E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Reihe: MERIAN Reiseführer
Lenze / Klein MERIAN Reiseführer Lissabon
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-8342-3137-6
Verlag: Merian / Holiday ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
MERIAN Reiseführer
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Reihe: MERIAN Reiseführer
ISBN: 978-3-8342-3137-6
Verlag: Merian / Holiday ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Manuelinische Architektur, großartige Kaffeehäuser, schrille Straßenkunst, Museen von Weltruhm, der ruhig dahinfließende Tejo … und über allem schwebt der Fado: Mit MERIAN wird Ihre Zeit in Lissabon unvergesslich. MERIAN zeigt die Stadt in all ihrem Reichtum: die charakteristischen Sehenswürdigkeiten und alles, was Sie darüber hinaus ebenfalls nicht verpassen sollten. MEHR ERLEBEN: Dank wertvoller Tipps sind Sie immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, für unvergessliche Augenblicke. – MEHR GENIESSEN: Ausgesuchte Adressen und Empfehlungen führen Sie zu einmaligen Hotels, urtypischen Restaurants, feinen Traditionsgeschäften und kulturellen Highlights. – MEHR SEHEN: Spannende Geschichten geben erstaunliche Einblicke in die Stadt und liefern vertiefende Hintergründe.
Das bietet der MERIAN Reiseführer:
- MERIAN Top 10
- MERIAN Empfehlungen
- Themen-Seiten, u.a. zu: Kunst und Kultur, Abendgestaltung, Kulinarik
- Mit Lesetexten zu den Themen der Stadt, u.a. zur manuelinischen Architektur, zur Street Art und dem Geheimnis der Puddingtörtchen
- Spaziergänge und Ausflüge
Mit dem MERIAN Reiseführer Lissabon wissen Sie immer, worauf es wirklich ankommt. So machen Sie mehr aus Ihrer Reise.
Mit Extra-Faltkarte zum Herausnehmen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Hinweis zur Optimierung
Impressum
Leserhinweis
Anleitung zur eBook-Nutzung
Die Themen der Stadt
Zeichenerklärung
Stadtteile
Mein Lissabon
Der erste Blick auf Lissabon
Hinein in die Stadt
Spaziergänge und Ausflüge
Wissenswertes
Lissabon en detail
Ein Blick zurück
Karten
© shutterstock: gabrielaraujo1510
Blick über die Alfama und das Castelo São Jorge zum Tejo
MERIAN TOP 10
ALFAMA 1
Lissabons ältester Stadtteil ist ein labyrinthartiges Gewebe aus engen Gassen und Treppchen, die vom Castelo de São Jorge bis zum Tejo hinabführen. Hier ist Lissabon am ursprünglichsten. Die Menschen leben dicht beieinander, und bis heute gibt es noch drei Waschhäuser.
Auf dem Burghügel liegen die Ursprünge der Stadt: Phönizier, Römer, Griechen, Goten, Mauren – sie alle bauten auf der Anhöhe über Lissabon. Das Castelo São Jorge ist maurischen Ursprungs, wurde im 11. Jh. errichtet und war lange Zeit Sitz der arabischen Elite. Nach der Eroberung durch die christlichen Kreuzritter 1147 wurde die Burg bis Anfang des 16. Jh. als Sitz der portugiesischen Könige genutzt. Auch Adlige ließen sich hier oben nieder. Ein Beispiel ist der Palácio Belmonte, heute ein Nobelhotel mit zehn Suiten. Kultregisseur Wim Wenders drehte hier 1994 im Palast, der damals leer stand, Teile seines Films »Lisbon Story«.
Die Alfama ist das einzige Viertel, welches das Erdbeben von 1755 ohne schwere Schäden überstanden hat. Das mittelalterliche Stadtbild ist hier noch gut sichtbar, nur der Kirche Santo Estevão fehlt seither eines ihrer beiden Türmchen. An manchen Häusern finden sich noch blau-weiße Fliesenbilder aus der Zeit vor und unmittelbar nach dem Erdbeben über den Türen: Sie zeigen Heilige, die das Haus beschützen sollen, den hl. Antonius, den hl. Marçal oder auch die Muttergottes. Schon seit dem 19. Jh. zieht es Touristen in die Alfama, allerdings malten die frühen Reisenden eher ein düsteres Bild des Viertels, in dem hauptsächlich die Armen und Ausgestoßenen lebten.
Im Herzen der Alfama ist es eng und verwinkelt. Die Decken der alten Häuser sind niedrig, die Räume oft winzig. Dünne, durchlässige Membranen aus Stoff trennen das Innere der Erdgeschosswohnungen von der Straße. Wo der Wohnraum so klein ist, dehnt sich das Leben zwangsläufig auf die Gasse aus, auf das Café um die Ecke oder auf einen kleinen Platz. Die Alfama könnte auf den ersten Blick auch eine Kleinstadt auf dem Lande sein. Davon zeugen die Pflanzen vor den Türen, vereinzelte Töpfe mit Geranien, ab und an ein Olivenbaum. Außerdem haben sich in der Alfama noch drei Waschhäuser erhalten, und es gibt auch öffentliche Duschen (Balneario Público) im Haus Nr. 19 in der Calçadinha do Santo Estevão. Es ist durchaus möglich, dass die vielen Bäder dem Viertel einst seinen Namen verliehen, abgeleitet vom arabischen Wort für Bad: »al-hamma«.
Sehenswertes
1 CASA DOS BICOS UND FUNDAÇÃO JOSÉ SARAMAGO
Zwischen den Wurzeln eines Olivenbaums ist seit Juni 2011 am Campo da Cebola die Urne mit der Asche José Saramagos (1922–2010) bestattet. Dahinter liegt die Casa dos Bicos, ein Renaissancepalast von 1523 mit einer Art »Diamantschliff« der Steine. Vorbild war der Palast der Diamanten in Ferrara. An diesem historischen Ort, wo Archäologen u.a. auf Strukturen einer römischen Stadtmauer stießen, hat die Stiftung José Saramago ihren Sitz. Das Haus ist ein kleines Museum zur Würdigung Saramagos geworden, der 1998 als erster portugiesischer Schriftsteller den Literaturnobelpreis bekam.
Rua dos Bacalhoeiros 10 | Metro: Terreiro do Paço | Mo–Sa 10–18 Uhr | Tel. 2 18 80 20 40 | Eintritt 3 €
José Saramago war ein streitbarer Geist, ein scharfer Kritiker des globalisierten Kapitalismus und des Katholizismus, was ihm auch viele Feinde einbrachte.
2 SÉ PATRIARCAL
Die Kathedrale von Lissabon, die auch Santa Maria Maior genannt wird, ist Lissabons erste katholische Kirche, erbaut ab 1150, unmittelbar nach der Einnahme der Burg durch die Kreuzritter und unter der Regentschaft König Afonso Henriques. Sie wurde dort errichtet, wo zuvor die Moschee stand. Baumeister Roberto aus Südfrankreich hat sie den dortigen romanischen Kirchen entsprechend konstruiert und sich bei der Konzeption der dreischiffigen Kirche an der Kathedrale von Coimbra orientiert. Die Erdbeben von 1344 und 1755 zerstörten Teile, darunter den Chor, der im Stil des Barock wieder aufgebaut wurde. Links vom romanischen Eingangsportal steht das Taufbecken, in dem der hl. Antonius von Padua getauft wurde, der um 1195 ganz in der Nähe der Kathedrale von Lissabon geboren wurde. Auf der Südseite zeigen zwei Glasbilder den hl. Antonius mit dem Jesuskind auf dem Arm sowie den hl. Vinzenz mit Palme und dem Schiff mit den beiden Raben im Arm. Er ist der Schutzpatron von Lissabon. Über dem Westportal zeigt eine Rosette Christus, umgeben von den zwölf Aposteln.
Largo Santo António da Sé | Straßenbahn: Sé | tgl. 9–19 Uhr | Kreuzgang 4 €
3 TEATRO ROMANO
Nach dem Erdbeben 1755 kam dieses große Theater aus dem 1. Jh.n.Chr. zum Vorschein. Es zeugt von den vielfältigen Siedlungsspuren, die von den Römern geblieben sind, und von der Bedeutung Lissabons zu ihrer Zeit. Durch archäologische Ausgrabungen wurde es seit 1967 komplett freigelegt. Ebenso wie weitere Funde aus der Römerzeit, die ebenfalls hier ausgestellt sind. Das Theater, zwischen der heutigen Rua da Saudade und Rua São Mamede gelegen, fasste 3000 bis 5000 Besucher.
Rua de São Mamede 3 | Straßenbahn: Limoeiro | www.museuteatroromano.pt | Di–So 10–18 Uhr | Eintritt 3 €
4 PARKHAUS CHÃO DO LOUREIRO
Dieses Parkhaus ist zugleich eine Galerie, an deren Wänden sich, legal im Rahmen des Projektes »GAU« fünf Street-Art-Künstler ausgetobt haben. Ganz unterschiedlich haben Mar, Nomen, Ram, Miguel Januário aka KissMyWalls und Paulo Arraiano aka YUP die Flächen gestaltet. Oben, auf der Terrasse der einstigen Markthalle, gibt es zwei Stadtansichten auf Fliesen und eine fantastische Aussicht nach Süden und Westen und hinauf zur Burg.
Rua Costa do Castelo, Rua da Madalena
© seasons.agency: Jalag/Gregor Lengler
Das Castelo São Jorge ist einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt und mit Sicherheit ihr geschichtsträchtigster.
MERIAN TOP 10
5 CASTELO SÃO JORGE 2
Übersichtskarte | Detailkarte | Online-Karte
Auf dem 112 m hohen Hügel bauten die Mauren im 11. Jh. eine Burg mit Verteidigungsanlagen. Die strategisch gute Lage ist unmittelbar ersichtlich – der Blick erstreckt sich weit über den Tejo. Heute genießt man von hier oben diese prächtige Ausicht auf das enorm gewachsene Lissabon und den Fluss, geht oben auf den Burgmauern spazieren, schaut sich die Funde aus der Zeit des 8. bis 18. Jh. im Archäologischen Museum an, dessen Schwerpunkt bei den Mauren liegt. Man sollte sich Zeit nehmen für die Anlage mit ihrem uralten, sehr unebenen Pflaster, den kleinen Grünbereichen, den Bäumen, den Pfauen und den Kunsthandwerkern. Am besten nehmen Sie ein kleines Picknick mit und verweilen hier eine Weile. Von 1147 bis 1503 war die Burg Sitz der portugiesischen Könige. Vom 17. bis Anfang des 20. Jh. wurde sie primär vom Militär genutzt.
Rua de Santa Cruz | Bus: Castelo, Straßenbahn: Miradouro Santa Lucia | Tel. 2 18 80 06 20 | www.castelodesaojorge.pt | März–Okt. tgl. 9–21, Nov.–März tgl. 9–18 Uhr | Eintritt 10 €
6 IGREJA DO MENINO DE DEUS
Diese Kirche ist ein verborgener Schatz. Sie liegt versteckt in einer Ecke des Burgviertels und ist, bis auf die Zeit der Messe um 7.30 Uhr, stets geschlossen. Im Inneren birgt der licht, hell und zart wirkende Bau den Reichtum eines bereits verfeiner ten, zurückgenommenen Barock von Anfang des 18. Jh. Das Erdbeben hat dieser oktogonal geformten Kirche keine Schäden zugefügt, und so ist alles erhalten, still und erhaben. Wer die Kirche besuchen möchte, kann links an der Tür klopfen. Hier unterhalten die Nonnen der Gemeinschaft des Saint Joseph de Cluny einen Kindergarten und zeigen Besuchern, wenn sie Zeit haben, gerne ihre Kirche.
Calçada do Menino de Deus 27 | Straßenbahn: S. Tomé | Tel. 2 18 86 35 35
© mauritius images: Serge Mouraret/Alamy
Amália Rodrigues, die Königin des Fado, erhielt 1999 ihre letzte Ruhestätte im Nationalpantheon. 2015 wurde ihr Antlitz auch in einem Mosaik verewigt.
IM VORBEIGEHEN ENTDECKT
7 O ROSTO DE AMÁLIA – DAS MOSAIK DER FADOGÖTTIN E
Zwischen der Rua São Tomé und der Calçada do Menino de Deus, unterhalb der kleinen Häuser, die den Platz umringen, prangt an einer Mauer das Antlitz von Portugals berühmter Fadosängerin Amália Rodrigues: ihr feingeschnittenes Gesicht, die dunklen Haare, verästelte Baumzweige im Hintergrund. 2015 hat es Lissabons Streetart-Künstler Vhils alias Alexandre Farto gemeinsam mit den Kindern einer Kunstschule gelegt – im Stil der Lissabonner Straßenmosaike aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, hauptsächlich in den Farben schwarz und weiß. Eine echte Lissabonner Erinnerungsarbeit also: an die große Kunst des Pflastersteinlegens und die ebenso große des Fadosingens.
Rua São Tomé | Straßenbahn, Bus: Largo da Princes
8 MUSEU-ESCOLA DE ARTES DECORATIVAS
Direkt am Miradouro Portas do Sol steht der...