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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 318 Seiten

Reihe: Erik van der Kolk

Manstein Alsterfeuer

Ein Hamburg-Krimi
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-492-98713-4
Verlag: Piper Spannungsvoll
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Hamburg-Krimi

E-Book, Deutsch, Band 1, 318 Seiten

Reihe: Erik van der Kolk

ISBN: 978-3-492-98713-4
Verlag: Piper Spannungsvoll
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Soko Alsterfeuer ermittelt in einer Reihe von Tötungsdelikten: Ein packender Hamburg-Krimi voller unerwarteter Wendungen von Erfolgsautor Bodo Manstein In Hamburg verbrennen drei Menschen unter einer Alsterbrücke. Ein Anschlag auf Obdachlose? Kurz darauf wird ein Rocker auf offener Straße erschossen. In beiden Fällen führen die Spuren ins Rotlichtmilieu der Hansestadt. Auf ihrer Suche nach dem Täter geraten die Ermittler um Kriminalhauptkommissar Erik van der Kolk immer tiefer in einen Strudel aus Abgründen... »Ich muss sagen, dass ich schon lange keinen solchen packenden Krimi mehr gelesen habe.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Für alle Leser von spannenden, atmosphärischen Krimis ein MUSS. Und wer dann noch die Stadt Hamburg mit ihrem ganz besonderen Flair liebt, wird begeistert sein. Mein Fazit: Unbedingt lesenswert!« ((Leserstimme auf Netgalley))

Bodo Manstein, geboren am 10.10.1962 in Mülheim an der Ruhr ist ein Romanautor aus Schleswig-Holstein. Der Enkel von Dr. Bodo Manstein, einem Sachbuchautor und Mitbegründer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), wuchs im Bergischen Land auf und verbrachte viel Zeit auf Baltrum. Dort fand er seine Liebe zur See, die auch maßgeblich seine Berufswahl beeinflusste. Nach seinem Abitur trat Bodo Manstein 1982 in die Marine ein. Dort führten ihn seine Wege immer wieder nach Sylt, wo er zuletzt mit seiner Familie von 1994 bis 2002 lebte. Seine ersten Krimis auf Deutschlands größter Nordseeinsel anzusiedeln, war für ihn daher ein besonderes Anliegen. Bodo Manstein lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Kiel.
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2.


Das Telefon klingelte. Kriminalhauptkommissar Patrick Frahm stellte den Kaffeebecher zur Seite und nahm den Hörer ab.

»PK 11, Frahm.«

»Moin, Patrick.«

»Erik«, sagte er gedehnt und lehnte sich in seinem Bürosessel zurück. Von seinem Vorgänger auf dem Posten des Dienststellenleiters der Dienstgruppe Fahndung hatte er ewig nichts mehr gehört. Trotzdem überraschte ihn der Anruf nicht sonderlich. Jan Färber hatte ihm bereits heute Morgen erzählt, dass er Erik letzte Nacht wegen des Vorfalls an der Kennedybrücke angerufen hatte. »Lass mich raten. Du rufst nicht aus Sehnsucht nach deiner alten Heimat an, stimmt’s?«

»Nicht nur«, sagte Erik. »Ich führe mit meiner Mordbereitschaft die Ermittlungen im Fall Kennedybrücke und brauche eure Hilfe.« In wenigen Sätzen setzte er ihn über den aktuellen Sachstand in Kenntnis. »Vor allen Dingen macht uns die Identifikation der Opfer Probleme. Wir wissen noch nicht, um wen es sich bei den drei Toten handelt. Im Moment müssen wir leider davon ausgehen, dass es welche aus der Obdachlosenszene sind.«

»Scheiße. Warum können diese Mistkerle die armen Hunde nicht einfach in Ruhe lassen? Erst das Zeltlager und jetzt …«

»Deswegen brauche ich jeden szenekundigen Fahnder der Region Mitte. Wir gehen im Moment davon aus, dass es mindestens zwei weitere Obdachlose gibt, die sich gestern Nacht in unmittelbarer Nähe des Tatortes aufgehalten haben. Entweder zur Tatzeit oder kurz davor. Insgesamt haben wir fünf Schlafstellen vorgefunden, von denen derzeit DNA-Proben genommen werden. Das heißt, dass es möglicherweise Zeugen für den Vorfall gibt. Mit den Kollegen der anderen Kommissariate habe ich bereits gesprochen. Könntest du dich mal mit deinen Leuten bei euch umhören?«

»Na klar. Zwar pfeife ich im Moment personell aus dem letzten Loch, aber irgendwie kriegen wir das gewuppt. Auch wenn die Hälfte der Mannschaft krank ist.«

»Das ist gut«, sagte Erik. »Bei der Aufregung, den der Vorfall in der Szene verursacht haben dürfte, müssten sich die infrage kommenden Personen eigentlich schnell ermitteln lassen. Hinzu kommt, dass die ihr ganzes Hab und Gut unter der Brücke zurückgelassen haben und in der Nacht irgendwo untergekommen sein müssen. Hört euch am besten erst einmal in den typischen Anlaufstellen um. Ich würde dann, wenn es dir recht ist, heute Nachmittag auf ’nen Kaffee bei euch reinschauen. Wir könnten dann die ersten Ergebnisse abgleichen.«

»Okay«, sagte Frahm. »Die älteren Kollegen werden sich sicher auch freuen, dich wiederzusehen. Bis nachher.«

Eine gute Dreiviertelstunde später stand Frahm vor der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof, nachdem er zuvor bereits die Kollegen der Bundespolizei mit ins Boot geholt hatte. Seine eigenen Leute klapperten derweil die anderen bekannten Treffpunkte der Obdachlosen in St. Georg ab.

»Außer dem Käpt’n hat sich bisher keiner blicken lassen«, sagte Elisabeth Schaaf, eine freundliche ältere Dame, die seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Bahnhofsmission tätig war. »Der hat ’nen Becher Kaffee getrunken und ist gleich weiter.«

»Hat er irgendetwas gesagt?«, fragte Frahm. »Zum Beispiel, dass er eine Unterkunft braucht oder neue Sachen?« Falls der alte Kapitän wirklich an der Kennedybrücke gewesen war, stand er nun ohne alles da. Wie Erik bereits angedeutet hatte, war so etwas für einen Obdachlosen eine Riesenkatastrophe. Gerade bei den derzeitigen Temperaturen. Mit viel Solidarität war in der Szene nicht zu rechnen. Von wegen, Leid schweißt zusammen. Derartige sozialromantische Vorstellungen waren schlichtweg falsch. Auf der Straße ging es ausschließlich darum, einen weiteren Tag zu überleben.

»Nein, nichts dergleichen«, sagte Frau Schaaf. »Der arme Kerl schien mir ziemlich durcheinander zu sein. Hat er etwa mit der Geschichte an der Kennedybrücke zu tun? Furchtbare Sache. Ist hier rumgegangen wie ein Lauffeuer. Was sind das nur für Leute, die so etwas machen?«

»Wenn wir das wüssten«, sagte Frahm, »dann müssten wir nicht nach dem Täter suchen.«

Elisabeth Schaaf nahm den nächsten Kaffeebecher von der Spüle, um ihn abzutrocknen.

»Was ist das für eine Welt geworden? Man traut sich ja nachts kaum noch auf die Straße.«

»Würden Sie uns bitte direkt informieren, falls Sie etwas hören, was uns weiterhelfen könnte?«, fragte er und sah sie eindringlich an. »Es ist wirklich wichtig. Am besten, Sie melden sich unmittelbar bei mir im Polizeikommissariat am Steindamm.«

»Selbstverständlich«, sagte Frau Schaaf. »Hoffentlich finden Sie den Kerl.«

Er verabschiedete sich von ihr und verließ die Bahnhofsmission. Draußen vor der Tür hielt er inne. Unschlüssig betrachtete er die nicht enden wollenden Autoschlangen auf dem Glockengießerwall, der die Grenze seines Reviers bildete. Auf der anderen Seite lag die Zuständigkeit bei den Kollegen des Polizeikommissariats 14. Andererseits hielten sich viele der Obdachlosen aus St. Georg um diese Zeit gern zwischen Hauptbahnhof und Rathausmarkt auf, wo große Kaufhäuser, beliebte Markengeschäfte und Shopping-Stores ein Quartier gefunden hatten. Dort herrschte eine bessere Geberlaune als in der Hektik eines Bahnhofs. Wo viel und teuer eingekauft wurde, saß das Geld lockerer.

Frahm warf einen Blick auf seine Armbanduhr. Genug Zeit für einen Abstecher hatte er, bis Erik zu ihm ins Polizeikommissariat kommen wollte. Also, warum nicht?

* * *

Das Polizeipräsidium im Norden Hamburgs war in einem mehrgeschossigen Gebäude am Bruno-Georges-Platz untergebracht. Von einem Rundbau führten zehn Gebäudeblöcke sternförmig weg. In einem der Blöcke hatte das LKA 41, die für Hamburg zuständige Mordkommission, seine Büroräume. Dort saß Erik van der Kolk und telefonierte mit der Rechtsmedizin des UKE.

»Vielen Dank, Tim. Ich bin in ’ner halben Stunde bei euch.« Er legte auf und drückte sich aus seinem Bürosessel hoch.

»Ich fahre eben zum UKE«, sagte er zu Kriminaloberkommissar Martin Pohlmann, der ihm am Schreibtisch gegenübersaß. »In der Rechtsmedizin sind die mit der Obduktion so gut wie durch. Von dort fahre ich gleich weiter nach St. Georg zum PK 11. Mit etwas Glück schaffe ich sogar noch einen Schlenker über St. Pauli. Zwar hätten sich die Kollegen längst gemeldet, wenn es Ergebnisse geben würde, trotzdem kann es nicht schaden, sich auch mal persönlich vor Ort blicken zu lassen. Ich melde mich auf jeden Fall, bevor ich im UKE losfahre, und gebe dir die Obduktionsergebnisse durch.«

Eine Viertelstunde später fuhr van der Kolk auf das Gelände des Universitätsklinikums Eppendorf. Er parkte den dunkelblauen Passat vor dem Institut für Rechtsmedizin und betrat das zweigeschossige Gebäude, das am nordwestlichen Rand des Klinikgeländes lag. Nachdem er sich beim Pförtner angemeldet hatte, ging er zu dem Sektionssaal, den Dr. Junker ihm am Telefon genannt hatte.

Tim stand mit einem Kollegen vor einer der Brandleichen und sah kurz auf, als er den Raum betrat.

»Ah, da bist du ja.« Er wies mit dem Skalpell auf den Mann an seiner Seite. »Das ist Jörn Vogt. Ihr dürftet euch noch nicht kennen. Jörn ist erst seit vier Wochen bei uns. Jörn, das ist Erik van der Kolk von der Mordkommission.« Nachdem sich die beiden mit einem kurzen Nicken begrüßt hatten, wandte sich Tim wieder der verbrannten Leiche zu. »Das ist der Letzte der drei. Mit den anderen sind wir durch. Wie bereits vermutet, handelt sich bei allen drei Opfern um Männer. Nicht älter als fünfundzwanzig. Dass sie der Obdachlosenszene angehörten, schließe ich allerdings aus.«

Van der Kolk sah ihn erstaunt an.

»Wie kommst du darauf?«

»Die drei trugen ausnahmslos Schmuck. Wir haben Ohr- und Fingerringe sowie bei zweien Halsketten gefunden. Nach meiner Einschätzung ist alles Edelmetall. In dieser Menge findest du das bei Obdachlosen eher selten.«

»Das gibt dem Fall eine ganz neue Richtung«, sagte van der Kolk und betrachtete nachdenklich den Toten auf dem Seziertisch. »Und wie sieht’s mit der Todesursache aus? Hat sich deine Vermutung, dass es sich um Mordbrand handelt, bestätigt?«

»Durchaus. Alle drei Opfer lebten noch, als sie angezündet wurden.« Tim griff in eine Schale, die am Kopfende des Seziertisches auf einem rollbaren Ablagetisch stand, und hob die herauspräparierte Luftröhre leicht an. An ihrem unteren Ende hingen noch die zusammengefallenen Lungenflügel. Er wies mit dem Finger auf den Kehlkopf. »Siehst du? Er hat deutlich erkennbar Ruß eingeatmet. Im Übrigen weisen Kehldeckel und Speiseröhre Schleimhautödeme auf. Bei den beiden anderen gab es die gleichen Auffälligkeiten. Die müssen in ihrem Todeskampf furchtbar geschrien haben.«

Van der Kolk verschränkte nickend die Arme vor der Brust.

»Und trotzdem hat offenbar niemand etwas gehört. Bisher hat sich nicht ein Zeuge gemeldet. Aber da sind wir dran. Wenn die Obdachlosen, deren Sachen unter der Brücke lagen, nicht zu den Opfern gehören, könnten sie eventuell etwas gesehen oder gehört haben.« Er sah zu dem Leichnam. »Seit gestern Nacht frage ich mich, warum die drei nicht einfach in die Alster gesprungen sind, um die Flammen zu löschen. Ein, zwei Meter weiter und …«

Tim hob einen Finger.

»Das kann ich dir erklären« sagte er. »Die drei sind vorher niedergeschossen worden.« Er zeigte auf das rechte Knie des Toten vor ihm. »Siehst du hier?«

Widerwillig beugte sich van der Kolk leicht nach vorn und nickte, obwohl er nichts gesehen hatte.

»Mir sind die Einschusslöcher am Tatort nicht aufgefallen«, sagte Tim. »Die äußeren Wunden sind einfach zu stark verbrannt. Bei dem hier wurde die rechte Kniescheibe durch ein Projektil zertrümmert. Wir sind im Grunde erst darauf gekommen,...



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