Lutzer | Wenn dir Unrecht geschieht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Lutzer Wenn dir Unrecht geschieht

Verletzung – Verbitterung – Vergebung
2. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98963-548-7
Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Verletzung – Verbitterung – Vergebung

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

ISBN: 978-3-98963-548-7
Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Man hat Ihnen Unrecht getan. Wurden Lügen über Sie verbreitet? Sind Sie zurückgewiesen worden? Hat jemand sein Wort nicht gehalten oder Ihr Vertrauen ausgenutzt? Vielleicht sind Sie ein Opfer von Missbrauch. Es ist ganz natürlich, dass Sie von Zorn erfüllt sind. Diese Verletzungen schreien förmlich nach Gerechtigkeit! Was aber, wenn Gerechtigkeit in diesem Leben nicht möglich ist? Was, wenn der Schaden nicht rückgängig gemacht werden kann? Sie müssen eine Entscheidung treffen. Sie können an Ihrem Zorn festhalten, bis daraus ein Gefängnis der Verbitterung geworden ist, das Sie hindert, ein wirklich zufriedenes Leben zu führen. Sie können sich aber auch entscheiden, den Menschen zu vergeben, die Ihnen Unrecht getan haben. Erwin Lutzer beschreibt Situationen, in denen es um den Umgang mit schwierigen Personen, Konflikte in der Familie oder unter Christen geht. Wir lernen von ihm als Seelsorger, wie man von Verbitterung zu Vergebung und geistlichem Wachstum gelangt.

Dr. Erwin W. Lutzer ist seit über 20 Jahren Hauptpastor der Moody Church in Chicago. Zu den Veröffentlichungen des promovierten Theologen zählen zahlreiche preisgekrönte Bücher. Außerdem ist Dr. Lutzer Gastsprecher in einer täglichen Radiosendung. Er und seine Frau Rebecca leben in Chicago und sind Eltern von drei Kindern.
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Einleitung


Diese unmöglichen Menschen


Viele Christen sitzen in der Falle. Von Freunden, von Verwandten und sogar Gliedern der christlichen Gemeinde verletzt, sitzen sie hinter Mauern aus Feindschaft und tiefem Groll. Der Teufel, der in seinem Kampf gegen Gottes Volk immer wieder nach Vorteilen sucht, hat viele von ihnen gelähmt, weil sie auf den nur schwer greifbaren Tag warten, an dem alles Unrecht richtiggestellt wird und sie rehabilitiert werden. Bis dahin sind sie an Versöhnung und Vergebung nicht interessiert.

Viele haben sich selbst aus der Rennbahn des Glaubens genommen, treten auf der Stelle und warten auf den Tag ihres Freispruchs. In der Tat scheint die Versöhnung mit denen, die uns verletzt haben – oder mit denjenigen, die wir verletzt haben –, manchmal unmöglich zu sein.

Und so sitzt man es also aus. Oder man beobachtet andere dabei, wie sie es aussitzen. Wir sind alle schon solchen Leuten begegnet, die ständig und intensiv den Gedanken an erlittenes Unrecht pflegen. Sie sind so verbittert, dass sie sich nicht nur weigern zu vergeben, sondern ihre Erwartungen an andere sind so unrealistisch, dass sie dazu verurteilt sind, ohne die Wohltat einer wiederhergestellten Beziehung leben zu müssen.

Selbst angesichts überwältigender Beweise weigern sich manche zuzugeben, dass sie Unrecht getan haben, und erwarten als Preis für die Versöhnung, dass die andere Partei etwas zugeben soll, woran sie keine Schuld trägt. Andere suchen Versöhnung nur als Vorwand, um weiter die Menschen zu kontrollieren, mit denen sie sich entzweit haben. Ehemalige Freunde, Bekannte und Familienmitglieder müssen sich ihren Vorstellungen unterordnen, was andere ihnen schuldig sein sollen und wie das ihnen angeblich zugefügte Unrecht wiedergutgemacht werden kann. Diese Menschen machen alles kaputt; wir werden ihnen in einem späteren Kapitel dieses Buches begegnen.

Jesus wusste, dass wir als Menschen einander verletzen, ob nun absichtlich oder unabsichtlich. Er wusste, dass es solche gibt, die andere in die Irre führen, entweder durch Irrlehren oder durch falsche Ansichten über das Leben an sich. Jesus ging davon aus, dass es unausweichlich Leute gibt, die andere kränken. In Matthäus 18,7 warnte er:

Anstoß nehmen


Das Wort »Ärgernis« oder »Anstoß« ist eine Übersetzung des griechischen Wortes , von dem wir unser deutsches Wort »Skandal« ableiten. Ursprünglich wurde das Wort benutzt, um die Falle zu bezeichnen, in der man ein wildes Tier fängt. Man kann es also mit »Falle« oder »Ärgernis« übersetzen; es bezeichnet etwas, was unseren Wandel mit Gott hindert.

Genau dieses Wort wird in Matthäus 16,23 benutzt, wo Petrus aus Liebe zu seinem Meister versuchte, ihn vom Kreuz abzuhalten. Jesus tadelte Petrus, indem er sagte: [skandalon],

Jesus ging Petrus nicht in die Falle, aber manchmal gehen wir dem Teufel in die Falle. Diese Falle besteht aus Bitterkeit oder einer falschen Selbstwahrnehmung, die wir mit überzeugenden Argumenten und wiederholten Beteuerungen unserer Unschuld rechtfertigen. Doch wenn wir uns weigern, solche Kränkungen abzuschütteln, verletzen sie nicht nur unsere Gefühle, sondern sie können von uns einen enormen geistlichen Tribut fordern. Wenn wir diese Kränkungen nicht hinter uns lassen, können sie Auswirkungen haben, die bis in die Ewigkeit reichen.

Betrachten Sie nun die andere Seite der Medaille: Zu jedem Menschen, dem Unrecht geschehen ist, gehört jemand, der das Unrecht getan hat. Es bedeutet, dass vielleicht etwa die Hälfte von denen, die diese Einführung lesen, sich selbst als Opfer von Ungerechtigkeit ansehen, aber ebenso selbst auch auf verschiedene Weise anderen Unrecht getan haben und grausam zu ihnen gewesen sind! Wie wir entdecken werden, sind wir normalerweise blind für unsere eigenen Fehler, stattdessen reiten wir auf dem Versagen anderer herum und spielen unser eigenes herab.

Deshalb ist dieses Buch für beide Gruppen geschrieben – für solche, die der Meinung sind, dass ihnen Unrecht geschehen ist, und für solche, die Unrecht getan haben, aber behaupten, unschuldig zu sein. Gott hat sowohl ein Wort für die Verletzten als auch für die »Verletzer«, also für diejenigen, die anderen Schmerzen zufügen, aber zutiefst davon überzeugt sind, dass sie im Recht sind.

Hören, was Gott sagt


Wenn Sie dieses Buch lesen, dann hören Sie diese Worte nicht nur für andere, sondern hören Sie auch darauf, was Gott Ihnen zu sagen hat. Wenn wir unsere eigenen Fehler nicht einsehen, werden wir nie in der Lage sein, fair und biblisch mit den Fehlern anderer Menschen umzugehen. Nur wenn wir bereit sind, ehrlich mit unseren eigenen Sünden umzugehen, werden wir davor bewahrt, die Sünden anderer verzerrt zu sehen und übertrieben auf sie zu reagieren. Wir dürfen dankbar sein, dass der Heilige Geist uns unser eigenes hilfsbedürftiges Herz zeigt.

Ehen werden zerstört, Gemeinden gespalten und Gläubige auf ihrem Weg ausgebremst, weil sie auf Kränkungen nicht angemessen reagiert haben. Sie sind bitter geworden und gehen schnell auf die Barrikaden, sie sind kritisch und hartherzig anderen gegenüber. Satan kann die Kränkung benutzen, um sie in Gefangenschaft zu halten. Zwischen ihnen und Gott ist eine Mauer, von der sie noch nicht einmal wünschen, dass sie eingerissen wird.

Wir erinnern uns leichter und länger an Kränkungen als an die guten Taten, die andere für uns getan haben. Fragen Sie jemanden nach seiner Schulzeit, und er wird wahrscheinlich von einer Kränkung berichten: »Ich erinnere mich daran, wie ich in der siebten Klasse gedemütigt worden bin.« Wir vergessen die guten Zeiten und erinnern uns daran, dass uns Unrecht getan wurde.

Wie lange wird es dauern, bis Sie vergessen, dass Ihnen ein Freund das Geld nie zurückgezahlt hat, das Sie ihm geliehen haben? Insbesondere, wenn Sie erfahren, dass er das Geld hat, sich ein neues Auto zu leisten! Werden Sie es in fünf Jahren vergessen oder erst in zehn? Tatsache ist, dass wir solche Kränkungen mit ins Grab nehmen. Oder es gab vielleicht einen Freund, der Ihr Vertrauen missbraucht hat, und Sie fühlen sich nun von ihm verraten. Ich kenne jemanden, dem ich eine Information gab und den ich bat, sie für sich zu behalten. Später erfuhr ich jedoch, dass er sie anderen weitergegeben hat. Ich fühlte mich verraten, und bis heute denke ich an diesen Vorfall, wenn ich ihm begegne. Schon vor Jahren habe ich beschlossen, diese Kränkung hinter mir zu lassen, aber die Wahrheit ist, dass ich diesem Menschen keine vertraulichen Angelegenheiten mehr mitteilen würde. Wie lange braucht eine junge Frau, um den Freund zu vergessen, der ihr unsterbliche Liebe geschworen, sie aber wie Dreck weggeworfen hat, nachdem er sie zur Befriedigung seiner sexuellen Lust benutzt hatte? Die Lügen, der Verrat, das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein, klebt wie Pech an ihrem Herzen fest. Diese Frau wird die Erinnerung daran mit ins Grab nehmen, und wahrscheinlich werden die Folgen dieser Erinnerung ihr gesamtes Leben schädigen.

»Ein hartes, bitteres Wort im Sommer reicht für einen ganzen Winter«, hat einmal jemand gesagt. Ja, es kann sogar für viele Winter reichen. Kürzlich habe ich mit einem Pastor gesprochen, der von seinen Gemeindeältesten verraten wurde. Sie hatten sich in die Machenschaften eines Machtmenschen hineinziehen lassen und weigerten sich, denjenigen zur Rechenschaft zu ziehen, der haarsträubende Anklagen gegen den Mann Gottes vorgebracht hatte. Die Wunde bei diesem Diener Gottes ist noch offen, noch zu frisch, um verbunden zu werden. Er weiß nicht, wem er noch trauen soll. Wie ein amerikanisches Sprichwort sagt: »Wenn du deine Zunge an heißer Milch verbrannt hast, wirst du auch beim Joghurt noch pusten!«

Ja, es braucht Zeit, bis solche Wunden heilen. Aber wie viel Zeit? Einige halten ihre Wunde so frisch wie an dem Tag, als das Messer in ihr Herz gestoßen wurde. Bei ihnen heilt die Zeit keine Wunden, weil sie ihre Verletzung sorgfältig pflegen und eine Art unfreiwilliges Gedächtnisprotokoll diese Wunden offen hält.

Kränkungen und der Schaden, den sie anrichten, können in der Hand Satans mächtige Werkzeuge sein. Solche Kränkungen können Ihnen die Kraft rauben, Sie ständig in Kämpfe verwickeln und für Gott unbrauchbar machen. Zu erkennen, wie Satan Kränkungen benutzt, um Mauern zwischen Ihnen und Gott oder zwischen Ihnen und anderen Menschen aufzubauen, ist der erste Schritt dahin, geistlich weiterzukommen und sich von der Vergangenheit zu lösen. Keine zwei Stolpersteine sind gleich. Ein Freund erzählte mir die tragische Geschichte eines jungen...



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