Mager | Wo man Wurzeln schlägt | Buch | 978-3-906212-21-0 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 688 Seiten, ENGLBR, Format (B × H): 135 mm x 215 mm, Gewicht: 726 g

Mager

Wo man Wurzeln schlägt


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-906212-21-0
Verlag: Weltbuch Verlag

Buch, Deutsch, 688 Seiten, ENGLBR, Format (B × H): 135 mm x 215 mm, Gewicht: 726 g

ISBN: 978-3-906212-21-0
Verlag: Weltbuch Verlag


Die Nachkriegsjahre stellten alle Familien in den Dresdner Arbeitervierteln vor große und kaum lösbare Aufgaben, zumal das hehre Ziel einer sozialistischen Gesellschaft ihren Alltag zusätzlich beschwerte. Anfangs mit großen Vorbehalten, später mit allmählicher Annäherung an soziale Bedingungen, wie sie nur unter neuen Machtverhältnissen möglich waren, gestalteten sie ihr Dasein mit, ohne Angst vor der Staatssicherheit, ohne SED-Mitglied oder Stasi-Spitzel zu sein, aber sozial gesichert und mit sozialen Beziehungen, die neu waren in der Geschichte des deutschen Volkes, aber die dennoch nicht stark genug waren, um dauerhaft zu sein.

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Jeder Mensch wird in eine Zeit hineingeboren, die er sich selbst nicht ausgesucht hat. Er lebt im Heute und vielleicht macht er sich bewusst, dass die Umstände seiner Existenz auf vorherigem Geschehen fußen, an dem er keine Schuld trägt und auch keine Verdienste hat. Er muss sich seiner Zeit stellen, ob er will oder nicht.
Nachdem die deutschen Eliten in einem Jahrhundert zweimal die Völker der Welt in barbarische Kriege mit fast einhundert Millionen getöteter Menschen gestürzt hatten, lag es nahe, ihnen die Macht für weitere Untaten endgültig zu nehmen. Einen Versuch war es wert. Sie widerstanden diesem Versuch und verübelten es denen, die das wagten. Sie verunglimpften diesen Versuch mit Schlagworten wie Mauerbau, Mauertote, Schießbefehl, Todesschüsse und Todesstreifen, Torgau und Bautzen, IM, Ministerium für Staatssicherheit und Unrechtsstaat. Von einem objektiven Geschichtsbild ist das weit entfernt. Dass die alten Eliten, denen für ein paar Jahrzehnte die Macht über einen Teil des Volkes genommen worden war, die Waghalsigen mit Häme und Spott und Verfolgung, wo auch immer es möglich war, überschütten, macht ihre Taten nicht besser, sondern bestätigt nur, dass das in der deutschen Geschichte schon immer so war.
Die Helden dieses Romans – die Herrmanns, Wesers und ihre Freunde und Bekannten – nahmen in unterschiedlicher Weise an diesem „sozialistisch“ genannten Versuch teil. Sie erlebten in dieser Zeit ihre Kindheit und Jugend und erlebten im Erwachsenenalter sein Scheitern. Sie passten sich an, nahmen als selbstverständlich hin, was die Zeit ihnen als Ergebnis politischen Wollens bot oder gestalteten es selbst mit.
Alles, was im Einzelnen erzählt wird, wurde tatsächlich auch erlebt. Nichts ist erfunden, aber den handelnden Personen frei zugeordnet. Es ist dies die Geschichte ihrer Familien. Vieles liegt inzwischen zwei Generationen zurück und kann noch so oder so nachvollzogen werden von denen, die mit ihnen millionenfach in ihrer Weise ihr Leben lebten. Es wird nichts übertrieben und nichts beschönigt. Es ist dies das Leben von Millionen jenseits des Kapitalismus – mit kostenlosem Gesundheitswesen, hochentwickeltem Bildungssystem, Recht auf Arbeit und gleichem Lohn für gleiche Arbeit, neuem Familien-, Zivil- und Strafrecht u. v. a. – mit einem Steinbruch neuer Ideen.* Neben der Mehrheit existierte eine kleine Minderheit, die den alten Eliten und ihren Nachkommen Treue geschworen hatten und erleben mussten, dass sie keinen Platz finden konnten in diesem „sozialistisch“ genannten Versuch, wenn sie sich aktiv gegen ihn aufbäumten. Sie kommen in diesem Roman nur andeutungsweise vor und sind anderswo hinreichend beschrieben.
Anregungen erhielt der Autor aus den Gedanken und Schriften Siegfried Wenzels, Claudia Wagnerins, Günter Herlts, Herbert Grafs, Helmut Altrichters, Erich Kubys, den Herausgebern von „Leben in der DDR“, der „Geschichte des FDGB‘“, der Sammlung des Schweizer Atlasverlags „Das war die DDR“ und vielen anderen. Ihnen schulde ich Dank, wie auch meiner Frau Doris, den Freunden und Bekannten Cornelia H., Karin W., Hannelore R., Siegfried A. und anderen. Sie begleiteten kritisch und anregend die inzwischen für heutige Jugendliche unwirklich dünkenden und dennoch wahr gewesenen Erlebnisse der Herrmanns und Wesers in den Jahren der Existenz der DDR.
* In „Neues Deutschland“, 14./15. Mai 2011.


Mager, Günter
Günter Mager erlebte seine Kindheit in einem von den Nazis verfolgten und sozialdemokratisch orientierten Elternhaus, das ihn weltanschaulich prägte und ihn zum Gegner faschistischen Handeln und Denkens macht.
Er studierte Geschichte und promovierte an der Martin-Luther-Universität Halle.
Er lehrte u.a. als Dozent an einer Fachschule.

Günter Mager erlebte seine Kindheit in einem von den Nazis verfolgten und sozialdemokratisch orientierten Elternhaus, das ihn weltanschaulich prägte und ihn zum Gegner faschistischen Handeln und Denkens macht.
Er studierte Geschichte und promovierte an der Martin-Luther-Universität Halle.
Er lehrte u.a. als Dozent an einer Fachschule.



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