E-Book, Deutsch, Band 326, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Mackenzie / Walker / Lawrence Julia Extra Band 326
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86349-469-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Im Castello des Glücks / Rendezvous in der Stadt der Liebe / Zurück zu dir, Geliebte / Der italienische Traummann /
E-Book, Deutsch, Band 326, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-86349-469-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Im Castello des Glücks von LAWRENCE, KIM
Eisgraue Augen, ein verwegenes Lächeln - Maggie weiß sofort: Dieser Mann ist gefährlich! Aber als Rafael Castenadas sie auf sein einsames Schloss in den spanischen Bergen einlädt, vergisst sie eine Nacht lang alle Vorsicht. Und macht eine schockierende Entdeckung ...
Rendezvous in der Stadt der Liebe von MACKENZIE, MYRNA
Paris, wir kommen! Aufgeregt begleitet Meg ihren neuen Boss Etienne Gavard in die Stadt der Liebe. Als Dank für ihr Engagement har er ihr etwas unglaublich Verführerisches angeboten: Er will in ihre Garderobe etwas französischen Chic bringen - und in ihr Leben etwas l'amour?
Zurück zu dir, Geliebte von WALKER, KATE
Ein Schauer läuft Penny über den Rücken, als sie den Fremden am Hafen sieht. Diese männliche Ausstrahlung, dieser Sex-Appeal: Genau wie ihr Ehemann Zarek, der vor zwei Jahren spurlos verschwand! Und noch bevor der Tag vorbei ist, entdeckt Penny fassungslos: Es ist Zarek ...
Der italienische Traummann von JAMES, SUSANNE
Emily erbebt vor Sehnsucht, als Giovanni sie zärtlich küsst. Sie hat ihn gefunden, ihren italienischen Traummann! Bis er sie in sein Luxusapartment einlädt. Denn dort entdeckt sie das Foto einer hinreißend schönen Frau - die Frau, die der Millionär wirklich liebt?
Myrna Mackenzie wusste in ihrer Jugend zunächst nicht, was sie später einmal beruflich machen wollte. Aber sie wusste, dass sie Geschichten und Happy Ends liebte. Und so war der Schritt zur Liebesroman-Autorin nahezu unvermeidlich. Die inzwischen preisgekrönte Autorin von über 35 Romanen wurde in einer kleinen Stadt in Dunklin County im US-Bundesstaat Missouri geboren und wuchs in der Nähe von Chicago auf. Auch nach vielen Jahren der Nutzung kommt ihr das Internet immer noch wie eine magische Welt vor. Ihr Lieblingsbeschäftigung ist Kaffee, und sie strickt, kocht und wandert gerne. Außerdem versucht sie sich gern in Gartenarbeit, was ihr nach eigenen Angaben nicht so gut gelingt. Myrna Mackenzie freut sich über Besuche auf ihrer Internetseite www.angelfire.com.
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1. KAPITEL
Im Licht der untergehenden Sonne war der gewundene Weg nur schwer zu erkennen. Deshalb musste Penny langsam gehen, obwohl sie am liebsten gelaufen wäre.
Sie wollte so schnell wie möglich weg von der Villa und niemals dorthin zurückkehren.
Doch wenn sie jetzt ging, dann würde sie sich eingestehen müssen, dass ihr Traum von der Liebe wie eine Seifenblase zerplatzt war.
Penny wusste nicht, ob sie sich dafür schon bereit fühlte. Denn sie wollte nicht wahrhaben, dass ihr geliebter Ehemann nie mehr zurückkommen würde.
Am Kiesstrand angelangt, streifte sie ihre Sandaletten ab und ging barfuß weiter. Draußen auf dem Meer konnte sie schemenhaft ein kleines Ruderboot erkennen. Darin saß ein breitschultriger Mann, der einen Sonnenhut trug und angelte.
Selbst jetzt noch schauderte sie bei dem Anblick einer Person auf dem Wasser. Denn irgendwo dort draußen, Tausende von Kilometern entfernt, hatte Zarek sein Leben gelassen und in der Tiefe des Meeres sein Grab gefunden.
Und sie musste sich mit noch etwas viel Schlimmerem abfinden, nämlich dass Zarek sie nie wirklich geliebt hatte. Ihre kurze Ehe war für ihn nur ein Mittel zum Zweck gewesen. Eine kühl kalkulierte Geschäftsverbindung. Er hatte sie nur geheiratet, damit sie ihm einen Erben schenkte. Eine Tatsache, die Penny schwer zu schaffen machte. Trotzdem konnte sie ihn nicht loslassen.
Oberhalb des kleinen Hafens fand Penny einen kleinen Felsen, auf den sie sich setzte. Das Kinn in die Hände gestützt, beobachtete sie aus zusammengekniffenen Augen das kleine Ruderboot, das auf den Wellen schaukelte. Inzwischen war es fast dunkel, und während sie starr in die Ferne blickte, ließ sie widerstrebend die Szene, die sie gerade erlebt hatte, Revue passieren.
„Penelope …“
Sie war gerade dabei, die Villa zu verlassen, als sie beim Klang der Stimme hinter sich erstarrte.
„Wo willst du hin?“
Nur eine Frau, die sie kannte, hatte einen derart eisigen Tonfall. Und nur eine Frau nannte sie auf diese vorwurfsvolle Art und Weise Penelope. Alle anderen, ihre Familie und ihre Freunde, benutzten die Kurzform Penny.
Nicht so ihre Schwiegermutter – oder vielmehr ihre Stiefschwiegermutter.
„Ich wollte spazieren gehen.“
„Zu dieser Tageszeit?“
„Abends finde ich es angenehmer, weil es kühler ist.“
Noch immer hatte sie sich nicht umgedreht. Aber auch so sah sie die elegante Erscheinung von Hermione Michaelis vor sich. Diese achtete penibel auf ihre schlanke Linie und wollte mit ihren schwarz gefärbten Haaren offensichtlich jünger wirken, als sie es mit neunundfünfzig war.
„Ich habe mich immer noch nicht richtig an die Hitze hier gewöhnt“, fügte Penny hinzu.
„Immer noch nicht? Nach so langer Zeit?“, hakte ihre Schwiegermutter verständnislos nach.
Penny biss sich auf die Lippe, um sich eine passende Antwort zu verkneifen. Seit Zareks Verschwinden vor zwei Jahren lebte sie mit ihrer Schwiegermutter zusammen. Notgedrungen, denn Hermione machte ihr das Leben absichtlich schwer. Als zweite Frau von Darius Michaelis hatte sie von Anfang an die alleinige Kontrolle über die Odysseus Reederei haben wollen. Die unerwünschte Schwiegertochter stand ihr dafür im Weg. Und das schon viel zu lange, ärgerte sich Hermione. Denn Pennys Glück schien zwar zerstört, aber nicht ihre Hoffnung auf Zareks Rückkehr.
„Ich möchte mich nicht unnötig lange in der Sonne aufhalten. Die Haut altert dann schneller.“
Offenbar hatte ihre kleine Spitze gesessen, denn Hermione atmete scharf ein. Da ihre Schwiegermutter ihr Leben lang eine Sonnenanbeterin gewesen war, zahlte sie nun den Preis dafür. Selbst ihre teuren Pflegecremes und das Lifting, dem sie sich vor Kurzem unterzogen hatte, konnten daran nichts ändern.
„Nimmst du den Köter mit?“, erkundigte sie sich nun.
Ihre verächtliche Bezeichnung galt Argus, dem großen schwarz-weißen Hund, der sehr an seinem Herrchen gehangen hatte. Penny liebte den Hund. Denn außer ihr schien er der Einzige zu sein, der Zareks Verlust betrauerte. In den ersten Wochen nach dessen Verschwinden hatte der treue Hirtenhund sogar jegliche Nahrungsaufnahme verweigert, sodass sie schon fürchtete, ihn auch noch zu verlieren. Schließlich jedoch hatte sein Lebenswille gesiegt. Und nun folgte er ihr auf Schritt und Tritt und lag sogar unter dem Schreibtisch, wenn sie arbeitete.
„Ich glaube nicht“, erwiderte sie. „Wir haben heute schon einen langen Spaziergang gemacht, und vorhin hat er geschlafen.“
Dass Argus dabei in ihrem Bett gelegen hatte, verschwieg sie. Denn Hermione suchte nur nach einem Vorwand, um den Hund loszuwerden. Dieses Risiko wollte Penny nicht eingehen. Zu sehr war ihr Argus in der Zwischenzeit ans Herz gewachsen. Argus hatte ihr Gesellschaft geleistet, als sie dringend Trost brauchte. Nachts schlief er neben ihrem Bett, was sie ungemein beruhigte, und sie hatte bittere Tränen in sein langes, zotteliges Fell geweint, als sie an jenem Abend Gewissheit über Zareks Schicksal erhielt. Außerdem war der Hund ihre einzige noch existierende Verbindung zu ihrem verschollenen Ehemann.
„Diese verdammte Töle hat Flöhe!“
Penny sah förmlich, wie Hermione verächtlich die Lippen verzog, doch sie wollte sich nicht umdrehen.
„Eins kann ich dir versichern – mein Hund hat keine Flöhe“, entgegnete sie scharf und trat nach draußen. Endlich konnte sie die frische Meeresluft einatmen. Im Haus fühlte sie sich zunehmend wie eine Gefangene.
„Bleib nicht so lange weg“, wies Hermione sie an. „Es wird gleich dunkel.“
Machte sie sich etwa Sorgen um sie? Das war ja etwas ganz Neues. Als Penny sich nun doch umdrehte, begegnete sie dem funkelnden Blick ihrer Schwiegermutter. Falls sie geglaubt hatte, ihre Sicherheit würde dieser am Herzen liegen, hatte sie sich getäuscht. In ihren dunklen Augen lag ein eisiger Ausdruck. Dabei wirkte sie wie eine Kundin, die die Ware prüfte, oder wie eine Züchterin, die eine widerspenstige Stute begutachtete.
Bei diesem Gedanken musste Penny sich eingestehen, dass sie dasselbe auch über Zarek sagen konnte. Er hatte sie nur geheiratet, damit sie ihm ein Kind gebar – einen Erben für seine Reederei.
„Ich komme schon klar …“
„Wir müssen mit dir reden …“
Sie hatten beide gleichzeitig gesprochen. Bei den Worten ihrer Schwiegermutter krampfte Pennys Herz sich kurz zusammen, um dann umso schneller zu pochen.
Sie wusste nur zu gut, worum es ging. Schließlich war es das Einzige, worüber Hermione und der Rest der Familie seit zwei Jahren mit ihr sprechen wollten.
„Das kann warten, bis ich zurück bin“, rief Penny ihr trotzig zu und lief in den Garten.
Dann war sie den Weg Richtung Strand entlanggeeilt. Fast hätte sie damit gerechnet, dass ihre Schwiegermutter ihr folgte, sie am Arm packte und ins Haus zurückzerrte. Sie hätte es ihr durchaus zugetraut.
Als Penny jetzt wieder in die Ferne blickte, stellte sie fest, dass der Mann in dem kleinen Boot zurück an Land ruderte. Dabei zeichneten sich seine Muskeln deutlich unter seinem langärmeligen weißen T-Shirt ab. Da er bei dem Wellengang schnell vorankam, musste er sehr kräftig sein. Während sie ihn beobachtete, erschauerte sie leicht, was sie auf die kühle Meeresbrise zurückführte.
Vielleicht lag es aber auch an dem Unbehagen, das sie beschlich, wenn sie an die bevorstehende Auseinandersetzung in der Villa dachte. Hermione und ihre Söhne, Jason und Petros, würden wieder einmal versuchen, sie zu einer Entscheidung zu bewegen. Sie solle Zukunftspläne schmieden, sagten sie, und endlich akzeptieren, dass Zarek tot sei. Ständig lagen sie ihr damit in den Ohren. Wenigstens besaßen die drei so viel Einfühlungsvermögen und Taktgefühl, dass sie Penny in den vergangenen vier Wochen in Ruhe gelassen hatten. So konnte sie auch am zweiten Jahrestag von Zareks Verschwinden ungestört trauern.
„O Zarek …“
Verzweifelt barg Penny das Gesicht in den Händen und schloss die Augen. Noch immer überkam sie manchmal eine große Traurigkeit, der sie sich hilflos ausgeliefert fühlte. In solchen Momenten fragte sie sich, wie sie weiterleben sollte, ohne Zarek wenigstens noch einmal zu sehen. Auch wenn er nichts für sie empfunden hatte, sie hatte ihn über alles geliebt.
„Ich werde dich niemals vergessen …“, flüsterte sie, verstummte allerdings, als ihr die Bedeutung dieser Worte bewusst wurde.
Denn mit jedem Tag, der verging, verblasste die Erinnerung an seine überwältigende Ausstrahlung, sein attraktives Äußeres und seine starke Anziehungskraft ein wenig mehr. Wenn sie sich sein Bild ins Gedächtnis zu rufen versuchte, stellte sie immer häufiger fest, dass es vor ihrem geistigen Auge verschwamm.
Laute Geräusche, als würde Holz auf Holz schlagen, rissen sie plötzlich aus ihren Gedanken. Als sie aufblickte, sah sie, dass der Angler gerade an dem kleinen Holzsteg anlegte. Er zog die Ruder heraus und legte sie auf den Boden, bevor er aufstand.
Er war auffallend groß. Fasziniert betrachtete Penny seine Silhouette, die sich im goldenen Licht der untergehenden Sonne abzeichnete. Geschmeidig sprang er auf den Steg, das nasse Tau in der Hand. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass...




