Marinelli | Geborgen in starken Armen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Marinelli Geborgen in starken Armen


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0574-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0574-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Seine starken Arme sind wie ein schützender Hafen - bei Diego Ramirez fühlt die junge Ärztin Izzy sich unendlich geborgen. Niemand wäre ein besserer Daddy als er! Vorausgesetzt, Diego kann akzeptieren, dass das Kind unter ihrem Herzen nicht von ihm ist ...



Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...

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2. KAPITEL

„Geburtshelfer in die Notaufnahme!“

Izzy hörte die Durchsage, als sie ihren leeren Pappbecher und das Sandwichpapier in den Abfalleimer warf. Die Türen zur Abteilung wollten sich allerdings nicht öffnen, so oft sie ihre Zugangskarte auch durchzog. Sie wollen mich wirklich nicht haben.

Schließlich machte die Krankenschwester, die ungeduldig hinter ihr gewartet hatte, mit ihrer Karte den Weg frei, und Izzy folgte ihr.

Sie setzen mich in Sektion B ein.

Da war sie sich absolut sicher. Tetanusimpfungen, Kleine Wundversorgung, Knöchel und Handgelenke auf mögliche Frakturen untersuchen … Ben hatte bestimmt dafür gesorgt, dass sie einen sanften Start in den Arbeitsalltag erlebte.

„Geburtshelfer in die Notaufnahme!“

Der Aufruf ertönte erneut, aber Izzy ließ sich nicht beeindrucken. Es kam öfter vor, dass sich werdende Väter in ihrer Panik verirrten und ihre hochschwangeren Frauen statt zur Entbindungsstation in die Notaufnahme brachten.

Izzy blickte auf ihre Armbanduhr. In zehn Minuten fing ihre erste Schicht an.

Die nächsten Automatiktüren glitten auf, ohne dass sie ihre Karte einsetzen musste, und dann befand Izzy sich im heiligen Innern der Notaufnahme. Gutes Timing, dachte sie. Wenn sie ihre Tasche im Spind verstaut hatte, blieben noch ein paar Minuten bis Dienstbeginn. Sie könnte im Personalraum vorbeischauen, ein bisschen Small Talk …

„Izzy!“ Beth, eine der Krankenschwestern, mit der sie schon Jahre zusammengearbeitet hatte, rannte an ihr vorbei. „Zimmer vier … Alle anderen sind beschäftigt … Sie wurde gerade eingeliefert …“

Jess hatte recht gehabt.

Notaufnahme, das bedeutete: in Sekunden von null auf hundert. Von wegen sanfter Start, dachte Izzy, als Les, der Pflegehelfer, ihr die Tasche abnahm. Sekunden später eilte sie neben Beth den Flur entlang, während die Schwester ihr kurz und knapp die nötigen Informationen mitteilte.

„Dreiundzwanzigste Woche, aber der Termin ist unsicher“, ratterte Beth herunter. „Sie schafft es nicht mehr bis zur Entbindungsstation. Ich habe oben anrufen lassen …“

„Wer hat sie sich angesehen?“ Izzy desinfizierte sich die Hände.

„Noch niemand. Das machst du doch.“

Aha.

Nein, in der Notaufnahme blieb einem nichts erspart. Izzy entdeckte Ben, der sich gerade eine Plastikschürze umband. Sie war sicher, dass er die Patientin übernehmen und Izzy zu Sektion B schicken würde.

„Hast du das im Griff?“, rief er ihr jedoch über die Schulter zu und verschwand Richtung Schockraum.

„Klar!“

„Sie heißt Nicola“, sagte Beth.

Izzy holte einmal tief Luft und trat zu der Patientin. „Hallo, Nicola. Ich bin Izzy Bailey, Oberärztin in der Notaufnahme.“

Sie hätte nicht sagen können, wer panischer wirkte, die Pflegeschülerin, die bei der Patientin geblieben war, als Beth losgestürzt war, um eine Entbindungspackung zu holen. Oder die Patientin selbst, die keine Zeit verlor, Izzy die Dramatik der Situation aufzuzeigen.

Nicola schlug das Laken zurück. „Es kommt.“

„Okay.“ Izzy streifte sich Handschuhe über, während Beth die Packung aufriss. Es war definitiv keine Zeit, Nicola in den technisch besser ausgestatteten Reanimationsraum zu bringen. „Sag im Schockraum Bescheid, dass wir ein Baby für sie haben. Sie sollen ein Wärmebettchen vorbereiten. Und ein Notruf an das pädiatrische Team.“

„Vivienne!“ Beth gab die Anweisungen weiter, und die Pflegeschülerin rannte los.

„Uns werden von den Durchsagen gleich die Ohren klingeln“, erklärte Izzy, um die werdende Mutter zu beruhigen. „Aber keine Angst, wir trommeln nur das Personal zusammen, damit für Ihr Baby alles getan wird.“

Die Fruchtblase war noch intakt, wölbte sich jedoch schon vor. Izzy nutzte den Moment, um ihrer Patientin ein paar Fragen zu stellen. Erschöpfende Antworten bekam sie nicht.

„Bis letzte Woche wusste ich nicht, dass ich schwanger bin. Mein Jüngster ist erst sieben Monate alt, ich stille noch.“

„Waren Sie beim Ultraschall?“

„Ja“, antwortete Beth für sie. „Sie kam von dort direkt hierher.“

Aber leider ohne den Untersuchungsbefund, wie so oft in der Notaufnahme.

Darum mussten sie sich später kümmern. Das Baby hatte es eilig.

Außer Atem stürmte die Hebamme genau in dem Moment ins Zimmer, als das Kind auf die Welt kam. Aus den Lautsprechern über ihnen ertönte wieder der Aufruf an das pädiatrische Team, sich in die Notaufnahme zu begeben. Die Fruchtblase, die den Winzling noch Monate hatte schützen sollen, war noch intakt, und Izzy riss sie auf. Rasch reinigte sie mit einem Ballonsauger die Atemwege. Der Kleine war blass und gab keinen Ton von sich, aber er bewegte sich, als Izzy die Nabelschnur durchtrennte.

Obwohl sie nach außen hin ruhig blieb, hämmerte ihr Herz. Diesem jungen Mann standen noch schwere Zeiten bevor, und es war nicht sicher, dass er überleben würde.

„Sie haben einen Sohn.“ Izzy hatte das Baby in Tücher gewickelt und hob es hoch, sodass Nicola es sehen konnte. Und obwohl jede Sekunde zählte, traf Izzy eine jener spontanen Entscheidungen, die ihr Beruf immer wieder erforderte. Sie hielt das Kind ans Gesicht der Mutter, die ihm einen Kuss auf die Wange gab und ihm zuflüsterte, dass sie es lieb habe.

Für mehr war keine Zeit.

Beth hatte drüben in der Reanimation schon das Wärmebettchen vorbereitet, und Izzy überließ Nicola den fähigen Händen der Hebamme. Als sie, den Säugling in den Armen, den Flur entlanglief, tauchte ein hochgewachsener Mann in schwarzen Jeans und T-Shirt neben ihr auf.

„Was wissen wir?“ Seine tiefe Stimme hatte einen deutlichen Akzent. Er trug kein Namensschild, strahlte jedoch eine Autorität aus, die ihr gleich klarmachte, dass sie es nicht mit einem besorgten Angehörigen zu tun hatte.

„Nicht viel“, antwortete sie. „Vermutlich dreiundzwanzigste Woche.“

¡Mierda!

Damit sprach er ihr aus dem Herzen. In diesem Stadium der Schwangerschaft zählte jeder Tag in utero, aber dieser kleine Kerl hatte die schützende Gebärmutter viel zu früh verlassen. Keiner wusste, ob er lebensfähig war.

„Diego!“ Beth sah auf, als sie den Schockraum betraten. „Das ging aber schnell.“

„Ich war gerade auf dem Weg zum Dienst.“ Er hatte Izzy das Baby abgenommen und machte sich daran, es zu beatmen, während sie die Elektroden auf die schmale Brust klebte. „Ich habe die Durchsage gehört und gedacht, ihr könnt mich brauchen.“

In der Tat!

Mit seinen großen Händen rieb er das Baby, um den Kreislauf anzuregen. Sein schwarzes Haar war feucht, so als hätte er sich gleich nach dem Duschen auf den Weg zur Arbeit gemacht. Izzy stieg sein männlich herber Duft in die Nase. Moschus, intensiv und ungewohnt in der von Desinfektionsmitteln geschwängerten Krankenhausluft. Hatte er sich die halbe Flasche Aftershave über den Kopf geschüttet?

Trotzdem war sie unendlich froh darüber, dass er da war. Als Notfallärztin konnte sie mit Krisen umgehen, doch in diesem speziellen Fall überließ sie das Handeln gern einem erfahrenen Fachmann.

„Diego ist Neonatal…“ Beth zögerte. „Wie lautet dein genauer Titel noch mal, Diego?“

„Sie sind noch dabei, sich zu entscheiden. Entschuldigung …“ Er suchte Izzys Blick, und in seinen tiefgründigen braunen Augen tauchte kurz ein Lächeln auf. „Ich hätte mich längst vorstellen sollen. Diego Ramirez, ich leite den Pflegedienst der Neugeborenenstation.“

„Ich hatte mir schon gedacht, dass Sie kein Verwandter sind“, antwortete Izzy, doch er konzentrierte sich schon wieder auf das Baby. Der Kleine atmete, aber er hatte Probleme. Die kleine Brust arbeitete schwer, Schaum bildete sich an Mund und Nase, und die winzigen Nasenflügel weiteten sich in dem verzweifelten Versuch, Sauerstoff in die unterentwickelten Lungen zu saugen.

„Ihr seid spät dran“, meinte Diego trocken, als der Anästhesist zusammen mit dem diensthabenden Arzt der Geburtshilfe hereinstürzte, gefolgt von Izzys Freundin Megan Phillips.

Megan war Oberärztin und die Beste im pädiatrischen Team. Sie ging in ihrem Beruf auf und kämpfte unermüdlich um jedes einzelne Leben. Ihre zierliche Statur täuschte nur denjenigen, der ihre eiserne Entschlossenheit nicht kannte, wenn ein Leben am seidenen Faden hing.

Sie würde alles versuchen, um auch dieses zu retten.

„Izzy, kannst du mit der Druckmassage beginnen, sobald ich den Zugang drin habe?“, bat sie, während sie hoch konzentriert einen Nabelschnurkatheter legte.

Diego zog Medikamente auf, der Anästhesist hatte die Beatmung des Babys übernommen. Izzy bearbeitete die schmale Brust mit zwei Fingern und hörte den schnellen Rhythmus auf dem Überwachungsgerät.

„Gute Arbeit“, lobte Megan. Sie selbst hatte den Zugang gelegt und führte dem kleinen Körper nun die Medikamente zu, die Diego ihr reichte. Währenddessen setzte Izzy die Massage eine volle Minute lang fort.

„Lasst mal sehen, was wir haben.“ Megan hob die Hand, und Izzy hielt inne.

Die Herzfrequenz war auf fast hundert gestiegen. In dem Moment schwangen die Türen auf, und ein Pfleger schob einen Inkubator herein. Aber Izzy wusste, dass das Baby erst stabil sein musste, bevor es zur Neugeborenen-Intensivstation transportiert werden konnte.

„Wir werden noch eine Weile hierbleiben müssen“, meinte Megan...



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