Männer | 17 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 344 Seiten

Reihe: 17

Männer 17

Erwachen
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7407-0461-2
Verlag: TWENTYSIX EPIC
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Erwachen

E-Book, Deutsch, 344 Seiten

Reihe: 17

ISBN: 978-3-7407-0461-2
Verlag: TWENTYSIX EPIC
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der schüchterne und verträumte Teenager Peter hat es nicht leicht, Freunde zu finden. Ständig schweifen seine Gedanken ab und anstatt dem Unterricht zu folgen, flüchtet er sich in Fantasiewelten mit merkwürdigen Wesen. Doch ein neuer Mitschüler zeigt großes Interesse an seiner Gedankenwelt. Er spricht von einer besonderen Gabe ... was natürlich vollkommener Blödsinn zu sein scheint. Als die beiden jedoch in einem Einkaufszentrum in letzter Sekunde einen Terroranschlag verhindern, werden Wissenschaftler auf Peter aufmerksam. So wird er immer weiter aus der ihm bekannten Welt in eine finstere Welt voller geheimer Organisationen und verborgener Machenschaften gezogen. Was als vermeintlicher Urlaub beginnt, entpuppt sich langsam zu einem Alptraum. Dieses Buch vermischt die Elemente eines Fantasy - Jugendromans mit moderner Digitalisierung und Gesellschaftskritik und verpackt diese in einem packenden Thriller.

Andres Männer wurde 1980 in der DDR geboren. Nach abgeschlossenem Studium in der Informatik und Zertifizierung zum Softwarearchitekten arbeitet er heute im Bereich der Digitalisierung. Sein Weltbild wurde maßgeblich durch die Aufnahme eines afghanischen Flüchtlingskindes zur Pflege, spontane Familienreisen mit dem Mietwagen durch Tunesien, Ägypten und Thailand, durch die Gründung einer GbR sowie die Mitarbeit in der psychologischen Praxis seiner Frau beeinflusst. Diese Einflüsse bemerkt man auch in seiner Autorentätigkeit, da sie ein Weltbild weit über den Tellerrand hinaus bieten. All seine Werke haben den Anspruch, kritisches Denken und Hinterfragen zu trainieren.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1
Ich
Das Auge ist kein Tor zur Welt, es ist nur ein Schlüsselloch. Tagebücher des jungen Valandar Band 1, Kapitel 1 Der Grünling lachte. Dabei warf er den Kopf weit in den Nacken und hielt sich den runden Bauch, welcher vor Freude auf und nieder hüpfte, mit beiden Händen. Die grüne Haut des Wesens spannte sich straff und glänzend über diesem Bauch, so dass dieser aussah, wie ein praller, aufgesetzter Luftballon, der die roten Hosenträger einer kurzen, braunen Lederhose weit auseinanderdrückte. Bis auf diese Lederhose war der Grünling nackt. Ein langer Schwanz wedelte um ihn herum, als hätte er seinen eigenen Willen. Es sah so aus, als versuche dieser Schwanz mit dem langhaarigen Fellbüschel seiner Spitze, die Umgebung von unsichtbarem Staub zu befreien. Die Füße des Grünlings waren fast menschlich, nur überdurchschnittlich groß, und ebenso wie an seinen Fingern wuchsen an den Enden der Zehen gelblich braune Nägel. Wahrscheinlich mussten seine Füße auch diese außerordentliche Größe haben, um den immensen Bauch auszugleichen, durch dessen Gewicht das Wesen sonst ziemlich sicher vorne übergekippt wäre. Der Grünling stand auf dem Blatt eines großen Ahornbaumes, und dieses Blatt schaukelte gemeinsam mit dem Bauch im Rhythmus seines Lachens. Grund der Freude war ein Tautropfen, oder vielmehr das verzerrte Bild der Grimasse des Grünlings, welche sich in dem Tautropfen spiegelte. Als sich der Grünling wieder beruhigt hatte, postierte er sich erneut vor dem Tropfen. Dabei machte er einen Schmollmund, stemmte die Hände in die Seiten und schob seine Hüfte zu einer Seite heraus. Beim Blick auf sein verzerrtes Spiegelbild fing er sofort wieder herzlich an zu lachen. Doch plötzlich erschrak er. Er erschrak so sehr, dass er rückwärts auf seinen Hintern fiel. Das Lachen verstummte. Ängstlich hielt er sich die Hände vor die Augen. Das Blatt erbebte bei dem Sturz, beruhigte sich jedoch rasch wieder. Langsam öffnete der Grünling einen Spalt zwischen seinen Fingern, um zwischen ihnen hindurchzuspähen. Erstaunlicherweise war der Tropfen nicht geplatzt. Aber hinter ihm … da bewegte sich etwas. Etwas Kleines, Pelziges zuckte hin und her. Der Grünling betrachtete verängstigt das durch den Tropfen verzerrte Bild dieses Dings. Es schien ständig seine Form zu ändern. Nun hatte dieses Fellknäuel wohl auch den Grünling bemerkt, denn es kam abrupt zur Ruhe und schien zu lauern. Lange passierte nichts. Grünling und Fellknäul beobachteten sich still und reglos. Nach einer Weile wurde der Grünling mutiger. Vorsichtig näherte er sich dem Tropfen. Da begann das Knäul nervös zu zucken. Sofort versteckte er sein Gesicht wieder hinter den großen Händen. So wartete er ab. Das Schaukeln des Blattes hatte nun gänzlich aufgehört und auch der Tautropfen war still geworden. Ein kleiner Punkt gebündeltes Sonnenlicht spiegelte sich in ihm. Als nichts weiter geschah, nahm der Grünling eine Hand vom Gesicht, drehte ängstlich seinen Kopf in die entgegengesetzte Richtung und schlug rücklinks nach dem felligen Etwas. Seine Hand zerplatzte zuerst den Tropfen, und traf dann … auf die Spitze seines Schwanzes. Erschrocken sprang er hoch. Mit einem Plopp war der Grünling verschwunden und hinterließ nur ein kleines grünliches Wölkchen, welches von einem Windhauch erfasst wurde und verschwand. Das Blatt, auf welchem nun eine winzig kleine Pfütze perlte, schaukelte noch ein wenig. »Peter!« Peter schrak hoch, wodurch seine Klasse in lautes Gelächter ausbrach. Er war Schüler der Klasse 8c auf dem Eisenacher Gymnasium, und saß gerade in der fünften Stunde. Geschichtsunterricht. Unglaublich langweiliger Geschichtsunterricht. Seine Lehrerin, Frau Petermann, wirkte auf ihn wie eine hochdosierte Schlaftablette. Mit monotoner Stimme betete sie ihren Stoff herunter. Es war derselbe Stoff, der schon in der letzten Stunde niemanden interessiert hatte. Da fiel es ihm wirklich schwer, sich zu konzentrieren. Außerdem hatte Frau Petermann seit Neuestem die Angewohnheit, beim Sprechen permanent auf ihr Handy zu schauen, und schien daher während des Unterrichts geistig abwesend zu sein. Würde er es sich trauen, so hätte Peter ihr am liebsten angeboten, den Unterricht zu pausieren, damit sie ihre wichtigen Kontakte pflegen konnte. Immerhin würden sie alle davon profitieren. Doch Peter fehlte für solche Aktionen der Mut. Also machte er es Frau Petermann gleich, gab sich seinen Fantasien hin, und war geistig abwesend. Für Schüler waren Handys im Unterricht verboten. Wie unfair war das denn? Peter hatte es durch seine verträumte Art nicht gerade leicht, in seiner Klasse Freunde zu finden. Es kam nicht selten vor, dass er einfach so auf einer Bank saß, seine Umgebung ignorierte und apathisch in die Ferne starrte. Außerdem war er oft so in Gedanken versunken, dass er die Hälfte seiner Schulsachen im Klassenraum vergaß, und daher noch einmal zurück in die Schule laufen musste, wenn alle anderen bereits nach Hause gingen. In der fünften Klasse hatte er seinen Turnbeutel in der Sporthalle vergessen und seine Klassenkameraden hatten ihn an der Deckenlampe der Jungenumkleide aufgehangen. Bei dem Versuch, die Tasche mit einem Sprung herunterzuziehen, riss Peter die gesamte Lampe von der Decke, wodurch er gleich in seinem ersten Monat auf dem Gymnasium einen Tadel des Direktors kassierte. Ungeschickt nannten ihn die Lehrer, spastisch seine Mitschüler. Diesen Ruf war er bis heute noch nicht losgeworden. Frau Petermann schüttelte den Kopf. »Schön, dass Sie uns wieder Gesellschaft leisten, Herr Richter!« Er fühlte, wie sein Gesicht heiß wurde – ein deutliches Zeichen für Erröten, was gleich doppelt peinlich war. Warum kann ich nicht einmal eine ganze Stunde zuhören? Peter ärgerte sich oft über sich selbst. Er versuchte wirklich, sich in der Klasse einzufügen, stellte sich mit in den Kreis der coolen Jungs und lauschte ihren Gesprächen. Dabei zwang er sich, an den richtigen Stellen zu lachen, obwohl er genau wusste, wie sehr er sich damit selbst zum Idioten abstempelte. Besonders schlimm war es, wenn Mädchen mit in der Gruppe standen. Durch intelligentes Schweigen hatte noch niemand eine Freundin bekommen. Durch dümmliches Grinsen oder dämliche Bemerkungen jedoch auch nicht. Peter verstand es nicht, wie die Jungs seiner Klasse mit ihren arroganten und nichtsnutzigen Kommentaren bei den Mädchen so beliebt sein konnten. Manchmal dachte er, er wäre nicht von dieser Welt und würde sich am liebsten vor allen Menschen verstecken. Nach der fünften Stunde war Schulschluss. Gleich als die Glocke ertönte, machte er sich auf den Heimweg. Heute wartete er nicht einmal auf Hannes, seinen besten Freund. Na ja, eigentlich war Hannes nicht wirklich sein Freund. Hannes war – ebenso wie er selber – ein Außenseiter. Viel zu dünn, fettige Haare … Hannes sah irgendwie komisch aus. Dazu lispelte er und hatte auch eine ganz seltsame Art von Humor. Im Prinzip war Peter aus Mitleid mit Hannes befreundet, obwohl Peter selbst noch mehr als Hannes geärgert wurde. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass sich Hannes seiner Außenseiterrolle durchaus bewusst war und er diese sogar zu genießen schien. Hannes mied die anderen Klassenkameraden, wohingegen Peter immer wieder die Nähe der Gemeinschaft suchte. Er ging direkt durch den Wald nach Hause, auch wenn er sich vor diesem Weg ein wenig gruselte. Normalerweise gab es auch eine Strecke durch die Ortschaft, doch diese war weiter und außerdem liefen dort auch alle anderen entlang. Er wollte heute einfach niemanden mehr sehen. Auf dem Weg durch das Wäldchen hingen manchmal alte Kleidungsstücke in den Bäumen. Er dachte sich dann viele grausame Verbrechen aus, die an diesem Ort begangen wurden. Daher kam es nicht selten vor, dass er diesen Weg bis nach Hause rannte. Als Peter das Wäldchen hinter sich gelassen hatte und die Weggabelung erblickte, welche am Eingang zu seinem Wohngebiet in eine Gartenanlage führte, spürte er, wie sich sein Brustkorb zusammenzog und sein Herz für einen kurzen Moment verkrampfte. Das Atmen fiel ihm plötzlich um ein Vielfaches schwerer. Direkt am Wegesrand saßen auf einer morschen Bank zwei Gestalten, und stocherten mit langen dünnen Stöcken gelangweilt in der Erde herum. Es waren Alexander und Lars, die schlimmsten Großmäuler der Schule. Scheinbar hatten sie heute mal wieder die letzte Stunde geschwänzt und sich lieber im Wald versteckt, um heimlich zu rauchen oder sonstigen Unfug anzustellen. Für solche Aktionen hatten sie schon zahlreiche Einträge kassiert. Peter versuchte, sich zu beruhigen und möglichst gelassen an ihnen vorbeizugehen. Er setzte ein teilnahmsloses Gesicht auf, schlenderte mit den Armen und hoffte, dass ihn die beiden ignorieren würden. Trotz aller Bemühungen, cool zu wirken, blieb jeder seiner Muskeln angespannt. Selbst seine Mundwinkel zuckten nervös. Er war schon fast an der Parkbank...



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