Mannel | Das Flüstern der Südsee - oder: Der Klang der blauen Muschel | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 500 Seiten

Mannel Das Flüstern der Südsee - oder: Der Klang der blauen Muschel

Historischer Roman | Anfang des 20. Jahrhunderts kämpf eine junge Frau auf der Südseeinsel Samoa für ihr Glück
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-873-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman | Anfang des 20. Jahrhunderts kämpf eine junge Frau auf der Südseeinsel Samoa für ihr Glück

E-Book, Deutsch, 500 Seiten

ISBN: 978-3-98952-873-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein folgenschwerer Verrat im fernen Paradies Samoa 1905: Nachdem ihr Vater eine Plantage gekauft hat, wandert die junge Henriette zusammen mit ihren Eltern in die deutsche Südsee-Kolonie aus. Doch statt das tropische Klima und die weißen Sandstrände zu genießen, lassen sie das Heimweh und die Sorge um ihre tuberkulosekranke Zwillingsschwester, die in München zurückbleiben musste, vereinsamen. Erst zusammen mit dem samoanischen Prinzen Tamatao entdeckt sie die Schönheit und die Geheimnisse der sagenumwobenen Insel. Ihre Verbindung steht jedoch unter keinem guten Stern, denn ihr herrischer Vater will Henriette mit dem reichen Deutschen Ernst-Otto Hofmann verheiraten. Doch ein folgenschweres Unglück ändert alles ... Wird Henriette es schaffen, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen? »Ausgestattet mit Dauerspannung, Südseeromantik und Mystik - ein genussvolles Leseerlebnis.« - literturschock.de Voller Atmosphäre, Abenteuer und Emotionen- der bewegende Schicksalsroman für Fans von Tara Haigh Begeisterte LeserInnen: »Ein spannender historischer Roman voller Liebe, Emotion und Tiefgang. Henriette und Sophie sind zwei wunderbare Protagonistinnen, deren Schicksale den Leser tief berühren.« - Amazon-Rezensentin »Beatrix Mannel hat alles wirklich sehr gut recherchiert und bringt dem Leser Samoa und San Francisco im frühen 20. Jahrhundert näher.« -Amazon-Rezensentin

Beatrix Mannel studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Erlangen, Perugia und München und arbeitete dann zehn Jahre als Redakteurin beim Fernsehen. Danach begann sie - auch unter ihrem Pseudonym Beatrix Gurian - Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu schreiben, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Für ihre aufwändigen Recherchen reist sie um die ganze Welt. Außerdem gründete sie gemeinsam mit einer Kollegin 2016 die Münchner Schreibakademie. Die Website der Autorin: www.beatrix-mannel.de/ Die Autorin auf Instagram: @gurianbeatrixmannel Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre Romane »Der Zauber der Vanilleblüte«, »Der Duft der Wüstenrose«, »Das Flüstern der Südsee« und »Die Hexengabe«.
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Prolog


München, 1905

Henriette fühlte ein merkwürdiges Kribbeln in ihrer rechten Hand. Gleichzeitig bemerkte sie, dass eine Welle von Energie durch ihren Körper strömte, die ihr Herz schneller schlagen ließ, obwohl sie völlig ruhig auf ihrer Ottomane saß, wo sie gerade den Roman »Ruf der Wildnis« zu Ende gelesen hatte. Das Kribbeln in der Hand wurde stärker, sodass sie unwillkürlich hinschauen musste, doch alles sah aus wie immer.

Einbildung, alles nur Einbildung! Das war nur ihre blühende Fantasie. Vielleicht fing sie auch noch an zu bellen, wie die Hauptfigur in dem Buch. Also hör jetzt auf, befahl sie ihrer Hand. Aber das Kribbeln wurde mächtiger.

Sie räusperte sich und sah zu ihrer missgelaunten Schwester hinüber, der sie eigentlich von dem berührenden Ende des Romans erzählen wollte. Nachdem Sophie auf ihr Räuspern nicht reagierte, schlug sie mit einem Knall das Buch von Jack London zu.

Sophie saß mit grimmig zusammengepressten Lippen in einem tiefen Sessel vor dem Fenster, wo sie ein Taschentuch mit Rosenmustern besticken musste. Sie verabscheute Handarbeiten, doch ihre Großmutter verabscheute es noch mehr, wenn man ihr widersprach. Leider betrachtete Christiane-Auguste jeden eigenständigen Gedanken der Zwillinge als Affront

Wer ihr nicht zustimmte, war ihr Feind und musste bestraft werden.

Henriette betrachtete wieder ihre rechte Hand, die sich abwechselnd taub und kribbelig anfühlte, und schüttelte sie, damit die unsichtbaren Ameisen endlich verschwanden.

Sophie, bald sind wir sie los, und dann müssen wir nie wieder tun, was Großmama will, wollte Henriette sagen, aber es kam kein Wort aus ihrem Mund. Sie versuchte es noch einmal, schließlich wollte sie Sophie vom Schluss des Romans erzählen, wo sich der Hund Buck endlich dem Wolfsrudel anschloss und in Freiheit leben konnte, aber sie brachte kein Wort hervor. Gleichzeitig spürte sie in ihrer rechten Hand, wie das Kribbeln in ein Zucken überging.

Wie unter Trance stand sie von der Ottomane auf und ging zu dem kleinen Damensekretär hinüber, wo ihre Hand sofort nach dem Füllfederhalter griff, Tinte in den Kolben pumpte und anfing, fremde Worte aufzuschreiben.

Sophie, die glaubte, Henriette wolle einen Scherz machen, um sie aufzuheitern, ließ das verhasste Stickzeug sinken und grinste Henriette an. »Ja, Schwesterchen, du hast recht. Großmutter verwandelt uns, wir sind für sie nichts anderes als automatische Püppchen«, sagte sie, stand auf und drehte übertrieben monotone Pirouetten wie die Ballerina auf einer Spieldose. Aber dann bemerkte sie, dass mit Henriette etwas nicht in Ordnung war, hielt inne und eilte zu ihr zum Sekretär.

»Henriette, mein Maischwesterherzchen, was ist denn los?«

Henriette bemühte sich, den Mund aufzumachen, doch sie konnte nichts sagen, nur schreiben, ihr ganzer Körper benahm sich, als würde er einem Geist gehören, der von Henriette Besitz ergriffen hatte, jedoch am meisten Macht über ihre Hand besaß.

Sophie legte sanft die Hände auf die Schultern ihrer Zwillingsschwester. »Mai«, flüsterte sie, »um Himmels willen, was machst du da?«

Henriette zuckte mit den Schultern, sie konnte nicht sprechen, alles, was sie sagen wollte, verebbte irgendwo in ihrer Kehle. Alle Kraft strömte in ihre Hand, in den Füllfederhalter, ihre Finger glitten über das Papier, wo sie Buchstaben zu völlig fremden Worten aneinanderreihte.

»Tut das weh?«, fragte Sophie. Henriette schüttelte den Kopf.

»Dann mach es, du willst doch schreiben! Lass es einfach geschehen, sperre dich nicht dagegen. Ich kann fühlen, dass du dich sträubst, es ist bestimmt gleich vorbei.«

Henriette versuchte es, und Sophie hatte recht, wenn sie keinen Widerstand leistete, war es leichter. Aber ihr Herz hämmerte, und ihre Füße zuckten unter dem Sekretär, als würde etwas durch sie hindurchströmen.

Atemlos sahen die Schwestern zu, wie Henriettes Hand schrieb, die Worte flogen nur so über das Papier.

Ole Tala ia Tapuitea

O le planeta o Tapuitea a tu mai i le afiaft, ua taua o le matamemea; a tu mai le vaveao, ua taua lao le fetuao. O le ulugalii sa nonofo i Falealupo ...

Henriette war unendlich dankbar, dass Sophie hinter ihr stehen blieb und ihre Schultern liebevoll drückte, denn sie fühlte sich, als ob man ihr den Boden unter den Füßen weggezogen hätte.

Wie konnte sich ein Teil ihres Körpers selbstständig machen, und wie konnte sie etwas schreiben, das sie nicht verstand, wie war das möglich?

Während ihre Hand Zeile um Zeile füllte, fielen ihr auf einmal die Augen zu, und Bilder stiegen empor, wie in einem Traum, aber auch wieder nicht wie in einem Traum. Sie sah einen glitzernden Nachthimmel über einem schwarzen Meer, in dem alle Sterne golden schillerten. Nur einer von ihnen pulsierte plötzlich rot, stärker und stärker, und schließlich fiel ein einziger Tropfen Blut aus dem Stern in das Meer unter dem Nachthimmel und verwandelte die Dunkelheit in eine flammende Dämmerung, aus der die Sonne emporstieg.

Plötzlich wurde ihre Hand ruhiger, der Füllfederhalter rutschte aus ihren Fingern und fiel auf das Papier. Sie öffnete die Augen und sah, dass alles mit Tintenflecken verunziert war.

Dann drehte sie sich zu ihrer Schwester um, der Tränen in den Augen standen, die sie. aber schnell wegblinzelte.

Gemeinsam betrachteten sie das Geschriebene.

»Es sieht nicht mal aus wie meine Schrift.« Henriettes Kehle fühlte sich wie ausgetrocknet an, sie hatte plötzlich großen Durst.

»Diese Sprache kenne ich nicht, das ist nicht europäisch«, stellte sie fest und stand auf, um sich ein Glas Wasser aus der Karaffe einzuschenken, die auf dem Tisch vor der Ottomane stand. Sie taumelte, aber Sophie war sofort bei ihr und stützte sie.

»Es geht schon.« Henriette trank einen großen Schluck und merkte, wie sie langsam wieder ruhiger wurde. Nachdem alles vorbei war, spürte sie nun eher Neugier als Angst.

»Was das wohl zu bedeuten hat?«

»Ganz einfach, du bist verrückt«, sagte Sophie grinsend, »du bist eine wahnsinnige Hexe!« Sie nahm das Blatt in eine Hand und raffte mit der anderen ihre Röcke und begann, die Worte laut zu singen. Dabei lief sie im Kreis herum und stampfte bei jedem »O« lautstark mit den Füßen auf.

Obwohl sich Henriette immer noch sehr flau fühlte, musste sie bei dem wilden Anblick ihrer Schwester lachen. Mit ihr zusammen war wirklich alles zu ertragen, sogar so mysteriöse Vorgänge wie der gerade eben.

Urplötzlich kamen ihr Bedenken, sich über diese fremden Worte so lustig zu machen.

»Sophie, tu das nicht!«

»Was ist denn?« Sophie ließ sich schwer atmend auf die Ottomane fallen.

»Was, wenn das eine Verfluchung ist oder so etwas wie das Vaterunser in Zulusprache oder in dieser eigenartigen Schnalz- und Klicksprache der Nama, über die ich neulich erst gelesen habe?«

»Ja, natürlich«, Sophie schlug sich an die Stirn, »Gott, dass mir das nicht gleich klar war! Du bist Moses, und dein Füller war der brennende Dornbusch!«

»Sophie!«

»O nein, besser, du bist Mohammed, und die Engel der Offenbarung sind in den Füller gefahren!« Sophie zog ein Spitzentaschentuch aus ihrem Ärmel und fächelte sich Luft zu, dann legte sie ihren Arm um Henriette und streichelte versöhnlich die Hand, die sich gerade so sonderbar benommen hatte. Es beruhigte Henriette, dass ihre Schwester neben ihr saß und wie immer nach Honig und frisch gemähtem Gras duftete.

»Es tut mir leid«, sagte Sophie. »Entschuldige, ich musste das irgendwie loswerden, du hast mir ganz schön Angst gemacht. Ich bin sicher, wir können herausfinden, welche Sprache das ist.«

»Aber selbst wenn, wie können wir erfahren, was es zu bedeuten hat?«, fragte Henriette.

Sophie zuckte mit den Schultern. »Das weiß ich nicht. Aber ich glaube, das alles kommt nur von deinem ständigen Lesen. Du bist überspannt. Vielleicht hat es damit zu tun, dass du dich insgeheim als Reiseschriftstellerin siehst. Möglicherweise hast du irgendwo etwas aufgeschnappt, was zu diesem unbeabsichtigten Schreibfluss geführt hat. Warst du nicht neulich erst in dieser Völkerschau, wo man Menschen aus den Kolonien anstarren darf, das könnte doch ...« Sophie hielt mitten im Satz inne. Ein Leuchten ging plötzlich über ihr Gesicht. »Ich hätte eine Idee, was wir da tun könnten!«

Neugierig ließ...



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