Lind | Hidden | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 344 Seiten

Reihe: Hidden

Lind Hidden

Verborgen im Schein der Lügen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7583-9744-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Verborgen im Schein der Lügen

E-Book, Deutsch, Band 2, 344 Seiten

Reihe: Hidden

ISBN: 978-3-7583-9744-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Während Lea sich in ihr Dasein als Elfe immer mehr einlebt, häufen sich nach und nach dubiose Ereignisse. Ein mysteriöser Brief taucht auf und der Geist einer längst verstorbenen Frau spricht zu Lea. Sie versucht, die Puzzleteile zusammenzufügen, doch schon bald ist klar, dass sehr viel mehr dahintersteckt, als sie vermutet. "Wir wissen weder, wie viel Zeit uns bleibt, noch wie wir sie nutzen können. Vielleicht ist ohnehin schon alles verloren. Möglicherweise war es das bereits vom ersten Augenblick an, noch bevor wir auch nur geahnt hatten, dass das, was wir für die Wahrheit hielten, ein riesiges Netz aus Lügen ist, dem niemand entkommen kann."

Luisa Lind ist eine 17-jährige Autorin aus Österreich, die in ihrer Freizeit Fantasy-Romane schreibt. Ihre ersten Geschichten verfasste sie bereits mit 8 Jahren. Neben ihrer Leidenschaft für Bücher interessiert sich Luisa auch für Musik und Sport. Ihre Freunde würden sie als eine ehrgeizige, aufgeschlossene Person beschreiben, mit der man immer etwas zu lachen hat.

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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 1 Freitag, 25.10. Meine Schritte hallen gespenstisch laut von den Wänden ab, als ich von Angst gepackt durch die Korridore sprinte. Meine Kehle brennt und ich keuche panisch, während ich mit quietschenden Sohlen auf das Ende dieses schrecklichen Gangs zulaufe. Mein Kopf scheint mit Watte gefüllt zu sein. Ich kann keinen einzigen sinnvollen Gedanken fassen und meine Beine spüre ich überhaupt nicht mehr. Ich verfluche die einsamen Korridore, die das Echo meiner Schritte durch die gesamte Kirche tragen. Ich habe bereits lange aufgegeben, leise zu sein. Sie wissen ohnehin, wo ich bin. Sie, mit ihren schwarzen Sturmmasken über ihren Gesichtern, den breiten Schultern und starken Armen. Sie, stärker als Bären und schneller und geschickter als Raubkatzen. Sie, die so lautlos hinter mir in der Kirche aufgetaucht sind, als wären sie aus den Schatten emporgestiegen. Mit langen Nadeln in den behandschuhten Händen. Ihre Kleidung nachtschwarz, selbst ihre merkwürdigen Smart Watches, die sie alle an ihren Handgelenken tragen. An ihren Gürteln konnte ich neben Messern, Nadeln und Pistolen auch noch andere furchteinflößende Instrumente entdecken, die mich auf eine skurrile Art an einen Zahnarztbesuch erinnerten. Ich hatte nicht hinsehen wollen. Sobald ich mich von dem Schreck ihres Auftauchens erholt hatte, nahm ich meine Beine in die Hand. Ich sprinte so schnell, wie ich noch nie zuvor in meinem Leben gerannt bin. Weg. Immer weiter weg. In der bizarren Hoffnung, den Ausgang der Kirche zu finden, bevor die Gestalten mich erreichen. Schlitternd sprinte ich um die nächste Ecke und stolpere gehetzt weiter, die Notenblätter immer noch fest in der Hand. Das Papier ist zerknittert und vermutlich habe ich am Weg durch diesen scheußlichen Irrgarten bereits das eine oder andere verloren. Doch das spielt keine Rolle. Nicht mehr. Denn wenn sie mich einholen, dann werde ich keine der Noten auf den Blättern je wiedersehen, geschweige denn auf der Gitarre spielen oder singen. Meine Eltern würden niemals erfahren, was passiert ist und ich – Nein! Das darf nicht passieren! Die Angst lässt mich noch schneller werden. Der Fliesenboden fliegt unter mir vorbei, wie die kleinen Kronleuchter an den hohen Wänden neben mir, die nur spärlich Licht geben und hauptsächlich gespenstische Schatten werfen. Zum Teufel, warum war ich nur hergekommen? Diese blöden Notenblätter hätten auch einfach dort liegenbleiben können! Aber nein, ich musste sie ja unbedingt holen! Und nun sprinte ich in einem Labyrinth aus Kirchengängen um mein Leben – für ein paar mit Noten beschriebene Blätter Papier! Ich will noch nicht sterben! Nicht so! Nicht jetzt! Gar nicht! Ich sehe das Bild schon zu deutlich vor mir … ein zwölfjähriges Mädchen, blutüberströmt und verlassen in einer Kirche. Dabei bin ich nicht einmal sonderlich religiös. Genau in diesem Moment passiert etwas Unerwartetes. Ein Schuss. Ich weiß nicht, woher er kommt, aber er ist viel zu nahe. Ein Schrei. Er hallt durch die Kirchengänge, kommt von überall gleichzeitig. Bis ich realisiere, dass ich es bin, die schreit. Ich schlage meine Augen auf und ringe nach Luft. Mein Herz hämmert in meiner Brust, als wolle es herausspringen, und mein T-Shirt ist nassgeschwitzt. Mit zitternden Fingern streiche ich mir eine nasse Haarsträhne aus der Stirn. Ich atme stockend aus und versuche, mich zu beruhigen. Dann steige ich mit wackeligen Beinen aus dem Bett und wäre beinahe umgefallen wie ein Brett, hätte ich mich nicht sofort am Schreibtisch abgestützt. Das Zimmer dreht sich vor meinen Augen. Mein Kopf schmerzt. Ich brauche unbedingt einen starken Kaffee. Ohne den würde ich diesen Tag nicht überstehen. Kaffee, die wahrscheinlich beste Erfindung der Welt. Dieser Schuss, er ist mir völlig neu. Noch nie zuvor kam in diesem Albtraum ein Schuss vor. Etwas Weiches streicht um meine Beine und beinahe hätte ich wieder geschrien. Doch es ist nur Luna. Sie reibt ihr Köpfchen an meinen Zehen und mauzt. „Entschuldige bitte, ich wollte dich nicht wecken“, schnurrt sie. Erst als ich mich verdutzt umsehe, bemerke ich die Bücher, die verstreut vor meinem Regal liegen. Meine Süße muss sie versehentlich heruntergeworfen haben. Also doch kein Schuss. Nur eine tollpatschige Katze. „Das macht nichts, ich habe ohnehin schlecht geträumt. Danke, Luna“, erwidere ich, halbherzig lächelnd, und reibe mir verschlafen die Augen. Ich schlurfe ins Badezimmer und betrachte mein Gesicht im Spiegel. Meine Haut ist noch blass vor Angst und meine Augen sind weit aufgerissen. Ich wasche mein Gesicht mit kaltem Wasser, um mich in die Realität zurückzuholen. Der Traum hat mich mitgenommen und erschöpft, wie jedes Mal, wenn ich das Geschehene im Schlaf wiedererlebe. Ich spüre die Panik, als wäre die Situation Realität. Ich höre, als wäre ich tatsächlich in der Kirche. Alles ist immer so real, nichts macht mir klar, dass ich eigentlich im Bett liege und schlafe. Da nehme ich Schritte unten in der Stube wahr. Es ist Oma, das erkenne ich an dem Geräusch, das ihre Hausschuhe immer machen. Mittlerweile komme ich ausgezeichnet zurecht mit meinen Elfenkräften. Emilia Evans und Erik White helfen mir wirklich sehr. Ich werde besser und gewöhne mich daran. Das Fieber, die Kopfschmerzen und der Schwindel, die ich im Austausch gegen Magie bekomme, werden immer weniger. Sie betonen jedes Mal, wenn ich zum Training komme, ich würde schnell lernen. Es ist praktisch, dass Elfen sich Dinge so gut merken, somit habe ich keine Probleme, für zwei Schulen zu lernen – für die der Menschen und die der Elfen. Ach, langsam finde ich wirklich Gefallen daran, eine von ihnen zu sein! Doch im Augenblick habe ich dafür keinen Gedanken übrig. Meine Beine beben immer noch etwas und ich kann die Bilder nicht aus meinem Kopf vertreiben. Bilder von dämmrigen Kirchengängen, einer wie der andere, wie ein Irrgarten. Oh, wie ich Labyrinthe hasse! Ich gehe nach unten, wo Oma sich gerade beim Esstisch niederlässt. Erschöpft setze ich mich zu ihr und lasse den Kopf in meine Hände sinken. „Hallo, mein Schatz. Du bist auch schon wach?“, begrüßt mich Oma und streicht mir über das Haar. „Ja, leider … oder viel eher zum Glück …“, erwidere ich stöhnend und richte mich wieder auf. Oma runzelt die Stirn und möchte wissen, ob ich denn schon wieder etwas Schlimmes geträumt hätte. Ich nicke in Gedanken versunken und gebe zu: „Ich hatte diese Träume schon einige Wochen nicht mehr, aber jetzt kommen sie wieder öfter.“ Oma sieht mich mitfühlend an und erwidert: „Ach herrje … welcher Teil hat dich diesmal im Schlaf besucht? Der in der Kirche, wie meistens, oder der in den Gassen?“ Sie kennt meine Albträume bereits sehr gut, denn sie hatte immer darauf bestanden, dass ich sie ihr alle erzähle, seit ich bei ihr wohne. Nun, nicht alle, nur die, die mit dem Ereignis zusammenhängen, also quasi 90 Prozent. Ja, das Ereignis … Es ist bereits zweieinhalb Jahre her. Ich war damals zwölf und habe bei meinen Eltern in New York gewohnt. Da hat es begonnen. Plötzlich habe ich mich immer beobachtet gefühlt, aber scheinbar wollte mir niemand glauben. „Du siehst Gespenster“, sagten meine Freundinnen. „Das bildest du dir nur ein“, meinten meine Eltern. Aber das wollte ich nicht glauben. Ich wusste, dass jemand hinter mir her war, ich konnte es spüren. „Ach, Lea-Schätzchen!“, höre ich Oma sagen und spüre, wie sie mich sanft in den Arm nimmt. Ihre Finger wischen mir eine Träne von der Wange, die ich überhaupt nicht bemerkt habe. Die Hand meiner Oma ist rau und trocken. Tröstend. „Weißt du, was du jetzt brauchst?“, fragt Oma verschwörerisch und ich schüttle lächelnd den Kopf. „Das macht nichts, ich weiß es. Ich werde dir jetzt eine Tasse Kakao machen und dann essen wir etwas.“ Sie lächelt, stolz über ihren Einfall, denn Oma ist überzeugt davon, dass ihr Kakao (der, den sie selbst zusammenrührt) Wunder wirkt und alles wieder gutmachen kann. Ich lächle Oma dankbar an und folge ihr in die Küche. Später mache ich mich für die Schule fertig, denn es ist Freitag und ich kann die Schule nicht ausfallen lassen, nur weil ich schlecht geschlafen habe – leider. Als ich mich eilig fertigmache und mir gerade meine Jacke anziehe, klingelt es an der Haustüre. Meine beste Freundin Feli wartet vor dem Haus auf mich. Es tut so gut, sie wieder als meine beste Freundin bezeichnen zu können. Und ihr geht es wohl nicht anders. Im letzten Monat war viel zu viel passiert und unsere Freundschaft hat leider darunter gelitten. Aber vor etwa einer Woche haben wir uns wieder versöhnt. Dafür herrscht zwischen uns und den Carter-Zwillingen Amalia und Ben Funkstille. Für Amalia tut mir das wirklich leid, aber es ist nun einmal so. Feli und ich schlendern hinunter zur...



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