Makarewicz | Engagier dich oder stirb! | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 280 Seiten

Reihe: Drillingskrimis

Makarewicz Engagier dich oder stirb!

Ein Krimi aus der letzten Bank des Elternvereins
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7099-8468-0
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Krimi aus der letzten Bank des Elternvereins

E-Book, Deutsch, Band 1, 280 Seiten

Reihe: Drillingskrimis

ISBN: 978-3-7099-8468-0
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wenn du plötzlich für etwas Ernsteres ein Alibi brauchst, als dafür, beim Schulbuffet immer nur Fertigkuchen abzuliefern Drillingsmädchen erziehen? In der Vorstellung wie bei Mary Poppins, in der Realität so, als hätte man Deadpool mal drei zu Hause Lust darauf, die gesellschaftlich erwünschte Mama-Fassade zu kultivieren, hat Finja keine. So gar keine. Denn der Alltag mit schulpflichtigen Drillingsmädchen ist alles andere als häusliche Idylle. Wenn die anderen Eltern wüssten, dass Finja beruflich zu allem Überfluss auch noch Schmuddelromane schreibt, könnte sie ihren Ruf komplett in die Tonne treten. Warum sie trotz alledem im Elternverein der Klasse ihrer Töchter sitzt, kann sie sich selbst nicht so genau erklären. Das muss so eine „Ich gebe euch den kleinen Finger … und schwupps, weg ist komplette Arm'-Sache gewesen sein. Wenn die Problemlösung noch unangenehmer ist als das Problem selbst Dass ihre Elternverein-Nemesis abtritt – also stirbt, denn freiwillig würde Übermutter Sybylle auf keine Gelegenheit verzichten, sich einzumischen – käme Finja grundsätzlich nicht ungelegen. Blöderweise ist ihre Feindschaft allen bekannt und Finja noch schneller im Visier der anderen Eltern und der Polizei, als sie ahnen hätte können. Ein Alibi hätte sie ja schon, aber ob der One-Night-Stand, der ihre jahrelange erotische Durststrecke neulich unterbrochen hat, da eine verlässliche Quelle ist? Wenn sie zumindest seinen Namen wüsste … oder seine Adresse. Ciao Mama-Klischees! Wem viel zu lange Diskussionen auf viel zu kleinen Stühlen bekannt vorkommen, hat mit diesem Krimi eine helle Freude … und ein moralisch vertretbares Ventil, um den dabei entstandenen Mordgelüsten Luft zu machen. Nicole Makarewicz, selbst Mutter, hat mit diesem Buch einen grandiosen Reihenauftakt geschaffen. Sie spricht nicht nur Eltern an, die mit ihren Mit-Eltern noch eine Rechnung offen haben, sondern alle modernen selbstbestimmten Frauen und Mütter, die zwar nicht immer Kurs, aber den Kopf über Wasser halten.

Nicole Makarewicz, aus Wien und selbst im Elternbusiness, ist Autorin sowie Journalistin für Zeitschriften und Magazine. Folgt man ihrer Vita, ist sie auch Sammlerin von Auszeichnungen und Literaturstipendien, und das zu Recht. Mit 'Engagier dich oder stirb!' betritt Makarewicz nun die große Krimibühne und präsentiert einen grandiosen Reihenauftakt - denn der Alltag, vor allem als alleinerziehende Mama, bietet so viel mehr skurrile Situationen, als man in einem Krimi unterbringen kann, ohne Spekulationen bezüglich Realitätsfremde aufkommen zu lassen. Nicole Makarewicz und wir wissen aber: Die schrägsten, dramatischsten und humorvollsten Vorlagen bietet immer noch die Realität selbst.
Makarewicz Engagier dich oder stirb! jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Willkommen im fünften Kreis der Elternhölle!


Der Tote warf mich um. Ich knallte mit dem Kopf auf den graugemaserten Steinboden und blauschwarzer Schmerz blitzte vor meinem inneren Auge auf. Sonst sah ich nichts.

Vor Schreck hatte ich die Augen zusammengepresst, und ich hatte auch nicht vor, daran in absehbarer Zukunft etwas zu ändern. Wer der Unglückliche war, der nun auf mir lag, wollte ich nicht wissen. Es reichte mir, sein Gewicht auf mir zu spüren. Mir wurde übel.

Irgendein Körperteil bohrte sich in meinen Bauch. Ich hoffte auf ein Knie oder einen Ellbogen und verbot mir, den Gedanken weiterzuführen. Um meinen penetrierten Magen nicht noch mehr zu irritieren, atmete ich flach. Bewegen wollte ich mich nicht und war auch nicht in der körperlichen Verfassung, es auszuprobieren. Die Zeit zerdehnte sich. Obwohl es höchstens ein, zwei Minuten gewesen sein konnten, hatte ich das Gefühl, seit Ewigkeiten eingeklemmt zu sein.

Das Quietschen von Gummisohlen näherte sich. Von allen Menschen, die sich heute Abend in der Schule aufhielten, musste es ausgerechnet Sybylle sein, die mich in einer verfänglichen Situation mit dem Toten fand. Sybylle mit zwei Ypsilon und Doppel-L. Sybylle, die einzige im Elternverein aktive Mutter, die sich von allen anderen konsequent siezen ließ. Sybylle, meine ganz persönliche Elternvereinsnemesis.

Sicherheitshalber stellte ich mich tot.

Sybylle schreckte das nicht ab. Diskretion lag ihr fern.

„Finja!“ Ihre nasale Stimme war ebenso unsympathisch wie der Rest von ihr.

„Geht es Ihnen gut? Können Sie mich hören?“

Verstockt schwieg ich.

Also ohrfeigte sie mich. Irritiert riss ich die Augen auf und bereute es im selben Moment. Sybylles Gesicht befand sich jetzt knapp über dem meinen und ihr Ingwerpastillen-Atem bohrte sich in meine Nase.

„Gut, Sie sind bei Bewusstsein. Verraten Sie mir doch bitte, was Sie hier mit Lenny machen?“

Lenny! Vor Erleichterung wurde mir schwindlig. Möglicherweise machte sich auch der Schlag auf meinen Hinterkopf bemerkbar. Ich riskierte einen Blick. Tatsächlich! Anstatt eines leblosen Menschen lag der schuleigene Reanimationsdummy auf mir.

Ich rappelte mich auf und hievte Lenny, der binnen Sekunden deutlich an Gewicht verloren hatte, zurück in den Kasten, aus dem er mir entgegengefallen war.

„Ich wollte nachsehen, ob wir noch genügend Servietten und Kaffeebecher für das Weihnachtsfest haben.“

Meine Stimme klang piepsig.

„Das hier ist nicht der Schrank des Elternvereins.“

Sybylles rechte Augenbraue wanderte nach oben und konterkarierte ihre Bemühung, Fürsorglichkeit auszustrahlen.

„Ich bin Legasthenikerin.“

Eine dümmlichere Replik fiel mir nicht ein.

Sybylle schnitt eine mitfühlende Grimasse.

„Das tut mir leid für Sie.“

„Kein Problem“, murmelte ich, bemüht, das nervöse Kichern, das in mir aufstieg, zu unterdrücken.

„Na, dann empfehle ich Ihnen, im richtigen Schrank nachzusehen, und lasse Sie mal die Servietten zählen!“

Quietschend verschwand Sybylle in Richtung Toiletten.

Ich konnte mich nicht länger beherrschen und brach in schallendes Gelächter aus. nannte es meine Mutter, die als geborene, aufgrund des österreichischen Adelsgesetzes unausgelebte Freifrau von Wallersburg streng auf Etikette achtete. Allerdings nur, solange die Vorgaben der Benimmpäpste Elmayer & Co sie nicht daran hinderten, ihre liebevoll kultivierte Exzentrik zu zelebrieren.

„Alles außer gewöhnlich!“, war von frühester Jugend an ihr Leitspruch gewesen. Zu ihrer unverhohlenen Enttäuschung wurden meine ältere Schwester Sachiko und ich ihren diesbezüglichen Ansprüchen nicht gerecht. Am ehesten dürfte Pink, die Jüngste von uns, Henriettes Vorstellungen entsprechen, auch wenn sie sich bezüglich ihrer Zufriedenheit mit unserer Charakterentwicklung nicht in die Karten schauen ließ.

Vermutlich gefiele es Henriette, dass mein in ihren Augen ungesundes Faible für Horrorfilme und Gruselgeschichten mich in diese peinliche Situation gebracht hatte. Sollte sie erfahren, dass ich Lenny für einen Toten gehalten hatte, würde sie nicht zögern, das Geschehene gegen mich zu verwenden. Ein gutes Bonmot war ihr ebenso heilig wie eine originelle Anekdote.

Vom Lachen hatte ich Seitenstechen bekommen. Außerdem war mir schwindlig. Womöglich ein ernstzunehmendes Anzeichen für eine veritable Gehirnerschütterung?

In ziemlicher Schieflage stolperte ich in den Konferenzraum zurück, wo die monatliche Sitzung des Elternvereins stattfand. Irritation, Entgeisterung und Sorge zeichneten sich auf den Gesichtern der Anwesenden ab, wobei Irritation überwog. Die Einzige, die besorgt wirkte, war Dora, aber das war bei ihr Dauerzustand und deshalb nicht weiter bemerkenswert. Dass sie mich behutsam zu meinem Platz führte und mir Beruhigendes ins Ohr flüsterte, verlieh der Situation eine zusätzliche irreale Note.

Ich zwickte mich in die empfindliche Innenseite meines linken Oberarms. Eine Spur zu fest. Ein Schmerzenslaut entfuhr mir und sicherte mir endgültig die allgemeine Aufmerksamkeit.

„Kein Traum“, murmelte ich.

Nicht leise genug. Der Konferenzraum hatte eine ausgezeichnete Akustik.

„Eher ein Albtraum der Ineffizienz.“

Kühl, klar, pointiert. Das war Lilliane. Die Mutter von Theobald aus der 2B war unfassbar durchorganisiert und sah es als ihre Pflicht, dem Schlendrian, der im Elternverein herrschte, den Garaus zu machen. Ansonsten war sie eine umgängliche Person. Ihre unbestreitbare Kompetenz hatte sie beim letzten Sommerfest unter Beweis gestellt, als der von uns bestellte Spielebus inklusive Hüpfburg mit einem Motorschaden auf der Tangente liegen geblieben war. Es drohte der Sommerfest-Supergau: zweihundert enttäuschte Kinder und kein Notfallplan. Lilliane sorgte im Alleingang dafür, dass alles rechtzeitig eintraf – sogar die Hüpfburg.

„Finja hatte einen kleinen Unfall!“

Sybylle war von der Toilette zurückgekehrt.

„Ich habe sie unter Lenny gefunden.“

Verräterische Hitze breitete sich von meinem Dekolleté ausgehend in Richtung meines Gesichts aus. Als ob es nicht schlimm genug wäre, bloßgestellt zu werden, arbeitete mein Körper in peinlichen Situationen verlässlich gegen mich.

„Unter Lenny?“

Harald, ein später Vater mit ausgeprägtem Ego und ebensolchen Geheimratsecken, zwinkerte mir anzüglich zu.

Unser Quotenmann war stets bereit, die Stimmung mit Zweideutigkeiten anzuheizen. Dass er der Einzige war, der seine Kommentare lustig fand, störte ihn nicht im Geringsten. Was ihm an Humor mangelte, machte er durch Selbstbewusstsein wett.

Mehrmals hatten Lilliane und ich versucht, ihm klarzumachen, dass seine schlüpfrigen Witzchen deplatziert und sexistisch waren. Es war die Mühe nicht wert gewesen. Harald gab sich zwar einsichtig, fiel jedoch stets binnen kürzester Zeit in sein gewohntes Verhalten zurück.

Nach unserem letzten Zusammenstoß mit ihm hatte Sybylle uns nahegelegt, weniger empfindlich zu sein. Der Elternverein sei wohl kaum der richtige Ort für feministische Debatten. Missbilligung hatte ihre ohnehin schmalen Lippen zu zwei wie mit dem Lineal gezogenen Strichen gepresst.

„Hier geht es um unsere Kinder und deren Ausbildung“, beschied sie uns mit einer Stimme trocken wie Puder.

„Persönliche Befindlichkeiten einzubringen, verzögert den Ablauf. Wir sollten froh sein, einen Vater zu unserem Kreis zählen zu dürfen. So viel Engagement sollten wir würdigen und nicht durch kleinliche Wortklaubereien schlechtmachen.“

Dass die anderen Väter dankend abwinkten und den Müttern den Vortritt ließen, wenn es um Kindererziehung und alle damit zusammenhängenden Belange ging, machte Harald nicht zwangsläufig zum Heiligen, dem man alles durchgehen lassen musste. Ein Argument, dem Sybylle nichts abgewinnen konnte. Harald war ihr Held. Das süßliche Getue, mit dem sie ihn hofierte, war kaum zu ertragen, ihre kritiklose Begeisterung für jeden seiner Vorschläge zum Fremdschämen. Zudem war Harald keine Geistesleuchte. Seine Wortmeldungen waren im besten Fall unnötig, meistens jedoch störend, da es Vereinspolitik war, selbst sinnlose Einwürfe auszudiskutieren. Schon viel zu oft hatte er, unterstützt von seiner Flügelfrau Sybylle, unnötige Debatten angezettelt und dadurch eine bereits beendete Sitzung bis in den späten Abend in die Länge gezogen.

„Willst du uns nicht verraten, was du mit Lenny getrieben hast?“ Harald ließ nicht locker.

Bildete ich es mir nur ein, oder blitzten seine Augen lüstern auf? Zuzutrauen wäre es ihm. Es schüttelte mich.

„Lenny ist mein Liebhaber. Er ist der ideale Mann – gut gebaut und schweigsam.“

Der Seitenhieb fiel bei Harald auf fruchtlosen Boden. Sybylle quittierte ihn jedoch mit einem bösen Blick. Dora kicherte und Lilliane versuchte erfolglos, ein Grinsen zu unterdrücken.

Sie zwinkerte mir zu: „Nachdem wir nun alle über Finjas Beziehungsstatus im Bilde sind, sollten wir zur Tagesordnung übergehen. Dora, wie sieht es mit der Planung der...


Nicole Makarewicz, aus Wien und selbst im Elternbusiness, ist Autorin sowie Journalistin für Zeitschriften und Magazine. Folgt man ihrer Vita, ist sie auch Sammlerin von Auszeichnungen und Literaturstipendien, und das zu Recht. Mit "Engagier dich oder stirb!" betritt Makarewicz nun die große Krimibühne und präsentiert einen grandiosen Reihenauftakt – denn der Alltag, vor allem als alleinerziehende Mama, bietet so viel mehr skurrile Situationen, als man in einem Krimi unterbringen kann, ohne Spekulationen bezüglich Realitätsfremde aufkommen zu lassen. Nicole Makarewicz und wir wissen aber: Die schrägsten, dramatischsten und humorvollsten Vorlagen bietet immer noch die Realität selbst.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.