Buch, Deutsch, 95 Seiten, PB, Format (B × H): 112 mm x 180 mm
Buch, Deutsch, 95 Seiten, PB, Format (B × H): 112 mm x 180 mm
ISBN: 978-3-89438-524-8
Verlag: PapyRossa Verlag
Dass die Oktoberrevolution mit ihren Folgen zu den Grundübeln des 20. Jahrhunderts gehöre, gilt häufig als selbstverständlich. Hand in Hand geht damit eine Verklärung der vorrevolutionären liberalen Gesellschaften. Zu wenig beachtet wird deren Ausschluss von Frauen aus dem politischen Leben, die Einschränkung der politischen Rechte breiter Bevölkerungsmassen – sowie Kolonialismus und Rassismus. Unbeachtet bleibt, dass die Überwindung dieser drei großen Diskriminierungen ohne den Oktober 1917 kaum denkbar wäre. Dies rückgängig zu machen und die Rassendiskriminierung noch zu verschärfen, war das Ziel des Nazismus. In seinem Kolonialreich hatten die ›Eingeborenen‹ Osteuropas einerseits die Rolle der ›Indianer‹ zu spielen, die es zu dezimieren galt, andererseits die der Schwarzen, die als Sklaven im Dienste der ›Herrenrasse‹ arbeiten mussten. Stellt die Kategorie ›Totalitarismus‹ die angehenden Sklavenhalter und ihre Opfer auf eine Stufe, schweigt sie sich aus über die Gräuel der kolonialen Tradition.




