E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Lowe So feurig küsst nur Dr. Rodriguez
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1727-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-1727-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hat er sie wirklich geküsst? Marco Rodriguez ist entsetzt! Zwar ist Lily sein Typ: zierlich, heißblütig und selbstbewusst. Aber der Arzt sucht keine Affäre - schließlich hat er einen kleinen Sohn. Und Lily scheint keine Frau zu sein, die gerne eine Mutter wäre ...
Fiona Lowe liebt es zu lesen. Als sie ein Kind war, war es noch nicht üblich, Wissen über das Fernsehen vermittelt zu bekommen und so verschlang sie all die Bücher, die ihr in die Hände kamen. Doch schnell holte sie die Realität ein und sie war gezwungen, sich von den Büchern abzuwenden und ins Berufsleben einzukehren. Fiona wurde Krankenschwester und ihre Lieblingsbereiche im Krankenhaus waren die Geburtshilfe und die Notaufnahme. Aber sie genoss es stets ihr eigener Boss zu sein und wechselte bald in die Gesundheitsfürsorge und -beratung. Menschen die Kontrolle über ihre eigene Gesundheit übernehmen und medizinische Versorgung vermeiden, waren für sie Erfolge bei dieser Tätigkeit. 10 Jahre später, sie hatte mittlerweile eine Elternzeit mit ihrem ersten Baby genommen, hörte sie ein Interview mit einem Angestellten von Mills & Boon, der berichtete, dass der Verlag gerade sehr aktiv nach neuen Autoren suchte. Wie schwer mochte es sein, zu schreiben? Fiona war überrascht, als es nahezu eine Dekade dauerte, bis eines ihrer Bücher veröffentlicht wurde. Fiona Lowe lebt im südlichen Victoria, Australien mit ihren Ehemann und den zwei Söhnen. In der Dekade, in der sie auf eine Veröffentlichung wartete, lebte sie in zwei Ländern und drei verschiedenen Städten. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schulbeirätin. Sie spielt gerne Tennis, liest leidenschaftlich viel, ist oft bei der Gartenarbeit zu finden, mag das Theater und plant immer ihren nächsten Abenteuer - Urlaub, der fast immer Inspiration zum Schreiben eines neuen Buches ist. Sie grillt gerne und lädt Freunde dazu ein. Ein Bad im Pool und jede Menge Unterhaltung sind dabei die wichtigsten Bestandteile. Fiona Lowe würde sich sehr freuen, wenn Sie sie auf ihrer Webseite www.fionalowe.com
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
„Lily, warte!“
Beim Klang der vertrauten Stimme hielt Dr. Lily Patterson die Hand zwischen die Fahrstuhltüren, die sich gerade schließen wollten. Einen Moment später trat Daniel Edgerton, einer der Röntgenassistenten im Perth City Hospital und außerdem ihr Freund, in die Kabine.
„Danke.“ Sein Lächeln fiel etwas müde aus. Offenbar war er ebenso geschafft wie sie.
Er drückte den Knopf für das Erdgeschoss. „Fertig für heute?“, fragte er.
Lily wich seinem Blick aus. Daniel würde von ihrer Antwort enttäuscht sein. „Nicht ganz. Ich muss noch einen weiteren Patienten auf die Operationsliste des Professors setzen und eine Infusion umstellen.“
Daniels Seufzer drückte seinen ganzen Frust aus. Er hatte seinen festen Dienstplan und wollte oft nicht begreifen, dass ihr Arbeitstag erst zu Ende war, wenn auch die Arbeit getan war. „Aber danach bin ich fertig und für den restlichen Abend nur noch für dich da“, fügte sie rasch hinzu.
Daniel wollte etwas erwidern, doch ein unheilvolles, mahlendes Geräusch ließ ihn verstummen. Plötzlich gab es einen heftigen Ruck, bei dem Lily gegen den Handlauf der Fahrstuhlkabine geworfen wurde. Sie konnte sich gerade noch daran festhalten.
„Bitte nicht schon wieder!“, stöhnte sie. „Erst letzte Woche hab ich zwanzig Minuten lang im Fahrstuhl festgesessen.“
„Was nicht unbedingt eine Katastrophe sein muss.“ Daniel legte seinen Arm um ihre Taille und zog sie an sich. Verlangend ließ er seine Lippen über ihren Hals wandern, während er am Träger ihres BHs nestelte. „In zwanzig Minuten können wir eine Menge anstellen.“
Lachend schob Lily ihn von sich. „Mag sein. Aber ich werde meine Bewerbung zur Facharztausbildung nicht aufs Spiel setzen, indem ich mich in flagranti in einem Fahrstuhl erwischen lasse.“
Daniel ließ die Arme sinken. Sein Ausdruck wurde hart. „Jess hatte damit kein Problem.“
Verwundert schaute Lily ihn an. Seit vier Jahren war Jess nicht nur ihre Mitbewohnerin, sondern auch ihre Freundin. „Jess würde sich niemals zu Sex in einem Fahrstuhl hinreißen lassen.“
Daniel tat ihre Bemerkung mit einem Schulterzucken ab. „Hat sie aber.“
Ärger stieg in Lily auf. „Wenn Jess Sex in einem Fahrstuhl gehabt hätte, dann hätte sie mir bestimmt davon erzählt.“
Daniels Lippen wurden schmal. „Sie muss dir nicht alles erzählen. Und ehrlich gesagt, Lily, wann hast du schon mal Zeit für andere?“
Der Gedanke, Jess könnte sich eher Daniel anvertraut haben als ihr, störte sie sehr. „Woher willst du so genau wissen, dass sie es getan hat?“
Er verschränkte lässig die Arme vor der Brust. „Weil ich dabei war.“
Lily starrte ihn reichlich verwirrt an. „Du warst mit dabei?“ Im ersten Moment dachte sie, dass er zufällig in die Szene geplatzt sein könnte, doch dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Schon allein seine trotzige Körperhaltung sagte ihr alles. Ein eisiges Gefühl erfasste sie. „Du hattest Sex mit Jess?“ Ihre Stimme gehorchte ihr kaum noch. „Hier … im Fahrstuhl?“
Mit herausfordernder Miene hielt er ihrem Blick stand. „Richtig.“
In einem Anflug von Übelkeit presste sich Lily die Hand auf den Mund. Sie trat so weit von Daniel zurück, wie es die Fahrstuhlkabine zuließ. „Wann?“
Daniel senkte den Blick. „Das spielt keine Rolle.“
„Oh doch, für mich spielt es eine Rolle!“
Daniel fuhr sich mit der Hand über das kurz geschnittene Haar. „Lily, es ist zwecklos …“
„Antworte!“ Eine hörbare Schärfe lag in ihrer Stimme.
„Mittwochnachmittag.“
Lily hatte das Gefühl, zusammen mit dem Fahrstuhl in die Tiefe zu stürzen. Am selben Abend – nachdem sie Daniel sein Lieblingsessen gekocht hatte – hatten auch sie Sex gehabt. Es hatte sie ein wenig verwundert, dass sie diesmal die Initiative ergreifen musste, denn meistens ging der Sex von Daniel aus. Nun war ihr klar, warum.
Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten brach ihre Welt zusammen. Lily war wie betäubt. Tränen verschleierten ihren Blick, und sie glaubte, keine Luft mehr zu bekommen. Warum musste das ausgerechnet jetzt passieren, wo ihre Zukunft ohnehin so ungewiss war? Ein heftiger Zorn erfasste sie. „Du Mistkerl!“
„Hey, ist das nicht ein bisschen heftig? Schon seit Monaten verschließt du dich vor mir. Du bist doch nie für mich da. Jess dagegen gibt mir eine Menge.“
Lilys Wut steigerte sich noch mehr. „Du bist nicht nur ein Mistkerl, sondern auch ein widerlicher Egoist! Du weißt doch, was ich durchgemacht habe mit meinem Va…“ Lily brach ab. Sie brachte es nicht fertig, das Wort auszusprechen. „Mit William. Aber das zählt ja nicht. Nichts zählt für dich, wenn es nicht einzig und allein um deine Person geht!“
Daniel verzog ärgerlich die Lippen. „Monatelang ist es immer nur um dich gegangen, Lily. Ich habe es satt.“
Tief im Herzen wusste sie schon lange, dass ihre Beziehung nicht so war, wie sie sein sollte. Doch einen so gemeinen Verrat hätte sie ihm trotzdem nicht zugetraut.
„Warum bist du dann nicht einfach gegangen? Warum musstest du mir die Freundin wegnehmen?“
Ein weicher Ausdruck trat in seinen Blick. „Ich glaube, ich liebe Jess.“
Daniels Geständnis kam Lily wie ein Schlag in die Magengrube vor. Zu ihr hatte er solche Worte nie gesagt. Der Hals wurde ihr so eng, dass sie kaum noch Luft bekam.
Heftig drückte Daniel auf alle Knöpfe. Er wollte offenbar ebenso schnell aus diesem Gefängnis heraus wie sie.
Endlich fand sie ihre Stimme wieder. „Du liebst Jess, und trotzdem hast du mit mir geschlafen? Mein Gott, wie geschmacklos! Und von ihr genauso. Ihr beide passt wirklich bestens zusammen!“
„Lily, es tut mir wirklich leid, dass es zwischen uns so endet, aber es ist nicht allein meine Schuld.“
Sie nickte nur. Nicht, weil sie ihm zustimmte, sondern weil sie das Gefühlschaos in ihrem Inneren nicht mit Worten auszudrücken vermochte.
Plötzlich war ein summendes Geräusch zu hören, dann setzte der Fahrstuhl sich wieder in Bewegung. Einen Moment später glitten die Türen auseinander.
„Gott sei Dank!“, stieß Daniel aus, bevor er die Kabine verließ und eilig davonging.
Die Türen schlossen sich wieder. Lily hockte sich auf den Boden und schlug die Hände vors Gesicht. Etwas so Niederträchtiges hätte sie weder von Daniel noch von Jess erwartet. Hatte sie irgendwelche warnenden Anzeichen übersehen?
Ihr Smartphone begann zu vibrieren. In der Annahme, es wäre jemand von der Station, holte sie es aus der Tasche ihres weißen Arztmantels. Doch es war kein Anruf, sondern eine E-Mail von einem unbekannten Absender.
Lily blinzelte die Tränen weg und las.
Ms Patterson,
wie Sie wissen, hat Ihr Vater, Dr. William Patterson, sich das Schienbein gebrochen. Er ist nicht der Typ Mann, der andere um Hilfe bittet, so bitte ich Sie als sein Arzt und Kollege im Medical Center von Bulla Creek um Ihren schnellstmöglichen Besuch.
Dr. Marco Rodriguez
Lily musste die Nachricht drei Mal lesen, bevor ihr der Sinn klar wurde. Ihr Vater hatte sich das Bein gebrochen? Sorge und ein schlechtes Gewissen überkamen sie. Nein, sie hatte nichts davon gewusst. Seit Monaten hatte sie nicht mehr mit William gesprochen, und seine E-Mails enthielten nur die Informationen, die sie verlangt hatte. William hatte weder seine gesundheitliche Verfassung erwähnt noch einen Arzt mit einem spanischen Namen und einem steifen Schreibstil, der verriet, dass Englisch nicht seine Muttersprache war. Wie kam ein Spanier ins australische Outback nach Bulla Creek?
… um Ihren schnellstmöglichen Besuch …
Lily schüttelte heftig den Kopf. Nach allem, was gerade geschehen war, wollte sie sich das nicht auch noch antun. Auf keinen Fall würde sie nach Bulla Creek zurückkehren.
Sie barg das Gesicht in den Armen und wünschte sich, die Zeit um ein Jahr zurückdrehen zu können – zurück zu jenen Tagen, als sie noch wusste, wohin sie gehörte. Stattdessen schien ihr weiterer Lebensweg völlig im Ungewissen zu liegen.
Alles in ihr sträubte sich dagegen, wieder nach Bulla Creek zu gehen. Doch da waren auch ihre Gefühle für William, die sie so entschieden verdrängt hatte und die jetzt wieder an die Oberfläche zu kommen drohten. Egal, was zwischen ihnen geschehen war, sie konnte sein gebrochenes Bein nicht einfach ignorieren. Nicht in seinem Alter. Das wusste sie als Ärztin nur zu gut.
Schließlich siegte ihr Gewissen. Sie würde sich ein paar Tage freinehmen, nach Bulla Creek fahren und sicherstellen, dass William die richtige medizinische Versorgung erhielt. Anschließend würde sie zurückkommen, sich eine neue Wohnung suchen und ihr Leben wieder aufnehmen.
Lily erhob sich und strich ihren weißen Kittel glatt. Ihre Welt war in Scherben gefallen, aber zumindest hatte sie einen Plan. Einen Plan, an den sie sich klammern würde wie an den berühmten rettenden Strohhalm.
Die rote Erde von Bulla Creek war von einem sanften Grün überzogen, was einem außergewöhnlich nassen Winter, gefolgt von einem sonnigen Frühling, zu verdanken war. Die Schafe wirkten gesund und wollig, Lämmer sprangen übermütig umher, und die Farmer hatten ein breites Lächeln auf den Gesichtern.
Freundlich erwiderte Dr. Marco Rodriguez den Gruß eines Farmers, als er die Hauptstraße zum Bulla Creek Medical Center hinunterging. Nicht zum ersten Mal fiel ihm auf, dass die Farmer im Westen Australiens viel mit den Farmern in seinem Heimatland Argentinien...




