Buch, Deutsch, 258 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 405 g
Reihe: Lettre
Ein Romanprojekt zwischen Mythos und Krise
Buch, Deutsch, 258 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 405 g
Reihe: Lettre
ISBN: 978-3-8376-6651-9
Verlag: transcript
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
'Die Verzauberung' wurde als Mahnruf gegen den Nationalsozialismus konzipiert und doch führen alle drei fragmentarischen Fassungen, die zwischen 1935 und 1951 entstanden, ein Schattendasein. Dabei ist der Text heute ebenso aktuell wie 1935, denn Broch beschreibt die Auswirkungen einer menschenverachtenden Massenbewegung in präziser Form und zeichnet so nicht nur das Entstehen des Nationalsozialismus nach, sondern diskutiert auch die Einflüsse gesellschaftlicher und philosophischer Entwicklungen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Untersuchung ermöglicht einen detaillierten Blick auf alle drei Fassungen des Romanprojekts. Bisher wurde meist im Kontext der Entstehungs- und Publikationsgeschichte auf die späteren Fassungen verwiesen. Meine Arbeit verbindet die verschiedenen Themengebiete mit einem konkreten Fassungsvergleich und zeichnet so strukturelle, konzeptionelle und inhaltliche Entwicklungen innerhalb der Fassungen nach. Hierdurch werden auch neue Blickwinkel auf die untersuchten Themengebiete eröffnet.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Hermann Broch ist immer noch unterrepräsentiert im Vergleich zu anderen Autor*innen seiner Generation. Dennoch finden sich wieder mehr Arbeiten, die sich mit Brochs Gesamtwerk oder einzelnen Themengebieten befassen und dabei 'Die Verzauberung' einbeziehen. Eine Analyse, die auf den bisherigen Arbeiten aufbaut und diese um einen genauen Fassungsvergleich erweitert, trägt zu einem tiefergehenden Verständnis des Textes, der Konzeption und der gesamten Textgenese bei.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am meisten würde mich natürlich interessieren, was Hermann Broch selbst zu meinen Schlussfolgerungen sagen würde. Da dies aber leider nicht möglich ist, würde ich meine Thesen am liebsten mit Paul Michel Lützeler diskutieren, ohne dessen Arbeit die Broch-Forschung deutlich ärmer wäre.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Brochs Romanprojekt offenbart mittels philosophischer, religiöser, gesellschaftlicher und psychologischer Diskurse die Machtgier und den Zerstörungswillen des Bösen.




