Lyons | Du bist in meinen Träumen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Lyons Du bist in meinen Träumen


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5752-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5752-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vor Erregung völlig verwirrt ist die sonst so selbstsichere Samantha: Vor ihr steht Matt Warner, der Mann, mit dem sie vor neun Jahren eine leidenschaftliche Affäre hatte, die mit Tränen endete. Und obwohl sie sich jetzt so kühl gibt, weiß sie doch, dass sie bald wieder in seinen Armen liegt ...



Mary Lyons war das Pseudonym von Mary-Jo Wormell, die 1947 geboren wurde. Sie war eine berühmte britische Autorin von 45 Liebesromanen für Mills & Boon von 1983 - 2001. Sie und zwei weitere Mills & Boon Autoren führten die Veröffentlichung der 'Heartline' - Romane am 14. Februar 2001 ein. 'Heartline' sollte die Lücke zwischen Mills & Boon und einfacher Unterhaltungsliteratur schließen.
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1. KAPITEL

„Sie sind also die junge Dame, die uns heute Nachmittag über die neuesten Entwicklungen auf dem europäischen Rentenmarkt informieren wird?“

Der grauhaarige Vorstandsvorsitzende eines namhaften amerikanischen Industriekonzerns lächelte die junge blonde Frau freundlich an und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wir sind alle schon sehr gespannt auf Ihre Ausführungen.“

„Nun … ich …“ Samantha Thomas räusperte sich nervös und überlegte verzweifelt, was sie diesem international bekannten Geschäftsmann, der über das Thema ihres Referats sicher mehr zu sagen gewusst hätte als sie, antworten sollte.

Vor Aufregung war sie im Moment keines klaren Gedankens fähig und hatte sogar Mühe, Kaffeetasse und Teller einigermaßen ruhig in der Hand zu halten.

Was, um alles in der Welt, mache ich hier in New York? fragte sie sich verzagt. Wie hatte sie sich nur dazu überreden lassen können, bei diesem hochkarätig besetzten Seminar für internationale Finanzexperten und Wirtschaftsfachleute einen Vortrag zu halten?

Ihr grauhaariger Gesprächspartner schien zu ahnen, was in ihr vorging, denn er klopfte ihr beruhigend auf die Schulter. „Wenn Sie erst einmal so lange wie ich im Geschäft sind, werden Sie erkennen, dass man im Leben nie auslernt. Lassen Sie sich also von uns alten Hasen nicht einschüchtern. Ich bin sicher, Sie werden Ihre Sache gut machen“, fügte er mit einem ermutigenden Lächeln hinzu, ehe er sich einer Gruppe von Wirtschaftsanwälten zuwandte.

Samantha ließ sich von einem vorbeigehenden Kellner Kaffee nachschenken und versuchte, ihre flatternden Nerven wieder unter Kontrolle zu bekommen. Die Organisatoren des Seminars würden sie ja wohl kaum um einen Vortrag gebeten haben, wenn sie kein Vertrauen in ihre berufliche Qualifikation gehabt hätten. Und abgesehen davon hatte sie es beim Pensionsfonds der Minerva Utilities Management London immerhin schon zur Teamleiterin gebracht.

Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch, als plötzlich jemand ihren Namen rief. Es war Candy, eine Assistentin des Organisators dieses Seminars.

„Tut mir leid, dass ich Sie vorhin beim Mittagessen allein gelassen habe“, entschuldigte sich das junge Mädchen, nachdem es sich durch die Menge zu Samantha durchgekämpft hatte. „Aber wir hatten ein ernsthaftes Problem. Der Mann, der Sie den Teilnehmern vorstellen und ein paar einleitende Worte zu ihrem Vortrag hätte sagen sollen, ist über Nacht krank geworden. Mein Chef hat den ganzen Vormittag nach einem Ersatz herumtelefoniert. Dass er letztendlich Erfolg hatte, verdanken wir Ihnen.“ Candy lachte. „Offenbar haben Sie an höchster Stelle Freunde.“

In ihrer augenblicklichen Verfassung vermochte Samantha Candys übersprudelndem Redefluss nur schwer zu folgen. „Welche Freunde?“, fragte sie stirnrunzelnd. „Ich kenne so gut wie niemanden hier in New York.“

„So?“ Candy grinste. „Auch nicht den überaus attraktiven Mr. Matthew Warner?“

„Mr. Matthew Warner?“, wiederholte Samantha verwirrt und blickte das dunkelhaarige Mädchen verständnislos an. „Nun ja … ich kannte einmal jemanden, der so hieß, aber … das war in England. Und es ist eine Ewigkeit her. Hier muss ein Irrtum vorliegen.“

„Wohl kaum.“ Wieder lächelte Candy vielsagend. „Der liebe Mr. Warner scheint sich nämlich recht gut an Sie zu erinnern. Zuerst hat er strikt abgelehnt, uns zu helfen. Dann hat ihm mein Boss Ihren Lebenslauf gefaxt, und siehe da, wenig später rief seine Sekretärin an und teilte uns mit, Mr. Warner würde sich freuen, heute Nachmittag hier den Vorsitz zu führen – und die Bekanntschaft mit einer alten Freundin zu erneuern.“

Während Samantha in Gedanken das Rätsel zu entwirren versuchte, versetzte Candy ihr plötzlich einen leichten Stoß mit dem Ellbogen.

„Da ist er schon“, raunte das junge Mädchen ihr zu. „Er steht drüben an der Tür. Falls Sie diesen tollen Typ tatsächlich vergessen haben, sollten Sie sich auf Ihren Geisteszustand untersuchen lassen.“ Candy lachte leise. „Er sieht nicht nur fantastisch aus und ist sagenhaft reich, sondern er ist, wenn ich recht unterrichtet bin, derzeit auch ohne feste Freundin. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk kann eine Frau sich doch gar nicht wünschen!“

„Wir haben aber erst April“, hörte Samantha sich erwidern. Was rede ich nur für einen Schwachsinn, dachte sie verärgert und sah zur Tür.

„Wen kümmert’s?“ Candy kicherte. „Ich würde ihn mit oder ohne Schleife zu jeder Jahreszeit nehmen.“

Samantha hörte ihr nicht mehr zu, da ihre Aufmerksamkeit mittlerweile ausschließlich dem großen dunkelhaarigen Mann galt, der lässig im Türrahmen stand und den Blick langsam über die in kleinen Gruppen beieinander stehenden Menschen schweifen ließ. Als sich ihre Blicke trafen, verharrte er sekundenlang reglos, nickte dann fast unmerklich und begann sich einen Weg durch die Menge zu bahnen.

Zuerst hielt Samantha alles für ein großes Missverständnis. Dies konnte unmöglich der Mann sein, an den sie vor vielen Jahren ihr Herz verloren hatte.

Zum einen gab es den Namen „Warner“ nicht gerade selten, und außerdem war jener Matthew Warner, den sie gekannt hatte, ein junger Dozent an der Universität Oxford gewesen und gewöhnlich, wie die meisten seiner Akademikerkollegen, in ausgebeulten Jeans und einem abgewetzten Jackett herumgelaufen. Zwischen ihm und diesem geradezu vornehm aussehenden Mann im teuren Maßanzug lagen Welten.

Andererseits kam ihr jedoch einiges an diesem eleganten Fremden beunruhigend vertraut vor.

Als er schließlich vor ihr stand, hatte sie das Gefühl, als weiche jeder Blutstropfen aus ihrem Gesicht. Mochte ihre Denkfähigkeit vorübergehend auch eingeschränkt sein, so galt das nicht für ihre sinnliche Wahrnehmung. Ihr Puls beschleunigte sich, und sie spürte plötzlich ein flaues Gefühl in der Magengegend.

„Hallo, Sam. Lange nicht gesehen.“

Vor Schreck brachte Samantha keinen Ton heraus. Für einen Augenblick hatte sie sich von dem eleganten Äußeren täuschen lassen, doch als sie nun die dunkle, etwas raue Stimme hörte, bestand kein Zweifel mehr, dass es sich bei diesem Mann tatsächlich um Matt Warner handelte.

Er war der Letzte, den sie hier in New York zu sehen erwartet oder gar zu treffen gewünscht hatte. Wieso tauchte er ausgerechnet jetzt auf, da sie in wenigen Minuten ihren ersten Vortrag vor einem internationalen Publikum halten musste?

Während Candy die günstige Gelegenheit beim Schopf packte und sich vorstellte, stand Samantha noch immer wie vom Donner gerührt neben ihr. Falls sie je gehofft hatte, den Mann wieder zu sehen, der ihr vor Jahren so grausam das Herz gebrochen hatte, dann sicher nicht in einer solchen Situation.

Vielmehr hatte sie sich in ihren Rachefantasien genüsslich allerlei Horroszenarien ausgemalt, wie beispielsweise Matt als heruntergekommenen Bettler vor der Königlichen Oper in Covent Garden wieder zu treffen, der sich demütig für die Münze bedankte, die sie ihm huldvoll zuwarf, ehe sie – im modischen Schick der späten neunziger Jahre gekleidet – am Arm ihres gut aussehenden und eleganten Begleiters die Treppe zum Opernhaus hinaufging.

Im Moment schien eher alles umgekehrt zu verlaufen, denn falls hier jemand ärmlich wirkte, dann höchstens sie in ihrem konventionellen faden Nadelstreifenkostüm und nicht der in feinstes englisches Tuch gekleidete Matt Warner.

„Wie lange bleibst du in der Stadt?“

Blitzartig wurde Samantha bewusst, dass sie bis jetzt von der Unterhaltung so gut wie nichts mitbekommen hatte. „Ich … nun … ich bin nur einige Tage hier.“

Matt schien sich über ihre so offensichtliche Verwirrung zu amüsieren. Er fragte, in welchem Hotel sie wohne, und nickte beifällig, als sie das „Mark“ in der siebenundsiebzigsten Straße nannte. „Dort bist du gut aufgehoben. Und wie gefällt es dir sonst so in New York?“

„Es ist eine … sehr aufregende und lebendige Stadt.“ Inzwischen hatte Samantha sich wieder etwas gefangen. „Tut mir leid, Matt, wenn ich etwas zerstreut wirke. Natürlich finde ich es großartig, dich nach so langer Zeit wieder zu sehen, aber ich muss in wenigen Minuten vor diesen Leuten hier einen Vortrag halten und kann mich jetzt nur schwer auf dich konzentrieren. Um ehrlich zu sein, ich war noch nie in meinem Leben so nervös“, gestand sie, und obwohl ihre Stimme ruhig klang, klapperten Kaffeetasse und Teller in ihren zitternden Händen wie spanische Kastagnetten.

Matthew Warner erfasste die Situation mit einem Blick. Er verabschiedete sich von Candy mit einem charmanten Lächeln und steuerte dann mit Samantha die kleine Bar in einer Ecke des Saals an und bestellte ihr ein Glas Brandy.

„Willst du mich etwa betrunken aufs Podium schicken?“, fragte sie entrüstet.

„Sei still, und trink das hier!“, befahl er.

Sie tat, wie ihr geheißen, protestierte dann aber: „Für dich ist das alles einfach. Du wirst ja nicht da oben stehen und dich vor aller Welt blamieren. Es wird eine einzige Katastrophe werden, das weiß ich schon jetzt.“

„Unsinn!“, widersprach er energisch. „Du warst nicht nur eine meiner besten und intelligentesten Studentinnen, sondern hast bereits eine beachtliche Karriere hinter dir, wenn man deinem Lebenslauf Glauben schenken darf.“

„Das hilft mir jetzt wenig.“ Samantha zuckte die Schultern, schämte sich dann aber plötzlich ihrer so offen gezeigten Schwäche. Noch schlimmer traf es sie, dass Matts Nähe sie nicht unberührt ließ. Oder war...



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