Lind | Hidden | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 190 Seiten

Reihe: Hidden

Lind Hidden

Verborgen in der Zeit
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-6590-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Verborgen in der Zeit

E-Book, Deutsch, Band 4, 190 Seiten

Reihe: Hidden

ISBN: 978-3-6951-6590-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach den Geschehnissen beim Ausbruch aus Alfheim ist nichts mehr, wie es war. Ihre Vergangenheit liegt wie ein schwarzer Schleier über dem Anwesen und dessen Bewohner. Auch Lea scheint seither nicht mehr dieselbe zu sein. Geplagt von Schuldgefühlen beschließt sie, ihrem Schicksal allein gegenüberzutreten. Sie nimmt alle Risiken in Kauf, um den Krieg zwischen Licht und Schatten ein für alle Mal zu beenden. Kann Lea diesen Kampf gewinnen, ohne sich selbst zu verlieren? "Ich habe schon öfter gelesen, dass Begabungen wie die Magie der Zeit Elfen bereits verrückt gemacht haben. Aber jedes Mal dachte ich, ich wäre anders. Ich hätte es im Griff. Jetzt beginne ich daran zu zweifeln. Ich schwöre, ich würde aufhören. Ich würde nie wieder einen Fuß in das Konstrukt der Zeit setzen. Wäre da nur nicht die Prophezeiung über mich, die mir verraten hat, ich müsse die Welt retten. Diese verdammte Welt."

Luisa Lind ist eine 18-jährige Autorin aus Österreich, die in ihrer Freizeit Fantasy-Romane schreibt. Ihre ersten Geschichten verfasste sie bereits mit 8 Jahren. Mittlerweile hat sie mehrere Bücher veröffentlicht und studiert an der Technischen Universität in Wien. Neben ihrer Leidenschaft fürs Schreiben interessiert sich Luisa auch für Musik und Sport. Ihre Freund*innen würden sie als eine ehrgeizige, aufgeschlossene Person beschreiben, mit der man immer etwas zu lachen hat.
Lind Hidden jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Montag, 06.04.

Sie beobachtet die Gestalt vom Fenster aus, wie sie durch den Garten schleicht. Die dunkle Kapuze tief ins Gesicht gezogen, sodass der Regen ihr nicht ins Gesicht klatscht. Es steht außer Frage, wer sich bei diesem Wetter die Mühe macht, die geräumige Villa zu verlassen.

Ben besucht das Grab seiner Schwester ausnahmslos jeden Tag.

Er sitzt bei ihr und tauscht die Blumen aus. Sie vermutet, dass er auch zu Amalia spricht, doch sicher ist sie sich nicht.

Seufzend stellt sie ihre dampfende Tasse Kakao auf das Fensterbrett.

„Warum so betrübt?“

Sie zuckt erschrocken zusammen, doch als sie sich umdreht, steht dort nur Monsieur Devant, Bens Großvater.

„Ach, Sie sind es“, stellt sie fest und streicht sich die widerspenstigen, blonden Locken hinters Ohr.

„Wie kann ich dir behilflich sein, Ophelia?“, erkundigt sich der alte Mann und lässt sich auf dem antiken Sessel nieder.

Als sie protestieren möchte, sie brauche keine Hilfe, da es ihr gut ginge, kommt er ihr wissend zuvor: „Manchmal hilft es, sich jemandem mitzuteilen. Ich bin ein guter Zuhörer.“

Lächelnd setzt auch sie sich und beginnt, ihm von ihren Sorgen zu berichten: „Ich bin schon lange Leas beste Freundin. Ich kannte sie sehr gut und wir hatten keine Geheimnisse. Aber ich habe sie im Stich gelassen und nun … es ist, als wäre sie eine andere Person. Ich erkenne sie gar nicht wieder …“ Monsieur Devant runzelt die Stirn und nickt.

„Man verändert sich, wächst stetig. Das ist nichts Ungewöhnliches, Liebes.“

„Ich weiß, aber … für Lea waren ihre Freunde das Wichtigste.

Sie war immer für sie da“, versucht sie, ihr Gefühl zu beschreiben.

„Doch jetzt kommt es mir so vor, als würde ich ihr auf die Nerven gehen. Ich glaube nicht, dass ihr die viele Zeit allein guttut. Und selbst in unserer Anwesenheit scheint sie dennoch immer auf eine seltsame Art allein zu sein. Selbst, wenn wir alle zusammen sind.

Lea grenzt sich ab und ich weiß weder, wie ich das verhindern könnte, noch, warum sie das tut.“

Der alte Mann mustert sie einen Augenblick lang schweigend, dann meint er: „Und du denkst, dass etwas dagegen unternommen werden muss?“

Sie nickt und denkt daran, wie schrecklich müde und mitgenommen Lea wirkt. Wenn sie ihre Freundin allerdings darauf anspricht, reagiert diese jedes Mal gereizt. Sie antwortet patzig und gemein, stößt sie Tag für Tag aufs Neue vor den Kopf. Sie will ihr doch nur helfen. Mit Lea stimmt etwas nicht, das ist kein Geheimnis.

Tränen treten ihr in die Augen.

„Dann spielt es möglicherweise wenig Rolle, wie dieses Unternehmen aussieht, solange es passiert. Probiere, für deine Freundin da zu sein. Das ist nie falsch.“

Sie lächelt ihm dankbar zu. Es tut jedes Mal gut, sich mit dem alten Herrn zu unterhalten. Ihr eigener Opa ist stark dement und so gerne sie ihn besucht und ihm vorliest, so wenig kann sie ihm erzählen, was wirklich in ihr vorgeht.

Doch Monsieur Devant ist tatsächlich ein wunderbarer Zuhörer und Feli hat in den vergangenen Wochen viel bei ihm gesessen und sich ihre Last von der Seele gesprochen.

Er erwidert ihr Lächeln und mustert sie über seine Hakennase hinweg großväterlich.

„Und du sitzt hier so allein, weil …?“, hakt er nach und sie zuckt lediglich mit den Schultern.

Erik und Alex sind, soweit sie weiß, damit beschäftigt, Ordnung in den leerstehenden Räumlichkeiten zu schaffen. Ein Flügel der Villa ist völlig unbewohnt, dort halten sie sich seit einigen Tagen beinahe ständig auf.

Entdeckt hatte diese Räume ursprünglich sie selbst. Sie spazierte durch die Gemäuer und erkundete das Schloss. Obwohl hier, so abgeschieden von der Außenwelt, nicht viel passiert, fand sie es zu Beginn wahnsinnig aufregend.

Das legte sich jedoch mit der Zeit. Mittlerweile denkt sie sich manchmal, sie müsse vor Langeweile sterben. Lea hatte schon immer gesagt, sie sei eine zu aktive Person voller überschüssiger Energie. Sie beginnt tatsächlich zu glauben, ihre Freundin könnte recht damit haben. Jemand wie sie sollte stets beschäftigt sein, nicht in einer einsamen Villa festsitzen.

Während sie also durch das Schloss streunte, entdeckte sie eine Tür, welche sich sehr schwer aufschieben ließ. Die quietschte fürchterlich dabei. Das machte sie natürlich neugierig, vor allem, als sie dahinter staubige, alte Räume vorfand.

Doch anstatt sie alleine zu durchkämmen, holte sie die erstbesten Personen, denen sie über den Weg rannte. Erik und Alex. Mit ihnen kehrte sie zurück und die drei begannen, den Flügel zusammen auszukundschaften.

Zu ihrer Enttäuschung aber fanden sie und ihre Freunde ausschließlich altes, langweiliges Zeug. Kram, den wirklich niemand gebrauchen kann, so fand sie. Was also die Jungen mit leuchtenden Augen durchforsteten, wurde für sie mit jedem Mal uninteressanter.

Als die beiden heute wieder miteinander verschwinden, bleibt sie zurück. Sie macht sich lieber in der Küche zu schaffen, um sich einen Kakao zuzubereiten. Das erscheint ihr sehr viel nützlicher.

Zuhause in Margeriten gab es für sie immer etwas zu tun. Auf dem Bauernhof war Arbeit genug für alle. Wie sehr sie ihre Familie vermisst … es lässt sich nicht in Worte fassen.

Sie möchte mit ihrem großen Bruder über banale Themen diskutieren, bis einem von beiden keine Argumente mehr einfallen.

Mit ihrer kleinen Schwester spielen. Dafür würde sie nun sogar das Puppenspiel über sich ergehen lassen, was sie überhaupt noch nie leiden konnte.

Ihrem Vater helfen, Nachspeisen zu backen, um ihre Mutter später damit zu überraschen. So, wie sie es immer getan haben. Es war jedes Mal ein Chaos in der Küche und doch liebte sie eben das.

Ihrer Mutter bei der Gartenarbeit helfen oder die Kälbchen mit Milch füttern. Lea liebte das. Sie mochte es immer schrecklich, wenn die Kleinen gierig an den Flaschen saugten. Zusammen spionierten sie auch immer den Gänsen hinterher, welche sich frei auf dem Gelände bewegen konnten. Die Mädchen hatten sich jedes Mal totgelacht, wenn sie aufpassten, dass niemand, weder Mensch noch Tier, sie entdeckte.

Sogar die Zankerei mit ihrem kleinen Bruder fehlt ihr. Denn so süß die kleine Nervensäge sein konnte (nur, wenn besagte Nervensäge wollte, versteht sich), sie hatten sich oft gestritten. Und sich dennoch schrecklich lieb.

Sie vermisst ihr altes Leben. Das würde sie Lea aber gewiss niemals offen sagen. Sie ist für ihre Freundin hier! Das tut man für jemanden, der einem viel bedeutet. Man bringt Opfer, gibt das eine oder andere auf für den anderen. Eben das musste sie für Lea tun, als sie beschloss, Alex zu helfen, die Flucht aus Alfheim vorzubereiten und anschließend mit ihnen zu kommen.

Bereuen aber tut sie diese Aktion nicht. Ab und zu erwischt sie sich bei dem Gedanken, was wäre, wenn das nie passiert wäre.

Aber sie bereut es nicht. Es musste getan werden, was getan werden musste. Punkt. Herrje.

~*~

Ihre Finger trommeln unruhig gegen das Wasserglas vor ihr.

Ohne zu blinzeln, starrt sie in die durchsichtige Flüssigkeit. Oder eher hindurch, denn sie scheint nichts wirklich wahrzunehmen.

Er seufzt und wechselt einen besorgten Blick mit Feli. Sie alle in der Villa kennen Els Verhalten nun schon zur Genüge. Manchmal fragt er sich nachts, wenn er nicht schlafen kann, ob es ein Fehler war, sie und Ben damals zu retten. Vielleicht hätte er noch warten sollen, bevor er die Schwarzalben informierte. Möglicherweise würde es ihnen nun allen besser gehen. Dann wären sie alle wohlauf und lebendig. Aber dafür ist es nun ohnehin zu spät. Er kann die Vergangenheit nicht ändern. Aber er kann versuchen, das Beste daraus zu machen. Selbst wenn ihre Situation trostlos scheint.

„Jedenfalls spielt die Welt draußen verrückt. Niemand weiß, wie es weitergehen soll. Die Lichtalben haben, ebenso wie alle Regierungen der Menschen, jede Menge zu tun“, redet Ben nachdenklich weiter. Ihm scheint nicht aufzufallen, dass die anderen etwas abgelenkt sind. „Das ist echt verrückt, wer rechnet denn schon mit einer Pandemie? In der Zeitung habe ich gelesen, dass –“

Da fällt ihm die Unaufmerksamkeit doch auf. Nun stöhnt auch er genervt und blickt seine Freundin ärgerlich an. El bemerkt es nicht einmal, weshalb Feli sie leicht in die Seite stößt. Daraufhin zuckt El erschrocken zusammen. Sie folgt dem Blick ihrer Freundin zu Ben und sieht ihn fragend an.

Erik hört, wie Ben übertrieben laut stöhnt. Schnell versucht er, die Situation zu retten. Streit ist das Letzte, was er jetzt möchte.

Selbst, wenn sogar ihn Els Benehmen bereits etwas nervt. „Es scheint also nicht nur bei uns alles aus dem Ruder gelaufen zu sein … Probleme über Probleme … das ist alles total verrückt!“

„Nicht halb so verrückt wie das, was wir hier gerade erleben“, fügt Feli hinzu und schüttelt überwältigt den Kopf. „Oder...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.