E-Book, Deutsch, Band 1607, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Mann Ein letztes Mal ...
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-582-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1607, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-582-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Diese entfesselte Leidenschaft, dieses glutvolle Verlangen ... Es war wie das Glück auf Erden, als Sebastian seine Frau vor zwei Monaten ein letztes Mal geliebt hat. Nein, Exfrau muss es heißen, denn seit ein paar Minuten sind sie geschieden. Wie hatte es nur so weit kommen können? Seufzend geht er hinter ihr den Flur entlang - und kann sie gerade noch stützen, bevor sie ohnmächtig wird. Was Sebastian kurz darauf erfährt, ändert alles: Sie ist schwanger! Jetzt will er alles tun, um Marianna zurückzugewinnen, und beweisen, dass sie zusammengehören ... Ob ihm das gelingt?
Bestsellerautorin Catherine Mann schreibt zeitgenössische Liebesromane, die im militärischen Milieu spielen. Ihr Mann, der bei der US Air Force arbeitet, versorgt sie mit allen nötigen Informationen, sodass sie keine Recherche betreiben muss. In der Zeit vor ihren Romanveröffentlichungen machte sie ihren Bachelor in Bildender Kunst auf dem College von Charleston und ihren Master in Theaterwissenschaften an der Universität von Queensboro. Heute kann sie sich in die Liste von namhaften Gewinnern des RITA Awards einreihen. Ihrem Ehemann, einem Piloten, folgt sie durch die ganze Welt, im Schlepptau ihre vier Kinder, einen Hund und eine Katze. Die Erlebnisse an ihren unterschiedlichen Wohnorten bieten ihr endlosen Stoff für weitere Romane.
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1. KAPITEL
Hilton Head Island, South Carolina
Vor zwei Monaten
Sebastian Landis hatte mehr Zeit in Gerichten zugebracht als jeder rückfällig gewordener Kriminelle. Schließlich war er einer der erfolgreichsten Anwälte in South Carolina. Aber heute hatte er aus erster Hand erfahren, wie es war, wenn Anwälte vollkommene Macht über sein Leben hatten.
Und ihm gefiel das ganz und gar nicht.
Natürlich rangierte Sich-scheiden-zu-lassen ganz unten auf seiner Liste der Dinge, die er gern tun würde. Er wollte einfach den Prozess durchziehen, damit der Richter die Scheidung amtlich machen konnte.
Er nahm die Akten vom Tisch in einem der Konferenzräume des Gerichts und verabschiedete sich geistesabwesend von seinem und auch Mariannas Anwalt. Mit voller Kraft voraus. Das Ziel im Auge behalten. Als Sebastian den Blackberry wieder an seinem Gürtel befestigte, vermied er es, seine Frau anzusehen, die einzige Frau, die es geschafft hatte, seine Gelassenheit zu erschüttern – ihm die Ruhe zu nehmen, die er auch unter Stress wahrte und die in Gerichtskreisen sein Markenzeichen war.
Wenigstens hatten sie den größten Teil des Papierkrams mit ihren Anwälten an diesem bedeckten Sommertag erledigt, sodass nur noch der abschließende Gerichtstermin blieb. Die Vereinbarung, die sie getroffen hatten, war fair, kein leichtes Unterfangen bei seinem Familienvermögen und ihrem Beruf als erfolgreiche Innenarchitektin. Sie hatten sich nicht einmal darüber gestritten, wie sie ihr Vermögen von mehreren Millionen Dollar auflösen sollten – vermutlich das erste Mal, dass sie es nicht getan hatten.
Das einzige Problem war aufgetaucht, als zu entscheiden war, was mit ihren beiden Hunden geschehen sollte. Keiner von ihnen wollte Buddy und Holly verlieren oder die Hundegeschwister trennen. Letztendlich hatte jedoch jeder einen der Terriermischlinge, die sie aus dem Tierheim geholt hatten, übernommen.
Und was hätten sie gemacht, falls er und Marianna tatsächlich Kinder gehabt hätten?
Sebastian verdrängte dieses schmerzliche Thema schnell wieder. Heute würde er sich auf keinen Fall damit beschäftigen, denn selbst ein Gedanke daran brachte ihn an einem grässlichen Tag wie diesem aus der Fassung.
Was dazu führte, dass er wider besseres Wissen seine Aufmerksamkeit auf Marianna richtete.
Sie erhob sich gerade aus dem Ledersessel, einfach unglaublich hübsch, aber das war sie ja schon immer gewesen. Mit ihren dunklen Augen und dem noch dunkleren langen Haar war sie der exotische Traum jeden jungen Mannes gewesen, als sie sich auf einer Kreuzfahrt in die Karibik begegnet waren.
An diesen heißen erotischen Sommer zu denken könnte Sebastian glatt in den Wahnsinn treiben. Also griff er nach seiner Aktentasche und konzentrierte sich auf das, was er noch an diesem Nachmittag in seinem Büro erledigen musste. Natürlich konnte er auch bis in den Abend hinein arbeiten. Niemand wartete zu Hause auf ihn, jetzt, da er eine Suite auf dem Anwesen seiner Familie bewohnte.
Im selben Moment wie Marianna erreichte er den Ausgang. Sebastian hielt ihr die Tür auf, und dabei stieg ihm der Duft ihres Chanel-Parfüms in die Nase. Ja, er wusste viel über seine baldige Ex, zum Beispiel, welche Düfte sie mochte. Was sie nach einer Liebesnacht am liebsten aß. Welche Wäschemarken sie bevorzugte. Er wusste einfach alles.
Außer, wie er sie glücklich machen konnte.
„Danke, Sebastian.“ Sie sah ihn nicht einmal an, als der Rock ihres leichten Sommerkostüms ihn auf ihrem Weg zur Tür hinaus streifte.
Das war alles? Nur ein Dankeschön?
Anscheinend empfand er immer noch mehr als bloße Anziehung für sie, denn im Moment war er wütend. Er erwartete nicht, dass sie ihre Scheidung mit einem festlichen Champagnerdinner begingen, aber, du liebe Güte, sie sollten ja wohl in der Lage sein, sich höflich zu verabschieden. Nicht, dass Höflichkeit je eine Stärke seiner launenhaften Frau gewesen wäre. Sie war einem Streit nie aus dem Weg gegangen.
Warum also rannte sie auf ihren schicken Designerpumps dann regelrecht zum Fahrstuhl? Himmel, hohe Absätze ließen ihre endlos langen Beine noch hinreißender aussehen. Sie war immer verrückt nach Schuhen gewesen, aber das hatte ihn nicht gestört, da sie ihm ihre Neuerwerbungen stets vorgeführt hatte.
Nackt.
Verdammt, wie lange würde es dauern, bis die Momentaufnahmen des Lebens mit Marianna in seiner Erinnerung verblassen würden? Er wollte seinen höflichen Abschied, wollte das Ganze versöhnlich beenden. Und er wollte diese Ehe beenden. Punkt.
Sebastian kam zum Lift, gerade als sich die Türen schlossen. Er schlug mit den Fäusten dagegen, bis sie wieder aufgingen. Für einen Moment riss Marianna die Augen auf, und er glaubte schon, dass sie ihn jetzt anfauchen, ihm ein paar heftige Worte an den Kopf werfen würde und vielleicht sogar die Ledermappe, die sie an ihre Brust gedrückt hielt.
Sie senkte hastig den Blick und schaute überall hin, nur nicht ihn an.
Er stellte sich neben sie, und der Aufzug setzte sich in Bewegung. „Wie geht’s Buddy?“
„Gut.“ Ihre knappe Antwort schien die Musik vom Band für den Bruchteil einer Sekunde zu unterbrechen.
„Holly hat gestern den Griff von Matthews Eisen neun angekaut.“
Sein Bruder hatte ihn gedrängt, auf dem Golfplatz achtzehn Löcher zu spielen und sich zu entspannen. Sebastian hatte gewonnen. Er gewann immer. Aber mit dem Entspannen hatte es nicht geklappt. „Zum Glück ist Matthew dieser Tage wegen seiner neuen Verlobten und seiner Kampagne um den Sitz im Senat bester Laune. Holly braucht sich also momentan nicht vor einem Wutanfall zu fürchten.“
Marianna schien nicht einmal zuzuhören. Seltsam. Sie hatte zwar aufgehört, ihn zu lieben, aber doch nicht die Hunde.
Normalerweise hielt er nichts von Auseinandersetzungen außerhalb des Gerichtssaals. Er hatte jedoch genug Scheidungen miterlebt, um zu wissen, dass sie, wenn sie die Sache nicht gleich bereinigten, einen Ausbruch nur auf die lange Bank schoben. „Wir können nicht erwarten, nie wieder miteinander reden zu müssen. Abgesehen davon, dass wir einen letzten Gerichtstermin haben, ist Hilton Head eine relativ kleine Gemeinde. Wir werden uns über den Weg laufen.“
Sie biss sich auf die Unterlippe. Und das genügte, um sich vorzustellen, wie sich genau dieser Mund auf seinem Körper anfühlte. Sebastian brach der Schweiß aus.
Er wischte sich eine Schweißperle von der Stirn, er war noch irritierter als vom Anblick ihrer aufreizenden Pumps. „Sieht so aus, als hätten wir die Regeln der Kommunikation in dieser Vereinbarung festlegen sollen. Mal sehen, ob ich das Ganze richtig verstehe. Wir reden nicht miteinander, außer um ‚Hallo‘ oder ‚Auf Wiedersehen‘ zu sagen. Aber ist ein kurzes Nicken okay, falls wir beide gleichzeitig die Hunde am Strand ausführen? Oder sollten wir dort Zonen abstecken, damit wir uns nicht über den Weg laufen?“
Sie umfasste ihre Ledermappe fester, den Blick auf die Etagenanzeige des Lifts gerichtet. „Brich keinen Streit vom Zaun, Sebastian. Nicht heute.“
Was zum Teufel meinte sie damit?
Er brach nie Streit vom Zaun. Das war sie. Er war der Besonnene, zumindest nach außen hin. Was also war los mit Marianna? Oder vielmehr mit ihm. „Gab es irgendetwas beim Termin mit den Anwälten eben, das nicht so lief, wie du es dir erhofft hattest?“
Sie lachte leise, ein trauriges Echo ihres hemmungslosen Gelächters, in das sie früher ungeniert ausgebrochen war. Sie lehnte sich an die Messinghaltestange des Lifts. „Keiner gewinnt, Sebastian. Behauptest du das nicht immer von Scheidungsfällen?“
Da hatte sie recht.
Sebastian stützte sich mit einer Hand an der Wand ab. Sicher, er bedrängte sie damit, aber es blieb nur noch eine Etage, um eine Antwort von ihr zu bekommen. „Was willst du?“
Marianna hob den Blick, endlich. Ihn traf fast der Schlag, als er in ihren dunklen Augen das Allerletzte entdeckte, was er erwartet hatte, besonders weil sie seit sechs Monaten getrennt schliefen. Und genau diesem einen konnte er nicht widerstehen, wenn es um diese Frau ging. In Mariannas Augen brannte glühend heißes …
Verlangen.
Ihre Ehe hatte auf dem Rücksitz eines Wagens begonnen und endete auch da.
Mit achtzehn war Marianna mit Sebastian Landis durchgebrannt. Sie hatten es nicht bis in ein Hotel geschafft, bevor die Leidenschaft sie überkommen war, und sich dann in einer Seitenstraße im Auto geliebt. Jetzt, nach dem abschließenden Termin mit ihren Anwälten, überwältigten sie die Hormone – und Emotionen – erneut.
Und das alles, weil sie einen Anflug von Bedauern in Sebastians Augen entdeckt hatte, als sie schriftlich festgelegt hatten, Buddy und Holly zu trennen. Dieses kleine Anzeichen von Verletzlichkeit bei ihrem fast schon krankhaft gelassenen Mann hatte Marianna völlig aus dem Gleichgewicht gebracht.
Und dann erregt.
Sie hatte versucht, aus dem Konferenzraum zu entfliehen, ehe sie etwas Dummes tat, wie sich ihm an den Hals werfen. Viel hatte es nicht genützt. Sie hatten es gerade noch geschafft, angezogen die Aufzugskabine zu verlassen, und waren durch den Regen zu seinem Wagen gerannt. Mit quietschenden Reifen war Sebastian losgefahren und in die nächste Seitenstraße abgebogen, um einen abgelegenen Parkplatz zu finden.
Ganz versessen darauf, das Pochen zwischen ihren Beinen zu lindern, wenn schon nicht den Schmerz in ihrem Herzen, schlang Marianna Sebastian die Arme um die breiten Schultern, als er sie...




