E-Book, Deutsch, 140 Seiten
Reihe: Julia
Marinelli Ein Bräutigam zum Küssen
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1514-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 140 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-1514-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Schöner Schein - oder tatsächlich Liebe? Als Sophie ihren Jugendfreund Luka Cavaliere bittet, sich als ihr Bräutigam auszugeben, hat sie nur eins im Sinn: den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen. Bis Luka sie in Rom mit einem ungeahnt leidenschaftlichen Kuss überrascht ...
Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...
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PROLOG
„Unten am Empfang steht eine Frau, die behauptet, mit dir verlobt zu sein. Sie will dich sprechen.“
Luka Cavaliere sah von seinem Rechner auf.
Seine Assistentin Tara lachte höhnisch. „Öfter mal was Neues, würde ich sagen.“ Frauen taten einfach alles, um von Luka empfangen zu werden. Sich als seine Verlobte auszugeben war allerdings neu. Leider wusste Tara nur zu gut, dass die Frau log. Luka dachte nicht im Traum daran, sich an irgendjemanden zu binden. Er war mit seiner Arbeit verheiratet.
Doch seine Antwort verblüffte sie. „Sie soll heraufkommen“, sagte Luka.
„Wie bitte?“
Er konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit am Rechner. Tara hatte ihn ja wohl verstanden.
„Luka?“ Tara irritierte, dass Luka nicht einmal mit der Wimper gezuckt hatte, als sie den Besuch seiner Verlobten angekündigt hatte.
Er sah unwillig auf. „Soll ich unhöflich werden? Oder warum fragst du nach, obwohl du mich genau verstanden hast?“
„Du willst mich also tatsächlich loswerden.“ Tara ließ den Kopf hängen.
Allerdings wollte er das.
„Nur weil wir uns geliebt haben“, murmelte sie traurig.
Dazu sagte er besser nichts. Von lieben konnte nicht die Rede sein, sie hatten lediglich Sex miteinander gehabt. Die Frauen flogen ihm schon allein wegen seines Reichtums nur so zu. Dagegen war nichts einzuwenden, solange es bei flüchtigen Abenteuern blieb. Doch Luka sah leider auch blendend aus und er war ein ausgezeichneter Liebhaber, deshalb wurde er die Frauen nur schwer wieder los. Sie wollten mehr von ihm, als er zu geben bereit war.
Es war ein großer Fehler gewesen, mit Tara ins Bett zu gehen. Nicht zuletzt deshalb, weil es ihn viel Zeit und Mühe gekostet hatte, sie zu einer halbwegs brauchbaren persönlichen Assistentin auszubilden.
„Ich habe jetzt keine Zeit für Diskussionen. Sag am Empfang Bescheid, dass meine Verlobte heraufkommen soll!“
„Aber du hast nie auch nur ein Wort über deine Verlobung verloren“, jammerte Tara.
Wie lästig, dachte Luka. „Du kannst in die Mittagspause gehen, wenn du willst.“ Tara sollte endlich verschwinden! „Oder weißt du was? Nimm dir besser den ganzen Nachmittag frei.“
Tara schluchzte auf. Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und verließ türenknallend das Büro.
Luka schloss kurz die Augen. Nicht etwa wegen Tara, sie war für ihn schon Vergangenheit, nein, er musste sich auf das bevorstehende Gespräch vorbereiten. Nachdenklich schlenderte er zum Fenster und ließ seinen Blick über die Skyline des hochsommerlichen Londons gleiten. Normalerweise achtete er nicht auf die Jahreszeiten. In seinem klimatisierten Büro herrschte immer die gleiche Temperatur, deshalb trug Luka auch das ganze Jahr über die gleichen dunklen Anzüge.
Seltsam, dass er Sophie nach all den Jahren ausgerechnet in London wiedertreffen musste. London, von dieser sagenhaften Metropole hatten sie in ihrer Jugend geträumt. Wenn überhaupt, dann hätte er damit gerechnet, ihr in Rom rein zufällig über den Weg zu laufen. Oder in Bordo del Cielo, der kleinen Stadt an der Westküste Siziliens, wo Sophie und er aufgewachsen waren. Dorthin war er seither nur zur Beerdigung seines Vaters im vergangenen Jahr zurückgekehrt. Einen letzten Besuch muss ich wohl noch machen, dachte Luka. Falls auch Sophies Vater in der Küstenstadt seine letzte Ruhe finden sollte. Noch war Luka sich allerdings nicht darüber im Klaren, ob er dem Mann überhaupt die letzte Ehre erweisen wollte. Wie es aussah, musste er sich wohl bald entscheiden. Oder warum suchte ihn Sophie sonst so plötzlich hier auf?
Luka zog eine dünne Goldkette aus seiner Jacketttasche und betrachtete den kleinen Kreuzanhänger daran. Er erinnerte ihn daran, warum eine Ehe mit Sophie undenkbar war. Ja, er würde zur Beerdigung gehen, und zwar, um die Kette auf den Sarg von Sophies Vater zu werfen, denn dort gehörte sie hin.
Ein vertrautes Klopfzeichen schreckte ihn aus seinen Gedanken. Sophie! Hätte er ihr damals doch bloß nicht die Tür geöffnet! Dann wäre sein Leben jetzt um einiges einfacher. Vielleicht sollte ich sie nicht empfangen, dachte Luka. Aber das war natürlich Unsinn. Er steckte die Kette wieder in die Tasche und räusperte sich. „Herein!“ Er sah noch immer aus dem Fenster.
Sophie betrat das geräumige Büro. „Ich soll dir von deiner Assistentin ausrichten, dass sie fristlos gekündigt hat. Sie sagte, ich sei der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.“
Luka liebte den melodischen Klang ihrer Stimme. Verunsichert von seinen Gefühlen wagte er nicht, sich umzudrehen. Er hoffte inständig, Sophie habe sich in den vergangenen Jahren sehr zu ihrem Nachteil verändert. Vielleicht nahm sie Drogen und war um Jahrzehnte gealtert. Oder sie erwartete Drillinge, es war ihm alles egal, solange ihre Anziehungskraft auf ihn verflogen war.
Er drehte sich langsam um und stöhnte innerlich. Die Zeit spielte ihm grausam mit, denn sein Blick fiel auf eine wunderschöne Frau, Sophie Durante. Sie trug ein schlichtes elfenbeinfarbenes Kleid, das ihre Kurven ausgezeichnet zur Geltung brachte, und hatte ihr schimmerndes schwarzes Haar zu einem eleganten Chignon gesteckt. Luka erinnerte sich, wie es einst duftig über Sophies nackte Schultern gefallen war.
Die farblich zum Kleid passenden High Heels ließen Sophies sonnengebräunte Beine noch länger erscheinen. Schnell ließ er den Blick wieder aufwärts gleiten und blieb an Sophies hübsch geschwungenen Lippen hängen. Sophie hatte sie zusammengepresst, doch Luka wusste noch genau, wie es sich angefühlt hatte, als Sophie ihn mit diesen Lippen …
Hastig verdrängte er diese allzu realistischen Bilder und sah in Sophies dunkelbraune Augen. Genau wie damals, bei ihrer Trennung, las er darin abgrundtiefen Hass. Dieser Hass musste sich auch in seinen eigenen Augen widerspiegeln.
„Hallo Sophie.“ Er nickte ihr kühl zu. Er wusste, wie er sie sonst begrüßen sollte, mit einem Händeschütteln oder einem Wangenkuss? Lieber blieb er auf Distanz und bedeutete Sophie mit einer Geste, sich zu setzen.
Sie kam seiner Aufforderung wortlos nach, stellte die Handtasche neben dem Stuhl ab und kreuzte die Beine.
„Du siehst gut aus“, sagte Luka. Ihm wehte eine Wolke des verführerischen Parfüms entgegen, das Sophie offenbar noch immer benutzte. Sofort kehrten die erotischen Bilder vor sein inneres Auge zurück.
„Mir geht es auch gut.“ Sie rang sich ein Lächeln ab. „Natürlich habe ich sehr viel zu tun.“
„Ja? Arbeitest du auf den Schiffen?“
„Nein. Ich bin unter die Eventmanagerinnen gegangen.“
„Wirklich?“ Er musterte sie überrascht. „Das wundert mich. Du bist doch früher immer zu spät gekommen.“ Unwillkürlich fiel sein Blick auf den in italienisches Gold gefassten Rubinring an ihrem Finger. Es war ein sehr altmodisches Schmuckstück, das so gar nicht seinem Geschmack entsprach.
Sophie bemerkte seinen Blick. „Schweig. Du wirst mich nicht mehr beleidigen!“
Luka sah in die Augen der einzigen Frau, die er wirklich geliebt hatte.
„Willst du nicht wissen, warum ich hier bin?“
„Du wirst es mir sicher gleich erzählen“, antwortete Luka betont gleichgültig. Natürlich konnte er sich den Grund denken, aber er wollte ihn aus Sophies Mund hören.
„Mein Vater wird voraussichtlich am Freitag aus humanitären Gründen aus der Haft entlassen.“
„Ich weiß.“
„Woher?“
„Gelegentlich sehe sogar ich Nachrichten“, antwortete er sarkastisch. „Und wie geht es ihm?“, fragte er etwas freundlicher.
„Das interessiert dich doch gar nicht.“
„Woher willst du das wissen?“ Langsam gewann Luka die Oberhand zurück. Der erste Blick auf die wunderschöne Sophie hatte ihm die Sprache verschlagen. „Aber du weißt ja immer alles besser. Also, wie geht es deinem Vater?“
„Seine Kräfte schwinden, und manchmal ist er etwas verwirrt.“
„Das tut mir leid.“
„Das passiert, wenn man unschuldig hinter Gittern sitzt.“
Luka ließ es besser unkommentiert, doch eins war klar, Paolo war ganz sicher nicht unschuldig.
„Aber was weiß ein Cavaliere schon von Gefängnissen“, fügte sie hinzu.
„Ich saß selbst sechs Monate im Untersuchungsgefängnis, und zwar in Einzelhaft. Hast du das etwa vergessen?“, erwiderte er bitter. „Oder spielst du auf den Freispruch meines Vaters an?“
„Erwähne diesen Mann nicht in meiner Gegenwart“, zischte sie.
Luka fiel auf, dass sie den Namen seines Vaters nicht aussprach. Wie würde sie wohl reagieren, wenn sie die Wahrheit erfuhr? Die Halskette in seiner Tasche fühlte sich plötzlich heiß an. So heiß, dass er sie Sophie am liebsten entgegengeschleudert hätte. Dann wäre es wohl endgültig aus zwischen ihnen. „Was willst du, Sophie? Wir haben uns doch vor einer gefühlten Ewigkeit entlobt.“
„Und ich bin bestimmt nicht hier, um an alte Zeiten anzuknüpfen.“
„Freut mich zu hören. Den Trip hättest du dir nämlich auch sparen können.“
„Allerdings glaubt mein Vater, dass wir immer noch verlobt sind und zusammen in Rom leben.“
„Wie kommt er denn auf diese Idee?“, fragte Luka erstaunt.
„Ich habe ihn in dem Glauben gelassen, weil er die Wahrheit nicht ertragen hätte. Ich bin davon ausgegangen, dass er das Gefängnis nicht mehr lebend verlässt, und jetzt muss ich ihm die Geschichte eben weiterhin...




