Mahanenko | Survival Quest: Der Weg des Schamanen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 381 Seiten

Reihe: Survival Quest-Serie

Mahanenko Survival Quest: Der Weg des Schamanen

Roman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7325-6093-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 1, 381 Seiten

Reihe: Survival Quest-Serie

ISBN: 978-3-7325-6093-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Daniel Mahan wurde reingelegt: Statt ein gespiegeltes und damit harmloses Sicherheitssystem zu hacken, wie vereinbart, dringt er unwissentlich ins echte System ein. Er wird zu acht Jahren Haft verurteilt, die er aber nicht im Gefängnis, sondern innerhalb des Online-Computerspiels Barliona absitzen muss. Dort soll Daniel Zwangsarbeit in einer Mine leisten. Doch es gibt Möglichkeiten, die Strafzeit in der Mine zu verkürzen und sogar ins normale Hauptspiel zu gelangen. Fortan setzt Daniel alles daran, diese Queste zu meistern!



Vasily Mahanenko wurde 1981 im russischen Severodvinsk geboren. Er gehört zu den erfolgreichsten Autoren des neuen Genres LitRPG, das Elemente des Online-Gamings mit SF- und Fantasyliteratur kombiniert. Während seiner Studienjahre an der Belgorod State University, wo er Physik und Mathematik studierte, war Mahanenko selbst begeisterter Gamer. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Moskau.
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Kapitel 1: Einleitung


»… Befindet das Gericht den Angeklagten Daniel Mahan für schuldig, das Kontrollprogramm der städtischen Kanalisation gehackt und damit die Abschaltung des gesamten Systems verursacht zu haben. Er wird gemäß Artikel 637, Abschnitt 13 des Strafgesetzbuches zu acht Jahren Haft in einer Strafkapsel und zum Abbau von Bodenschätzen verurteilt. Der Haftort des Angeklagten wird automatisch vom System zugewiesen. Sollte der Sträfling die Bedingungen erfüllen, die in Artikel 78, Abschnitt 24 des Strafgesetzbuches festgelegt sind, erhält er die Möglichkeit, in die Hauptspielwelt zu wechseln. Dem Angeklagten werden vom Gericht folgende Eigenschaften zugewiesen: Volk: Mensch, Klasse: Schamane, Hauptberuf: Juwelier. Die Sinnesfilter der Kapsel werden für die gesamte Haftzeit abgeschaltet. Eine vorzeitige Entlassung ist möglich, wenn der Angeklagte die Gesamtsumme von 100 Millionen Goldmünzen bezahlt. Das Urteil ist rechtskräftig, es kann kein Einspruch eingelegt werden.«

Man sagt, Gott ist Wahrheit. Ich weiß es nicht. Vielleicht stimmt es, doch ich habe mich noch nie damit beschäftigt, und daher werde ich mich nicht darüber streiten. Denn jeder Streit ist übel, richtig übel. Das ist eine Wahrheit, die sich nicht bestreiten lässt. Ein Wortspiel, wenn ihr so wollt.

Erlaubt mir, mich vorzustellen. Wie bereits erwähnt wurde, ist mein Name Daniel Mahan. Ich bin ein dreißig Jahre alter Experte für IT-Sicherheit und alles, was damit zusammenhängt. Ich bin Freiberufler und wurde bis zu dem Zeitpunkt, als ich verurteilt wurde, regelmäßig von Unternehmen damit beauftragt, Exploits – also Programme, die Sicherheitslücken in Computersystemen finden – in dem Onlinecomputerspiel Barliona aufzuspüren. Dieses Spiel hat die ganze Welt eingenommen und ist für manchen Nutzer seine ganze Welt. Ich behaupte nicht, dass ich der beste Sicherheitsexperte war, doch ich war bestimmt auch nicht der schlechteste. Ich befand mich irgendwo zwischen genial und völlig nutzlos.

Jedes Jahr mussten alle Experten, die offiziell mit der Suche nach Exploits in dem Spiel beauftragt wurden, an einer Fortbildung teilnehmen. Worin wir fortgebildet werden mussten, blieb uns ein Rätsel. Die Suche nach Exploits war für viele von uns die einzige Einkommensquelle, doch das Unternehmen hatte strenge Anforderungen: Wer nach Schwachstellen suchen wollte, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen, musste an dieser Fortbildung teilnehmen. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, ging es vor allem um neue Gesetze, die die Strafen für Hacker erhöhten, anstatt uns Hilfsmittel und Methoden an die Hand zu geben, um Exploits zu finden. Das Unternehmen hatte strenge Kontrollmaßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass internes Know-how an Außenstehende durchsickerte, schon gar nicht an uns. Heute waren wir vielleicht ehrlich und folgten den Regeln, doch schon morgen mochte sich schließlich jeder von uns als bösartiger Angreifer entpuppen und versuchen, Barliona zu hacken.

Bei einer dieser Fortbildungen ergab es sich, dass ich mit einer ausgesprochen attraktiven Frau an einem Tisch saß und eine Unterhaltung mit ihr begann. Leider war natürlich auch sie eine freischaffende Künstlerin. Alle, die nach Spiel-Exploits suchten, nannten sich so, egal ob sie irgendwo fest angestellt waren oder nicht. Ich war drauf und dran, mit hochtrabenden und obskuren Fachbegriffen um mich zu werfen in der Erwartung, die Frau würde mir, begeistert von meinem brillanten Verstand, in die Arme fallen. Doch weit gefehlt. Marina war intelligent und hatte reichlich berufliche Erfahrung: In ihrem Hauptberuf war sie für die Informationssicherheit des städtischen Kanalisationsnetzes verantwortlich, während die Suche nach Spiel-Exploits für sie nur ein Hobby war.

Ich hätte es besser wissen müssen. Sag einer Frau nie – besonders einer intelligenten Frau nicht –, ihr Job sei eines freischaffenden Künstlers nicht würdig. Unweigerlich kam es zu einem Streitgespräch. Schließlich, als mir nichts Besseres mehr einfiel, warf ich ihr mein Totschlagargument an den Kopf, warum man nicht bei der Kanalisation arbeiten sollte. Ich war sicher, damit den Sieg davonzutragen: »Da stinkt es!«

Offensichtlich hatte ich sie mit diesem Kommentar einmal zu oft geärgert. Sie wurde sogar so wütend, dass sie den Tisch verließ und unsere Bekanntschaft beendete, bevor sie richtig begonnen hatte. Wie schade. Ich hatte schon gewisse Pläne gemacht. Dann eben nicht. So vertiefte ich mich in einen weiteren Bericht darüber, wie das neue Gesetz das Strafmaß für das Hacken und Zerstören von Programmen erhöhte. Nicht zu glauben! Jetzt bekam man schon acht Jahre fürs Hacken. Das war echt übel.

In der Pause zwischen den Seminaren saß Marina wieder neben mir. »Du meinst also, dass mein Job von jedem Amateur erledigt werden kann?«, fragte sie in spitzem Tonfall, und ich bemerkte, wie sich eine Gruppe von Schaulustigen um uns versammelte.

»Etwas Derartiges habe ich nie behauptet. Ich habe nicht gesagt, dass du eine Amateurin bist. Ich meinte lediglich, dass diese Art von Arbeit einer Expertin deines Kalibers nicht würdig sein kann.«

»Das ist das Gleiche. Wenn ich dort arbeite, heißt das, ich bin nicht gut genug, um woanders zu arbeiten, und das bedeutet, dass ich eine Idiotin bin und kein Talent habe!« Es ist sinnlos, sich mit einer wütenden Frau zu streiten. Man kann sie nicht mit Argumenten überzeugen, und am Ende steht man vor allem als Trottel da.

»Lass uns über etwas anderes reden. Es ist meine Schuld. Ich entschuldige mich für die unglückliche Wortwahl. Ich lade dich zu Waffenstillstandsverhandlungen bei einer Tasse Tee oder Kaffee oder was immer du möchtest ein. Ich will mich nicht mit einer so schönen, bezaubernden Frau wie dir streiten«, versuchte ich, Marina den Wind aus den Segeln zu nehmen. Besser, sie war über meine Komplimente empört als über die Bemerkungen, die ich über ihre Arbeit gemacht hatte.

»Bist du verheiratet oder hast du eine Freundin?«

Die Frage ließ mich unfreiwillig erschauern, und ich schüttelte automatisch den Kopf. Marina ging offenbar zum Angriff über, und jetzt war ich es, dem der Wind aus den Segeln genommen wurde. Meine Befürchtungen wurden bestätigt, als mich ihre nächste Frage fast umhaute: »Würdest du gern mit mir ausgehen? Magst du mich?«

Verdammt, was ist mit den Frauen von heute los? Jetzt sind sie es, die sich den Männern an den Hals werfen, dachte ich still, musste dann aber zugeben, dass mir dieser »Angriff« ziemlich gut gefiel. Marina war wirklich eine attraktive Frau mit einer süßen Stupsnase, weshalb ich unbedacht nickte.

»Alle mal herhören!«, rief Marina plötzlich. »Wenn Daniel es schafft, innerhalb einer Woche das Sicherheitssystem zu hacken, das ich für den Imitator des städtischen Kanalisationssystems installiert habe, verspreche ich feierlich, mindestens einen Monat lang seine Freundin zu sein! Ich würde es auf keinerlei Art und Weise zeigen, falls ich irgendetwas unangenehm fände. Aber falls er es nicht schafft, muss er einen Monat lang bei der Kanalreinigung arbeiten und die Sperrwerke reinigen. Wie sieht’s aus? – Bist du für diese Wette bereit, Daniel? Es wird ein Test-Server mit einer vollständigen Kopie des Arbeitssystems für dich eingerichtet, und dein Hackversuch wird offiziell als Test unseres Sicherheitssystems aufgezeichnet. Bis morgen hast du alle nötigen Dokumente, die sicherstellen, dass du in den Augen des Gesetzes eine reine Weste behältst«, erklärte Marina und streckte die Hand aus, damit ich einschlagen konnte.

Wer zwang mich, diese Wette anzunehmen? Ich hätte die ganze Sache als Witz abtun und die Unterhaltung unter den Teppich kehren können. Wir hätten zusammen ein Bier trinken gehen und alles friedlich ausdiskutieren können. Aber Marinas Blick durchbohrte mich mit einer solchen Macht, dass ich unfreiwillig die Hand vor mir schüttelte.

»Großartig! Morgen bekommst du den Scan des Auftrags, die Sicherheit unseres Systems zu prüfen, und die virtuelle Adresse. In genau einer Woche werde ich wieder hier sein; entweder mit einem weniger schönen Job für dich oder bereit für eine Verabredung. Die Zeit läuft, du Held!«

Ein zustimmendes Murmeln ging durch die Menge, die sich um uns herum versammelt hatte, während ich völlig benommen dastand. Marina verließ den Raum, und sowohl Bekannte als auch Unbekannte kamen nach und nach zu mir, schlugen mir auf die Schulter, schüttelten meine Hand und boten mir ihre Hilfe beim Hacken an. Diese tolle Frau hatte angeboten, einen ganzen Monat mit mir zu verbringen, also wollten alle helfen. Und falls ich es nicht schaffen sollte, ging der Spaß auf meine Kosten und ich würde Sperrwerke reinigen.

Es stimmt, was die Leute sagen: Die bedeutendste Freundschaft im Leben ist die Freundschaft mit der eigenen inneren Stimme. Was hatte mich davon abgehalten, der meinen Beachtung zu schenken? Doch nachdem ich einmal in die Wette eingewilligt hatte, gab es kein Zurück mehr. Ich verbrachte die nächsten zwei Tage damit, Informationen über das »I. I.«, das Intelligenz-Imitationsprogramm des städtischen Kanalisationssystems, und über Marina zu sammeln, danach machte ich mich an die Arbeit.

Es klang übertrieben, ein Programm »I. I.« zu nennen. Jeder würde sofort denken, dass es sich um echte künstliche Intelligenz handelte, sich aufregen und ausrufen, dass in unserer Welt so etwas nicht möglich wäre. Und falls doch, käme die Menschheit auch ohne diesen »Segen« aus, weil sie sonst durch Maschinen ersetzt würden und wir alle ausstürben.

Man sollte jedoch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, denn diese Imitationsprogramme...



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