E-Book, Deutsch, Band 0444, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Lucas / Crews / Fielding Julia Extra Band 444
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-1076-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0444, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-1076-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DAS FEUER DEINER LEIDENSCHAFT von LUCAS, JENNIE
Nur eine Nacht der Leidenschaft, einmal allen Kummer vergessen - mehr möchte Scarlett nicht. Mutig lässt sie sich auf den heißen Flirt mit Vincenzo Borgia ein. Sie ahnt nicht, dass diese Nacht mit dem gefährlich attraktiven Playboy ihr ganzes Leben verändern wird ...
SINNLICHE NÄCHTE IM WÜSTENPALAST von FIELDING, LIZ
Ein kostbares Collier besiegelt den Vertrag: Sechs Monate soll Ruby die Frau von Scheich Ibrahim spielen. Damit er nicht die von seinem Vater arrangierte Ehe mit einer Anderen eingehen muss! 'Kein Sex, keine Küsse', verspricht er. Eine Vereinbarung, die Rubys Sehnsucht enttäuscht ...
KOSTBAR WIE EIN DIAMANT? von BLAKE, MAYA
Selfmade-Millionär Draco Angelis braucht Arabella nur für einen wichtigen Businessdeal. Den opulenten Diamantring schenkt er ihr, damit niemand erfährt, dass ihre Verbindung reine Berechnung ist. Bis ihm sein Herz einen Strich durch die allzu kühle Rechnung macht ...
MAGGY - KÖNIGIN WIDER WILLEN von CREWS, CAITLIN
König Reza von Constantinien ist sich sicher: Amerikanerin Maggy ist die verschollene Prinzessin, die ihm schon seit seiner Geburt versprochen ist! Maggy soll ihm in sein Reich folgen und seine Frau werden - aber sie will nur einen Mann, der sie wirklich liebt ...
Jennie Lucas wuchs umringt von Büchern auf! Ihre Eltern betrieben einen kleinen Buchladen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Jennie bald deren Leidenschaft zum Lesen teilte. Am liebsten studierte sie Reiseführer und träumte davon, ferne Länder zu erkunden: Mit 17 buchte sie ihre erste Europarundreise, beendete die Schule, begann zu studieren und reiste weiter ... Erst mit 22, als sie ihrem zukünftigen Ehemann begegnete, verspürte sie das erste Mal den Wunsch, seßhaft zu werden. Heute schreibt sie von all den Ländern, die sie bereist hat (oder noch gerne mit ihrem Mann und den beiden Kindern bereisen würde) und lässt ihre Leserinnen so an ihren Träumen teilhaben. Danke, Jennie!
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1. KAPITEL
„Sie haben zwei Möglichkeiten, Scarlett.“ Der gierige Blick ihres Chefs wanderte von ihrem Babybauch zu den vollen Brüsten, die sich unter dem Stoff ihres schwarzen Umstandskleides abzeichneten. „Entweder Sie unterschreiben diese Papiere, werden auf der Stelle meine Frau und geben Ihren Bastard nach der Geburt zur Adoption frei, oder …“
„Oder was?“ Scarlett Ravenwood versuchte, sich von den Papieren abzuwenden, die der muskulöse Mann ihr zuschob. Auf dem Rücksitz seiner Limousine hatte sie kaum Chancen, dem Verhängnis zu entkommen.
„Oder ich lasse Sie durch Doktor Marston für unzurechnungsfähig erklären. Er wird Sie kurzerhand in ein Sanatorium einweisen.“ Die Lippen ihres Chefs verzogen sich zu einem eisigen Lächeln. „Nur zu Ihrer Sicherheit natürlich. Jeder zurechnungsfähige Mensch würde sich meinem Willen fügen. Doch wer würde wohl ein Baby in der Obhut einer Mutter lassen, die Patientin in einer geschlossenen Anstalt ist?“
Scarlett starrte ihn an, als die Limousine die 5th Avenue hinabglitt. Blaise Falkner war gutaussehend, reich und mächtig. Und ein Monster.
„Das können Sie nicht ernst meinen!“ Sie zwang sich, ruhig zu bleiben. „Ich bitte Sie, Blaise. Wir leben im 21. Jahrhundert!“
„Dem Jahrhundert, in dem ein reicher Mann alles tun kann, was ihm beliebt. In dem sich früher oder später jeder seinem Willen fügt.“ Er streckte seine rechte Hand aus und drehte eine Strähne von Scarletts langem roten Haar um seinen Zeigefinger. „Wer sollte sich mir in den Weg stellen? Sie?“
Ihr Mund wurde ganz trocken. Die letzten zwei Jahre hatte sie in Blaise Falkners Villa in der Upper Eastside gelebt, um Tag und Nacht als Pflegekraft für seine todkranke Mutter da zu sein. Während dieser Zeit hatte Blaise ihr immer drängendere Avancen gemacht. Allein die herrische Hauseigentümerin, die der Gedanke, dass ihr einziger Erbe sich mit dem Hauspersonal abgab, zutiefst entsetzte, hatte ihn in Schach gehalten.
Aber jetzt war Mrs. Falkner tot, und Blaise konnte – wie er soeben unmissverständlich klargemacht hatte – tun, was ihm gefiel. Vor allem mit Scarlett, einer mittellosen jungen Frau ohne Familie und ohne Freunde. Sie war nach New York gekommen, um ein neues Leben zu beginnen. Doch sobald sie den Vertrag mit den Falkners unterschrieben hatte, war sie in der Villa isoliert worden, um den Befehlen der mürrischen, bettlägerigen Frau und ihres kaltherzigen Sohnes zu gehorchen und für sie all die Aufgaben zu erledigen, die niemand sonst machen wollte. Jetzt, da die Falle vollständig über ihr zuzuschnappen drohte, hatte sie niemanden, an den sie sich wenden konnte.
Außer. Scarlett schluckte. Ihn.
Es war so gut wie unmöglich.
Doch wenn Blaise seine Drohung wahr machte? Wenn er und sein befreundeter Psychiater einen Weg fanden, ihren schrecklichen Plan umzusetzen?
Heute Morgen hatte Scarlett ihrem Chef erklärt, dass sie direkt nach dem Begräbnis seiner Mutter die Stadt verlassen würde. Denn mit Mrs. Falkners Tod war ihr Arbeitsvertrag ungültig. Zu ihrer Überraschung hatte Blaise angeboten, Scarlett nach der Trauerfeier zum Busbahnhof zu fahren. Und froh, mit ihrem Koffer nicht den weiten Weg bis zur nächsten Metrostation laufen zu müssen, hatte sie seinen Vorschlag angenommen.
Sie hätte wissen sollen, dass Blaise ihr nur mit schäbigen Hintergedanken half. Aber sie hätte nie geglaubt, dass er so weit gehen würde, sie zu einer Heirat zu nötigen. Sie zu zwingen, ihr Baby wegzugeben.
Ehrlich gesagt hatte Scarlett stets geglaubt, dass Blaise nicht mehr als ein egoistischer, verzogener Playboy war, der sie vorübergehend als Spielzeug wollte. Doch sie hatte sich getäuscht. Er war vollkommen verrückt.
„Also?“, hörte sie ihn fragen. „Wie lautet Ihre Antwort?“
„Warum sollten Sie gerade mich heiraten wollen?“, flüsterte Scarlett schwach. Dann nahm sie einen zittrigen Atemzug und widmete sich dem verzweifelten Versuch, an die Eitelkeit des Mannes zu appellieren, der sie noch immer gierig musterte. „Sie sind gutaussehend, mächtig, reich. Jede andere Frau würde Sie von Herzen gerne heiraten.“ Jede Frau, die nicht wusste, wie Blaise wirklich war, fügte sie in Gedanken hinzu.
„Aber ich will Sie!“ Er packte Scarletts Handgelenk so fest, dass sie aufstöhnte. „All die Jahre konnte ich Sie nicht haben. Ich muss mit ansehen, wie Sie das Kind eines anderen Mannes erwarten! Eines Mannes, dessen Name Sie verschweigen! Aber ich habe mich lange genug zurückgehalten.“ Er knirschte mit den Zähnen. „Sobald wir verheiratet sind, werde ich der einzige Mann sein, der Sie berühren darf. Und wenn Ihr Balg geboren und zur Adoption freigegeben ist, werden Sie allein mir gehören! Für immer.“
Scarlett versuchte, ihre Panik zu verbergen. Als die Limousine das Ende der Fifth Avenue erreichte, sah sie die berühmte Kathedrale. Und sie wusste, was sie zu tun hatte. Es war ihre einzige Möglichkeit, Blaise zu entfliehen.
Sie hatte bereits eine Busfahrkarte Richtung Süden gekauft und wollte ihre wenigen Ersparnisse darauf verwenden, an einem sonnigen Ort ein Zuhause für sich und ihr Baby zu schaffen. Doch wie ihr eigener Vater ihr so oft gesagt hatte, bevor er starb – das Leben hat meist andere Pläne als du selbst.
Scarlett war an einem Punkt angekommen, an dem ihr nur die Wahl zwischen Pest und Feuertod blieb. Denn während Blaise Falkner definitiv die Pest für alle war, hatte Vincenzo Borgia – zumindest für Scarlett – nicht wenige Gemeinsamkeiten mit dem Feuertod.
Vin. Sie sah die dunklen Augen des Vaters ihres Babys vor sich. So leidenschaftlich im einen Moment, so unerbittlich im nächsten. Scarlett würde niemals den entschlossenen Ausdruck in seinem Gesicht vergessen. Oder die Stärke und Willenskraft, die von diesem Mann ausgingen.
Ein Schauer durchfuhr sie. Was wäre wenn …
Sie schüttelte den Kopf und nahm einen weiteren zittrigen Atemzug. Als die Limousine an einer roten Ampel langsamer wurde, wusste sie, dass der Moment gekommen war. Sie zwang sich zu einem Lächeln, bevor sie zu Blaise aufblickte.
„Wissen Sie …“, Scarlett lehnte sich ein wenig in seine Richtung und ballte ihre rechte Hand hinter dem Rücken zur Faust, „… was ich schon lange tun wollte?“
„Was?“ Blaise leckte über seine Lippen, als sein Blick erneut zu Scarletts Brüsten wanderte.
„Das!“ Sie holte aus, und ihre Faust traf Blaises Kiefer mit aller Kraft. Seine Zähne schlugen zusammen, und sein Kopf fiel mit einer derartigen Wucht nach hinten, dass sich seine Finger von Scarletts Handgelenk lösten.
Ohne darauf zu warten, dass die Limousine ganz anhielt, riss Scarlett die Tür auf und stolperte auf die Straße. Sie löste die unbequemen High Heels von ihren Füßen, drückte schützend beide Hände vor ihren Bauch und lief barfuß und so schnell sie konnte in Richtung der weißen Kathedrale.
Der erste Oktober war der perfekte Tag für eine Hochzeit. Jeder Baum in der Stadt hatte seine Blätter in Gelb, Orange und Rot gefärbt. Die St. Swithuns Kathedrale war die berühmteste Kirche in New York, der Ort, wo nur Reiche und Mächtige ihre Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse zelebrierten. Das zweihundert Jahre alte, hochragende Gebäude aus hellem Marmor war fast so groß wie ein Wolkenkratzer. Seine Turmspitzen schienen beinahe den strahlend blauen Himmel zu berühren.
Das schnelle Laufen ließ Scarlett nach Atem ringen. Ängstlich blickte sie auf die schmale goldene Armbanduhr, die sie von ihrer Mutter geerbt hatte. Es war kurz nach zwei. Scarlett betete, dass die Zeremonie noch nicht vorbei war.
Als sie um die Ecke zum Eingang bog, sah sie den weißen, mit Bändern und Blumen geschmückten Rolls-Royce Corniche. Daneben den uniformierten Fahrer. Leibwächter mit dunklen Sonnenbrillen, mürrischen Gesichtern und Headsets hielten Wache auf dem Gehsteig und auf den Stufen zur Kathedrale, um die illustre Hochzeitsgesellschaft vor den Blicken der Öffentlichkeit zu schützen.
Die Hochzeit, deren Datum Scarlett versucht hatte zu vergessen, seit sie vor vier Monaten das Aufgebot in der New York Times gesehen hatte, galt in VIP-Kreisen als die Hochzeit des Jahres. Scarlett gehörte nicht hierher. Und dennoch musste sie irgendwie in die Kathedrale gelangen, weil nur Vin Borgia ihr helfen konnte.
Ein Leibwächter blockierte ihren Weg. „Miss, Sie können da nicht rein …“
Scarlett drückte ihre Hände fester an ihren Bauch und versuchte, sich an dem dunkel gekleideten Mann vorbeizudrücken. „Sie verstehen nicht! Ich muss mich verstecken. Jeden Moment wird hier ein Mann auftauchen, der mich bedroht!“
Der Bodyguard musterte sie erschrocken. „Was?“
Scarlett nutzte seine momentane Verblüffung, um in Richtung der Eingangsstufen zu eilen. „Rufen Sie bitte die Polizei!“
„Hey! Sie können trotzdem nicht einfach …“
Zitternd schleppte sich Scarlett die Stufen zur Kathedrale hinauf.
„Bleiben Sie stehen!“ Ein zweiter Leibwächter warf ihr einen drohenden Blick zu. Doch als mit quietschenden Reifen Blaises Limousine vor der Kathedrale hielt, und nicht nur Blaise, sondern auch sein Fahrer und sein Bodyguard im nächsten Moment im Begriff waren, sich an den Leibwächtern vorbei ihren Weg zur Kirche zu bahnen, wurde dem Sicherheitspersonal klar, wie ernst die Lage war.
Scarlett zögerte keinen Moment länger. Sie öffnete die Türen der Kathedrale und huschte hinein.
Ihre Augen brauchten einen Moment, um sich an das Halbdunkel...




