MacKay | Zu Hause ist, wo die Liebe wohnt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

MacKay Zu Hause ist, wo die Liebe wohnt


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0683-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0683-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der kleine Mickey ist die Hauptperson in Karinas Leben. Doch leider teilt sie sich das Sorgerecht mit dem attraktiven Dr. Pascale - der das Haus, in dem sie leben, verkaufen will! Kann sie ihn überzeugen, dass unter diesem Dach das große Glück zu dritt wohnen könnte?

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1. KAPITEL

„Ich fürchte, von unserer Bank heißt es leider Nein, Miss Brown.“ Der Geschäftsführer erhob sich abrupt als Zeichen dafür, dass er das Gespräch als beendet betrachtete.

Karina biss die Zähne zusammen, um eine scharfe Erwiderung zurückzuhalten. Miss Brown? In einem kleinen Ort, wo sich jeder, vom Millionär bis zum Landstreicher, mit Vornamen anredete, kam dies einer Beleidigung gleich. Obwohl sie erst seit knapp einem Jahr in Motueka lebte, wurde sie von niemandem Miss Irgendwas genannt. Sie hieß Karina Brown, Punkt.

Und zwar seit dem Tag, als sie Auckland in einem Blitzlichtgewitter verlassen hatte, bedrängt von aufdringlichen Reportern, die ihr ein Mikrofon unter die Nase hielten und sie mit Fragen bombardierten, die Karina nicht beantwortet hatte. Der Tag, an dem sie wieder ihren Mädchennamen angenommen und ihr altes Leben hinter sich gelassen hatte, um sich selbst neu zu finden.

„Danke für das Gespräch, Mr. Pederson“, gab sie ebenso förmlich zurück.

Als sie aufstand, merkte sie erstaunt, dass ihre Beine zitterten. Sie strich den knielangen Bleistiftrock glatt und straffte die Schultern in dem maßgeschneiderten Blazer, den sie seit Auckland nie wieder angehabt hatte. Dann stolzierte sie mit all dem souveränen Selbstbewusstsein ihres alten Ichs aus dem Büro des Filialleiters. Niemals würde sie um das Geld betteln, das sie dringend brauchte, um die zweite Hälfte des Hauses zu kaufen. Zumindest noch nicht. Dass ihr Antrag gerade abgelehnt worden war, bestärkte sie nur noch mehr in ihrer Entschlossenheit, ihr Ziel zu erreichen.

„Wie ist es gelaufen?“, rief Rebecca ihr gedämpft zu.

Karina ging zu ihrer Freundin am Schalter hinüber, die normalerweise Becca genannt wurde. „Eine absolute Nullnummer“, meinte sie kopfschüttelnd. „Offensichtlich bin ich keine gute Kandidatin für einen Kredit.“

In Anbetracht ihrer Herkunft schon beinahe absurd. Früher wären ein paar hunderttausend Dollar für sie nichts weiter als Peanuts gewesen. Heute jedoch lebte sie von ihrem Gehalt als Krankenschwester des Medizinischen Zentrums in dem ländlichen Kleinstädtchen Motueka, weit weg von ihrem früheren glamourösen Leben. Sie hatte ein bisschen Geld zur Seite gelegt, was aber bei Weitem nicht reichte, um Logan Pascale auszuzahlen.

„Glaub das bloß nicht“, erklärte Becca ungehalten.

„Ich habe ihm das Wertgutachten gezeigt und vorgeschlagen, den Kredit über dreißig Jahre abzuzahlen“, antwortete Karina. Dann stünde sie mit vierundsechzig zwar kurz vor der Rente, aber es wäre die Sache wert.

Becca lehnte sich zu ihr. „Eigentlich sollte das überhaupt keine Rolle spielen. Aber du bist eben keine Einheimische. Wenn man aus der Großstadt kommt, ist das hier fast so, als wäre man aus einem anderen Land.“

„Ja, ich weiß.“ Karina seufzte. „Ich wette, er hat im Internet nach mir recherchiert.“

„Willst du dich denn wirklich mit einer Hypothek belasten? Könntest du nicht ausnahmsweise mal jemanden aus deiner Familie um das Geld bitten?“, fragte Becca.

„Was?“ Karina schauderte. Und damit zugeben, dass ihr Vater mit seiner Ansicht recht behalten hätte, dass sie es alleine nicht schaffen würde? „Nein!“

Becca würde nicht verstehen, wie viel es Karina bedeutete, auf eigenen Beinen zu stehen und das Richtige für einen kleinen Jungen zu tun, der vollkommen auf sie angewiesen war.

„Das kann ich nicht“, fügte sie etwas ruhiger hinzu.

„Ich habe mir schon gedacht, dass du das sagen würdest. Aber lass dich nicht von deinem Stolz beherrschen“, entgegnete Becca, direkt wie immer.

„Für Mickey tue ich alles.“

Mickey, der Junge, den Karina liebte wie ein eigenes Kind. Als einer seiner beiden Vormunde war sie fest entschlossen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sein Zuhause zu erhalten. Das hatte sie seinen Eltern versprochen.

„Wie geht es dem kleinen Racker? Ich habe ihn schon seit Tagen nicht mehr gesehen“, stellte Becca fest.

„Mickey ist toll“, erklärte Karina. „Nur die üblichen kleinen Problemchen. Zu wenig Honig auf seinem Toast, der falsche Pullover für den Kindergarten, solche Sachen.“

„Du schlägst ihm bestimmt nie etwas ab, oder?“

„Wie könnte ich, wenn er mich so lieb angrinst? Aber heute Morgen ist er sehr anhänglich gewesen und wollte nicht in den Kindergarten“, erzählte Karina. „Ziemlich ungewöhnlich. Er meinte, ihm würde der Bauch wehtun.“

„Hast du darauf bestanden, dass er hingeht?“

Achselzuckend erwiderte sie: „Jonty passt auf ihn auf, solange ich hier bin.“

Becca wandte sich wieder dem ursprünglichen Thema zu. „Was willst du jetzt tun, um Dr. Pascale auszuzahlen?“

„Kennst du vielleicht einen Millionär mit einem Haufen Geld unterm Bett?“

„Soll er auch noch ein sexy Adonis sein?“, fragte Becca belustigt.

„Reich und sexy? Alles in einem Paket? Wo ist der Haken?“ Karina hatte genau dieses Paket schon gehabt und kannte die entsprechenden Fallstricke nur allzu gut.

„Einen solchen Kerl kenne ich hier in der Gegend leider nicht.“ Becca lachte.

Karina musste ebenfalls lachen. „Ist vielleicht auch besser so.“

„Du willst dich also immer noch nicht auf dem Dating-Markt umschauen?“

„Bloß nicht. Ich bin froh, selbst über mein Leben bestimmen zu können“, erklärte Karina.

„Hast du schon gehört, wann der gute Doktor hier eintreffen soll?“, erkundigte sich Becca neugierig.

„Kein Sterbenswörtchen. Ich weiß nicht mal, ob er überhaupt schon aus Afrika abgereist ist.“ Hoffentlich war er immer noch in der Wildnis da draußen, um die Menschen dort medizinisch zu versorgen. „Je länger ich nichts von ihm höre, desto mehr Zeit habe ich, um eine Lösung für das Haus zu finden.“

Dennoch wurde es allmählich knapp.

„Hast du mal überlegt, wie er so ist?“, fragte Becca. „Auch wenn er keine Millionen unterm Bett hat, könnte er ja trotzdem sexy sein.“

„Als ob das irgendwas ändern würde!“

Die Situation war ohnehin schon kompliziert genug, dadurch dass sie das gemeinsame Sorgerecht für Mickey besaßen. Zudem waren sie auch beide zu gleichen Teilen Eigentümer des Hauses und des angeschlossenen Medizinischen Zentrums. Und dennoch hatten sich Logan Pascale und Karina noch nie kennengelernt, was ihr sehr angenehm war.

Seit dem Tod von Maria und James hatte sie alles in Gang gehalten. Dr. Pascale war nicht zur Beerdigung seines Bruders und seiner Schwägerin erschienen. Er hatte sich bisher überhaupt noch nicht bei Karina gemeldet, nicht mal telefonisch. Die einzige Kommunikation fand über die Anwälte statt, die für diese ungewöhnliche, nur zu Mickeys Schutz eingesetzte Partnerschaft tätig waren.

Als ein Brief dieser Anwälte eintraf, der besagte, dass Dr. Logan Pascale die Absicht hätte, das Haus zu verkaufen und den Erlös für Mickeys Zukunft zu investieren, war dies für Karina ein Schlag in die Magengrube gewesen. Ein Gefühl, das sie von früher her kannte. Nur dass sie diesmal nicht nachgeben würde. Dieses Mal würde sie standhalten und sich nicht herumstoßen lassen. Mickey durfte auf gar keinen Fall von all den Erinnerungen an seine Eltern getrennt werden.

Als Karina von Maria und James gefragt worden war, ob sie bereit wäre, Mickeys Vormund zu werden, falls das Undenkbare geschehen sollte, hatte sie versprochen, alles zu tun, um den Kleinen glücklich zu machen. Und nun musste sie dieses Versprechen auch halten.

„Ich sollte jetzt besser nach Hause gehen.“ Sie schaute durch die Glastür und fröstelte bei dem Anblick. „Als ich vorhin hergelaufen bin, hat’s noch nicht geregnet.“ Auch wenn der Himmel grau und düster ausgesehen hatte. „Mein Wagen braucht neue Reifen.“

„Ich würde dir ja meinen Truck anbieten, aber den hat sich mein Bruder heute ausgeliehen.“ Becca reichte ihr einen großen Schirm mit leuchtend blauen Logos darauf. Mit einem Augenzwinkern meinte sie: „Ein Gruß von der Bank. Die sind nur für unsere allerwichtigsten Kunden bestimmt.“

Karina sah die Frau an, die so unerwartet zu ihrer guten Freundin geworden war, und hatte plötzlich einen dicken Kloß im Hals. „Danke.“

Der Wind trieb ihr den Regen ins Gesicht, während sie die High Street hinunterging. Nach Hause, zu Mickey und zur Praxis. Ihr Leben, das sie unter Kontrolle hatte, wie sie gerne dachte.

„Meistens jedenfalls“, murmelte sie vor sich hin.

Da der Regen immer stärker wurde, war ihr Rock innerhalb weniger Minuten vollkommen durchnässt und die Bluse vorne mehr als feucht. Der Blazer war nicht dazu gedacht, zugeknöpft zu werden. Sehr elegant, aber total unpraktisch für ihren neuen, bodenständigeren Lebensstil. Sie eilte über den Gehweg, wobei sie es schnell aufgab, den Pfützen auszuweichen. Normalerweise wäre sie den ganzen Weg gejoggt, aber da sie acht Zentimeter hohe, dünne Absätze trug – nur um einen unfreundlichen Banker zu beeindrucken –, wäre das wohl doch etwas zu gewagt gewesen.

Die kühle Luft half kaum gegen ihren Ärger darüber, dass ihr der Kredit verweigert worden war. Jetzt musste Karina eine andere Möglichkeit finden, das nötige Kapital aufzubringen. Nur wie?

Rasch verbannte sie ihre Enttäuschung und das Gefühl von Ungerechtigkeit tief an den Ort in ihrem Innern, der unüberwindbaren Problemen vorbehalten war. Stattdessen konzentrierte sie sich darauf, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Vor dem...



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