Leitner | Alpengold 347 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 347, 64 Seiten

Reihe: Alpengold

Leitner Alpengold 347

Liebe zeigt dir den Weg
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-1048-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebe zeigt dir den Weg

E-Book, Deutsch, Band 347, 64 Seiten

Reihe: Alpengold

ISBN: 978-3-7517-1048-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Seit der Schulzeit sind Monika Wenzel und Konstantin Bronner beste Freunde. Doch sie müssen sich immer heimlich treffen, denn der reiche Rieschhofer verbietet es seiner Tochter strikt, mit den Bronners zu verkehren. Für ihn sind diese armen Schlucker und Menschen zweiter Klasse.
Monika lässt sich dadurch nicht beirren. Für sie und Konstantin steht schon bald fest, dass sie später heiraten werden. Auch während Konstantins Studium in München bleiben die beiden in engem Kontakt. Doch plötzlich meldet er sich nicht mehr bei seiner Jugendfreundin. Und dann eines Tages steht Konstantin Monika ganz unverhofft in ihrem Heimatdorf gegenüber - mit einer wunderschönen, eleganten, jungen Dame im Arm ...

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Liebe zeigt dir den Weg

Eine romantische Begegnung im Sonnental

Von Monika Leitner

Seit der Schulzeit sind Monika Wenzel und Konstantin Bronner beste Freunde. Doch sie müssen sich immer heimlich treffen, denn der reiche Rieschhofer verbietet es seiner Tochter strikt, mit den Bronners zu verkehren. Für ihn sind diese arme Schlucker und Menschen zweiter Klasse.

Monika lässt sich dadurch nicht beirren. Für sie und Konstantin steht schon bald fest, dass sie später heiraten werden. Auch während Konstantins Studium in München bleiben die beiden in engem Kontakt. Doch plötzlich meldet er sich nicht mehr bei seiner Jugendfreundin. Und dann eines Tages steht Konstantin Monika ganz unverhofft in ihrem Heimatdorf gegenüber – mit einer wunderschönen, eleganten, jungen Dame im Arm ...

Bis zu den Sommerferien ist es noch lange hin. Die dritte und vierte Grundschulklasse, die beide in einem einzigen Raum untergebracht sind, schwitzen über sakrisch schweren Rechenaufgaben, wie es der Dirner-Seppel seinem Nachbarn, dem Bronner-Konstantin, zuflüstert.

Dem Konstantin hingegen fällt es leicht, weil er der Begabteste seiner Klasse ist. Mitleidig schiebt er dem Sepp sein Heft hin, wobei er die Lehrerin, die Frau Leitner, scharf im Auge behält.

Als Konstantin die Aufgaben gelöst hat, schaut er sehnsüchtig zum Fenster hinaus, das weit offen steht.

In zarte Dunstschleier gehüllt, liegen die Berge in der Ferne. Das bedeutet eine Schönwetterperiode, und darum ist es kein Wunder, dass die Kinder sich lieber draußen im Freien tummeln würden, als in der dumpfen Schulstube hocken zu müssen.

Konstantins Blicke lösen sich nur schwer von dem Sommerglanz da draußen und suchen den goldblonden Lockenkopf der gleichaltrigen Monika Wenzel, die zwei Bankreihen vor ihm sitzt.

Wenn er ihr doch helfen könnte! Er spürt es förmlich, dass auch sie sich wie sein Nachbar, der Seppel, in Schwierigkeiten befindet.

Monika ist ihm die liebste von allen Madln, mit denen zusammen er die Schule besucht. Da ist keine, die ihr an Zierlichkeit und Liebreiz gleichkommt. Es gibt keine, die so veilchenblaue Augen und einen so roten Mund hat wie sie, die Jüngste vom Rieschhof, der im schönen Sonnental liegt.

Lange Jahre hat es auf dem Rieschhof nur zwei Jungen gegeben, den jetzt achtzehnjährigen Thomas und den um drei Jahre jüngeren Fritz. Bis nach sieben Jahren den Eheleuten Georg und Barbara Wenzel doch noch eine Tochter geschenkt worden ist, die Monika.

In dieses zarte blondhaarige Dingerl ist der Rieschhofer ganz vernarrt. Sie, die heute Achtjährige, ist der Liebling aller auf dem stattlichen und reichen Bauernhof, dem schönsten im ganzen Sonnental.

Diese Monika hat es auch dem Bronner-Konstantin angetan. Sie kennen sich ja schon so lange, denn draußen in der Öde, wo der reiche Rieschhof auf einer Anhöhe liegt, hat auch Konstantin seine Heimstatt, keine zweihundert Meter entfernt.

Nur geht es »beim Vogler«, wie das Kleinbauernanwesen der Bronners genannt wird, weitaus bescheidener zu als bei den Wenzels. Sie sind zwar Nachbarn, aber sie halten Abstand voneinander, weil Anton Bronner nicht der Mensch ist, sich einem, der bei jeder Gelegenheit sein Großbauerntum herauskehrt, aufzudrängen. Er hat es früh genug von da drüben zu spüren bekommen, dass die Rieschhoferischen nichts mit ihm zu tun haben wollen.

Er selbst ist ja nur ein Kleinbauer, der von dem gewichtigen Nachbarn über die Schulter hinweg angesehen wird. Das weiß er, und weil Arme überempfindlich sind, geht er dem Reichen aus dem Weg. Er hat es auch seinen vier Kindern befohlen, sich vom Rieschhof und seinen Bewohnern fernzuhalten.

Anton Bronner und die Seinen können auf dem Voglerhof nur existieren, weil er seit einer Reihe von Jahren Tag für Tag mit dem Fahrrad nach Bad Lichtenau fährt. Dort arbeitet er in einer Skifabrik, wo er es durch Fleiß und Geschick zum Vorarbeiter gebracht hat. Seitdem geht es nicht mehr gar so knapp und armselig in Konstantins Familie zu.

Vierzehn, zwölf und zehn Jahre sind seine Schwestern alt. Resi kastanienbraun und mit bernsteinfarbigen Augen wie ihre Mutter. Anni blond und blauäugig wie der Vater. Und Kati? Sie hat dunkle Locken und die gleichen Bernsteinaugen wie die Mutter und die älteste Schwester.

Es ist seltsam, dass die schönen dunkel glänzenden Haare und die goldgelben Augen der Bronner-Margret sich in ihrer Familie so stark vererbt haben, dass auch Konstantin die Haarfarbe der Mutter, ihre Augen, aber auch ihr zähes Durchsetzungsvermögen sowie ihre Klugheit mit in sein Leben bekommen hat.

Was wären sie wohl ohne ihre tüchtige Mutter, die vier Bronnerkinder!

Konstantin im Klassenzimmer wartet wie die anderen ungeduldig auf das Läuten der Glocke, die für heute den Unterricht beendet.

Als sie draußen im Korridor schrillt, ist im Nu die ganze Schar in Bewegung.

Konstantins Augen suchen die Rieschhof-Monika. Als er sie erspäht, läuft er ihr nach und kommt gerade zurecht, als der dicke Franzl vom Metzgermeister Hirnhuber sich dem zarten Blondkopf nähert und Monika an den Haaren reißt.

Die wendet sich ihm mit blitzenden Augen zu, und – klatsch – klebt ihre Hand mit allen fünf Fingern auf der pausbäckigen Wange des Buben.

Im gleichen Moment packt ihn Konstantin.

»Das lässt du bleiben, gell?«, schreit er wütend. »Monika steht unter meinem Schutz, dass du's nur weißt.«

»Ich fürchte mich net vor dem Dicken, Konstantin, ich werde schon mit ihm fertig«, meint Monika lachend. »Aber es ist lieb von dir, dass du mir beistehen willst.«

Was weder der reiche Rieschhofer noch der so viel ärmere Voglerhofer wissen, ist, dass ihre Kinder, Monika und Konstantin, eine enge Freundschaft geschlossen haben, seit sie gemeinsam in die gleiche Schulklasse gehen.

Da sie denselben Weg hin und auch zurück haben, hat es sich so ergeben, dass sie anfänglich einzeln und hintereinander von der Öd hinab ins Dorf gewandert sind, bis sie einmal auf dem Heimweg von einem heftigen Gewitter überrascht wurden und ein Wolkenbruch sie gezwungen hat, im Innern einer am Wegrand stehenden kleinen Kapelle Schutz zu suchen.

Es ist Konstantin gewesen, der dem Mädchen nachgerannt ist, es bei der Hand gepackt und mit sich in die Kapelle gezogen hat. Er hat gewusst, wo der Schlüssel zu finden war, und hat ihn aus einer Mauernische geholt und die niedrige Tür aufgeschlossen.

»Da, geh schnell rein!«, hat er befohlen und das Mädchen über die Schwelle geschoben. In diesem Augenblick ist ein greller Blitz über den fast schwarzen Himmel gefahren. Ein peitschender Donnerschlag, ein Splittern und Krachen sind gefolgt.

Die sonst so beherzte Monika ist bis in die Lippen erblasst und hat sich ängstlich an den um einen Kopf größeren Buben geklammert.

»Hat's eingeschlagen?«, hat sie mit zitternder Stimme gefragt.

Konstantin hat genickt und sofort einen Arm um das Mädchen geschlungen.

»Du brauchst dich net zu fürchten, Monika, ich bin ja bei dir«, hat er sie beruhigt.

Damals – und daran erinnert sich Konstantin jetzt auf dem Schulhof – hat Monika sich gefürchtet, und seit diesem starken Gewitter, das sie in der kleinen Kapelle eng umschlungen überstanden haben, sind sie Freunde, die ihr Geheimnis sorgfältig hüten.

Nur Konstantins Schwestern, die ja auch noch schulpflichtig sind, wissen davon, halten aber dicht.

Heute wandern Konstantin und Monika wieder einträchtig den Weg aus dem Sonnental hinauf zur Öd.

»Bist du mit deinen Rechenaufgaben fertig geworden, Moni?«, fragt Konstantin.

Monika zuckt die Schultern.

»Weiß net, ob ich alles richtig hab. Es ist mir auch egal. Ich will ja mal heiraten und net studieren.«

»Wen möchtest du denn mal heiraten, Monika? Solch einen großen Bauern wie dein Vater einer ist?«

Sehr energisch schüttelt das Mädchen den blonden Kopf.

»Einen Bauern? Nie! Am liebsten tät ich einen Beamten ... ach nein, jetzt weiß ich es gewiss«, verbessert sie sich, »ich heirate mal einen Doktor.«

»Was für einen? Am Ende einen Viehdoktor?« Ein wenig verständnislos schaut der Bub die Freundin an.

»Geh, einen richtigen Menschendoktor meine ich, das ist doch klar. Seitdem unser alter Doktor Brandhofer selbst so oft krank ist, sind ja alle, die im Dorf krank werden, arm dran. Da kann ja einer sterben, bis ein Doktor aus Bad Lichtenau zu uns herauskommt.«

»Darüber hat mein Vater auch schon gesprochen, dass, wenn unserem Doktor was passiert, kein anderer Doktor mehr aufs Land geht. Die ausstudiert haben, bleiben lieber in der Stadt oder lassen sich in den Kurbädern nieder, da verdienen sie mehr, sagt der Vater, und da ist auch mehr los. Die Praxis von einem Landdoktor ist ihnen viel zu anstrengend.«

Konstantin hört in diesem Moment, dass ein Auto hinter ihnen herfährt, und zieht Monika hastig an den Straßenrand. Dort bleiben sie stehen, um den Wagen an sich vorbeizulassen.

Doch wie groß ist ihr Erschrecken, als das Auto hält und der Rieschhofer aussteigt.

Als er mit wuchtigen Schritten näher kommt, mit...



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