Mann | Western Legenden 45: Ein aufrechter Mann | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 9045, 228 Seiten

Reihe: Western Legenden (Historische Wildwest-Romane)

Mann Western Legenden 45: Ein aufrechter Mann


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-666-8
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 9045, 228 Seiten

Reihe: Western Legenden (Historische Wildwest-Romane)

ISBN: 978-3-95719-666-8
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Auf der Suche nach einem neuen Job als Gesetzeshüter kommt Jake Gutterson in das verschlafene Städtchen Pepperville. Dort bringt er zwei Ganoven hinter Gitter. Doch der unerfahrene Sheriff des Ortes wird überwältigt, die beiden können fliehen und planen wenig später einen Raubüberfall auf einen reichen Rancher. Sie wissen allerdings nicht, dass Jake Gutterson inzwischen zum Marshal ernannt wurde. Die Jagd beginnt.

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2. Kapitel

Als sie die Höhle verließen, stand die Sonne gerade einmal eine Handbreit über dem flachen Horizont der Prärie. Und dennoch war sie schon warm genug, damit der Regen der vergangenen Nacht in dichten Schwaden vom Boden aufstieg. Die Luft war unangenehm feucht.

Jake folgte Luke Wilson, der seinen Braunen nach Nordosten lenkte. Sie durchquerten ein niedriges Gebirge mit breiten Tälern, auf dessen anderer Seite sich fruchtbares Weideland ausbreitete. Satte grüne Wiesen zogen sich bis zum Horizont. Sie durchwateten einen breiten Fluss, der durch den Regenfall des letzten Tages mächtig angeschwollen war.

Am späten Nachmittag konnte Jake Gutterson in der Ferne einen Wald ausmachen, neben dem sich mehrere weiße Gebäude abzeichneten.

„Ist das Summerfields Ranch?“, fragte er Luke Wilson, der nur zustimmend brummte.

Eine halbe Stunde später hatten Sie die Ranch erreicht. Sie bestand aus einem großen, mehrstöckigen Herrenhaus, das auf einem soliden gemauerten Fundament errichtet worden war. Weit verstreut auf dem großzügig eingezäunten Gelände gab es mehrere Ställe für Pferde und Hühner, Blockhäuser für die Cowboys und Vorratshüten. Am mannshohen Zaun eines Corrals hatte sich vermutlich ein Dutzend Cowboys versammelt, die gebannt beobachteten, wie einer von ihnen ein wildes Pferd zuritt.

Als Jake Gutterson und Luke Wilson sich der Ranch näherten, wandten sich immer mehr Cowboys um. Jake sah, wie sie in seine Richtung zeigten. Vermutlich hatten sie Wilson wiedererkannt.

Die Cowboys scharten sich um einen hochgewachsenen Mann, der statt der Chaps und dem weit geschnittenen Arbeitshemd einen grauen Anzug mit Krawatte trug. Als Jake sein Pferd zügelte, musterte dieser Mann Luke Wilson mit finsteren Blicken. Er trug einen dichten Schnurrbart, in dem es noch einige schwarze Haare gab, während sein sauber gescheiteltes und kurz geschnittenes Haupthaar vollkommen ergraut war. Er war ein kräftig gebauter Mann, der nun mit seiner großen Hand in die Zügel von Luke Wilsons Pferd griff, den Cowboy immer noch mit finsterer Miene anstarrte und sich dann etwas freundlicher Jake Gutterson zuwandte.

„Mein Name ist Stephen Summerfield. Ich bin der Besitzer dieses Pferdes.“

„Und noch von ein paar anderen Sachen, nehme ich an. Ich bin Jake Gutterson.“

„Ich bin sehr überrascht, Mister Gutterson. Ich habe erst heute Morgen jemanden losgeschickt, der den Diebstahl meiner Sachen beim Sheriff von Pepperville zur Anzeige bringt. Das liegt aber in dieser Richtung.“ Er wies mit dem Daumen über seine Schulter. „Und Sie kommen aus der anderen.“

„Ich hatte Glück. Mister Wilson hier ist etwas unglücklich bei der Wahl seiner Gesprächsthemen.“

„Sind Sie Kopfgeldjäger?“

„Nein. Haben Sie denn etwas ausgesetzt?“

„Die Wiederbeschaffung von General Hood ist mir durchaus etwas wert.“

„Sie scheinen Humor zu haben.“

„Warum?“

„Sie nennen ein so schnelles Pferd nach jemandem, der an Krücken gehen muss?“

„Ich habe in General Hoods Stab gedient. Diese Namenswahl sollte ein Zeichen des Respekts sein.“

„Ich verstehe. Nun, in den Satteltaschen von Mister Wilson finden Sie die anderen Sachen, die er gestohlen hat. Was das Pferd betrifft, so wäre ich Ihnen verbunden, wenn Sie es gegen ein anderes eintauschen würden, damit ich Mister Wilson nach Pepperville bringen kann.“

„Oh, Sie können den Drecksack gern hierlassen.“ Er wandte sich zu einem seiner Cowboys um. „Lew, bring die schwere Bullenpeitsche.“

„Was ist denn eine schwere Bullenpeitsche?“, wollte Jake Gutterson wissen.

„Das werden Sie gleich sehen.“

Einer der Cowboys rannte zu den Unterkünften und kam kurz darauf mit einem großen, geflochtenen Lederriemen zurück, der in regelmäßigen Abständen seltsame Verdickungen aufwies, und reichte diesen an Stephen Summerfield.

„Darf ich mal?“, fragte Jake Gutterson und streckte fordernd die Hand aus. Summerfield reichte ihm die schwere Peitsche.

Jake Gutterson betastete die Verdickungen und runzelte die Augenbrauen. „Sind das Stahlkugeln?“

„Ganz recht“, sagte Summerfield.

„Und die nehmen Sie für Bullen?“

„Nein. Nur das Leder ist aus Bullenhaut.“

„Damit zerfetzen Sie einem Mann nicht nur die Haut. Mit den Kugeln brechen Sie ihm auch alle Knochen.“

„Das kann passieren“, sagte Summerfield und strich sich mit Daumen und Zeigefinger über die Enden seines Schnurrbarts.

Jake Gutterson warf die Peitsche in den Staub und griff nach Luke Wilsons Satteltaschen. Er band sie los und reichte sie dem Rancher.

„Mister Summerfield, ich sagte, ich bringe Ihnen Ihre Sachen zurück. Mister Wilson hier ist ein Fall für das Gesetz.“

„Mister Wilson ist einer meiner Cowboys. Um die kümmere ich mich schon ganz gut selbst.“

„So, wie ich das sehe, hat er gekündigt. Ich übergebe ihn dem Sheriff von Pepperville.“

„Was erhoffen Sie sich davon, Mister Gutterson? Es ist noch kein Kopfgeld auf Mister Wilson ausgesetzt.“

„Sie sagten doch, dass Ihnen die Wiederbeschaffung Ihres Pferdes etwas wert sei.“

„Richtig.“ Summerfield durchsuchte die Satteltasche mit dem Silberbesteck und den Uhren. Er zog die beiden Geldbündel heraus und reichte die Taschen an einen seiner Cowboys weiter. Das eine Bündel steckte er in seine Westentasche. Von dem anderen zählte er zwanzig Fünfdollarnoten ab, schob sie ineinander und hob sie hoch. „Das hier sind hundert Dollar. Das ist die Belohnung dafür, dass Sie mir General Hood und die anderen Sachen wiederbeschafft haben.“ Er zählte weitere zwanzig Scheine ab und legte sie so in die Hand, dass die beiden Stapel ein V bildeten. „Und das hier ist dafür, dass Sie mir diesen Pferdedieb übergeben.“

Jake Gutterson lenkte sein Pferd ein wenig näher an Stephen Summerfield heran und zog das erste Bündel aus seiner Hand.

„Vielen Dank. Hundert Dollar reichen mir fürs Erste.“

Langsam zog Summerfield die Hand zurück und fuhr mit dem Daumen über die Scheine des zweiten Stapels.

„Ich verstehe Sie immer noch nicht, Mister Gutterson. Pferdediebe werden in diesem Staat nach wie vor gehängt. Wenn wir uns um Mister Wilson kümmern, wird er irgendwann wieder als Cowboy arbeiten können. Vielleicht.“

„Ja, vielleicht. Wahrscheinlich werden Sie ihn aber zu Tode prügeln.“

„Dann kommt es ja auf dasselbe heraus.“

„Nein. Es gibt einen Unterschied, ob dieser Mann vom Gesetz verurteilt wird oder von Ihnen.“

Summerfield lacht leise, wobei sein Brustkorb bebte. Er steckte den zweiten Stapel Dollars weg und schaute Jake Gutterson dann mit einem breiten Grinsen aus seinen stahlblauen Augen an.

„Jetzt verstehe ich. Sie sind ein Prinzipienreiter. Sie waren bestimmt selbst einmal Gesetzeshüter.“

„Sie haben es erfasst.“

„Sheriff oder Marshal?“

„Beides.“

„Wo zuletzt?“

„Mexiko.“

„Mexiko, aha.“ Summerfield nickte langsam. „Dort enden anscheinend die Prinzipienreiter. Oder sie ziehen dann arbeitslos hier durch die Prärie.“

„Ich habe gerade hundert Dollar verdient. Es geht mir also nicht schlecht.“

„Und gedenken Sie, die hundert Dollar noch irgendwo auszugeben?“

„Zum Ausgeben ist Geld ja schließlich da, oder nicht?“

„Ja, zum Teil. Ich spare den Großteil meines Vermögens.“

„Sie wollen damit sagen, dass Sie ein dickes Bankkonto haben.“

Summerfield winkte verächtlich ab. „Banken werden von Yankees kontrolliert und denen kann man nicht trauen. Nein. Ich bin meine eigene Bank. In meinem Arbeitszimmer steht ein Tresor der Hall’s Safe & Lock Company aus Cincinnati. Eines der neuesten Modelle. Darin lagern an die 30.000 Dollar.“

Jake Gutterson pfiff beeindruckt.

„Ja, allerdings“, sagte Summerfield zufrieden. „Es ist tatsächlich eine beeindruckende Summe. Daher will ich nicht knauserig sein und die Prämie für Mister Wilson verdoppeln.“

Jetzt war es an Jake Gutterson, ein breites Grinsen aufzusetzen und mit dem Kopf zu schütteln. „Mister Summerfield. Wenn es mir um Geld gehen würde, hätte ich schon bei den hundert Ja gesagt. Aber wie Sie festgestellt haben, bin ich ein Prinzipienreiter.“

„Mister Gutterson. Dieser Mann wird definitiv hier auf der Ranch bleiben. Ob und wie Sie meinen Besitz verlassen werden, liegt ganz in Ihrer Hand.“

Jake Gutterson warf einen kurzen Blick auf das Dutzend Cowboys. Nur die Hälfte von ihnen war bewaffnet, aber drei Mann hatten bereits die Hand am Kolben ihrer Pistolen.

„Mister Summerfield, ich habe nur noch eine letzte Frage, bevor ich von hier fortreite.“

„Schießen Sie los.“

„Wer kennt die Kombination für Ihren Tresor?“

„Nur ich natürlich.“

„Verstehe. Dann sollten Ihre Männer sich darüber klar werden, dass keiner sie für ihre Arbeit bezahlen wird, wenn es hier zu einer Schießerei kommt. Denn es ist völlig egal, dass die beiden Jungspunde da hinten ihre Waffen schon fast gezogen haben, Sie erwische ich auf jeden Fall noch.“

„Sie sind so gut?“

„Ja.“

Summerfield drehte sich zu seinen Cowboys um. Jake Gutterson nutzte die Gelegenheit, sein und Luke Wilsons Pferd ein paar Schritte rückwärtsgehen zu lassen.

„Sie können General Hood beim Sheriff in Pepperville abholen“, sagte Jake...



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