E-Book, Deutsch, Band 142025, 144 Seiten
Reihe: Julia
Leonard Geheime Rache - berauschende Küsse?
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3494-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 142025, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-3494-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nach dem plötzlichen Ende seiner Karriere kehrt Countrysänger Ethan ins Familienunternehmen Black Oak Bourbon zurück. Als neuer Boss der PR-Abteilung steht er vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Und die größte davon heißt Lilly! Nie zuvor hat er eine so atemberaubende Frau wie seine Assistentin getroffen. Obwohl er genau weiß, dass er Privates und Berufliches voneinander trennen sollte, gibt er seinen heißen Gefühlen nach. Was Ethan nicht ahnt: Seine hinreißende Geliebte verfolgt einen perfiden Racheplan ...
K. C. Leonard - ein Name, der mehr verbirgt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Hinter dem Pseudonym steckt ein erfolgreiches Autorenduo, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geschichten zu erzählen, die nicht nur berühren, sondern tief unter die Haut gehen. Romances voller intensiver und fesselnder Momente, die sich der Liebe in all ihren Nuancen widmen - von der behutsamen Annäherung, die sich leise ins Herz schleicht, bis hin zur stürmischen Leidenschaft, die alles mit sich reißt.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Lilly Carlisle lenkte ihren Wagen durch die Einfahrt, die von einem großen, schmiedeeisernen Torbogen überspannt wurde, auf dem der Name Black Oak Ranch prangte.
Riesige Eichen säumten die kiesbestreute Straße. Dahinter erstreckten sich Weiden, so weit das Auge reichte. Das Ranchhaus kam erst nach mehreren Minuten Fahrt in Sicht. Es bestand aus mehreren Flügeln und Anbauten, die sich an das zweistöckige Haupthaus anschlossen, das über eine riesige Veranda und einen Balkon verfügte, der sich über die gesamte Front zog. Die Fassade war in einem hellen Grau gehalten, mit weißen Akzenten um die Fenster und die Haustür. Auch die Geländer der Veranda und des Balkons waren weiß gestrichen.
Es wirkte imposant, fast schon ein bisschen herrschaftlich. Vor allem aber war es gewaltig.
Lilly stellte den rostroten Subaru seitlich vor der Veranda ab, wo schon zwei andere Wagen – einer davon ein schnittiger Mustang – parkten, und stieg aus. Für einen Moment raubte ihr die Hitze regelrecht den Atem. Sie strich glättend über ihren anthrazitfarbenen Bleistiftrock und wünschte sich kurz, dass sie sich statt ihres Kostüms für ein luftiges Sommerkleid entschieden hätte. Doch sie war hier wegen eines Jobs, da war es besser, einen seriösen Eindruck zu machen. Auch wenn die Sonne vom Himmel brannte und Lilly das Gefühl hatte, in ihrem viel zu warmen Outfit jeden Moment zu zerfließen.
Nach kurzem Überlegen ließ sie die Jacke, die zu dem Ensemble gehörte, im Wagen und schwankte auf ihren hohen Absätzen, die immer wieder im lockeren Kies der Einfahrt einzusinken drohten, zur Verandatreppe. Sie war froh, dass niemand sie so sah. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie gerade besonders professionell wirkte.
Als sie die Tür erreichte, spürte sie, wie ihr Schweißtropfen den Rücken hinunterrannen. Doch daran ließ sich jetzt nichts ändern. Sie klopfte an, und zum Glück dauerte es nicht lange, bis geöffnet wurde.
Eine Frau in einer gestärkten weißen Bluse und einem schwarzen Rock stand ihr gegenüber. „Ja, bitte? Wen darf ich melden?“
„Mein Name ist Lilly Carlisle. Ich habe einen Termin mit Miss Montgomery.“
„Sie werden bereits erwartet, Miss Carlisle“, erklärte die Frau, bei der es sich, wie Lilly annahm, vermutlich um die Haushälterin handelte. „Kommen Sie bitte herein.“ Sie bedeutete ihr mit einer Handbewegung, ihr zu folgen. „Darf ich Ihnen vielleicht eine Erfrischung anbieten?“
„Ein Glas Wasser wäre sehr nett, danke. Die Hitze draußen ist kaum zu ertragen. Die Sommer in Texas sind schon wirklich brutal.“
„Sie kommen nicht von hier?“
Lilly schüttelte den Kopf. „Ursprünglich stamme ich aus Großbritannien. Bis zu meinem siebzehnten Lebensjahr habe ich mit … mit meiner Mutter in London gelebt. Dort war es wesentlich kühler, das kann ich Ihnen sagen.“
Sonst redete sie nicht so viel, aber sie war nervös und konnte sich nicht bremsen. Das Lächeln der Haushälterin war noch immer freundlich, aber sie erwiderte nichts, was Lilly als Wink mit dem Zaunpfahl betrachtete. Sie schluckte den Rest des Monologs, der ihr auf der Zunge gelegen hatte, hinunter.
Der Eingangsbereich war ein mehr oder weniger quadratischer Raum, dessen Wände eine hochwertige Seidentapete zierten. An einer Seite stand eine antike Kommode aus dunklem Holz, auf der ein Blumengesteck kunstvoll arrangiert worden war.
Rechts führte eine Treppe mit geschwungenem Geländer ins obere Stockwerk. Doch die Haushälterin führte Lilly durch eine Tür in den hinteren Bereich des Gebäudes.
Der Raum, den sie betraten, war groß und lichtdurchflutet, aber die dunkle Einrichtung mit dem wuchtigen Mahagoni-Schreibtisch, den vollen Bücherregalen und den schweren, weinroten Damastvorhängen ließ ihn trotzdem irgendwie düster wirken.
„Warten Sie bitte einen Moment hier“, sagte die Haushälterin. „Ich hole Miss Montgomery für Sie.“
Lilly nickte, dann war sie allein. Sie widerstand der Versuchung, sich in dem Büro umzusehen. Es wäre schon ein Glückstreffer, wenn sie gleich auf Anhieb fände, wonach sie suchte. Aber vielleicht war es trotzdem einen Versuch wert. Auf diese Weise könnte sie sich immerhin diese Farce von einem Vorstellungsgespräch ersparen. Andererseits – wenn sie erwischt wurde, dann wäre diese Chance verspielt. Und das konnte sie sich beim besten Willen nicht leisten.
Sie atmete tief durch und setzte sich auf den Stuhl, der dem Schreibtisch gegenüberstand. Er war gepolstert und wirklich sehr bequem. Trotzdem fühlte sie sich, als würde sie auf einem Ameisenhügel sitzen.
Als die Tür sich öffnete und eine hochgewachsene, schlanke Frau mit schulterlangem rotblondem Haar hereinkam, drohte die Aufregung sie zu überwältigen. Doch sie hatte sich schnell wieder im Griff, wischte ihre schweißfeuchten Hände unauffällig an ihrem Rock ab und erhob sich.
„Miss Carlisle.“ Die Frau streckte Lilly eine Hand entgegen. „Es freut mich, Sie kennenzulernen. Mein Name ist Charlotte Montgomery, wir hatten miteinander telefoniert. Aber bitte, nehmen Sie doch wieder Platz.“ Charlotte Montgomery selbst setzte sich auf den ledernen Bürosessel hinter dem Schreibtisch. „Sie haben sich auf die Stelle als persönliche Assistentin meines Bruders beworben, die wir ausgeschrieben haben. Warum?“
Lilly zuckte innerlich zusammen. Was war das für eine Frage? Wusste Charlotte Montgomery, warum sie wirklich hier war? Wusste sie, dass …?
Nein, sie weiß gar nichts, beruhigte Lilly sich. Es war einfach nur eine völlig harmlose Frage, wie sie bei Vorstellungsgesprächen immerzu gestellt wurden.
Alles ganz normal. Es war nur ihre eigene Anspannung, die sie Dinge anderes verstehen ließ, als sie gemeint waren.
„Ich bin erst vor Kurzem aus persönlichen Gründen nach San Antonio gezogen und nun auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Als ich Ihre Anzeige sah, erschien es mir fast wie ein Wink des Schicksals.“
„Ihrem Lebenslauf habe ich entnommen, dass Sie zuvor schon als persönliche Assistentin gearbeitet haben?“
Lilly nickte. „Ja, in London. Für den Geschäftsführer einer Werbeagentur. Ich habe alle üblichen Aufgaben erledigt, bin ein echtes Organisationstalent und daran gewöhnt, eigenverantwortlich zu agieren.“
„Das ist genau das, was wir hier brauchen.“ Ein Lächeln umspielte Miss Montgomerys Mundwinkel. „Wie Sie ja bereits wissen, geht es um meinen Bruder, Ethan Montgomery. Er war lange Zeit nicht im Unternehmen involviert. Aber jetzt ist er zurück und kann jede Unterstützung gebrauchen, die er bekommen kann, um hier Fuß zu fassen. Er wird die Marketing- und PR-Abteilung von Black Oak Distillery übernehmen. Und mit Ihrer Erfahrung wären Sie ihm sicher eine große Hilfe.“
„Er ist Sänger, nicht wahr?“ Lilly hatte über ihn gelesen. Über Jahre war er immer wieder auf den Titelseiten gewesen, seine Karriere als Countrystar stets eine Schlagzeile wert. Und immer, wenn Lilly ihn gesehen hatte, hatte sie an ihre Mutter gedacht und daran, dass …
Nein, nicht jetzt, ermahnte sie sich und zwang sich ein strahlendes Lächeln auf die Lippen.
Miss Montgomery nickte nur.
„Wenn Sie mir eine Chance geben, werde ich helfen, wo ich kann, Miss Montgomery.“
„Charlotte, bitte“, entgegnete die andere Frau. „Sie müssen wissen, dass unser Vater das Unternehmen testamentarisch uns allen dreien, also mir und meinen beiden Brüdern, überlassen hat. Wir müssen zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass es in fremde Hände fällt.“
„Ihr anderer Bruder …“
„Liam. Sein Name ist Liam.“
„Er ist auch hier?“
Seufzend schüttelte Charlotte den Kopf. „Nein, noch nicht. Ich habe nach dem Tod meines Vaters erst einmal kommissarisch die Leitung des Unternehmens übernommen. Was meine Brüder betrifft … Ich arbeite noch daran.“
Lilly horchte auf. War das vielleicht noch eine weitere Chance, an ihr Ziel zu gelangen? Nur für den Fall?
„Wie auch immer“, sagte Charlotte, „Sie haben den Job, wenn Sie ihn wollen. Ethan kann froh sein, eine so fähige Assistentin an die Seite gestellt zu bekommen, die ihm hilft sich einzuarbeiten. Ich habe ein gutes Gefühl bei Ihnen, Lilly.“
Dieses Mal musste Lilly sich nicht zum Lächeln zwingen. „Wunderbar. Wann soll ich anfangen?“
„Von mir aus gleich morgen früh.“ Charlotte erhob sich. „Kommen Sie, ich stelle Sie meinem Bruder vor.“
Lilly stand ebenfalls auf und folgte ihr zur Tür, die sie nun öffnete und …
„Oh, hallo.“
Der Mann, der ihr gegenüberstand, war atemberaubend attraktiv. Schwarzbraunes Haar, dunkler Teint, tiefbraune Augen und ein markantes Kinn, das von dunklen Stoppeln bedeckt war. Anders als auf den Titelbildern der Magazine trug er weder einen Cowboyhut noch spitz zulaufende Stiefel. Das Einzige, was an den Countrystar Ethan Montgomery erinnerte, waren die schwarzen Jeans und das ebenfalls schwarze, kurzärmelige Hemd.
Sein welliges Haar reichte ihm bis knapp über die Ohren. Eine Strähne war nach vorne gefallen und hing ihm in die Stirn, die leicht gerunzelt war. Lilly fiel auf, dass sein kamerawirksames Lächeln fehlte. Er wirkte ernst. Frustriert? Bitter?
„Ethan“, sagte...




