächeln.

Die Medizinstudenten gingen ihm auf die Nerven. Er erklärte seine Entscheidungen nicht gern.

James war ein echter Kerl, ein Schrank von Mann, groß und gut aussehend, aufrichtig. Manchmal war er vom Dienst nach Hause gekommen, hatte sich aufs Sofa geworfen und sich beklagt, dass er seinen Patienten die Diagnose nicht unter vier Augen mitteilen konnte. Vor allem bei schlechten Neuigkeiten.

„Das Sydney Harbour ist ein Lehrkrankenhaus“, sagte sie dann, während sie auf dem Fußboden ihre Pilatesübungen machte. „Die Studenten müssen es doch lernen.“

„Ja, klar. Aber wie würdest du es denn finden, wenn zwei Studenten daneben sitzen, während du mit jemandem darüber reden willst, dass sein Ding nicht mehr funktioniert?“

Natürlich bestand ihre Arbeit nicht nur aus solchen Gesprächen, aber James hatte recht, und er brachte sie zum Lachen, als er danach zu ihr auf den Boden kam, um zu beweisen, dass seins funktionierte …

Unbeschwerte Abende wie diese hatte es gegeben, auch die unbefangenen Gespräche über die Arbeit. Nur leider schienen solche Momente unendlich lange her zu sein.

Ja, er liebte seine Patienten, und sie liebten ihn. Der wahre Grund, warum er diesen Posten angenommen hatte, war ihnen beiden bewusst, obwohl sie es nie ausgesprochen hatten: Sie brauchten Abstand voneinander, drei Monate, um sich darüber klar zu werden, wie es weitergehen sollte.

James und Ava waren seit sieben Jahren verheiratet, aber schon seit einer halben Ewigkeit zusammen. Sie hatten sich auf der Universität kennengelernt. Ava erinnerte sich noch genau, wie schüchtern sie damals mit achtzehn gewesen war, als sie zum ersten Mal die Liebe entdeckte. James, drei Jahre älter als sie, sah blendend aus und eroberte mit seinem humorvollen Charme ihr Herz im Sturm. Was bestimmt auch daran lag, dass er der erste Mensch war, der wirklich Zeit mit ihr verbringen wollte.

Wie James war auch sie ein Einzelkind, doch sie hätten nicht unterschiedlicher aufwachsen können. James wurde von seinen Eltern vergöttert, während Avas nie einen Hehl daraus machten, dass sie ein Versehen war, ein Unfall, der nicht hätte passieren dürfen. Ihr Kind war ihnen nur eine Last, sodass sie es wechselnden Kindermädchen überließen und ihr Leben weiterlebten, wie sie es gewohnt waren – für ihre Karriere und mit unzähligen Seitensprüngen, die, so versicherten sie beide, ihre Beziehung lebendig erhielt.

Nach einer trostlosen Kindheit und Jugend entdeckte sie eine völlig neue Welt, als sie James begegnete. Und sie war überglücklich, dass er die gleichen starken Gefühle für sie hegte. Beide hatten sie den Menschen gefunden, der ihr Leben vollkommen machte. In ihren Freundeskreisen galten sie als das ideale Paar, und lange Zeit war ihre Beziehung ein wahr gewordener Traum.

Inzwischen war James sechsunddreißig, aber sie brauchte ihn nur anzublicken und spürte sofort das sinnliche Prickeln wie damals mit achtzehn. Und er hatte sie immer zum Lachen gebracht. Zwar hätte sie ihn nicht gerade als romantisch bezeichnet, aber ihre Liebe zueinander ging so tief, dass Ava sie für unbesiegbar gehalten hatte.

Doch seit zwei Jahren kriselte es in ihrer Ehe. Mit jeder Fehlgeburt hatten sie sich weiter auseinandergelebt, und mittlerweile redeten sie kaum noch miteinander. Sie schrieben sich E-Mails, aber das war auch alles. Ziemlich wenig an Kommunikation, dachte Ava traurig.

Nachdenklich blickte sie auf ihren Computer und rief dann die letzte Mail von James auf. Er gab ihr nur seine Flugdaten durch und das so unpersönlich, dass es wie eine Benachrichtigung von der Verwaltung wirkte.

Sofort war es wieder da, das nagende Misstrauen, das sie schon einmal dazu gebracht hatte, ihr gemeinsames Konto zu überprüfen. Und sie fühlte sich bestätigt, als sie die Abbuchungen sah. Ava traute ihren Augen nicht – ausgerechnet James kaufte in Herrenboutiquen ein!

Ihr James, der jedes Jahr zu Weihnachten und seinem Geburtstag seinen Kleiderschrank aufstockte, aber nur, weil Ava die Sachen für ihn besorgte. In den letzten Wochen jedoch war er ein paar Mal in schicken Läden gewesen und hatte, den Beträgen nach zu urteilen, viel Spaß beim Shopping gehabt.

Und dann die Barabhebungen, hundert Dollar hier, zweihundert Dollar da. Seltsam bei einem Mann, der so gut wie nie einkaufen ging. Und wofür waren die wöchentlichen Zahlungen, die regelmäßig abgebucht wurden?

Zwei Minuten später, nach einer kurzen Recherche im Internet, hatte sie die Antwort.

Ihr Mann, der am liebsten auf dem Sofa lag und sich darüber lustig machte, dass sie bei ihren Pilatesübungen schwitzte, war vor zwei Monaten einem mit allen Schikanen ausgestatteten Fitnessstudio beigetreten.

Noch nie in ihrem Leben war Ava auf die Idee gekommen, dass James sie betrügen könnte. Jetzt hatte sie erste Zweifel. War sie zu naiv gewesen? Sie fühlte sich nicht besser, als sie merkte, dass sie mit dem Gedanken spielte, ihre Mutter um Rat zu fragen.

Ruf ihn an, sagte sie sich. Sofort, von deinem Büro aus. Denn wenn sie erst zu Hause war, würde sie so lange mit sich hadern, bis sie es gar nicht mehr wagte, und dann in Tränen ausbrechen. Es verging kein Abend, an dem sie nicht heulend im Bett lag. Vielleicht konnte sie sich besser beherrschen, wenn sie hinter ihrem Schreibtisch saß.

Und direkter sein.

„Hi!“, sagte sie betont munter, als er abnahm.

„Ava?“ Er klang überrascht. Kein Wunder, es war halb sieben abends, und sie rief selten an. „Ist alles in Ordnung?“

„Natürlich. Muss es ein Problem geben, damit ich mit dir reden kann?“

„Äh … nein.“

Er war auf der Hut, das spürte sie so deutlich, als würde sie ihm persönlich gegenüberstehen. „James, ich weiß, es war in letzter Zeit …“

„Ava, kann ich dich zurückrufen?“ Kam es ihr nur so vor, oder wirkte er verlegen? James war nie verlegen.

„Hast du Besuch?“, entfuhr es ihr.

Schweigen am anderen Ende. Dann: „Ich rufe dich in zehn Minuten zurück.“

Ein ungutes Gefühl, das sie seit Tagen nicht mehr losließ, verstärkte den Druck in ihrem Magen. Vielleicht hat er einen Kollegen bei sich, versuchte Ava sich zu beruhigen. Allerdings hatte ihn das noch nie davon abgehalten, mit seiner Frau zu sprechen.

Fünf Minuten später klingelte das Telefon. „Entschuldige bitte, da bin ich wieder.“

„Warum konntest du nicht reden?“

„Ist nicht wichtig …“ Sie sah ihn förmlich vor sich, wie er mit den breiten Schultern zuckte, ein untrügliches Zeichen, wenn er sich abschottete. „Also, was gibt’s?“

„Ist nicht so wichtig …“ Was du kannst, kann ich auch, dachte sie trotzig.

„Ava.“ Sie hörte ihm an, dass er irritiert war. „Es tut mir leid, dass ich gerade nicht reden konnte, aber jetzt geht es – du hattest nur einen schlechten Zeitpunkt erwischt.“

„Wann ist denn der richtige?“, fauchte sie. „Als ich dich neulich angerufen habe, konntest du auch nicht sprechen …“ Weil er außer Atem gewesen war! Ava hatte morgens um sieben versucht, ihn zu erreichen, aber er nahm nicht ab. Beim zweiten Versuch, ungefähr fünf Minuten später, war er rangegangen. Hatte verschlafen getan, aber immer noch atemlos geklungen.

Er hat eine Affäre, ich weiß es! Aber eigentlich wollte sie nichts davon wissen. Ava hatte immer gedacht, dass ihre Ehe scheiterte, weil sie Probleme hatten. Nicht, weil eine andere Frau dahintersteckte …

Andererseits war sie nicht blöd. Wie lange hatten sie nicht mehr miteinander geschlafen? Seit mindestens einem Jahr bestimmt. Paradiesische Zustände für James in Brisbane, er konnte tun und lassen, was er wollte. Verrückt, dass sie nicht längst darauf gekommen war!

„Soll ich für den Geburtstag deiner Mutter eine Torte bestellen?“, fragte sie, als ob nichts wäre.

„Ja, bitte.“

„Und das Geschenk?“

„Ich weiß nicht … such du etwas aus.“

...



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